Gesamterlöse
Die Gesamterlöse erhöhten sich im Jahr 2009 um 2,1 % auf 7.747 Mio €. Während die beiden Pharmasparten kontinuierlich wuchsen, konnten sich auch die Chemiesparten im Laufe des Jahres von der Wirtschaftskrise erholen. Detaillierte Ausführungen zu den Erlös- und Ergebniszahlen der Sparten sowie der Entwicklung nach Regionen und Produkten finden sich in den Kapiteln zu den einzelnen Sparten ab Seite 34.
Die Lizenz- und Provisionserlöse sind um 4,8 % auf 369 Mio € zurückgegangen. Die hier enthaltenen Provisionserlöse haben wir 2009 von den Marketing- und Vertriebskosten in die Gesamterlöse umgegliedert (24 Mio € im Berichtsjahr, 32 Mio € für das Vorjahr), da sie für Merck inzwischen zu den regulären Geschäftserlösen gehören. Die Vorjahreszahlen und Kennzahlen wurden entsprechend angepasst.
Gesamterlöse nach Unternehmensbereichen*

Bruttoergebnis
Das Bruttoergebnis lag mit 5.718 Mio € oder einer Zuwachsrate von 0,6 % nur leicht über Vorjahr, denn die Herstellungskosten stiegen um 6,5 % und damit stärker als die Umsatzerlöse. Begründet lag dies primär in hohen Vorratsabwertungen und einer Unterauslastung der Produktion im Unternehmensbereich Chemie. Die Marketing- und Vertriebskosten nahmen um 6,8 % zu, da bei der Sparte Merck Serono neue Medikamente beziehungsweise bereits vermarktete Medikamente in neuen Anwendungsgebieten in den Markt eingeführt wurden. Die Quote bezogen auf die Gesamterlöse stieg leicht von 28 % auf 29 %. Die Marketing- und Vertriebskosten enthalten zudem auch Lizenz- und Provisionsaufwendungen. Diese fallen für Umsatzerlöse von Produkten an, die wir mit Partnern gemeinschaftlich vermarkten oder für deren Vermarktung wir Lizenzgebühren zahlen. Die Summe aus beiden Positionen ist gegenüber dem Vorjahr deutlich gestiegen, da sich die Umsätze der betroffenen Produkte gut entwickelten und somit die Vertriebskosten erhöhten.
Lizenz- und Provisionsergebnis
Das Lizenz- und Provisionsergebnis zeigt zum einen die in den Gesamterlösen enthaltenen Lizenz- und Provisionserlöse. Auf der Aufwandsseite enthält es zum anderen Aufwendungen für Vertriebslizenzen, die in den Vertriebskosten ausgewiesen werden, sowie in geringerem Umfang Aufwendungen für Produktionslizenzen, die Teil der Herstellungskosten sind.
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Lizenz- und Provisionsergebnis nach Sparten im Jahr 2009 |
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in Mio € |
Gesamt |
Merck Serono |
Consumer Health Care |
Liquid Crystals |
Performance |
Konzern- |
|
Lizenzaufwand |
–172 |
–151 |
–1 |
–16 |
–4 |
0 |
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Lizenzerlöse |
345 |
328 |
2 |
7 |
8 |
0 |
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Gesamt |
173 |
177 |
1 |
–9 |
4 |
0 |
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Provisionsaufwand |
–257 |
–253 |
0 |
0 |
–4 |
– |
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Provisionserlöse |
24 |
23 |
0 |
0 |
1 |
– |
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Gesamt |
–233 |
–230 |
0 |
0 |
–3 |
– |
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Lizenz- und Provisionsergebnis nach Sparten im Jahr 2008 |
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in Mio € |
Gesamt |
Merck Serono |
Consumer |
Liquid Crystals |
Performance |
Konzern- |
|
Lizenzaufwand |
–199 |
–180 |
–2 |
–13 |
–4 |
0 |
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Lizenzerlöse |
356 |
337 |
2 |
12 |
5 |
0 |
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Gesamt |
157 |
157 |
0 |
–1 |
1 |
0 |
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Provisionsaufwand |
–165 |
–157 |
0 |
0 |
–7 |
–1 |
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Provisionserlöse |
32 |
27 |
0 |
1 |
4 |
– |
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Gesamt |
–133 |
–130 |
0 |
1 |
–3 |
–1 |
Verwaltungskosten
Die Verwaltungskosten sanken 2009 um 4,8 % und lagen bei 425 Mio €. Der Posten „sonstige betriebliche Aufwendungen und Erträge“ veränderte sich im Geschäftsjahr stark von -170 Mio € auf -373 Mio €. Hier wurden vor allem Zuführungen zu Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten mit 167 Mio € berücksichtigt, die im Wesentlichen die Sparte Merck Serono betreffen. Gebucht wurden des Weiteren außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von 38 Mio € primär auf immaterielle Vermögenswerte, da Forschungsprojekte eingestellt werden mussten, sowie Wertberichtigungen auf Forderungen von 28 Mio €. Für Währungskursrisiken in Venezuela wurden Aufwendungen in Höhe von 68 Mio € gebucht. Von dieser Summe entfielen 59 Mio € auf die Sparte Merck Serono, 7 Mio € auf Consumer Health Care und 2 Mio € auf Performance & Life Science Chemicals. Dem standen Kursgewinne aus der Bewertung von Kurssicherungsgeschäften für die Sparten Merck Serono und Liquid Crystals gegenüber.
Forschung und Entwicklung
Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung (F&E) erhöhten wir, da Merck erstmals in seiner Geschichte Studien zu zehn Projekten in der letzten klinischen Testphase vor einer möglichen Markteinführung durchführt. Mit 1.345 Mio € investierten wir 8,9 % mehr in F&E als im Jahr 2008 und lagen damit bei einer auf die Gesamterlöse bezogenen Forschungsquote von 17 %.
Forschung und Entwicklung nach Unternehmensbereichen

Operatives Ergebnis
Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte, die überwiegend die laufenden Abschreibungen aus der Kaufpreisallokation für die Akquisition von Serono enthalten, sind im Berichtsjahr auch durch Einmalaufwendungen belastet. Wegen geänderter Einschätzungen über die zukünftige Höhe der Lizenzerlöse für die Produkte Enbrel® (Amgen) und Puregon® (Merck & Co.) wurden die zugehörigen Lizenzrechte teilweise wertberichtigt, und zwar in Höhe von 72 Mio €. Beide Rechte sind 2007 im Rahmen der Kaufpreisallokation für Serono aktiviert worden. Der Ausweis erfolgt in der Position Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte. Die Aufwendungen erhöhten sich damit insgesamt um 15 % auf 658 Mio €. Insgesamt erzielte Merck 2009 ein Operatives Ergebnis von 649 Mio €, was einem Rückgang um 43 % gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Operatives Ergebnis nach Unternehmensbereichen

Sondermaßnahmen
Merck buchte im Geschäftsjahr Sondermaßnahmen in Höhe von insgesamt –28 Mio €. Darin enthalten sind die Kosten in Höhe von 40 Mio €, um das Psoriasis-Mittel Raptiva® nach der Aussetzung der Zulassung vom Markt zu nehmen. Außerdem wurden Erträge aus der Veräußerung des Geschäfts mit Naturstoffen in Brasilien (Sparte Performance & Life Science Chemicals) in Höhe von 11 Mio € realisiert. Ferner ist eine Anpassung im Zusammenhang mit einer früheren Sondermaßnahme in Höhe von 1 Mio € erfolgt.
Finanzergebnis verbessert und Ergebnis nach Steuern gehalten
Das Finanzergebnis von Merck verbesserte sich im Berichtsjahr gegenüber dem Vorjahr um 22 Mio € beziehungsweise 14 % auf –134 Mio €. Die um Sondermaßnahmen bereinigte Steuerquote hat sich gut entwickelt und beträgt 21,6 % gegenüber 25,8 % im Vorjahr. Zu weiteren Details verweisen wir auf das Kapitel Konzernkosten und Sonstiges ab Seite 68. Das Ergebnis nach Steuern erreichte im Berichtsjahr mit 377 Mio € fast den Wert des Vorjahres von 379 Mio €.
Ergebnis vor und nach Steuern

