[38] Management von Finanzrisiken Geprüft

Preisschwankungen von Währungen und Zinsen können signifikante Gewinn- und Cash Flow-Risiken für Merck zur Folge haben. Merck zentralisiert daher diese Risiken soweit wie möglich und steuert diese dann vorausschauend, auch unter Nutzung von derivativen Finanzinstrumenten. Weitere Informationen zum Risikomanagement von Finanzrisiken enthält der Risikobericht im Lagebericht.

Fremdwährungsrisiken

Transaktionsrisiken: Aufgrund seiner internationalen Geschäftsausrichtung ist Merck sowohl im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit als auch im Rahmen von Finanzierungstätigkeiten Währungsrisiken ausgesetzt. Um diese Risiken zu begrenzen oder auszuschalten, werden unterschiedliche Strategien angewendet.

Währungsrisiken aus Finanzierungstätigkeit werden grundsätzlich so weit wie möglich durch den Einsatz von Devisentermingeschäften eliminiert. Währungsrisiken aus operativer Tätigkeit werden regelmäßig analysiert und gegebenenfalls durch Devisentermingeschäfte oder Devisenoptionen unter Anwendung des Hedge-Accountings reduziert.

In der folgenden Tabelle ist das Nettofremdwährungsrisiko aus erwarteten und gebuchten Transaktionen im Jahr 2010 in den wichtigsten Währungen dargestellt:

XLS

in Mio € per 31.12.2009

CHF

GBP

JPY

TWD

USD

Fremdwährungsrisiko aus Bilanzpositionen

–167,8

154,7

156,9

57,9

–345,9

Fremdwährungsrisiko aus schwebenden Geschäften und antizipierten Transaktionen in 2010

–281,3

78,2

158,0

290,1

672,9

Transaktionsbezogene Fremdwährungsposition

–449,1

232,9

314,9

348,0

327,0

Wirtschaftlich durch Derivate abgesicherte Position

176,0

–172,1

–262,4

–136,1

–7,5

Offene Fremdwährungsrisikoposition

–273,1

60,8

52,5

211,9

319,5

Veränderung der Fremdwährungsposition durch eine 10 %ige Aufwertung des Euro

27,3

–6,1

–5,2

–21,2

–31,9

davon im Ergebnis

–0,8

–0,3

–0,9

2,4

12,6

davon im Eigenkapital

2,0

11,4

5,4

22,8

Desweiteren bestehen Derivate zur Sicherung antizipierter Zahlungsströme über das Jahr 2010 hinaus. Diese würden zu einer Veränderung des Eigenkapitals in Höhe von 11,5 Mio € im Japanischen Yen, 4,1 Mio € im Taiwanesischen Dollar und 18,5 Mio € im US-Dollar führen. Im Vorjahr hätte dies aufgrund der Sicherung antizipierter Zahlungsströme im Japanischen Yen über das Jahr 2009 hinaus zu einer Veränderung im Eigenkapital in Höhe von 24,6 Mio € geführt.

Die entsprechenden Vorjahreswerte für das Nettofremdwährungsrisiko aus erwarteten und gebuchten Transaktionen stellten sich wie folgt dar:

XLS

in Mio € per 31.12.2009

CHF

GBP

JPY

TWD

USD

Fremdwährungsrisiko aus Bilanzpositionen

–464,6

136,3

185,4

6,6

–329,4

Fremdwährungsrisiko aus schwebenden Geschäften und antizipierten Transaktionen

–234,4

70,0

241,0

176,4

722,4

Transaktionsbezogene Fremdwährungsposition

–699,0

206,3

426,4

183,0

393,0

Wirtschaftlich durch Derivate abgesicherte Position

674,5

–193,3

–370,4

–75,6

–169,4

Offene Fremdwährungsrisikoposition

–24,6

13,0

56,0

107,4

223,6

Veränderung der Fremdwährungsposition durch eine 10 %ige Aufwertung des Euro

2,5

–1,3

–5,6

–10,7

–22,4

davon im Ergebnis

–2,0

1,6

1,1

–0,7

2,9

davon im Eigenkapital

–19,0

4,1

17,4

7,6

47,0

Translationsrisiken: Viele Merck-Gesellschaften sind außerhalb des Euro-Währungsraums. Die Abschlüsse dieser Gesellschaften werden in Euro überführt. Durch Währungsschwankungen verursachte Veränderungen aus der Translation der Vermögenswerte dieser Gesellschaften werden im Eigenkapital abgebildet.

Zinsrisiken

Zinsrisiken stehen im Wesentlichen im Zusammenhang mit Finanzschulden in Höhe von 2.307,3 Mio € (Vorjahr: 1.301,4 Mio €) und Geldanlagen in Höhe von 2.372,6 Mio € (Vorjahr: 756,4 Mio €). Gegebenenfalls werden durch Einsatz derivativer Instrumente Festzinszahlungen in variable Zinszahlungen gedreht. Ziel ist, das Zinsergebnis zu optimieren und die Zinsrisiken zu minimieren. Eine parallele Verschiebung der Zinskurve um +100 Basispunkte hätte bezogen auf die Nettozinsschulden zum Stichtag einen Ergebniseffekt von 10,3 Mio € zur Folge. Dies entspricht einem erhöhten Zinsertrag von 17,3 Mio € (Vorjahr: 5,9 Mio €) auf finanzielle Vermögenswerte und einem zusätzlichen Zinsaufwand von 7,0 Mio € (Vorjahr: 6,9 Mio €) auf Finanzschulden. Die resultierende Marktwertveränderung von zum Fair Value bilanzierten Vermögenswerten würde im Eigenkapital zu einem Aufwand von 5,1 Mio € führen. Im Vorjahr hätte diese Veränderung des Zinsniveaus einen Nettoergebniseffekt von –1,0 Mio € zur Folge gehabt. Das Eigenkapital wäre nicht beeinflusst worden.

Aktienkursrisiken

Das Aktienportfolio börsennotierter Unternehmen in Höhe von 74,9 Mio € unterliegt grundsätzlich einem Marktwertrisiko. Eine Veränderung des allgemeinen Aktienmarktniveaus um 10 % hätte damit eine Auswirkung von 7,5 Mio € im Eigenkapital zur Folge. Diese Wertveränderungen werden zum Zeitpunkt der Veräußerung ergebniswirksam.

Liquiditätsrisiken

Das Liquiditätsrisiko, das heißt das Risiko, dass Merck seinen finanziellen Verpflichtungen nicht nachkommen kann, wird durch Schaffung der notwendigen finanziellen Flexibilität als auch durch ein effektives Cash-Management begrenzt. So steht Merck neben liquiden Mitteln in Höhe von 2.044,6 Mio € (Vorjahr: 869,5 Mio €) eine Multi-Währungs-Betriebsmittelkreditlinie über 2 Mrd € mit einer verbleibenden Laufzeit von sechs Jahren zur Verfügung sowie bilaterale Kreditzusagen in Höhe von 233,1 Mio € (Vorjahr: 476,7 Mio €). Es liegen keine Anzeichen vor, dass eingeräumte Kreditrahmen in ihrer Verfügbarkeit eingeschränkt sind. Des Weiteren bestehen ein Commercial Paper Programm über 2 Mrd € und ein 2009 aufgelegtes Debt Issuance Program über 5 Mrd €. Liquiditätsrisiken werden regelmäßig überwacht und an das Management berichtet. Wir haben in unseren Kreditverträgen keine Financial Covenants vereinbart.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 935,7 Mio € (Vorjahr: 843,7 Mio €) sowie die operativen Verbindlichkeiten aus Derivaten in Höhe von 1,4 Mio € (Vorjahr: 8,8 Mio €) haben eine Laufzeit kleiner einem Jahr. Von den übrigen finanziellen Verbindlichkeiten in Höhe von 275,1 Mio € (Vorjahr: 329,5 Mio €) sind 273,3 Mio € (Vorjahr: 324,8 Mio €) innerhalb eines Jahres fällig.

In den nachfolgenden Tabellen sind die vertraglich fixierten Zahlungen wie Tilgungen und Zinsen aus Finanzschulden und derivative Instrumente mit negativem Marktwert dargestellt:

XLS

 

Buchwert

Cash Flows
2009

Cash Flows
2010 – 2014

Cash Flows
2015 – 2020

in Mio € per 31.12.2008

Zins

Tilgung

Zins

Tilgung

Zins

Tilgung

Anleihen und Commercial Paper

997,7

42,5

76,2

1.000,0

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

121,7

8,5

101,9

3,1

12,7

0,6

7,9

Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Personen

98,2

98,2

Darlehen von Dritten und sonstige Finanzschulden

74,3

3,5

24,2

6,2

40,0

10,1

Verbindlichkeiten aus Derivaten (Finanztransaktionen)

44,9

1,7

40,9

4,9

3,4

Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing

9,5

0,1

5,1

0,2

4,4

 

1.346,3

56,3

270,3

90,6

1.060,5

0,6

18,0

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Buchwert

Cash Flows
2010

Cash Flows
2011–2015

Cash Flows
2016–2022

in Mio € per 31.12.2009

Zins

Tilgung

Zins

Tilgung

Zins

Tilgung

Anleihen und Commercial Paper

1.990,3

83,6

500,0

170,9

1.350,0

14,1

130,0

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

87,4

1,6

63,8

3,5

14,8

0,4

5,2

Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Personen

118,8

118,8

Darlehen von Dritten und sonstige Finanzschulden

82,9

4,2

11,9

8,4

61,2

0,1

9,7

Verbindlichkeiten aus Derivaten (Finanztransaktionen)

17,5

2,1

16,0

10,6

1,2

Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing

10,4

0,7

5,9

0,3

4,5

 

2.307,3

92,2

716,4

193,7

1.431,7

14,6

144,9

Kreditrisiken

Merck ist nur einem geringen Kreditrisiko, das heißt dem unerwarteten Verlust von Zahlungsmitteln oder Erträgen ausgesetzt. Zum einen werden Finanzkontrakte nur mit Banken guter Bonität abgeschlossen, zum anderen bestehen für die Merck-Gruppe aufgrund der breit angelegten Geschäftsstruktur weder hinsichtlich der Kunden noch für einzelne Länder besondere Konzentrationen von Kreditrisiken. Das Kreditrisiko gegenüber Kunden wird durch Analysen der Altersstruktur der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen kontinuierlich betrachtet.Das theoretisch maximale Ausfallrisiko entspricht den Buchwerten.