Bildung und Kultur

Die Förderung von Bildung und Kultur ist ein Schwerpunkt unseres gesellschaftlichen Engagements und hat in unserem Unternehmen eine lange Tradition. Zugleich fördern wir so Eigenschaften, die für uns als Hightech-Unternehmen unabdingbar sind: Kreativität, Entdeckerfreude und Neugier sowie den Mut, Grenzen zu überschreiten. Deshalb unterstützen wir an vielen unserer Standorte Bildungs- und Kulturprojekte, vergeben Stipendien oder fördern ausgewählte Unterrichtseinheiten.

Wozu wir uns verpflichten: Grundsätze unseres gesellschaftlichen Engagements

Für unser gesellschaftliches Engagement im Bereich Bildung und Kultur orientieren wir uns an unserer „Group Policy on Contributions to Society“, die im Kapitel Gesellschaftliches Engagement näher beschrieben ist.

Weltweites Bildungsengagement

Besonders bei jungen Menschen wollen wir Begeisterung für naturwissenschaftliche Themen wecken. Deswegen unterstützen wir beispielsweise seit mehr als 30 Jahren den Wettbewerb „Jugend forscht“. Seit 1996 richten wir die hessischen Landeswettbewerbe aus; zweimal waren wir Gastgeber des Bundesentscheids.

Bestehende Labore an der TU Darmstadt weiterentwickelt

Wir laden Jugendliche ein, in unseren sogenannten Juniorlaboren ihre Freude am Experimentieren zu entdecken. Unsere Lernlabore verbinden Schulunterricht mit aktuellen Themen und modernen Forschungsmethoden. Das Juniorlabor für das Fach Chemie betreiben wir seit 2008 gemeinsam mit der Technischen Universität (TU) Darmstadt. 2017 erweiterten wir das Angebot: Hinzugekommen sind Experimente zu neuen Themenfeldern, etwa zur Synthese von Farbstoffen oder zur Enzymkinetik. Im Laufe des Jahres 2017 forschten hier rund 2.500 Schüler. Seit 2016 bieten wir zudem das Labor „livfe BioLab“ an. Hier führen Schüler unter professioneller Anleitung biologische Experimente durch. 2017 wurde dieses Labor von mehr als 1.000 Schülern genutzt.

Lehrer fortgebildet und Schulpartnerschaft erweitert

Im Rahmen unseres Schulförderprogramms in Darmstadt und Umgebung unterstützten wir 2017 rund 70 Schulen mit zahlreichen naturwissenschaftlichen Unterrichtsmaterialien. Etwa 1.500 Schüler besuchten unsere Forschungslabore, ausgewählte Produktionsstätten und das sogenannte Klassenzimmerlabor auf dem Werksgelände unseres Stammsitzes.

In Darmstadt unterstützen wir Lehrer mit pädagogischen Fortbildungen und didaktischen Konzepten. 2017 fand erneut eine naturwissenschaftliche Fachtagung mit mehr als 200 Lehrern aus der Region statt. Ergänzend boten wir drei Lehrerfortbildungen zum Thema „Digitalisierung im experimentellen, naturwissenschaftlichen Unterricht“ an. Für unser Engagement erhielten wir den SchuleWirtschaft-Preis: In Hessen belegten wir den ersten Platz in der Kategorie „Kooperation Schule – Unternehmen zur digitalen Bildung“.

2017 initiierten wir ein Pilotprojekt, um unsere Erfahrungen, die wir durch langjährige Schulpartnerschaften in der Region Darmstadt gewonnen haben, auch in anderen Ländern zu nutzen. Wir starteten 2017 mit einem Projekt in Indien, weitere folgen 2018 in Chile, Kenia und Tansania. Wir konzentrieren uns auf Lehrerfortbildungen, damit sie mit spannendem Unterricht die Neugier ihrer Schüler auf Naturwissenschaften wecken. Die Konzepte der Unterrichtseinheiten erstellen wir gemeinsam mit Partnern, die uns mit ihrer Bildungs-Expertise und ihrem Wissen über die kulturellen Besonderheiten in den Ländern unterstützen. So können wir Experimente an lokale Gegebenheiten anpassen und unsere Technologien einbringen: Ein Experiment in Tansania wird etwa die Lebensmittelanalytik an lokalen Obstsorten erklären. Mehr zu unserem internationalen Bildungsengagement finden Sie im Magazin.

SPARK: Die nächste Forschergeneration für Naturwissenschaften begeistern

Im Rahmen unseres SPARK-Programms geben Mitarbeiter aus dem Unternehmensbereich Life Science ihr Wissen ehrenamtlich an Schüler weiter. Das Programm soll bei Schülern die Lust und Neugier auf Naturwissenschaften wecken und sie zu einer Laufbahn in -Berufen motivieren. Zu den SPARK-Aktivitäten gehört unser praxisorientiertes Curiosity-LabsTM-Programm: Dabei lernen Jugendliche Naturwissenschaften anhand spannender Experimente kennen. Zudem bieten wir Standortbesichtigungen und Karrieregespräche an. Alle Materialien, die die Schüler für die praktischen Unterrichtsstunden benötigen, stellen wir bereit. Um sicherzustellen, dass unser Programm auf den Bedarf vor Ort abgestimmt ist, arbeiten wir eng mit internationalen Bildungsexperten zusammen. 2017 haben mehr als 2.500 Mitarbeiter ehrenamtlich über 13.700 Stunden in das SPARK-Programm investiert, um spannende Einblicke in die Welt der Naturwissenschaften zu ermöglichen und unser gesellschaftliches Umfeld zu unterstützen.

„Curiosity Cube“ in den USA auf Reisen

Als Teil von SPARK führten wir 2017 den „Curiosity CubeTM“ ein – einen ehemaligen Frachtcontainer, der in ein solarbetriebenes Wissenschaftslabor umgebaut wurde. Der „Curiosity CubeTM“ führt auf innovative Weise wissenschaftliche Experimente und modernste Technologie zusammen, um die Neugier der nächsten Forschergeneration zu wecken. 2017 besuchten mehr als 38.000 Schüler das mobile Labor. Jedes der fast 23.000 durchgeführten Experimente wurde von einem unserer Mitarbeiter aus dem Unternehmensbereich Life Science geleitet.

~29.000

Kilometer legte der „Curiosity CubeTM“ 2017 in den USA zurück und machte auf seinem Weg Station in über 85 Schulen und Stadtzentren.

Besonders wichtig ist uns, dass das Projekt messbare Wirkung zeigt: Nach dem Besuch haben befragte Lehrkräfte angegeben, dass 82 % der Schüler die im „Curiosity CubeTM“ erlernten Begriffe und Konzepte anschließend im Unterrichtsgespräch selbst verwendeten und 95 % der Schüler Begriffe aus dem Life-Science-Bereich besser verstanden.

Taiwan: Laborexperimente im Bahnwaggon

Im Mai 2017 nahmen wir an einer Veranstaltung teil, bei der ein Wissenschaftszug vier Tage lang durch Taiwan fuhr. Mit ihm reisten 27 unserer Mitarbeiter in 17 Städte: Sie informierten etwa 3.000 Schüler über die Wissenschaft hinter Alltagsprodukten. Zudem leiteten sie Experimente an und zeigten etwa, wie man ein -Display oder Kosmetikprodukte herstellt. Der Wissenschaftszug wurde 2016 von Professoren zweier Universitäten in Taiwan entwickelt und wird durch das dortige Ministerium für Wissenschaft und Technologie unterstützt.

Umweltanalysen im mobilen Forschungslabor

2017 unterstützten wir erneut die Initiative „Chemistry on the go“ (deutsch: „Chemie unterwegs“) der Tamkang Universität in Taiwan. Die Universität baute einen Lkw zu einem mobilen Forschungslabor für Umweltanalysen um. So werden auch Schüler in abgelegenen Regionen Taiwans erreicht und können naturwissenschaftliche Experimente durchführen. Bereits seit 2014 stellen wir Labormaterialien für den Lkw zur Verfügung. 2017 gaben zudem rund 20 unserer Mitarbeiter Kurse für etwa 1.000 Schüler. Außerdem planen wir der Tamkang Universität im Laufe des Jahres 2018 einen zweiten Lkw inklusive Laborausstattung zu spenden, um so künftig eine noch größere Schülerzahl zu erreichen.

Partnerschaft mit der Organisation Seeding Labs

2017 finanzierten wir der Organisation Seeding Labs, die Laborzubehör, Trainings sowie Unterstützung für Wissenschaftler in Entwicklungs- und Schwellenländern anbietet, eine neue Online-Plattform. Sie wird unter anderem elf Lehrvideos und Trainingseinheiten enthalten, die von unseren Life-Science-Mitarbeitern geleitet werden. In den Videos vermitteln sie Techniken und geben Tipps, beispielsweise wie sterile Proben genommen oder Zellkulturkontaminationen reduziert werden können. Außerdem spendeten wir über diese Organisation Laborausstattungen an neun Universitäten in sieben Ländern, um die wissenschaftliche Forschungsarbeit zu unterstützen. Mehr als 30 Mitarbeiter halfen ehrenamtlich bei der Auswahl, Reinigung, Erfassung und Verpackung der Gegenstände, um sie für die Spende vorzubereiten.

Die Neugier chinesischer Grundschüler wecken

Anfang 2017 haben wir in China das Projekt „Grüner Kristall“ ins Leben gerufen: Wir spendeten gebrauchte, aber noch voll funktionsfähige Tablet-Computer an zwei Grundschulen in der chinesischen Provinz Sichuan. Ziel des Projekts ist es, die naturwissenschaftliche Bildung von Grundschülern zu verbessern. Im September 2017 nahmen 17 Mitarbeiter aus Shanghai an diesem Projekt teil: Sie reisten zu den Grundschulen, gaben Kurse vor Ort und leiteten zu naturwissenschaftlichen Experimenten an. 2017 profitierten rund 400 Schüler von der Initiative.

Musik und Literatur als Botschafter

Deutsche Philharmonie Merck

Was 1966 als Werksorchester begann, ist heute ein professionelles Sinfonieorchester. Die Deutsche Philharmonie Merck ist fester Bestandteil des kulturellen Lebens in Darmstadt und unternimmt regelmäßig internationale Konzertreisen. In der Orchesterwerkstatt sammeln Kinder und Jugendliche erste Erfahrungen in einem Profi-Orchester. Auch mit sogenannten Sitzkissenkonzerten für Kinder ab vier Jahren sowie mit Jugendkonzerten wollen wir junge Menschen für klassische Musik begeistert.

Mit Gastdirigenten wie Joseph Bastian und Yoel Gamzou fanden 2017 weitere Feierlichkeiten anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der Deutschen Philharmonie Merck statt. Ben Palmer wurde zum neuen Chefdirigenten ernannt und gab sein Antrittskonzert in der Basilika des Klosters Eberbach in Eltville, Deutschland. Bei der Philharmonie zu Gast waren unter anderem die Klazz Brothers sowie das European Union Baroque Orchestra.

~21.000

Personen besuchten 2017 die Konzerte der Deutschen Philharmonie Merck. Internationale Konzertreisen führten das Orchester in diesem Jahr nach Marokko, Österreich und in die Tschechische Republik.

Soziale Inklusion durch Musik

In der Umgebung unseres Standorts in Rio de Janeiro, Brasilien, leben viele Kinder und Jugendliche in instabilen sozialen Verhältnissen. Dort unterstützen wir die Musikschule School of Music and Citizenship. Seit 2011 erhielten an dieser Schule rund 3.700 Kinder und Jugendliche Musikunterricht, im Jahr 2017 waren es etwa 1.100. Aus dem Engagement der Musikschule ist ein erfolgreiches Jugendorchester mit circa 40 Nachwuchsmusikern hervorgegangen.

Literaturpreise für Brückenbauer

Wie Musik ist auch Literatur ein wichtiger Mittler zwischen Kulturen. Wir vergeben daher weltweit fünf Literaturpreise: jährlich den Johann-Heinrich-Merck-Preis für literarische Kritik und Essay in Deutschland und den italienischen Premio Letterario Merck, alle zwei Jahre vergeben wir den japanischen Merck-Kakehashi-Literaturpreis, den Literaturpreis Merck-Tagore in Indien sowie den russischen Merck-Übersetzerpreis. Ausgezeichnet werden damit vor allem Autoren, die sich als Brückenbauer zwischen Kulturen, aber auch zwischen Literatur und Wissenschaft hervortun.

Der seit 1964 verliehene und mit 20.000 € dotierte Johann-Heinrich-Merck-Preis für literarische Kritik und Essay ging 2017 an den Journalisten und Autor Jens Bisky. Er wurde ausgezeichnet für „seine stilistische Brillanz und weltläufige Aufmerksamkeit [sowie seine] kluge Besonnenheit, die ihn bei aller Schärfe des Urteils zu einer der verlässlichsten Stimmen in den Debatten der Gegenwart macht“, so die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung.

In Italien zeichnen wir mit dem Literaturpreis Premio Letterario Merck seit 2003 Autoren aus, die wissenschaftliche Themen einem breiten Publikum nahebringen. Der Preis ist mit 10.000 € dotiert. Er wurde 2017 an den amerikanischen Schriftsteller Sam Kean für sein Werk „The Violinist's Thumb“ vergeben. Den Ehrenpreis erhielt der italienische Mathematiker, Autor und Professor Paolo Zellini. Beide verstehen es in besonderer Weise, den Brückenschlag zwischen Literatur und Wissenschaft herzustellen.

In Italien widmen wir uns zudem dem literarischen Nachwuchs: Neben Workshops für kreatives Schreiben bieten wir auch einen Schreibwettbewerb für Jugendliche an. Die Gewinner des La Scienza Narrata werden gemeinsam mit den Preisträgern des Premio Letterario Merck gekürt.

MINT
MINT steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik.
Flüssigkristall
Als Flüssigkristall bezeichnet man eine Substanz, die sowohl Eigenschaften einer Flüssigkeit als auch von Kristallen aufweist. Normalerweise sind Moleküle nur in festen Kristallen perfekt geordnet, in Flüssigkeiten schwimmen sie chaotisch durcheinander. Flüssigkristalle entpuppten sich jedoch als Zwitter: Obwohl sie flüssig sind, zeigen sie eine gewisse kristalline Ordnung. Ihre stäbchenförmigen Moleküle richten sich aus wie Fische in einem Schwarm. Zudem reagieren sie wie winzige Antennen auf die elektromagnetischen Wellen des Lichts. Deshalb können solche Molekülschwärme speziell präpariertes, „polarisiertes“ Licht entweder durchlassen oder ausblenden. Das geschieht in den Pixeln der Flüssigkristall-Displays – ähnlich aber auch in Flüssigkristallfenstern, die Sonnenlicht abschatten können.

Sustainable Development Goals

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