Merck nutzt Derivate, um Währungsrisiken beziehungsweise Finanzierungskosten zu minimieren, die durch Wechselkurs- oder Zinsschwankungen bedingt sind. Finanzgeschäfte in Fremdwährung werden im Wesentlichen kursgesichert. In bestimmten Fällen sichert das Unternehmen zusätzlich erwartete Umsätze und künftige Kosten mit einer Laufzeit von bis zu drei Jahren ab (Details finden sich im Anhang zum Konzernabschluss).
Wesentliche Finanztransaktionen mit Kreditrisiko werden ausschließlich mit Banken guter Bonität und einem Mindestrating von A- der Rating-Agentur Standard & Poor’s abgeschlossen. Die Bonität der Geschäftsbanken wird laufend beobachtet, um kurzfristig auf Verschlechterungen reagieren zu können. Es besteht eine 2014 fällige „Syndicated Multicurrency Credit Facility“ über 2 Mrd € mit 17 Banken. Die Banken verfügen alle über gute Bonität, ein Ausfallrisiko einzelner kann aber nicht ausgeschlossen werden. Wir haben in unseren Kreditverträgen keine Financial Covenants vereinbart, so dass sie auch bei schlechterer Bonität von Merck zur Verfügung stehen. Durch den positiven operativen Cash Flow, die zentralisierte Liquiditätssteuerung im Konzern und die zur Verfügung stehende „Credit Facility“ ist unsere Liquidität langfristig gesichert. Darüber hinaus hat Merck im Geschäftsjahr 2009 ein Debt-Issuance-Programm aufgesetzt, das den vertraglichen Rahmen für die Begebung von Anleihen mit einem Volumen von 5 Mrd € darstellt. Aufgrund einer breiten Kundenstreuung ist Merck auf seinen Absatzmärkten ebenfalls nur einem vergleichsweise geringen Kreditrisiko ausgesetzt.
Die Wertansätze einzelner Bilanzposten sind dem Risiko sich verändernder Markt- und Geschäftsverhältnisse und damit auch Änderungen der beizulegenden Zeitwerte ausgesetzt. Im Fall notwendiger Wertberichtigungen können sich signifikante Ergebnisbelastungen und Auswirkungen auf die Bilanzrelationen ergeben. Dies gilt insbesondere für die hohen immateriellen Vermögenswerte einschließlich der Firmenwerte, die durch die Akquisition von Serono im Jahr 2007 und die damit verbundene Kaufpreisallokation deutlich an Bedeutung für den Konzernabschluss gewonnen haben (Details siehe Anmerkung [21] Immaterielle Vermögenswerte).
Merck hat Verpflichtungen im Zusammenhang mit Pensionszusagen. Der größte Teil der Verpflichtungen ist durch die in der Bilanz ausgewiesenen Rückstellungen abgedeckt, während der kleinere Teil über fondsfinanzierte Versorgungszusagen beziehungsweise über erstmals zu diesem Zweck in der Bilanz ausgewiesene langfristige Geldanlagen unterlegt ist. Letztere beliefen sich 2009 auf 210 Mio €. Die Verpflichtungen werden regelmäßig bewertet, indem jährlich versicherungsmathematische Gutachten erstellt werden. Veränderungen der Bewertungsparameter, zum Beispiel des Zinssatzes, der Gehaltssteigerungsrate oder der Sterbewahrscheinlichkeiten, können Auswirkungen auf den Wert der Pensionsverpflichtungen haben. Soweit Pensionsverpflichtungen durch Planvermögen gedeckt sind, welches aus verzinslichen Wertpapieren, Aktien, Immobilien und anderen Vermögensanlagen besteht, können sinkende oder negative Renditen dieser Anlagen sich ungünstig auf den Wert des Planvermögens auswirken und somit weitere Zuführungen bedingen.
