Merck Serono: Von lebenden Zellen zu wirksamen Therapien

Vorbereitung der Anlage zur Herstellung des Krebsmedikaments Erbitux® in der biopharmazeutischen Produktion in Fenil-sur-Corsier (Foto)
Expertise in der biopharmazeutischen Produktion
Fabien Berset und Joël Darbellay bereiten die
Anlage im Schweizer Fenil-sur-Corsier nahe Vevey
auf die Herstellung des Krebsmedikaments
Erbitux® vor.

Bei der Behandlung komplexer Erkrankungen sind große Erfolge in letzter Zeit verstärkt auf den Einsatz von Biopharmazeutika zurückzuführen, also von Wirkstoffen, die biotechnologisch produziert oder entwickelt werden. Merck gehört zu den führenden Unternehmen der pharmazeutischen, so genannten „roten“ Biotechnologie und hat mit dem Krebstherapeutikum Erbitux® und dem Multiple-Sklerose-Medikament Rebif® gleich zwei erfolgreiche Präparate dieser Arzneimittelgruppe in seinem Produktportfolio.

Rebif® wird im „Merck Serono Biotech Center“, einer der größten Biotech-Produktionsanlagen der Welt, hergestellt. Dort werden derzeit technische und bauliche Vorbereitungen für die Produktion des Krebsmedikaments Erbitux® getroffen. Mit der eigenen Biotechnologie-Produktion für dieses Medikament betritt Merck Neuland und kann dabei auf die langjährige Erfahrung der Biotech-Spezialisten von Boehringer Ingelheim Biopharmaceuticals und ImClone Systems Inc. zurückgreifen – sie stellen als Vertragsproduzenten nach wie vor das Krebsmedikament her.

Gleichzeitig arbeitet die Sparte Merck Serono im wachstumsstarken Bereich der Biopharmazeutika an zahlreichen Neuentwicklungen, die therapeutischen Fortschritt versprechen.

Mit Rebif® und Erbitux® verfügt die Sparte über zwei Produkte, die tausenden betroffener Menschen weltweit zu neuen Therapiemöglichkeiten verhelfen. Beispiel Erbitux®: Dieses zielgerichtete Krebstherapeutikum konnte in zahlreichen neuen Studien seine Wirksamkeit und Vielseitigkeit unter Beweis stellen – sowohl im Kampf gegen den Darmkrebs als auch bei der Therapie von Kopf- und Halskrebs oder Lungenkrebs. Neue therapeutische Perspektiven konnte die biotechnologische Forschung bei Merck Serono auch vielen an Multipler Sklerose erkrankten Patienten eröffnen. Eine neue Formulierung von Rebif®, dem Medikament zur Behandlung der schubförmigen Multiplen Sklerose, hat nicht nur die Injektionsverträglichkeit verbessert. Sie weist gleichzeitig auch eine geringere Immunogenität auf. Die Europäische Kommission hat die Zulassung dafür im August erteilt, die Markteinführung startete im September 2007.

Biopharmazeutika wie Rebif® und Erbitux® sind Kernbestandteile eines breit gefächerten Portfolios, in dem gleichzeitig auch die Entwicklung chemischer Wirkstoffe mit den Methoden der pharmazeutischen Chemie einen hohen Stellenwert einnimmt. In beiden Technologien haben die Forscher bei Merck Serono Kompetenz und Erfahrung und setzen sie bei der Arzneimittelentwicklung einander ergänzend ein.