Gesundheit

Mit unserem Fachwissen unterstützen wir Gesundheitsprojekte auf der ganzen Welt. Im Fokus haben wir dabei vor allem die Förderung der lokalen Gesundheitsinfrastruktur, die Aus- und Weiterbildung von medizinischem Personal sowie die gesundheitliche Aufklärung. Vor allem setzen wir uns dafür ein, die zu bekämpfen.

Wozu wir uns verpflichten: Grundsätze unseres gesellschaftlichen Engagements

Wie auch in anderen Bereichen unseres gesellschaftlichen Engagements orientieren wir uns beim Thema Gesundheit an unserer Group Policy on Contributions to Society. Für Gesundheitsinitiativen gilt zudem unsere „Access to Health Charta“. Themen der Charta sind beispielsweise Arzneimittelspenden, Arzneimittelfälschungen sowie Forschung und Entwicklung zu vernachlässigten Tropenkrankheiten. Den Wert unserer Arzneimittelspenden berechnen wir gemäß der Richtlinie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für Medikamentenspenden.

Bilharziose bekämpfen

Weltweit leiden mehr als 200 Mio. Menschen an der tropischen Wurmerkrankung Bilharziose – in Afrika sterben jedes Jahr mehr als 280.000 der Betroffenen an den Folgen. Um Bilharziose zu bekämpfen, entwickelten wir bereits in den 1970er Jahren im Rahmen einer Forschungskooperation den Wirkstoff Praziquantel. Er ist der einzige Wirkstoff, mit dem alle Formen der parasitären Erkrankung behandelt werden können. Seit 2007 sind wir Partner der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Seither spenden wir jedes Jahr Praziquantel-Tabletten an die WHO.

2017 gründeten wir das Merck Global Health Institute. Unser Ziel: Innovative und integrierte Gesundheitslösungen für bedürftige Bevölkerungsgruppen in Entwicklungsländern zu entwickeln. Über unser Institut sind wir unter anderem in dem von uns initiierten „Pediatric Praziquantel Consortium“ aktiv. In diesem Konsortium arbeiten wir gemeinsam mit Partnern an einer Weiterentwicklung der Praziquantel-Formulierung, damit zukünftig auch Kinder unter sechs Jahren mit dem Medikament behandelt werden können. 2016 startete das Merck Global Health Institute dazu eine an der Elfenbeinküste. Erste Resultate der Studie erwarten wir im Jahr 2018.

Bilharziose: 150 Millionen Kinder behandelt

Wir halten Produktionskapazitäten vor, um 250 Millionen Praziquantel-Tabletten jährlich herstellen zu können. Gemäß dem Bedarf der Weltgesundheitsorganisation spendeten wir 2017 rund 150 Millionen Tabletten für 26 afrikanische Länder. Erstmals erhielten in diesem Jahr auch Ägypten und Uganda Tablettenspenden. Seit dem Start des Programms haben wir fast 700 Mio. Tabletten kostenlos zur Verfügung gestellt. Insgesamt wurden damit 150 Mio. Patienten – vor allem Schulkinder – behandelt.

Länder, die Praziquantel-Tablettenspenden erhalten haben

Gesundheitliche Aufklärung zu Bilharziose ausgeweitet

Um über die Tropenkrankheit Bilharziose aufzuklären, spenden wir seit 2012 Comic-Broschüren an afrikanische Schulen. Leicht verständlich wird Kindern darin erklärt, wie sie sich vor der Krankheit schützen können. Im Jahr 2017 spendeten wir Broschüren an zwölf afrikanische Länder; sieben davon erhielten zum ersten Mal eine solche Spende. Insgesamt stellten wir den Schulen gemeinsam mit der WHO rund 200.000 Broschüren in fünf verschiedenen Sprachen zur Verfügung.

Zudem spendeten wir der WHO erstmals rund 20.000 Informationsbroschüren und 2.000 Poster zur weiblichen Genitalbilharziose, eine der möglichen Ausprägungen der Tropenkrankheit. In den betroffenen Ländern findet diese Form von Bilharziose häufig keine Erwähnung in medizinischen Lehrplänen und -büchern. Deshalb wird die weibliche Genitalbilharziose oft nicht erkannt und fehldiagnostiziert. Die Materialien sollen Mediziner über das Krankheitsbild informieren und die Diagnose erleichtern.

Merck-Bilharziose-Bildungsprojekt

2017 beauftragte das äthiopische Gesundheitsministerium die NALA Foundation, die wir bereits 2016 finanziell bei ihrer Arbeit unterstützten, ein nationales Programm zur Bekämpfung vernachlässigter Tropenkrankheiten durchzuführen. Zusammen mit den lokalen Gemeinschaften will die Stiftung die Wasser- und Sanitärversorgung verbessern und die Bevölkerung über die Krankheiten aufklären. Auf diese Weise möchte die Stiftung eine nachhaltige Verhaltensänderung bewirken – ein wichtiger Schritt, um Bilharziose zu besiegen. Das Programm erreicht in der Region Bench Maji im Südwesten Äthiopiens etwa 290 Schulen mit mehr als 260.000 Schülern. Später soll dieses Modell auch in weiteren Regionen Afrikas angewendet werden. Im Rahmen des 2017 gestarteten Merck-Bilharziose-Bildungsprojekts unterstützen wir die NALA Foundation über einen Zeitraum von drei Jahren mit knapp 300.000 €.

Zentrale Plattform im Kampf gegen Bilharziose

Wir sind uns bewusst, dass wir allein mit Tablettenspenden Bilharziose (englisch: Schistosomiasis) nicht ausrotten werden. Daher riefen wir Ende 2014 die Global Schistosomiasis Alliance (GSA) ins Leben. Im Rahmen dieses Bündnisses wollen wir zusammen mit internationalen Partnern die noch verbleibenden Lücken im Kampf gegen die Krankheit schließen. Zu den Gründungsmitgliedern zählen unter anderem die Bill & Melinda Gates Foundation, die Schistosomiasis Control Initiative, die United States Agency for International Development (USAID, US-Behörde für internationale Entwicklung) und die Hilfsorganisation World Vision International.

2017 hat die GSA ihre Rolle als zentrale Plattform im Kampf gegen Bilharziose weiter ausgebaut und eine Reihe internationaler Nichtregierungsorganisationen als neue Mitglieder hinzugewonnen. Neben der Organisation einiger Expertentreffen beteiligte sie sich auch an mehreren Projekten, um die Bekämpfung von Bilharziose vor Ort voranzutreiben. In Ägypten unterstützt die Allianz mit ihrer Expertise beispielsweise das dortige Gesundheitsministerium, die nationale Strategie zur Eliminierung der Tropenkrankheit umzusetzen.

Mit ihrer Kampagne #MakingSchistory sorgte die GSA anlässlich des 10-jährigen Jubiläums des Merck-Praziquantel-Spendenprogramms beim globalen Gipfel für vernachlässigte Tropenkrankheiten in Genf für Aufsehen und machte so auf Bilharziose aufmerksam. Darüber hinaus gab die Allianz den Bericht „The people #MakingSchistory: The global fight against schistosomiasis“ (deutsch: „Der weltweite Kampf gegen Bilharziose“) heraus. Er würdigt die herausragenden Erfolge von Menschen, die sich dem Kampf gegen die Tropenkrankheit verschrieben haben, und zeigt auf, wie die Krankheit endgültig besiegt werden kann.

Einsatz gegen Arzneimittelfälschungen

Laut einem 2017 veröffentlichten Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind mehr als 10 % aller Arzneimittel in Entwicklungs- und Schwellenländern gefälscht oder von minderer Qualität. Damit stellen sie eine große Gefahr für die Gesundheit dar. Der von unserem Unternehmen getragene gemeinnützige Verein Global Pharma Health Fund (GPHF) bekämpft Arzneimittelfälschungen mit dem GPHF-Minilab®.

Das GPHF-Minilab® ist ein mobiles Kompaktlabor, das in einen tropentauglichen Koffer passt. Damit können gefälschte Medikamente schnell, einfach und preiswert identifiziert werden. Der GPHF entwickelt die Minilabs weiter, stellt sie zum Selbstkostenpreis zur Verfügung und führt Schulungen für die Anwender durch. Das Minilab ist dem oben genannten WHO-Bericht zufolge eines der wichtigsten Hilfsmittel, um Arzneimittelfälschungen und grob fahrlässige Minderqualitäten aufzudecken. Im Rahmen einer Untersuchung, die in diesem Bericht dargestellt wird, wurden mehr als 20.000 Arzneimittelproben mit dem Minilab geprüft und dabei mehr als 1.000 Medikamentenfälschungen identifiziert. Auch eine 2017 veröffentlichte internationale Studie der „Difäm-EPN Minilab Survey Group“ bestätigte erneut den positiven Beitrag des GPHF-Minilabs® für die Sicherheit der Arzneimittelversorgung in Entwicklungsländern. Bisher ist das Minilabor das einzige Produkt dieser Art.

Die meisten Länder, in denen die Kompaktlabore zum Einsatz kommen, liegen in Afrika und Asien. Sie werden hauptsächlich von nationalen Gesundheitsbehörden eingesetzt. Dieses geschieht oftmals in Zusammenarbeit mit Laboren der amtlichen Arzneimittelkontrolle oder im Rahmen multilateraler Gesundheitsprojekte unter Führung von verschiedenen UN-Organisationen, der US-amerikanischen oder der deutschen Entwicklungshilfe, kirchlichen Netzwerken oder der Wareneingangskontrolle kirchlicher Gesundheitseinrichtungen.

Minilab-Nutzung ausgeweitet

Der GPHF entwickelte im Berichtsjahr Testmethoden für fünf weitere Arzneistoffe. Seit Beginn des Jahres 2018 können mit dem Kompaktlabor nun insgesamt 90 Arzneimittelwirkstoffe getestet werden – von Mitteln gegen Malaria, allergische Reaktionen, Schmerzen oder Fieber bis hin zu Antibiotika.

Seit 1998 lieferte der GPHF insgesamt 836 Minilabs in fast 100 Länder; allein 2017 waren es 41 Minilabs. Davon wurden sechs Kompaktlabore von unserem Unternehmen an die Arzneimittelbehörde in Sierra Leone gespendet. Dass die Kompaktlabore aktiv genutzt werden, belegt die rege Nachbestellung der Verbrauchsmaterialien.

Schulungen zum Minilab

2017 führten der GPHF und seine Partner insgesamt zehn Schulungen für Anwender durch, überwiegend in Subsahara-Afrika. Insgesamt nahmen weit über 100 Personen daran teil. Im Rahmen der Schulungen lernen die Teilnehmer, wie sie Arzneimittel mit dem Kompaktlabor korrekt testen. Während die Zahl der Minilab-Schulungen von Jahr zu Jahr steigt, wird der GPHF selbst immer seltener unterstützend hinzugerufen. Ein gutes Zeichen: Das Minilab wird angenommen und die Nutzer geben ihr Wissen selbstständig weiter.

Gesundheitsprojekte weltweit

Wir setzen uns weltweit für eine verbesserte medizinische Versorgung ein. Unser „Global Medical Education Department“ fördert jedes Jahr eine Vielzahl an Weiterbildungsinitiativen für Fachkräfte des Gesundheitswesens. Auf diese Weise helfen wir, das Fachwissen von Ärzten und Pflegekräften zu erweitern, sie für unterschiedliche Krankheitsbilder zu sensibilisieren und mit fortschrittlichen Behandlungsmethoden vertraut zu machen. Das kommt letztlich den Patienten zugute. 2017 förderten wir mehr als 70 verschiedene Weiterbildungsprogramme von 30 unabhängigen Bildungsträgern aus dem Medizinbereich mit über 7 Mio. €. Mehr als 350.000 medizinische Fachkräfte profitierten über digitale Lernplattformen oder auf Weiterbildungen von den Angeboten dieser Bildungsträger.

2017 riefen wir das Programm „Broaden Your Horizon“ ins Leben. Damit wollen wir die Mitarbeiter unseres Biopharma-Geschäfts dazu ermutigen, für drei Monate bei Nichtregierungsorganisationen in einem Entwicklungs- oder Schwellenland zu arbeiten. Dort sollten sie die Gesundheitsversorgung vor Ort verbessern und dabei gleichzeitig ihren eigenen Erfahrungshorizont erweitern. Vier Mitarbeiter nahmen an einem ersten Pilotprojekt in Indien teil und brachten dort ihr Fachwissen beispielsweise im Labormanagement und in der Datenanalyse ein.

Auch die 2017 gegründete Merck Foundation verfolgt das Ziel, die Gesundheitsaufklärung und -versorgung in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen zu verbessern. Die Merck Foundation bündelt viele unserer bereits existierenden Projekte unter einem Dach und wird unser gesundheitliches Engagement künftig weiter intensivieren.

Wir unterstützen eine große Bandbreite weiterer Projekte. Eine Übersicht dazu bietet unsere Webseite.

Vernachlässigte Tropenkrankheiten
Vernachlässigte Tropenkrankheiten (Neglected Tropcial Diseases (NTD)) treten vornehmlich in Entwicklungsländern auf. Zu ihnen zählen Bilharziose (Schistosomiasis), Eingeweidewürmer, Trachom, lymphatische Filariose und Onchozerkose. Diese Gruppe von Krankheiten wird als „vernachlässigt“ bezeichnet, da sie – trotz einer erheblichen Zahl von Betroffenen – in der Vergangenheit im Vergleich zu anderen Krankheiten weniger Aufmerksamkeit und Forschungsmittel erhielten.
Bilharziose
Schistosomiasis oder Bilharziose ist eine Wurmkrankheit, die in warmen Binnengewässern durch Schnecken als Zwischenwirt verbreitet wird.
Phase-II-Studie
Klinische Studien der Phase II prüfen eine neue biomedizinische Intervention oder Verhaltensintervention bei einer größeren Personengruppe (einige Hundert), um die Wirksamkeit zu ermitteln und die Sicherheit weiter zu untersuchen.

Quelle: http://www.who.int/ictrp/glossary/en/

Sustainable Development Goals

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