Standards in der Lieferkette

Unser Unternehmen bezieht weltweit zahlreiche Rohstoffe, Verpackungsmittel, technische Produkte, Komponenten und Dienstleistungen. Unser übergeordnetes Ziel ist es, die Stabilität dieser Lieferketten zu schützen und unseren Kunden stets die bestmöglichen Produkte und Dienstleistungen in optimaler Qualität zu bieten. In unserer schnelllebigen Welt ist die Sicherung der Versorgung der Schlüssel zu unserem Erfolg.

Unser Ansatz für eine nachhaltigere Lieferkette

Ein Ziel unseres Lieferantenmanagements ist die Einhaltung grundlegender Umwelt- und Sozialstandards – neben hoher Qualität, Liefersicherheit und wettbewerbsfähigen Preisen. Dazu erarbeiteten wir entsprechende Strategien, Prozesse und Richtlinien, die wir kontinuierlich verbessern. So wollen wir Verstöße gegen Standards in der Lieferkette vermeiden.

Wir stufen unsere Lieferanten nach ihrem Risikopotenzial ein. Dabei betrachten wir das Landesrisiko, die Produktkategorie und den Anteil ihres Umsatzes, den sie mit unserem Unternehmen erzielen. Besonderes Augenmerk richten wir dabei auf die Lieferanten aus Nicht-OECD-Ländern. Bei ihnen stufen wir das Risiko höher ein, dass Umwelt- und Sozialstandards nicht eingehalten werden.

Um unsere Aktivitäten in diesem Bereich weiter auszubauen und potenzielle Beschaffungsrisiken frühzeitig zu identifizieren, haben wir im Einkauf ein Konzept für ein umfassendes Risikomanagement entwickelt. Dies wird es uns ermöglichen, eine breite Palette von Risikofaktoren zu berücksichtigen, die auch Nachhaltigkeitsaspekte einschließen. Solche Verfahren werden uns helfen, Störungen vorzubeugen und rechtzeitig auf neue Herausforderungen zu reagieren. Dieser Risikomanagementprozess wird gemeinsam mit allen beteiligten Unternehmensbereichen definiert.

Wie wir CR-Standards im Einkauf umsetzen

Unsere konzernweite Einheit „Group Procurement“ ist dafür verantwortlich, Corporate-Responsibility-Anforderungen (CR-Anforderungen) in die relevanten Phasen unserer Beschaffung und Lieferantenmanagement- Prozesse zu integrieren. Sie ist eine weltweite Organisation mit direkter Verantwortung sowie Personal in den einkaufsrelevanten, lokalen Tochtergesellschaften. Unser „Center of Excellence for Supplier Sustainability“ koordiniert alle relevanten Maßnahmen: Es aktualisiert bei Bedarf unsere Richtlinien, prüft bestehende Prozesse und koordiniert unsere Mitgliedschaften in externen Initiativen. Die Einkaufsmitarbeiter in allen Ländern werden über interne Kommunikationskanäle wie etwa unser firmeneigenes Intranet über die Richtlinien und Prozesse auf dem Laufenden gehalten. Alle neuen Mitarbeiter in der Beschaffung werden zu den Aspekten geschult, die für Nachhaltigkeit im Einkauf wichtig sind. Sie sind für den Lieferantenauswahlprozess verantwortlich.

Wozu wir uns verpflichten: Richtlinien und Normen

Wir erwarten von allen Lieferanten und Dienstleistern, dass sie Umwelt- und Sozialstandards einhalten. Diese leiten sich vor allem aus den Kernarbeitsnormen der International Labour Organization (ILO) und dem UN Global Compact ab.

Wir unterstützen die -Initiative des Bundesverbands Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e. V. (BME) und haben den Verhaltenskodex des BME unterzeichnet. Dieser Kodex enthält unter anderem Regelungen zur Bekämpfung von Korruption, Kartellen und Kinderarbeit, zur Wahrung der Menschenrechte, zum Schutz von Umwelt und Gesundheit sowie zur Förderung von fairen Arbeitsbedingungen.

Unsere Einkaufsrichtlinie, die „Group Procurement Policy“, konkretisiert unsere Erwartungen an unsere Lieferanten und legt fest, wie wir die Einhaltung unserer Standards überwachen. Die Richtlinie berücksichtigt sowohl interne als auch externe Regelwerke. Dazu gehören der Merck-Verhaltenskodex, die Merck-Menschenrechtscharta, unsere EHS-Policy (Environment, Health and Safety Policy) sowie die und der BME-Verhaltenskodex. In unseren „Responsible Sourcing Principles“ präzisieren wir die CR-Anforderungen an unsere Lieferanten. Außerdem verpflichten wir sie formell dazu, diese Leitlinien auch an ihre eigenen Lieferanten weiterzugeben.

Wenn sich rechtliche Rahmenbedingungen verändern, nehmen wir diese Änderungen auf und leiten – falls notwendig – entsprechende Maßnahmen ein.

Weltweite Beschaffung

Der Gesamtwert aller beschafften Güter und Dienstleistungen von fast 64.000 Lieferanten aus über 145 Ländern belief sich 2017 auf rund 7,0 Mrd. €. Von diesen Gütern und Dienstleistungen (inklusive F&E-Leistungen) entfielen 50 % auf Lieferanten, die in Ländern der Europäischen Union (EU) ansässig sind, und 35 % auf Lieferanten aus OECD-Ländern außerhalb der EU. Der Anteil an Gütern und Dienstleistungen, die aus Nicht-OECD-Ländern außerhalb der EU stammen, ist von 14 % im Jahr 2016 auf 15 % im Jahr 2017 gestiegen.

Anteile am gesamten Beschaffungsvolumen

Strategie-Workshop zu Nachhaltigkeit in der Lieferkette

Im August 2017 haben wir in Darmstadt einen Workshop zum Thema „Nachhaltigkeit in der Lieferkette“ durchgeführt. Im Rahmen dieses Workshops analysierten wir gemeinsam mit externen Experten, welche Nachhaltigkeitsthemen in Bezug auf unsere Lieferkette zukünftig für uns wichtiger werden. Ziel war es, Risiken und Chancen unserer Lieferkette aufzudecken und daraus Maßnahmen abzuleiten.

Wie wir unsere Lieferkette überprüfen

Um unsere Lieferanten zu überprüfen und die Einhaltung unserer Standards und Werte sicherzustellen, verfolgen wir unterschiedliche Ansätze. Sie richten sich generell nach dem Risikopotenzial, das sich aus Landesrisiko, Produktkategorie und Umsatz ergibt.

  • Im Rahmen der Unternehmensinitiative „Together for Sustainability“ (TfS) der chemischen Industrie fordern wir unsere Lieferanten auf, sich anhand von Selbstauskünften und Audits bewerten zu lassen.
  • In ausgewählten Fällen führen wir eigene CR-Audits bei Lieferanten durch.
  • In unserer Glimmer-Lieferkette führen die internationale Beratungsfirma Environmental Resources Management (ERM) Audits und die indische Organisation IGEP Überprüfungen durch.

Lieferantenbewertungen und -audits durch TfS

Im Rahmen von TfS werden Lieferanten anhand von Audits durch ausgewählte Prüfer oder auf der Basis von Selbstauskünften und öffentlich verfügbaren Informationen von der unabhängigen Rating-Agentur EcoVadis bewertet. EcoVadis bewertet Zulieferer aus 110 Ländern und 150 Branchen in den Kategorien Umwelt, Arbeitsbedingungen, verantwortungsvolle Geschäftspraktiken und Lieferkette. Die Ergebnisse dieser Lieferantenbewertungen werden mit den TfS-Mitgliedern unter Einhaltung aller wettbewerbsrechtlichen Bestimmungen geteilt. 2017 hat die TfS-Initiative ihren strategischen Fokus neu ausgerichtet. Seitdem konzentriert sie sich stärker auf nachweisliche Verbesserungen der Nachhaltigkeitsstandards von Lieferanten. Wir sind bereits seit 2014 Mitglied von TfS.

Inzwischen haben wir Zugriff auf die Nachhaltigkeitsprüfungen von mehr als 730 unserer Lieferanten – 463 dieser Bewertungen wurden auf unsere Initiative hin erstmals erstellt. Auf der Grundlage aller Audits und Bewertungen, die seit dem Beitritt unseres Unternehmens zur TfS-Initiative durchgeführt wurden, konzentrierten wir uns 2017 auf Risikominderung und -management. Unsere Priorität lag dabei auf der Risikominderung bei den Lieferanten, deren TfS-Audit mehr als fünf kritische Mängel aufwies oder deren TfS- Bewertung eine Punktzahl von unter 30 (auf einer Skala von 1 bis 100 Punkten) erreichte. Die Befunde betrafen in 37 Fällen den Bereich Ökologie, in 100 Fällen Arbeitspraktiken und Menschenrechte sowie in 65 Fällen Auswirkungen auf lokale Gemeinschaften und die Gesellschaft. Bei einzelnen Lieferanten trafen mehrere Aspekte zu.

Durchführung eigener Audits

Unserem Risikoansatz folgend, führten wir 2017 fünf eigene CR-Audits durch. Dabei überprüften wir unsere Lieferanten sowohl auf ökologische als auch auf soziale Kriterien. Bei zwei Lieferanten wurden Mängel mit potenziellen ökologischen Auswirkungen festgestellt. Diese Mängel betrafen die Bereiche Luftemissionen und Abfallmanagement / Bodenkontamination. Bei keinem Lieferanten wurden Mängel unter sozialen Aspekten festgestellt. Um die ökologischen Mängel zu beheben, vereinbarten wir mit den Lieferanten einen Maßnahmenplan und überprüfen, ob die Verbesserungen umgesetzt werden. Mit keinem Lieferanten mussten wir aufgrund der festgestellten Mängel die Geschäftsbeziehungen beenden.

Weder bei unseren eigenen noch bei den TfS-Audits wurden Anhaltspunkte für Verletzungen des Rechts der Vereinigungsfreiheit, des Rechts auf Kollektivvereinbarungen oder mögliche Kinder-, Zwangs- oder Pflichtarbeit entdeckt.

Auswirkungen auf unsere Lieferanten

2017 haben wir uns unter anderem das Ziel gesetzt, einen stärkeren Einfluss auf Nachhaltigkeitsaspekte bei unseren Lieferanten zu nehmen. Zu diesem Zwecke verfolgten wir mit Lieferanten, die wir als relevant für unsere zukünftigen Einkaufstätigkeiten ansehen und bei deren Audits kritische Nachhaltigkeitsmängel identifiziert wurden nach, welche Maßnahmen zur Verbesserung der Nachhaltigkeitsstandards getroffen werden können beziehungsweise wurden.

Bevorzugung lokaler Lieferanten bei einigen Waren

Wir haben keine internen Richtlinien, die vorgeben, lokale Lieferanten bei der Vergabe von Aufträgen prinzipiell zu bevorzugen. Die von uns beschafften Waren und Dienstleistungen kaufen wir in der Regel weltweit ein. Lokale Anbieter haben in einigen Fällen allerdings einen Vorteil: Es kann günstiger sein, ein Produkt vor Ort einzukaufen, da durch die räumliche Nähe zusätzliche Transportkosten wegfallen. Länderspezifische Regularien wie Importzölle oder Lizenzen fließen ebenfalls in die Entscheidung ein. In einigen Ländern schreiben lokale Gesetze vor, Lieferanten aus der Region zu beauftragen.

Compliance
Unter dem Begriff Compliance wird die Einhaltung von Gesetzen und Regelwerken sowie unternehmensinternen freiwilligen Kodizes zusammengefasst. Compliance ist Bestandteil der ordnungsgemäßen Unternehmensführung.
ISO 14001
Diese internationale Norm legt weltweit anerkannte Anforderungen an ein Umweltmanagementsystem fest.

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