Lange Haltbarkeit ist ein Muss: Beim so genannten
„Backlight-Test“ setzt Sven Schüpfer Minidisplays den
Lichtbedingungen des Fernsehers aus. Mehrere tausend
Stunden werden neue Flüssigkristall-Mischungskonzepte
getestet, um die erforderliche Lebensdauer zu
gewährleisten.
Erneut steigerte die Sparte ihre Forschungs- und Entwicklungsinvestitionen: Im Jahr 2007 wuchsen sie um 18 % auf insgesamt 79 Mio €. Neu entwickelte Mischungstechniken dienen der Sicherung der Technologieführerschaft. In Darmstadt, Südkorea und Taiwan wurden neue „Reliability“-Labore aufgebaut, in denen die Langzeitstabilität von Displays für verschiedene Anwendungen überprüft wird. Außerdem wurde an den LC-Standorten in Deutschland und Asien in den Ausbau der Produktionsstätten investiert. Im Jahr 2008 wird ein neues Projekt starten, bei dem insgesamt rund 52 Mio € in den weiteren Ausbau der Flüssigkristall-Produktionsanlagen in Darmstadt investiert werden. So können die Produktionskapazitäten dynamisch an den wachsenden Weltmarkt angepasst und die Spitzenposition von Merck gesichert werden.
Schwerpunkt VA-Technologie
Einer der wesentlichen Schwerpunkte der Forschungsinvestitionen ist die Weiterentwicklung der bewährten Vertical-Alignment (VA)-Technologie – mit dem Ziel, noch schnellere Schaltzeiten und schärfere Kontraste zu erzielen. Auch wenn die erreichten Schaltzeiten von VA-LCDs mit unter acht Millisekunden bereits sehr klein sind, ist eine weitere Verbesserung im Sinne noch brillanterer Fernsehbilder wünschenswert. Das Ziel der Merck-Forscher sind Schaltzeiten von unter drei Millisekunden. Ein weiteres Verkaufsargument ist der Betrachtungswinkel. Die VA-Technologie von Merck erlaubt einen Betrachtungswinkel von über 170 Grad ohne Kontrastverlust und Farbverschiebungen. Neben der VA-Technologie hält Merck ein Patent für die In-Plane-Switching (IPS)-Technologie, bei deren Einsatz in Bildschirmen ebenfalls ein Betrachtungswinkel von über 170 Grad erreicht werden kann.
Arbeitsgebiet OLED
Die Merck OLED Materials GmbH, in der Merck seine Aktivitäten auf dem Gebiet der OLED-Materialien gebündelt hatte, wurde zum 1. April 2007 in die Merck KGaA eingegliedert. Die Forschungs- und Geschäftsaktivitäten wurden in die Sparte Liquid Crystals integriert. OLEDs (organische lichtemittierende Dioden) sind ein innovatives Arbeitsgebiet, aus dem langfristig eine erfolgversprechende Technologie für Displays erwachsen könnte. Eingesetzt werden können die OLEDs auch als Beleuchtungsquellen für die unterschiedlichsten Anwendungen.

