Mit seinem zielgerichteten Krebsmedikament Erbitux® (Cetuximab) hat Merck Serono nicht nur die Optionen zur Behandlung von Darmkrebspatienten deutlich erweitert, sondern zeigt auch neue medizinische Perspektiven in der Therapie von Kopf- und Halskrebs sowie Lungenkrebs auf. Die Umsatzerlöse des Geschäftsfelds Onkologie beliefen sich im Jahr 2008 auf 574 Mio €. Den Hauptanteil daran hatte das Krebsmedikament Erbitux®, das um 20 % auf 565 Mio € zulegte. Derzeit verfügt das Krebstherapeutikum über eine Marktzulassung in 76 Ländern.
Im Juli erteilte die Europäische Kommission die Zulassung für die erweiterte Anwendung von Erbitux® in Kombination mit einer Chemotherapie zusätzlich zur Zweit- und Drittlinientherapie nun auch für die Erstlinientherapie von metastasiertem Darmkrebs bei Patienten mit Tumoren vom so genannten KRAS-Wildtyp, die den epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptor (EGFR) exprimieren. Dieser Typ liegt in bis zu 65 % der Fälle vor. Mit diesem Tumortyp diagnostizierte Patienten sprechen mit hoher Wahrscheinlichkeit auf Erbitux® an. Erbitux® ist damit die erste maßgeschneiderte Therapie zur Erstlinienbehandlung von metastasiertem Darmkrebs. Erwartungsgemäß verlangsamte sich das Umsatzwachstum von Erbitux® im 3. Quartal gegenüber dem 2. Quartal 2008 dadurch, dass der Biomarker-Test (KRAS-Test) als standardisiertes Diagnostikinstrument eingeführt werden musste. Dadurch verkleinerte sich zunächst die Patientenanzahl in der Zweit- und Drittlinientherapie durch die Konzentration auf Patienten mit KRAS-Wildtyp-Tumoren. Im Zuge der Zulassungserweiterung erwarten wir jedoch Mehrverordnungen für die Erstlinientherapie, was die geringeren Patientenzahlen aus der Zweit- und Drittlinientherapie mittelfristig überkompensieren sollte. Entscheidend ist weiter, dass die Kostenerstattung je nach Land zu einem unterschiedlichen Zeitpunkt genehmigt wird.
Weitere Erbitux®-Zulassungen
Im November erhielt Erbitux® in der EU die Zulassung für die Therapie von Kopf-Hals-Tumoren in Kombination mit Platin-basierter Chemotherapie. Diese Zulassung basiert primär auf den Ergebnissen der EXTREME-Studie, die in der Erstlinienbehandlung erstmals seit 30 Jahren einen signifikanten Vorteil beim Gesamtüberleben zeigte. Außerdem erhielten wir in Japan die Zulassung für den Einsatz von Erbitux® in Kombination mit Irinotecan, um vorbehandelte Patienten mit metastasiertem Darmkrebs nun auch dort mit dem Antikörper behandeln zu können. Merck Serono, Bristol-Myers Squibb und ImClone Systems vermarkten Erbitux® in Japan gemeinsam. 50 % der erzielten Gewinne werden an die Vertriebspartner abgeführt.
Unterdessen arbeiten wir weiter daran, die Anzahl der zugelassenen Indikationen von Erbitux® zu erhöhen. Beantragt wurde bei der Europäischen Arzneimittelagentur (EMEA) die Zulassung für die Erstlinienbehandlung des fortgeschrittenen nicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms (NSCLC), das den epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptor (EGFR) exprimiert.
