Um unsere Führungsposition bei Displaymaterialien aufrechtzuerhalten, investieren wir weiterhin in die Forschung und Entwicklung sowie in die Produktionsanlagen. Die F&E-Aufwendungen der Sparte beliefen sich auf 85 Mio € und lagen damit über Vorjahresniveau. Am Standort Darmstadt bauten wir die Produktionsanlagen weiter aus, ebenso wurde dort mit dem Bau eines neuen Chemie-Forschungszentrums begonnen, das auch die Flüssigkristall- und OLED-Forschung aufnehmen wird. In Südkorea erweitern wir unseren Standort, um Forschung und Entwicklung zu stärken und die Zusammenarbeit mit unseren Kunden weiter zu intensivieren.
LC-Kerngeschäft: Merck ist Technologieführer
Merck ist auf Basis seiner über 100-jährigen Erfahrung in der Flüssigkristallherstellung der weltweite Technologieführer im LC-Geschäft und führender Entwicklungspartner für die weltweite Display-Industrie, vor allem wenn es um hochkomplexe spezifische LC-Mischungen für technisch anspruchsvolle Anwendungen geht. Durch die Kombination des Know-hows auf beiden Seiten können ständig weiterentwickelte und für die Verbraucher interessante Produkte auf dem Markt angeboten werden. Gemeinsam arbeiten wir schon jetzt an den Technologien für das nächste Jahrzehnt, um die Bildqualität weiter deutlich zu verbessern.
Neue Technologien für Displays
Die nächste Generation in der Bildschirmtechnologie heißt PS-VA (Polymer Stabilised Vertical Alignment). Diese Technologie bietet besseren Kontrast, noch schnellere Schaltzeiten und vor allem auch eine bessere Energieeffizienz, da die Hintergrundbeleuchtung signifikant reduziert werden kann. Durch eine zusätzliche Polymerschicht werden die VA-Moleküle innerhalb des Displays in eine bestimmte Richtung vor-orientiert, wodurch die oben genannten Vorteile erzielt werden können. Innovative Materialien von Merck haben dieser Technologie zum Durchbruch verholfen. So sind bereits einige Geräte mit PS-VA-Bildschirmen auf dem Markt, zum Beispiel die neue „Playstation Portable“ (PSP). Auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin wurde im August eine weitere Innovation vorgestellt: der erste LCD-Fernseher mit 200/240-Hertz-Technologie, hergestellt mit unseren Flüssigkristallmischungen. Er bietet eine noch bessere Bildschärfe bei bewegten, schnellen Bildern, zum Beispiel Sportübertragungen.
Touch Panels
Die Sparte tritt nicht nur als Hersteller von Flüssigkristallmischungen auf, sondern ist auch auf anderen Gebieten wichtiger Partner der Display-Industrie. Unsere patentgeschützten Ätzpasten der isishape®-Produktreihe sind ein wichtiges Hilfsmittel bei der Herstellung von „Touch Panels“, berührungsempfindlichen Bildschirmen. Die dort verwendeten sehr dünnen Schichten müssen gezielt bearbeitet werden. Diese Schichten sind oft nur wenige Nanometer dünn, also ungefähr ein Tausendstel der Dicke eines menschlichen Haares. „Touch Panels“ setzen sich immer mehr durch, zum Beispiel bei High-Tech-Handys, bei Fahrkarten- und sonstigen Automaten oder auch bei Navigationsgeräten.
OLED-Materialien
Auch außerhalb der Flüssigkristalltechnologie beschäftigen sich unsere Forscher mit Materialien für innovative Displays. Hier stehen besonders die OLED-Materialien (Organic Light Emitting Diodes, organische lichtemittierende Dioden) im Fokus der Entwicklung. Sie werden in Handys, MP3-Playern, elektronischen Bilderrahmen, aber auch bereits in ersten Fernsehgeräten verwendet. Angekündigt sind erste TV-Prototypen mit 30 Zoll Bildschirmdiagonale. Unsere Forscher pflegen auch hier einen engen Austausch mit den Herstellern. In vielen OLED-Displays auf dem Markt finden sich bereits Merck-Materialien. Auch für diese neue Display-Technologie beabsichtigt Merck, sich als ein führender Materiallieferant zu positionieren.
Wachstumsmarkt Photovoltaik
Neben den Display-Materialien ist die Sparte im Wachstumsmarkt Photovoltaik aktiv und entwickelt neue, energiesparende Leuchtmittel. Für die Photovoltaik konzentriert sich die Sparte auf die Entwicklung von Materialien für Drucktechnologien und für die Herstellung von organischen Solarzellen. In der isishape®-Reihe bieten wir den Herstellern von Solarzellen druckbare Ätzpasten zur kostengünstigen Strukturierung der benötigten Materialien innerhalb des Produktionsprozesses an. Am Standort Darmstadt wurde dafür im Jahr 2008 eine neue Produktionsanlage in Betrieb genommen. Neue Technologien für die Herstellung von organischen und Dünnschicht-Solarzellen gewinnen auf Grund von Kostenvorteilen zunehmend Marktanteile.
Alternative zu herkömmlichen Glühbirnen
Unter dem Stichwort „Solid State Lighting“ fassen wir Forschungsaktivitäten zusammen, die darauf zielen, Leuchtstoffe für weiße LEDs (Light Emitting Diodes) zu entwickeln. Diese LEDs können eine Alternative zu herkömmlichen Glühbirnen und Energiesparlampen darstellen, die mit ihrem niedrigen Effizienzgrad relativ viel Strom verbrauchen. Wenn es gelingt, die Effizienz von Leuchtmitteln zu steigern, könnten nach Ansicht von Experten weltweit bis zu 200 Kohlekraftwerke eingespart werden. Zur Unterstützung dieser Entwicklungen hat Merck im Juli 2008 die LITEC-LLL GmbH in Greifswald übernommen, einen Spezialisten in der Entwicklung, Produktion und Vermarktung so genannter „Ortho-Silikat-Leuchtstoffe“.
Neben Punktleuchtmitteln werden auf Basis unserer OLED-Materialien innovative Flächenleuchtmittel möglich, mit denen sich großflächig und stromsparend Licht erzeugen lässt. In Zusammenarbeit mit führenden Leuchtmittelherstellern sind hier bereits Prototypen entwickelt worden.
Aktiv im Forschungs-Spitzencluster
Die Vernetzung von Wissenschaft und Industrie spielt eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung von Zukunftstechnologien. Hier ist Merck in mehreren Forschungs- und Kooperationsprojekten aktiv, zum Beispiel im Spitzencluster „Organic Electronics“ der Metropolregion Rhein-Neckar, der zu den Gewinnern eines vom Bundesforschungsministerium ausgeschriebenen Förderwettbewerbs gehört. Hier werden unter anderem organische Leuchtdioden und „Smart Labels“, intelligente Sensor-Etiketten auf Basis gedruckter elektronischer Schaltkreise, entwickelt.
