Umweltmanagementsystem ISO 14001: Gruppenzertifikat erlangt
Unsere Aufwendungen für Umweltschutz, Gesundheit und Sicherheit beliefen sich im Jahr 2009 auf insgesamt 131 Mio €. Darin enthalten sind Abschreibungen auf Investitionen und laufende Kosten. Merck hat sich entschieden, das Umweltmanagementsystem aller Produktionsstandorte nach dem internationalen Standard ISO 14001 zertifizieren zu lassen. Diese Norm sieht vor, dass das Engagement im Umweltschutz in einem Verbesserungsprozess laufend erfasst und optimiert wird. Dabei ersetzt ein international gültiges Gruppenzertifikat, das für alle Standorte gilt, die bisherigen Einzelzertifikate. Das setzt eine besonders verantwortungsbewusste Zusammenarbeit der Standorte voraus, da das Zertifikat nur dann erteilt wird, wenn alle Standorte, die an einer Prüfungsstichprobe teilnehmen, die Zertifizierungskriterien erfüllen. Insgesamt konnten bis zum Ende des Jahres 40 Produktionsstandorte weltweit zertifiziert werden. Damit haben wir das Gruppenzertifikat erfolgreich für die Produktionsstandorte eingeführt und werden zukünftig – entsprechend der Entwicklung in der Merck-Gruppe – weitere Standorte aufnehmen.
Ehrgeizige Klimaziele
Klimaschutz ist ein Thema, das 2009 weltweit noch stärker in den Fokus rückte, nicht zuletzt durch den Klimagipfel in Kopenhagen. Auch Merck stellt sich diesem Thema und setzt sich für Ressourcenschonung ein. Unser Ziel ist, unsere gesamten – direkten und indirekten – CO2-Emissionen bis zum Jahr 2020 um 20 % zu senken, gemessen am Stand von 2006. Um dies zu erreichen, legen wir den Schwerpunkt auf 15 Standorte, die zusammen über 80 % der weltweiten Gesamtemissionen des Unternehmens verursachen. Unser bisheriges Ziel, bis 2010 die direkten Emissionen gegenüber 2002 um 10 % zu verringern, haben wir vorzeitig erreicht.
Chemikalienrecht: Umsetzung von REACH läuft
Bei der Umsetzung der EU-Verordnung REACH (Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals), die mit großen Herausforderungen verbunden ist, übernimmt Merck in wichtigen Bereichen eine Vorreiterrolle. So konnten wir 2009 schon eine große Zahl von Registrierungsdossiers bei der neuen EU-Chemikalienbehörde in Helsinki einreichen. Außerdem fanden an verschiedenen Standorten Behördeninspektionen statt, bei denen wir die vorbildliche REACH-Umsetzung unter Beweis stellten. Ferner engagiert sich Merck in Projekten des Verbands der Chemischen Industrie (VCI) für eine praktikablere Umsetzung von REACH.
Wettbewerbsvorteil: Kompetenz in regulatorischen Fragen
Die auf einer UN-Vereinbarung basierende EU-Verordnung des „Global Harmonisierten Systems zur Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien“ (GHS) trat am 20. Januar 2009 in Kraft. Die neuen Elemente der GHS-Gefahrenkommunikation, wie zum Beispiel Gefahrenpiktogramme und Signalwörter, lösen die bisherigen Gefahrensymbole und -bezeichnungen ab. Unsere Etiketten und Sicherheitsdatenblätter werden schrittweise aktualisiert. Bereits Mitte Februar 2009 verschickte Merck erste nach GHS etikettierte Ware. Eine weitere wichtige Aktivität waren weltweite Schulungsmaßnahmen für unsere Kunden, um sie mit GHS vertraut zu machen. Neben Trainings der regulatorischen Fachkräfte gab es auch weitergehende E-Learning-Schulungen sowie ausführliches Informationsmaterial für unsere Kunden.
Wir wollen die Anforderungen von REACH und GHS nicht nur erfüllen, wir sehen darin auch einen Wettbewerbsvorteil: Mit unserer Kompetenz in regulatorischen Fragen und unserer Stärke in der Produktdokumentation unterstützen wir unsere Kunden. Darüber hinaus haben wir bei unseren Lieferanten überprüft, ob deren Stoffe den Anforderungen von REACH entsprechen. Damit ist Rechtssicherheit für Merck und seine Kunden gegeben.
Arbeitssicherheit soll weiter erhöht werden
Bei der Unfallprävention und Arbeitssicherheit konnten wir den wichtigsten Indikator, die LTIR („Lost Time Injury Rate“), erneut reduzieren. Diese Rate setzt die Zahl der Arbeitsunfälle mit einem oder mehreren Tagen Ausfallzeit in Relation zu den geleisteten Arbeitsstunden. Dieser Wert liegt bei Merck weltweit unter vier, womit wir unsere eigenen Ziele übertrafen. Um uns weiter zu verbessern, haben wir uns ein neues Ziel gesetzt: eine LTIR von 2,5 bis 2015.
