Die Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen haben sich im ersten Geschäftsjahr der neuen Sparte auf 879 Mio € fast verdoppelt. Dies sind 20 % der Gesamterlöse von Merck Serono. Bei der Integration der einstigen Serono-Gruppe geht es auch darum, Ressourcen in der Forschung noch effizienter einsetzen zu können. So konzentriert sich Merck Serono neben der Onkologie auf innovative Therapien für Fachärzte zur Behandlung neurodegenerativer Erkrankungen, wie etwa Multiple Sklerose und Parkinson-Krankheit, auf Autoimmun- und Entzündungskrankheiten sowie – unter dem Begriff „Fruchtbarkeit“ – auf Therapien, die unfruchtbaren Paaren dazu verhelfen, ein Kind zu bekommen. Hinzu kommen Entwicklungsprojekte aus dem Gebiet der Endokrinologie.
Im Rahmen der Konsolidierung hat die Sparte entschieden, die Investition in die Diabetes-Forschung und -Entwicklung zu überdenken und nach geeigneten Partnern zu suchen, die diese Aktivitäten fortführen. Das weitere erfolgreiche Bestehen im Wettbewerb hätte zusätzliche Anstrengungen in Forschung & Entwicklung sowie Vermarktung – vergleichbar mit dem Aufbau eines neuen Geschäftsfelds in diesem Bereich – erfordert. So wurden nun die Rechte an einem Medikamentenkandidaten (GRC 8200) zur Behandlung von Typ-2-Diabetes an die indische Glenmark Pharmaceuticals zurückgegeben. Die dafür notwendigen Abschreibungen betrugen 28 Mio €.
Bei der Straffung und Neuausrichtung des Portfolios von Merck Serono lassen sich Synergien zwischen den einzelnen Therapiegebieten nutzen.
Stattdessen fokussiert Merck Serono seine Ressourcen auf den weiteren Ausbau der in den bearbeiteten Therapiegebieten erreichten führenden Position. Die Neuausrichtung in Forschung und Entwicklung eröffnet Chancen für Synergien zwischen den bearbeiteten Therapiegebieten. So erforscht Merck Serono beispielsweise das rekombinante Fusionsprotein Atacicept sowohl für Indikationen in der Onkologie als auch bei neurodegenerativen Erkrankungen sowie Autoimmun- und Entzündungskrankheiten.
Kooperationen erweitern das Portfolio
Zur Entwicklung und Vermarktung innovativer Krebstherapeutika auf der Basis von Aptameren wurde eine mehrjährige Vereinbarung mit Archemix aus Cambridge, Massachusetts, USA, unterschrieben. Bei Aptameren handelt es sich um eine neue Klasse von Arzneimitteln, die die besten Eigenschaften von kleinen Molekülen und Antikörpern vereinen. Sie werden, im Gegensatz zu monoklonalen Antikörpern wie Erbitux®, chemisch synthetisiert, was einen erheblichen Kostenvorteil darstellen kann.
Um die Geschäfte erfolgreich weiterzuentwickeln, bindet Merck Serono seine Partner konsequent mit ein. Beispiele sind die strategische Allianz mit ZymoGenetics zum Ausbau der Pipeline für Autoimmun- und Entzündungskrankheiten oder die Kooperation mit der École Polytechnique Fédérale de Lausanne auf den Gebieten Neurologie, Onkologie und Nanotechnologie.
Mit der US-amerikanischen Idera Pharmaceuticals wurde zudem eine weltweite Lizenz- und Kooperationsvereinbarung über die Forschung, Entwicklung und Vermarktung von „Toll-like-Rezeptor 9 (TLR9)“-Agonisten für die Krebstherapie abgeschlossen. Diese fungieren in menschlichen Immunzellen als Sensoren für Krankheitserreger. Gemäß Vereinbarung wird Merck bei Vertragsabschluss eine Zahlung von 40 Mio US $ an Idera entrichten.

