Alles nur
Fassade!

Solarstrom nur vom Dach?

Von wegen! Die Hülle eines Gebäudes kann heute viel mehr als nur vor Wind und Wetter schützen – sie kann auch klimafreundlichen Strom erzeugen. Möglich macht das die sogenannte gebäudeintegrierte Photovoltaik (building-integrated photovoltaics – BIPV). Dabei kommen zum Beispiel unsere neuen organischen Photovoltaikmodule (OPV) zum Einsatz: dünne und flexible Laminate, die sich direkt auf verschiedenen Oberflächen anbringen lassen. So können neue Gebäude aktiv dabei helfen, die Klimaziele der EU zu erreichen. David Müller, Global Head of Marketing Photovoltaics bei Merck, setzt sich leidenschaftlich dafür ein, die Technologie bekannter zu machen. Adel El Gammal, Generalsekretär der European Energy Research Alliance (EERA) und Experte für BIPV, hat gemeinsam mit David Müller bereits eine Forschungsarbeit zu diesem Thema veröffentlicht.

Umwelt Adel El Gammal, David Müller

David Müller:

Hallo Adel! Kannst du dich noch an die Solarbäume von der EXPO 2015 erinnern? Wir haben uns damals drei davon gesichert. Seit neuestem stehen sie vor unserem Innovationszentrum in Darmstadt.

9:20 AM

David Müller sendet ein Foto.

David Müller:

9:20 AM

Adel El Gammal:

Wirklich schick! Es ist bemerkenswert, wie sich die gebäudeintegrierte Photovoltaik in den letzten Jahren weiterentwickelt hat. Dafür sind die Solarbäume ein gutes Beispiel – sie zeigen, was möglich ist.

9:20 AM

David Müller:

Schön, dass sie dir gefallen! Leider wird diese Technologie ja nach wie vor wenig genutzt. Gerade wenn man bedenkt, wie viel Energie der Gebäudesektor aktuell verbraucht…

9:21 AM

Adel El Gammal:

Das sehe ich auch so, mit rund 40 % aller CO2-Emissionen in der EU sind Gebäude heute alles andere als klimafreundlich.

9:21 AM

David Müller:

Dabei könnte man viel tun, um die Energiebilanz zu verbessern. Zum Beispiel das Gebäude besser dämmen und so Energie einsparen oder sogar Wärme und Strom selbst erzeugen.

9:23 AM

Adel El Gammal:

Völlig richtig! Wir haben ja mal berechnet, dass mit gebäudeintegrierter Photovoltaik theoretisch 32 % des europäischen Strombedarfs gedeckt werden könnte, je nach Land sogar mehr oder auch weniger.

9:23 AM

David Müller:

Gerade im dichtbesiedelten Europa ist das sinnvoll. Denn dafür werden ja keine zusätzlichen Flächen benötigt. Was glaubst du, warum wir heute noch so wenige aktive Gebäudehüllen sehen?

9:24 AM

Adel El Gammal:

Naja, der Markt ist stark getrieben durch die politischen Rahmenbedingungen. Und er ist abhängig von der Akzeptanz in der Gesellschaft.

9:24 AM

David Müller:

In der Politik und gerade auch in der EU tut sich da doch viel. Und auch in der Forschung und deiner Arbeit bei der EERA wird das Thema immer häufiger aufgegriffen. Oder wie schätzt du das ein?

9:24 AM

Adel El Gammal:

Es stimmt, viele der neuen EU-Direktiven gehen in die richtige Richtung. Aber es dauert leider immer lange, bis daraus wirkungsvolle nationale Gesetze entstehen. Es bräuchte noch mehr Unterstützung von der Politik, damit sich die vorhandenen Technologien schnell weiterentwickeln und letztendlich auch durchsetzen.

9:25 AM

David Müller:

Ja, leider passiert das nicht von heute auf morgen.

9:25 AM

Adel El Gammal:

Gerade deshalb möchte ich Unternehmen wie Merck ermutigen, weiterhin an der Technologie festzuhalten und sie bekannter zu machen!

9:25 AM

David Müller:

Dass die Gesellschaft und insbesondere die Baubranche sich mehr für gebäudeintegrierte Photovoltaik öffnen, finde ich auch einen ganz wichtigen Punkt – welche Barrieren siehst du da?

9:25 AM

Adel El Gammal:

Da wäre z. B. das Design. Viele Architekten denken zuerst an den traditionellen Look von Photovoltaik-Modulen. Und der ist ja nicht gerade ansprechend.

9:25 AM

David Müller:

Stimmt, Architekten empfinden es oft als „Strafe“, wenn sie PV-Anlagen in Gebäude einbauen sollen. Und die Architekten sind ja die wichtigsten Entscheidungsträger bei den meisten Bauvorhaben.

9:25 AM

Adel El Gammal:

Dabei bieten die Technologien schon viele spannende Gestaltungsmöglichkeiten. Das hat sich wohl noch nicht rumgesprochen.

9:25 AM

David Müller:

Leider nicht! Gerade zum Thema organische Photovoltaik suchen wir deshalb den Austausch mit der Branche und versuchen Architekten viele verschiedene Designvarianten anzubieten.

9:25 AM

David Müller sendet ein Foto.

David Müller:

9:25 AM

Adel El Gammal:

Also ich finde Design und Einsatzmöglichkeiten echt überzeugend. Aber wie schaut es mit der Leistungsfähigkeit und den Kosten aus?

9:25 AM

David Müller:

Bei der Leistung haben wir viele Fortschritte gemacht und es wird noch mehr kommen – unsere Forscher haben eine Reihe von neuen tollen neuen Materialien am Start! Die letzten Projekte sehen nicht nur gut aus, sondern rechnen sich mittlerweile auch. Aber bei den Kosten ist noch viel Luft nach oben – der Markt steckt einfach noch in den Kinderschuhen.

9:25 AM

Adel El Gammal:

Und was denkst du, wie sich das in Zukunft entwickeln wird?

9:25 AM

David Müller:

Ich bin da sehr zuversichtlich. Prinzipiell ist das verwendete Druckverfahren einfach und kostengünstig. Und bei der Produktion von Elementen für organische Photovoltaik wird nur sehr wenig Energie verbraucht – anders als bei klassischen PV-Modulen.

9:25 AM

Adel El Gammal:

Das wird in Zukunft sicher ein wichtiges Argument. Hoffentlich bleibt die Industrie am Ball und investiert weiter in das Thema. Das Risiko bei einer so jungen Technologie ist zwar hoch, aber ich glaube, es wird sich auszahlen!

9:25 AM

David Müller:

Ich denke, als großes Unternehmen können wir bei Merck helfen, das Thema richtig voranzutreiben. So hatte meine Kollegin Hannah kürzlich die tolle Gelegenheit bei einem TED@Merck Event über OPV zu sprechen.

9:26 AM

David Müller sendet ein Video.

David Müller:

9:26 AM

Adel El Gammal:

Ein TED Talk ist natürlich klasse um das Thema zu verbreiten – ich schau ihn mir gleich an! Wir bleiben auf jeden Fall im Austausch!

9:27 AM

David Müller:

Klar, das machen wir! Bis bald, Adel.

9:28 AM

Close

Adel El Gammal

Generalsekretär der European Energy Research Alliance (EERA)

Adel El Gammal bringt als Generalsekretär der EERA die wichtigsten europäischen Forschungseinrichtungen und Universitäten zusammen, die die rund um kohlenstoffarme Technologien arbeiten. Als Experte für BIPV berät er private und öffentliche Stakeholder in der EU zu aktuellsten Erkenntnissen.

Geboren in:

Brüssel, Belgien

Bei der EERA seit:

2016

Ausbildung:

Master of Engineering in Betriebswirtschaft und Umweltmanagement, Freie Universität Brüssel, Belgien und INSEAD, Frankreich

Fokusthemen:

  • Technisches Potential der Photovoltaik und insbesondere BIPV erfassen
  • Politik und Gesellschaft die Vorteile neuer Technologien näher bringen
  • EU-Ausrichtung in der Erforschung sauberer Energien stärken und den „Lab to Fab“-Ansatz beschleunigen, etwa durch Knowhow-Transfer aus der Forschung in die Industrie
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David Müller

Global Head of Marketing Photovoltaics

David Müller leitet das strategische Marketing der Photovoltaikprodukte bei Merck. Er sucht dabei den Austausch mit Architekten und Bauherren und klärt sie über die Integration von Photovoltaik-Technologien in Gebäuden auf.

Geboren in:

München, Deutschland

Bei Merck seit:

2005

Ausbildung:

Promotion in Chemie (OLEDs), Ludwig-Maximilians-Universität München

Fokusthemen:

  • Neue Photovoltaik-Technologien
  • Optoelektronik

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