Der zunehmende Bedarf an Gesundheitsleistungen in alternden Gesellschaften ist eine große Herausforderung für deren Gesundheitssysteme. Im Blickpunkt von Reformen stehen häufig aber allein die Arzneimittelpreise. Stattdessen ist es wichtig, die Arzneimittelkosten im Kontext des gesamten Gesundheitssystems zu betrachten. Die Ausgaben für Arzneimittel machen einen zwar bedeutenden, aber vergleichsweise kleinen Teil der Gesamtausgaben aus. Laut OECD belaufen sich die Ausgaben für verschreibungspflichtige Arzneimittel in vielen OECD-Ländern auf rund 10 % bis 16 % der Gesamtausgaben im Gesundheitswesen. Hinzu kommt, dass sich die Gesundheitsversorgung dank aktueller Fortschritte bei der Erforschung und Entwicklung innovativer Medikamente stark verändert: Dies ermöglicht es, chronische Erkrankungen – die größten Kostentreiber – effizienter zu behandeln und dadurch insgesamt Kosten im Gesundheitswesen zu sparen. Gleichzeitig erfordert unser Engagement für den Aufbau einer gesunden Gesellschaft, dass wir eine verantwortungsvolle Preisgestaltung für Arzneimittel betreiben.

Unser Ansatz zur Preisgestaltung von Arzneimitteln

Wir wollen sicherstellen, dass alle Patienten Zugang zu den wirksamsten Arzneimitteln für ihre Erkrankungen erhalten. Deshalb arbeiten wir daran, dass die Kosten für diese Arzneimittel keine Hürde für den Zugang zur Behandlung darstellen. Dementsprechend passen wir unsere Preise den lokalen Marktgegebenheiten an und berücksichtigen dabei auch folgende regulatorische Faktoren: die Zahlungs- und Leistungsfähigkeit des Gesundheitssystems, die Infrastruktur, die gesetzlichen Anforderungen sowie den ungedeckten medizinischen Bedarf. In Zusammenarbeit mit Regierungen und anderen wichtigen passen wir unsere Preise unterschiedlichen geografischen oder sozioökonomischen Gegebenheiten an und berücksichtigen dabei auch die Zahlungsfähigkeit der Patienten. Außerdem beobachten wir kontinuierlich die sich verändernden Gesundheitssysteme und -märkte, die Preisbildungs- und Erstattungssysteme sowie gesetzliche und behördliche Leit- und Richtlinien. Bei Bedarf justieren wir unsere Preise entsprechend.

Unsere Gesundheitslösungen stellen den Patienten in den Mittelpunkt. Wir unterstützen sogenannte Patient-Access-Programme, flexible und differenzierte Preisgestaltungen sowie Erstattungsvereinbarungen mit Risikoteilung. Zudem wollen wir die Dateneffizienz in Gesundheitssystemen verbessern, um eine optimale Verteilung der finanziellen Mittel und Ressourcen sicherzustellen. Mit diesem Ansatz schaffen wir ein ausgewogenes Verhältnis zwischen unserer Verpflichtung, den Zugang zu unseren Produkten zu verbessern, und unserem Bemühen, für zukünftige Patientengenerationen ein nachhaltiges Umfeld für medizinische Innovationen zu erhalten.

Wie wir Arzneimittelpreise gestalten

Unsere konzernweite Einheit „Pricing and Market Access“ berichtet an den Chief Marketing and Strategy Officer des Unternehmensbereichs Healthcare. In Abstimmung mit den entsprechenden Geschäftseinheiten legt diese Einheit unsere Markteinführungspreise fest. Unsere jeweiligen Landesgesellschaften sind für das Preismanagement und die kontinuierliche Anpassung der Preise an die Gegebenheiten vor Ort verantwortlich.

Wozu wir uns verpflichten: Leitlinien und Grundsätze zu Arzneimittelpreisen

Die Bezahlbarkeit unserer Gesundheitslösungen ist eine Komponente unseres umfassenderen Versprechens gegenüber den Patienten. Es beinhaltet die Verbesserung des Zugangs und der Verfügbarkeit von Gesundheitslösungen sowie des Bewusstseins für diese Krankheiten. Als Teil unserer übergeordneten Bemühungen, den Zugang zu Gesundheitslösungen zu verbessern, folgt auch die Preisgestaltung bei Arzneimitteln unserer A2H-Charta. Unser Ansatz wird durch unsere Richtlinie „Preisgestaltung bei Arzneimitteln“ ergänzt. Mit unserer „Patient Access Programs Policy“ definieren wir zusätzlich Standards, um Arzneimittel im Rahmen von Patient-Access-Programmen zu reduzierten Preisen anzubieten.

Unsere Preisgestaltung in der praktischen Umsetzung

Unsere Preise überprüfen wir jährlich. So stellen wir sicher, dass sie den Bedürfnissen der Patienten gerecht werden. Ein konzernweit einheitliches, datenbasiertes Vorgehen hilft uns dabei, unsere lokale Preisbildung zu überwachen. Auf der Grundlage dieser Ergebnisse legen wir Leitlinien fest und passen unsere Preise gegebenenfalls an. Dadurch bleiben unsere Arzneimittel für Patienten bezahlbar. Unsere Investitionen in anwendungsrelevante Technologien und unser Engagement für den Zugang zu Gesundheitsleistungen ermöglichen es uns, strategische Preis- und Erstattungsentscheidungen zeitnah zu treffen. Um unsere Produkte in bestimmten Ländern den dortigen Patientensegmenten zu jeweils bezahlbaren Preisen anbieten zu können, nehmen wir unter anderem an staatlichen Ausschreibungen teil, führen Niedrigpreis-Zweitmarken ein oder bieten unsere Produkte im Rahmen von Patient-Access-Programmen an.

Innovative Vertragsmodelle

Wir setzen alles daran, um durch innovative Preis- und Vertragsgestaltung unter vollständiger Einhaltung lokal geltender Gesetze eine wertorientierte Gesundheitsversorgung sicherzustellen. Je nach Produkt und Markt entwickeln wir mit Kostenträgern wie Krankenversicherern und -kassen zahlreiche Kostenerstattungs- und Vertragsmodelle. Ziel ist es, den Patienten schnellen Zugang zu unseren Innovationen zu ermöglichen. Ein Beispiel hierfür ist eine kürzlich in Großbritannien geschlossene Vereinbarung zur Risikoteilung: Danach erhalten alle Multiple-Sklerose-Patienten unverzüglich Zugang zu unserem Medikament Mavenclad®; das staatliche Gesundheitssystem hingegen muss lediglich die Medikamente derjenigen Patienten bezahlen, die auf das Arzneimittel ansprechen.

Staatliche Ausschreibungen für die Versorgung einkommensschwacher Patienten

Wir arbeiten gemeinsam mit Regierungen und Interessengruppen an innovativen, differenzierten Preisgestaltungsmodellen. Außerdem beteiligen wir uns regelmäßig an staatlichen Ausschreibungen für Produkte, die in öffentlichen Krankenhäusern zur Versorgung von einkommensschwachen Patienten eingesetzt werden. Viele dieser Ausschreibungen finden in Entwicklungsländern statt. So liefern wir Regierungen in Afrika, in Asien, in Lateinamerika und im Nahen Osten Produkte zu reduzierten Preisen.

Niedrigpreis-Zweitmarken

Parallel zu einigen unserer bestehenden Marken etablierten wir sogenannte Niedrigpreis-Zweitmarken. In Südafrika sind beispielsweise preisgünstigere Zweitmarken unseres Blutdrucksenkers Concor® unter dem Produktnamen Ziak® erhältlich.

Patient-Access-Programme

Weltweit führen wir Patient-Access-Programme durch, in denen wir unsere Produkte verschiedenen Patientensegmenten in bestimmten Ländern zu günstigeren Preisen anbieten. Dazu gehören beispielsweise Programme in China mit erweitertem Zugang zu unserem Krebsmedikament Erbitux®, das unter anderem bei Dickdarmkrebs zum Einsatz kommt. Ein Beispiel für ein solches Programm ist unser „Erbitux® China Patient Assistance Program“ (ECPAP), das wir 2012 mit einer lokalen Wohltätigkeitsorganisation gestartet haben. Es richtet sich vor allem an Patienten mit geringem Einkommen, die das Medikament kostenlos erhalten. Seit 2015 arbeiten wir auch mit der China Charity Federation (CCF) zusammen und beteiligen uns an der Finanzierung der Behandlung von Patienten mit mittlerem Einkommen. Teilweise teilen wir uns entstehende Kosten mit Patienten und einem lokalen Versicherungsfonds. Bisher profitierten rund 10.000 Patienten in China von unseren Erbitux®-Spenden.

Ähnliche Hilfsprogramme unterhalten wir in anderen Ländern. In Indien beispielsweise bieten wir Erbitux® ebenfalls zu reduzierten Preisen an. In Südafrika unterstützen wir das „Savanti Patient Access Program“, das eine Behandlung der Patienten mit unserem Krebsmedikament bei niedrigerem Eigenanteil ermöglicht.

Stakeholder
Als Stakeholder bezeichnet man Personen oder Organisationen, die ein Interesse und/oder einen berechtigten Anspruch an einem Unternehmen haben. Zu den Stakeholdern gehören beispielsweise Mitarbeiter, Geschäftspartner, Nachbarn von Standorten oder Aktionäre.

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