Merck integriert sein Risikomanagement in die Prozesse der kontinuierlichen Geschäftsplanung. Mögliche negative Entwicklungen, beispielsweise Änderungen der Kundennachfrage oder geänderte politische Rahmenbedingungen, werden in den Risikoberichten beschrieben und bewertet. Somit können wir bei Ereignissen, die von der Planung abweichen, frühzeitig Gegenmaßnahmen ergreifen. Risiken bei Investitionsentscheidungen werden durch die Anwendung detailliert ausgearbeiteter Richtlinien gemindert.
Zum 31. Dezember 2008 betrieb die Merck-Gruppe 54 Produktionsstandorte in 25 verschiedenen Ländern und hat für wichtige Produkte das Risiko von Lieferengpässen durch geeignete Maßnahmen minimiert. Gesamterlöse und Ergebnis der Merck-Gruppe stützen sich auf eine Vielzahl pharmazeutischer und chemischer Produkte für verschiedene Branchen. Diese Diversifikation trägt zu einer Risikominderung bei, da sich die Märkte in ihrer Struktur und ihren Konjunkturzyklen unterscheiden. Sie ist auch Ausdruck der Merck-Strategie, ein integriertes Pharma- und Chemieunternehmen bleiben zu wollen.
Auf mögliche Risiken eines geänderten Marktumfelds, zum Beispiel durch die gegenwärtige Rezession, weitere Kostendämpfungsmaßnahmen im Gesundheitswesen oder neue Wettbewerbsprodukte, versuchen wir uns durch kontinuierliche Marktbeobachtung in den jeweiligen Sparten vorzubereiten und entsprechend vorausschauend zu handeln.
Für die Sparten Liquid Crystals und Performance & Life Science Chemicals begegnet Merck dem momentanen, konjunkturbedingten Nachfragerückgang durch eine vorübergehende Anpassung der Produktionskapazitäten.
Die speziellen Risiken der pharmazeutischen Entwicklung werden durch das in der Merck-Gruppe eingeführte Portfolio- und Projektmanagementsystem permanent überwacht. Im Zuge des Portfoliomanagements werden die Forschungsgebiete und alle Projekte in der Entwicklungs-Pipeline regelmäßig bewertet und, wenn nötig, neu ausgerichtet. Für Merck als forschendes Pharmaunternehmen besteht das Risiko, dass Entwicklungsprojekte abgebrochen werden müssen, mitunter erst nach hohen Investitionen in einer späten klinischen Phase. Entscheidungen – etwa beim Übergang in die nächste Phase der klinischen Entwicklung – werden so getroffen, dass Risiken so gering wie möglich gehalten werden. Es besteht trotzdem die Gefahr, dass unerwünschte Nebenwirkungen unserer pharmazeutischen Produkte erst nach der Zulassung beziehungsweise Registrierung entdeckt werden und eine Einschränkung der Zulassung oder Rücknahme vom Markt zur Folge haben.
