Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat sich unsere Aktie in einem Korridor von 57 € bis 74 € bewegt. Nach einem guten Start in das Jahr belasteten schlechte Meldungen den Kurs mehrmals. In einem hochdynamischen Marktumfeld stellte die Merck-Aktie 2009 auf Jahressicht eine wertstabile Anlage dar. Das risikobalancierte Geschäftsmodell mit Pharma und Chemie konnte die Schwankungen dämpfen.
Unser Aktienkurs zeigte sich im krisenbehafteten 1. Quartal deutlich robuster als die Vergleichsindizes. Am 23. Januar 2009 stieg der Kurs der Merck-Aktie sprunghaft um 8,6 % auf 69,89 €, als wir die guten Ergebnisse der „CLARITY-Studie“ bekannt gegeben hatten. Die Nachricht, mit Cladribin-Tabletten für die Behandlung von Multipler Sklerose möglicherweise die erste orale Therapie dieser Krankheit auf den Markt bringen zu können, unterstützte den Kurs. Wie auch die deutschen Indizes, fiel die Merck-Aktie danach im Laufe des 1. Quartals auf ihr tiefstes Niveau – am 6. März 2009 schloss sie bei 57,24 €.
Ereignisse im Pharmabereich beeinflussen den Kurs
Von Mai bis Ende Juli entwickelte sich unsere Aktie gleichauf oder besser als der DAX® und deutlich besser als der BEUPHRM. Am 1. Juli 2009 erreichte sie mit 74,37 € ihren Jahreshöchststand.
Am 24. Juli brach die Merck-Aktie mit einem Tagesverlust von nahezu 15 % ein. Dies war auf den Bescheid des wissenschaftlichen Beratungsgremiums der Europäischen Zulassungsbehörde zurückzuführen, das sich gegen die Verwendung unseres Krebsmedikaments Erbitux® in der Behandlung von Lungenkrebs aussprach. Die Aktie fiel an einem Tag von 73,43 € auf 62,62 €. Von ihrem Kursrückgang Ende Juli konnte sie sich nur langsam erholen und entwickelte sich danach stabil, aber auf deutlich niedrigerem Niveau als DAX® und BEUPHRM.
Im September und Oktober konnte unser Papier wieder zu den Indizes aufholen und stieg bis 70,99 € am 21. Oktober. Im November fiel sie wieder ab. Die von Merck beantragte nochmalige Überprüfung der Entscheidung zur Erbitux®-Zulassung bei Lungenkrebs führte am 19. November 2009 erneut zu einem ablehnenden Bescheid. Die Kursreaktion hierauf fiel mit einem Rückgang um 2,4 % moderat aus.
Schließlich führte die Nicht-Annahme des Zulassungsantrags für Cladribin-Tabletten am 30. November 2009 durch die amerikanische Zulassungsbehörde FDA zu einem Kursrückgang bis zum Handelsschluss um 4,0 % auf 62,81 €. Merck arbeitet seither mit Hochdruck an einer erneuten Zulassungseinreichung in dem weltweit bedeutendsten Pharmamarkt.
Dennoch schloss die Merck-Aktie zum Jahresende mit 65,16 € knapp über dem vergleichbaren Vorjahresniveau ab, denn aus dem Unternehmensbereich Chemie kamen entgegenwirkende, kursrelevante Impulse. So erholte sich das Geschäft mit Flüssigkristallen im Jahresverlauf deutlich, was von Finanzanalysten positiv kommentiert wurde.
Fokus auf Liquidität
Im Jahresdurchschnitt wurden täglich rund 500.000 Aktien gehandelt, im Vergleich zu täglich rund 750.000 im Vorjahr. Am 24. Juli, dem ersten Handelstag nach dem ablehnenden Bescheid für die Indikation Lungenkrebs von Erbitux® in Europa, wechselten knapp 4,5 Mio Merck-Aktien ihre Besitzer. Eine hohe Liquidität ist für uns von großer Bedeutung. Wir wollen zu jeder Zeit sicherstellen, dass unsere Aktien an den Börsen uneingeschränkt handelbar sind. Mit einer Börsenkapitalisierung von 14.165 Mio € belegte Merck am Jahresende im DAX® Rang 29 gegenüber Rang 24 im Vorjahr, beim gehandelten Durchschnittsvolumen verbesserten wir uns von Platz 30 auf Position 27.
