Wir übernehmen Verantwortung für die Gesundheit und Sicherheit unserer Mitarbeiter. Deshalb tun wir alles, um sie vor arbeitsbedingten Erkrankungen und Unfällen zu schützen. Bei der Arbeit im Büro stehen vor allem Themen wie Stressprävention, Ernährung oder Bewegung im Vordergrund. Hier setzen wir auf vorbeugende Maßnahmen, um kurzzeitige oder langwierige Gesundheitsprobleme unserer Beschäftigten zu vermeiden.

Unser Ansatz, um Unfälle zu vermeiden und Gesundheit zu fördern

Wir wollen die Gesundheit unserer Mitarbeiter fördern und ihre Leistungsfähigkeit langfristig erhalten. Ein sicherer Arbeitsplatz ist dafür unabdingbar. Eines unserer konzernweiten Ziele ist es daher, unsere Sicherheitskultur weiter zu stärken. Dazu wollen wir bis zum Jahr 2020 die „Lost Time Injury Rate“ () auf unter 1,5 stabilisieren. Zudem möchten wir das betriebliche Gesundheitsmanagement als Teil unserer Unternehmens- und Führungskultur ausbauen.

Wie wir Sicherheit und Gesundheitsschutz organisieren

Für unser -Managementsystem (Environment, Health and Safety) ist die Konzernfunktion EQ (Environment, Health, Safety, , Quality) verantwortlich. Sie berichtet an Walter Galinat, Mitglied der Geschäftsleitung. EQ gibt Ziele vor, steuert die weltweiten Maßnahmen und führt interne Audits durch. An unseren jeweiligen Standorten kümmern sich lokale EHS-Manager darum, dass Arbeitssicherheitsgesetze und -vorgaben eingehalten werden.

Wir erfassen monatlich Daten zu Arbeitsunfällen an unseren Standorten. Jeder Standort ist verpflichtet, relevante Unfälle umgehend an die Konzernfunktion EQ zu melden. Dort werden diese untersucht und bewertet. Falls nötig leiten wir daraufhin ergänzende Sicherheitsmaßnahmen ein.

Im Bereich Life Science finden zudem monatlich „Safety Calls“ aller lokalen EHS-Leiter statt, um Erfahrungen auszutauschen und um bei Unfällen vergleichbare Handlungsempfehlungen aussprechen zu können.

In Darmstadt und Gernsheim trägt unser betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) dazu bei, das Thema Gesundheit in unserer Unternehmenskultur zu verankern. Die dazu nötige Strategie, die einzelnen Schwerpunktthemen und alle erforderlichen Maßnahmen erarbeitet ein interdisziplinäres Steuerungsgremium. Dieses setzt sich aus verschiedenen leitenden Mitarbeitern zusammen. Dazu zählen beispielsweise der Leiter für Arbeitssicherheit, der Betriebsratsvorsitzende oder auch der Leiter des BGM. Themenfelder des Gremiums sind unter anderem Rahmenbedingungen für gesundes Arbeiten, gute Führung und individuelle Gesundheitsförderung.

Wozu wir uns verpflichten: Policies und Betriebsvereinbarungen

Die EHS-Policy („Corporate Environment, Health and Safety Policy“) beschreibt unseren grundlegenden Ansatz zu Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz. Sie ist integraler Bestandteil unseres EHS-Managementsystems. Dieses lassen wir jährlich von externen Prüfern nach dem internationalen Standard 18001 zertifizieren.

Unsere konzernweit geltende „Group Health Policy“ legt fest, wie wir die Arbeitssicherheit für unsere Beschäftigten gewährleisten sowie ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden fördern. Darin schreiben wir ein konzernweites Sicherheits- und Gesundheitsmanagement sowie ein umfassendes Programm zur Verhaltensänderung vor, mit dem wir Arbeitsunfälle und Berufserkrankungen verhindern wollen. Ein Bestandteil ist das „Global Wellbeing and Health Promotion Framework“, das die unterschiedlichen Anforderungen in verschiedenen Ländern beschreibt. Die Risikobewertungen und Gefährdungsanalysen der Arbeitsplätze finden an unseren Standorten in lokaler Verantwortung statt.

An den meisten unserer deutschen Standorte erarbeiten wir gemeinsam mit Arbeitnehmervertretern Betriebsvereinbarungen zu Gesundheitsschutz und Arbeitssicherheit. In der Betriebsvereinbarung „Fürsorge“ der Merck KGaA definieren wir etwa die Durchführung von sogenannten Fürsorgegesprächen. Sie helfen unseren Führungskräften, Gesundheitsrisiken und psychische Belastungen ihrer Mitarbeiter frühzeitig zu erkennen. 2017 wurde diese Betriebsvereinbarung um weitere drei Jahre verlängert. Seit 2017 regelt unsere Betriebsvereinbarung „Betriebliches Eingliederungsmanagement“ (BEM) das Vorgehen bei längerer Erkrankung von Mitarbeitern. Diese gilt für fast alle deutschen Standorte. Mithilfe des BEM sollen zum einen der Arbeitsplatz dauerhaft erhalten, zum anderen gesundheitliche Beeinträchtigungen nach der Rückkehr des jeweiligen Mitarbeiters vermieden werden.

Sicherheitszertifizierung erweitert

Bis Ende 2017 wurden alle Produktionsstandorte im Unternehmensbereich Performance Materials nach dem internationalen Standard OHSAS 18001 zertifiziert. Am Standort Darmstadt wurde 2017 unter anderem der Unternehmensbereich Healthcare zertifiziert. Zudem sind beispielsweise auch unsere Life-Science-Standorte Bangalore (Indien), Buchs (Schweiz), Irvine und Haverhill (beide Großbritannien) sowie Jerusalem und Rehovot (beide Israel) nach OHSAS 18001 zertifiziert. Der damit verbundene Prozess hilft uns, Schwachstellen und Verbesserungspotenziale zu identifizieren und geeignete Maßnahmen zu ergreifen. Andere Standorte sind ebenfalls aufgefordert, den Standard anzuwenden.

Unfallzahlen senken

Für den Erfolg unserer Maßnahmen gibt es einen wichtigen Indikator: die „Lost Time Injury Rate“ (). Sie misst weltweit Unfälle mit mindestens einem Ausfalltag pro eine Million Arbeitsstunden. Wir ermitteln die LTIR für unsere Angestellten ebenso wie für Leiharbeiter. Nachdem wir unser Ziel von 2,5 aus dem Jahr 2010 erreicht hatten, haben wir uns im Jahr 2015 ein neues ehrgeiziges Ziel gesetzt: Bis 2020 wollen wir die LTIR nachhaltig auf 1,5 senken. Unser Leitgedanke dabei: Nichts ist einen Unfall wert. 2017 lag die LTIR bei 1,5. Die meisten Unfälle mit Ausfallzeit waren Stolperunfälle sowie Unfälle beim Umgang mit Maschinen und Ausrüstung. 2017 gab es keine tödlichen Unfälle.

Klare Verhaltensregeln

Unsere Erfahrung zeigt, dass sich die meisten Arbeitsunfälle durch richtiges Verhalten vermeiden lassen. Mit unserem Sicherheitskulturprogramm „BeSafe!“ sensibilisieren wir unsere Mitarbeiter für Gefahren am Arbeitsplatz und geben ihnen geeignete Verhaltensregeln an die Hand. Mittlerweile sind alle unsere Produktions- und Lagerstandorte in das Programm „BeSafe!“ eingebunden. Auch an acht der ehemaligen Sigma-Aldrich-Standorte haben wir dieses Programm seit der Übernahme durch unseren Konzern im Jahr 2015 bereits eingeführt. Die Einführung dauert bis 2020 an.

2017 fanden im Zuge von „BeSafe!“ unternehmensweit Initiativen, Kampagnen und Aufklärungsmaßnahmen statt. Beispielsweise sensibilisierten wir unsere Mitarbeiter mit einem Video für Sicherheitsthemen. Ziel ist es, unsere Sicherheitskultur weiter zu verbessern. Einige Landesgesellschaften führten zudem Sicherheitswettbewerbe durch. Um die Bedeutung des Themas Sicherheit zu unterstreichen, verleihen wir seit 2010 jährlich den „Safety Excellence Award“. Diese Auszeichnung erhalten alle Produktionsstandorte, an denen sich keine Arbeitsunfälle ereigneten; im Jahr 2017 waren dies 59 von 97. Zudem führten wir ein „Refresher Training“ mit wesentlichen Inhalten unseres Programms „BeSafe!“ durch.

Unser betriebliches Gesundheitsmanagement

In Darmstadt und Gernsheim fördert unser betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) mit zahlreichen Aktionen und Angeboten die Gesundheit unserer Beschäftigten. Grundlage für Aktionen und Angebote sind Analysen unserer Gesundheitskennzahlen, die wir beispielsweise unseren Mitarbeiterbefragungen oder dem Gesundheitsbericht der Betriebskrankenkasse (BKK) beziehungsweise den Auswertungen der Werkärztlichen Abteilung entnehmen. Die Analyseergebnisse nutzen wir, um zielgruppen- oder betriebsspezifische Präventionsangebote aufzubauen. Des Weiteren bietet das BGM individuelle Gesundheitsangebote, etwa Achtsamkeitskurse oder Ergonomie-Beratung für den Arbeitsplatz. Nach einem standardisierten Verfahren analysieren wir zudem kontinuierlich die Arbeitsbedingungen sowie das Arbeitsumfeld und verbessern alles nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen. Bei Interesse anderer Standorte berät das BGM zu möglichen Maßnahmen oder Gesundheitsangeboten. Auf Wunsch führen wir über einen Servicevertrag auch Beratungen und Aktionen vor Ort durch. Seit 2013 ist die Darmstädter Betriebsgastronomie von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) zertifiziert; sie erhielt die DGE-Zertifizierung „Job&Fit Premium“. Für unsere nachhaltige und gesunde Mitarbeiterverpflegung in Darmstadt wurden wir 2017 für den „Dr. Rainer Wild Preis“ nominiert. Der Preis würdigt herausragende Projekte, Persönlichkeiten und Initiativen im Bereich der gesunden Ernährung.

Die Angebote des Gesundheitsmanagements werden in einem Gesundheitskatalog auf Deutsch und Englisch für unsere Mitarbeiter zusammengefasst. Er enthält unter anderem Informationen zu Ergonomie, Ernährung, Stress und psychischen Belastungen.

In diesem Jahr erhielten wir für unser deutschlandweites BGM die Zertifizierung „Exzellenz“: Diese wurde uns im Rahmen des Wettbewerbs „Deutscher Unternehmenspreis Gesundheit 2016/2017“ des BKK Dachverbands e. V. verliehen. Der Verband zeichnet Unternehmen aus, die ein vorbildliches Gesundheitsmanagement etabliert haben und die Qualitätskriterien des Europäischen Netzwerkes für Betriebliche Gesundheitsförderung erfüllen.

Seit Ende 2016 ist das Programm „Rückhalt für den Arbeitsalltag“ in Darmstadt und Gernsheim etablierter Bestandteil des BGM. Ziel des Angebots ist es, chronische Rückenschmerzen unter Berücksichtigung psychischer Faktoren zu mindern. Das Programm wird in Bereichen mit entsprechendem Bedarf durchgeführt, etwa wenn bei einer relativ hohen Anzahl an Mitarbeitern derartige Symptome vorliegen.

Außerdem bieten wir unseren Mitarbeitern deutschlandweit regelmäßige Angebote wie das Aktivprogramm „Fit@Merck“. Damit können sie an präventiven Gesundheitskursen teilnehmen, die wir mit einem Zuschuss von bis zu 195 € jährlich unterstützen. Zudem bieten wir in Darmstadt und Gernsheim ein Betriebssportprogramm mit 25 verschiedenen Sportarten an.

Wir analysieren die ergonomischen Bedingungen an den verschiedenen Arbeitsplätzen und verbessern diese anschließend durch entsprechende Maßnahmen. Zudem schulen wir unsere Beschäftigten zu ergonomisch korrektem Verhalten, das speziell auf ihre Arbeitsbereiche zugeschnitten ist, beispielsweise in der Produktion, in der Verwaltung oder im Labor. Darüber hinaus führen wir an vielen Standorten Programme durch, die entweder in Eigenverantwortung oder zusammen mit Dritten angeboten werden. Für unsere Life-Science-Mitarbeiter an den US-Standorten Bedford, Danvers und Jaffrey haben wir beispielsweise das „Early Symptom Intervention and Prevention Program“ (ESI) angeboten, an dem von Januar bis April 2017 insgesamt 59 Mitarbeiter teilnahmen. Seit Anfang des Jahres ersetzt das „Industrial Athlete Program“ (IAP), das derzeitig als Pilotprojekt am Standort Jaffrey, USA, angeboten wird, das ESI-Programm. Während sich Letzteres an Beschäftigte mit bereits bestehenden Beschwerden wandte, ist das IAP für alle Mitarbeiter offen, die ihr körperliches und allgemeines Wohlbefinden durch Übungen in Kleingruppen verbessern möchten.

Untersuchung und Unterstützung unserer Mitarbeiter

Zudem stellt das Verfahren „Physical Ability Test and Health Preservation“ sicher, dass alle Beschäftigten die Gesundheitsanforderungen für ihre speziellen Tätigkeiten erfüllen. Diese Untersuchung hilft uns, bei Bedarf gezielte Maßnahmen einzuleiten.

Unser „Travel Health & Medical Advisory Service“ unterstützt darüber hinaus Mitarbeiter, die viel für uns im Ausland unterwegs sind. Sie erhalten Empfehlungen zu notwendigen Impfungen oder werden zu Hygiene-Risiken beraten.

LTIR
Die Lost Time Injury Rate (LTIR) misst die Anzahl der Unfälle mit Ausfallzeit (1 Tag und mehr) pro einer Million Arbeitsstunden.
EHS
Environment, Health and Safety: Mit der Abkürzung werden Umweltmanagement, Gesundheitsschutz und Arbeitssicherheit in Betrieben beschrieben.
Security
Security (deutsch: Sicherheit) umfasst alle notwendigen Maßnahmen sowie Leitungs- und Kontrollaktivitäten zur Aufdeckung, Auswertung, Behandlung und Abwehr von Sicherheitsbedrohungen und kriminellen Machenschaften gegenüber Unternehmen. Sie dienen dem Schutz der Mitarbeiter sowie unserer materiellen und immateriellen Vermögenswerte.
OHSAS
Occupational Health and Safety Assessment Series (OHSAS) ist ein internationales Arbeitsschutzmanagementsystem.
LTIR
Die Lost Time Injury Rate (LTIR) misst die Anzahl der Unfälle mit Ausfallzeit (1 Tag und mehr) pro einer Million Arbeitsstunden.

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