Unsichtbarer
Feind

Gemeinsam gegen die Bilharziose

Wenig bekannt, aber nicht minder gefährlich ist die tropische Wurmkrankheit Bilharziose (engl. Schistosomiasis). Jedes Jahr sterben schätzungsweise 280.000 Menschen an den Folgen der Krankheit von der mehr als 200 Millionen vornehmlich Kinder betroffen sind. Unser Ziel ist es, Bilharziose vollständig auszurotten. Deshalb spenden wir seit mehr als zehn Jahren Praziquantel-Tabletten an die Weltgesundheitsorganisation (WHO) – und zwar bis zu 250 Millionen Stück jährlich. Damit können etwa 100 Millionen Kinder in Afrika behandelt werden. Tablettenspenden sind der erste entscheidende Schritt, um erkrankte Menschen zu therapieren. Uns ist bewusst, dass verschiedene weitere Maßnahmen nötig sind. Daher haben wir 2014 die Global Schistosomiasis Alliance (GSA) ins Leben gerufen. Diese Plattform vereint 15 strategische Partner.

Johannes Waltz ist Leiter unseres Praziquantel-Spendenprogramms und gleichzeitig Direktor der GSA. In seiner täglichen Arbeit steht er in engem Austausch mit der Schistosomiasis Control Initiative (SCI). Diese ist unter anderem in enger Partnerschaft mit der WHO für die Verteilung der gespendeten Tabletten zuständig. Wendy Harrison, Geschäftsführerin der SCI, und Waltz sehen sich im Kampf gegen Bilharziose immer noch großen Herausforderungen gegenüber.

Gesundheit Wendy Harrison, Johannes Waltz

Johannes Waltz:

Hallo, Wendy, gerade haben wir unsere Partnerschaft mit der NALA-Stiftung und dem äthiopischen Gesundheitsministerium gestartet.

8:05 PM

Wendy Harrison:

Hi, Johannes, das ist gut! Das wird in Äthiopien sicher für ein viel besseres Verständnis für Bilharziose sorgen. Ich komme gerade aus Malawi, wo wir mit dem Gesundheitsministerium diskutiert haben, wie wir unsere Programme optimieren können. Schau mal…

8:06 PM

Wendy Harrison sendet ein Foto.

Wendy Harrison:

8:06 PM

Johannes Waltz:

Mit diesen Projekten können wir überprüfen, ob sich durch intensivere Aufklärung die Krankheit wirklich eindämmen lässt. Dieses Wissen können wir dann auch in anderen Ländern nutzen, um dort die Infektion mit Bilharziose zu verhindern.

8:08 PM

Wendy Harrison:

Das wäre prima. Und das bringt uns unserem Ziel – die Krankheit endlich auszurotten – wirklich ein Stück näher…

8:08 PM

Johannes Waltz:

Richtig! Entscheidend dafür ist die Logistik: Es ist immer noch eine echte Herausforderung, dass die gespendeten Tabletten auch wirklich verteilt und genutzt werden. Wir wollen, dass die 250 Millionen Stück vor Ort ankommen – bei den Kindern und anderen mit hohem Risiko.

8:09 PM

Wendy Harrison:

Ja, bei der Verteilung von Medikamenten in abgelegene Regionen Afrikas ergeben sich ganz praktische Probleme. Das darf man wirklich nicht unterschätzen! Vor allem auf der „letzten Meile“, also bis in die kleinen Dörfer, in denen die Tabletten gebraucht werden.

8:09 PM

Johannes Waltz:

Da haben wir noch etliches zu tun, unsere Arzneimittellieferketten zu verbessern. Schau mal was mein Kollege Christian Schröter auf die Beine gestellt hat: www.ted.com/talks

8:09 PM

Johannes Waltz sendet ein Video.

Johannes Waltz:

8:09 PM

Johannes Waltz:

Welche Herausforderungen siehst du denn noch vor Ort?

8:09 PM

Wendy Harrison:

Da gibt es einige mehr! Zum Beispiel, dass die Leute anfangs oft ziemlich skeptisch sind, was es mit diesen bitter schmeckenden Tabletten auf sich hat…

8:10 PM

Johannes Waltz:

Ja, das kann ich mir vorstellen. Wir arbeiten auch schon an einer neuen Formulierung mit neutralem Geschmack. Hoffentlich sind wir bald soweit. Als Unternehmen fragen wir uns immer: Wie können wir die Verbreitung der Krankheit am besten stoppen? Trotz aller anderen Herausforderungen sind unsere Tabletten natürlich der erste entscheidende Schritt.

8:10 PM

Wendy Harrison:

Ja, ohne Tablettenbehandlung ist eine Ausrottung der Krankheit undenkbar. Für uns ist aber klar, dass wir die Infektion auf verschiedenen Wegen verhindern müssen. Denn wer erkrankt ist und nicht behandelt wird, kann Bilharziose weiterverbreiten.

8:11 PM

Johannes Waltz:

Absolut. Und bislang können beispielsweise Kinder unter sechs Jahren ja noch gar nicht mit Praziquantel behandelt werden. Das wollen wir unbedingt ändern und forschen schon seit einiger Zeit dazu. Gerade läuft unsere Phase-II-Studie: Merck CR-Bericht zu Infektionskrankheiten

8:11 PM

Wendy Harrison:

Genauso wichtig ist es, eine Infektion durch richtiges Verhalten zu verhindern. Deshalb schulen wir unsere Leute vor Ort, wie sie andere über Bilharziose aufklären können. Dafür braucht es kaum medizinisches Vorwissen. In der Elfenbeinküste haben wir einen Vater begleitet, der die Leidensgeschichte seiner Familie schildert.

8:12 PM

Wendy Harrison sendet ein Video.

Wendy Harrison:

8:12 PM

Johannes Waltz:

Aufklärung ist sehr wichtig! Du kennst ja auch die Comic-Broschüren, die in den Ländern verteilt werden. Diese zeigen Kindern auf spielerische Weise, wie Bilharziose übertragen wird und wie man sich davor schützen kann.

8:12 PM

Wendy Harrison:

Das ist wirklich hilfreich! Das zeigt, wie vielfältig die Maßnahmen sein können. Eine zentrale Rolle spielen auch sanitäre Anlagen und Hygiene.

8:12 PM

Johannes Waltz:

Deshalb arbeiten wir in Äthiopien ja nun mit der NALA-Stiftung und dem Gesundheitsministerium zusammen. Die haben Erfahrung bei den Themen Hygiene, Wasser und sanitäre Anlagen.

8:13 PM

Wendy Harrison:

Wir schätzen den Einfluss, den ihr als großes Unternehmen habt, um hier echte Verbesserungen zu erzielen. Innerhalb der GSA, indem Partner aus den verschiedenen Disziplinen zusammenkommen, aber beispielsweise auch in Zusammenarbeit mit der WHO oder den nationalen Regierungen. Da können wir gemeinsam viel bewirken!

8:13 PM

Johannes Waltz:

Stimmt! Und verschiedenste Akteure können einen Beitrag leisten, auch andere private Unternehmen. Ich hoffe, dass wir bald noch mehr Partner finden, die sich hier engagieren. Das Thema haben wir in der GSA jedenfalls auf der Agenda.

8:13 PM

Wendy Harrison:

Dann berichte doch bald mal, wie sich das Ganze entwickelt!

8:14 PM

Johannes Waltz:

Mache ich! Bis dahin viel Erfolg für eure Arbeit.

8:14 PM

Wendy Harrison:

Danke, bis bald.

8:15 PM

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Wendy Harrison

Geschäftsführerin der „Schistosomiasis Control Initiative“ (SCI) am Imperial College London

Wendy Harrison ist Geschäftsführerin der Non-Profit-Organisation SCI. Diese unterstützt Gesundheitsministerien in Afrika südlich der Sahara und im Jemen im Kampf gegen die Krankheit Bilharziose. Neben Aufklärungsarbeit und Schulungen organisiert SCI die Verteilung der Praziquantel-Tabletten, die Merck an die Weltgesundheitsorganisation (WHO) spendet.

Geboren in:

Dorking, Großbritannien

Bei der SCI seit:

2009

Ausbildung:

Bachelor in Veterinärmedizin, Royal Veterinary College, Universität London; PhD in Klinischer Pharmakologie, Universität London; Master in Public Health, London School of Hygiene and Tropical Medicine

Fokusthemen:

  • Interdisziplinäre Ansätze zur öffentlichen Gesundheitsversorgung
  • Kooperation mit öffentlichen Stellen
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Johannes Waltz

Leiter des Praziquantel-Spendenprogramms

Johannes Waltz leitet das Praziquantel-Spendenprogramm unseres Unternehmens und ist Direktor der Global Schistosomiasis Alliance. Um die Krankheit Bilharziose endgültig ausrotten, möchte er unser Engagement ausweiten und dafür weitere Partner gewinnen.

Geboren in:

Wien, Österreich

Bei Merck seit:

2015

Ausbildung:

Promotion in Jura, Universitäten Wien und Salzburg

Fokusthemen:

  • Partnerschaften zur Bekämpfung der vernachlässigten Tropenkrankheit Bilharziose
  • Herausforderungen der Verteilung von Tablettenspenden

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