Merck setzt derivative Finanzinstrumente ausschließlich zur Sicherung von Währungs- und Zinspositionen ein, um Währungs- und Zinsrisiken zu reduzieren. Fremdwährungsrisiken aus gebuchten Transaktionen werden weitgehend abgesichert. Als Sicherungsinstrumente nutzt Merck derzeit marktgängige Devisentermingeschäfte und Zinsswaps. Der Ausweis der Derivate in der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt in Abhängigkeit von der Art des Sicherungsgeschäfts entweder im Operativen Ergebnis oder im Fall von Finanztransaktionen im Finanzergebnis.
Die Strategie zur Absicherung von Zins- und Währungsschwankungen aus zukünftigen Transaktionen wird von einem hierfür eingesetzten und in regelmäßigen Abständen tagenden Zins- und Währungsausschuss der Merck-Gruppe festgelegt. Grundlage für den Abschluss von Währungsderivaten ist in der Regel ein Betrachtungszeitraum bis zu 36 Monaten. Der Einsatz von Derivaten ist durch umfangreiche Richtlinien geregelt. Es gilt das Verbot der Spekulation. Die Abschlüsse derivativer Geschäfte unterliegen einer ständigen Risikokontrolle. Eine strikte Funktionstrennung von Handel, Abwicklung und Kontrolle ist sichergestellt. Derivative Finanzkontrakte werden nur mit Banken guter Bonität abgeschlossen.
Zum Bilanzstichtag bestanden folgende derivative Finanzpositionen:
| XLS |
|
Nominalvolumen |
Marktwert |
||
in Mio € |
31.12.2009 |
31.12.2008 |
31.12.2009 |
31.12.2008 |
Cash flow hedge |
902,0 |
936,9 |
57,6 |
74,6 |
Zinsabsicherung |
100,0 |
– |
–0,3 |
– |
Währungsabsicherung |
802,0 |
936,9 |
57,9 |
74,6 |
Fair value hedge |
520,9 |
553,5 |
14,5 |
2,0 |
Zinsabsicherung |
500,0 |
500,0 |
14,6 |
–0,6 |
Währungsabsicherung |
20,9 |
53,5 |
–0,1 |
2,6 |
Keine bilanziellen Sicherungsgeschäfte |
2.161,1 |
3.283,9 |
8,8 |
44,9 |
Währungsabsicherung |
2.161,1 |
3.283,9 |
8,8 |
44,9 |
|
3.584,0 |
4.774,3 |
80,9 |
121,5 |
Das Nominalvolumen ist die Summe aller Kauf- und Verkaufsbeträge derivativer Finanzgeschäfte. Die Marktwerte ergeben sich aus der Bewertung der ausstehenden Positionen zu Marktpreisen ohne Berücksichtigung gegenläufiger Wertentwicklungen aus den Grundgeschäften. Sie entsprechen den Aufwendungen beziehungsweise Erträgen bei einer Glattstellung der Derivatkontrakte zum Bilanzstichtag. Die Bewertung der Geschäfte erfolgt marktgerecht basierend auf quotierten Preisen oder von einem anerkannten Informationsdienst bereitgestellten aktuellen Marktdaten.
Für die Sicherungsgeschäfte (Nominalvolumen) bestanden zum Bilanzstichtag folgende Restlaufzeiten:
| XLS |
in Mio € |
Restlaufzeit |
Restlaufzeit |
Gesamt |
Restlaufzeit |
Restlaufzeit |
Gesamt |
Devisentermingeschäfte |
2.598,3 |
385,7 |
2.984,0 |
4.003,6 |
270,7 |
4.274,3 |
Zinsswaps |
– |
600,0 |
600,0 |
– |
500,0 |
500,0 |
|
2.598,3 |
985,7 |
3.584,0 |
4.003,6 |
770,7 |
4.774,3 |
Die zur Reduktion des Währungskursrisikos eingegangenen Devisentermingeschäfte mit einem Nominalvolumen von 2.984,0 Mio € dienten im Wesentlichen der Absicherung von konzerninternen Finanzierungen in Fremdwährung. Hier wurden im Wesentlichen Währungskursschwankungen des US-Dollar (1.336,8 Mio €), des Schweizer Franken (593,8 Mio €), des Japanischen Yen (401,5 Mio €), des Taiwanesischen Dollars (177,1 Mio €) und des Britischen Pfunds (210,1 Mio €) abgesichert.
Zukünftige Transaktionen werden mittels Cash Flow Hedge nur dann gesichert, wenn deren Eintritt mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit angenommen werden kann. Das Nominalvolumen gesicherter zukünftiger Transaktionen betrug zum Bilanzstichtag 902,0 Mio € (Vorjahr: 936,9 Mio €) und betrifft im Wesentlichen die Sicherung künftiger Umsätze in US-Dollar, Taiwanesischem Dollar und Japanischem Yen und Ausgaben in Schweizer Franken. Der Eintritt der gesicherten Positionen wird innerhalb der nächsten 36 Monate erwartet. Es wurden im Geschäftsjahr 47,5 Mio € Erträge (Vorjahr: 53,9 Mio €) aus der Marktwertbewertung der Derivate erfolgsneutral im Eigenkapital berücksichtigt, 64,8 Mio € (Vorjahr: 20,6 Mio €) wurden aus dem Eigenkapital ausgebucht und als Ertrag (Vorjahr: Aufwand) im Periodenergebnis erfasst.
Aufgrund des Nichteintretens geplanter Zahlungsströme wurden im Geschäftsjahr 2009 Cash Flow Hedges mit einem Nominalvolumen in Höhe von 28,4 Mio € (Vorjahr: 79,4 Mio €) aus dem Hedge Accounting entnommen. Dadurch wurde ein Aufwand von 2,6 Mio € (Vorjahr: 10,9 Mio €) im Finanzergebnis realisiert. Die zum Stichtag designierten Sicherungsbeziehungen waren alle effektiv.
Der Zinsaufwand der im Jahr 2005 aufgelegten Euro-Benchmark-Anleihe im Volumen von 500 Mio € wurde durch als Fair Value Hedge bilanzierte Zinsswaps von 3,75 % fix auf 6-Monats-Euribor variabilisiert. Die Marktbewertung der Anleihe führte zu einem Aufwand in Höhe von 15,2 Mio € (Vorjahr: 6,7 Mio €), diesem stand ein Ertrag aus dem Zinsswap in gleicher Höhe gegenüber. Der Zinsaufwand der im Jahr 2009 im Rahmen des Debt Issuance Program aufgelegten Privatplatzierung in Höhe von 100 Mio € wurde durch einen als Cash Flow Hedge bilanzierten Zinsswap von 3-Monats-Euribor plus 0,77 % fixiert. Die Marktbewertung des Zinsswaps führte zu einem Aufwand von 0,3 Mio €. Dieser Betrag wurde bei 100 %iger Effektivität im Eigenkapital berücksichtigt.
