Gesundheits­bewusstsein

Viele Menschen sind krank, ohne dass sie es wissen. Die Folge: Obwohl wirksame Arzneimittel und Therapien zur Verfügung stehen, werden diese Menschen nicht oder nicht rechtzeitig behandelt. Deshalb führen wir weltweit Aufklärungskampagnen durch und verbreiten so das Wissen über Krankheiten, ihre Symptome und mögliche Therapien. Gesundheitspersonal, Gemeinden und Patienten können nur dann informierte Entscheidungen über Krankheitstherapien treffen, wenn sie über das entsprechende Wissen verfügen.

Unser Ansatz zur Verbesserung des Gesundheitsbewusstseins

Im Rahmen unserer Strategie für einen besseren Zugang zu Gesundheit spielt das Gesundheitsbewusstsein (Awareness) eine entscheidende Rolle. Wir wollen Gemeinden, medizinische Fachkreise und Patienten sowohl mit Instumentarien und Informationen ausstatten als auch Kenntnisse vermitteln. So unterstützen wir sie dabei, fundierte Entscheidungen zu Prävention, Diagnosen, Behandlungen, Pflegemaßnahmen oder weiterer Unterstützung zu treffen.

Bei unseren Aufklärungskampagnen zu Prävention, Frühdiagnose und Bewusstseinsbildung arbeiten wir häufig mit starken Partnern zusammen. Ebenso wollen wir mit unseren Programmen die Fähigkeiten medizinischer Fachkreise stärken, die in Forschung, Technologie und Gesundheitsversorgung tätig sind.

Wie wir das Gesundheitsbewusstsein stärken

Die strategische Planung und Umsetzung unserer Maßnahmen zum Thema Gesundheitsbewusstsein obliegen unseren jeweiligen Geschäften. Unsere verschiedenen Organisationseinheiten planen vielfältige Projekte und setzen diese entweder auf globaler Ebene oder in den jeweiligen nationalen und lokalen Niederlassungen um. Lokale Projekte richten wir an den spezifischen Bedürfnissen vor Ort aus. In unseren weltweiten Kampagnen sind sie außerdem dafür verantwortlich, die Zielgruppen unserer Projekte vor Ort anzusprechen und zur Teilnahme zu motivieren.

2017 gründeten wir die Merck Foundation. Sie bündelt wichtige Elemente unseres gesellschaftlichen Engagements zum Gesundheitsbewusstsein. Die Merck Foundation ist eine gemeinnützige Gesellschaft mit beschränkter Haftung (gGmbH). Ein Kuratorium, das sich aus Mitgliedern des Gesellschafterrats und der Geschäftsleitung zusammensetzt, überwacht ihre Aktivitäten und unterstützt sie beratend.

Wozu wir uns verpflichten: Gesundheitsbewusstsein stärken – Zugang zu Gesundheit verbessern

Gesundheitsbewusstsein ist Teil unserer A2H-Strategie, die in unserer „Access to Health Charta“ festgelegt ist. Für Aufklärungskampagnen gelten außerdem die Vorgaben zum verantwortungsvollen Marketing. Diese sind beispielsweise festgeschrieben in unserer Richtlinie „Pharma Code for Conducting Pharmaceutical Business and Pharmaceutical Operations“ sowie in unseren internen Leitlinien und Vorschriften; Letztere regeln die Interaktion mit dem Gesundheitssystem und die Prozesse zur Überprüfung von Kommunikationsunterlagen.

Weltweite Aufklärungskampagnen

Auf der ganzen Welt führen wir regelmäßig Aufklärungskampagnen zu verschiedenen Krankheiten durch. Dabei konzentrieren wir uns auf jene Erkrankungen, über die wir aufgrund unseres Kerngeschäfts ein großes Fachwissen haben: Dazu gehören vor allem Krebs – besonders Dickdarm- sowie Kopf-Hals-Krebs – sowie Schilddrüsenerkrankungen, Diabetes und Multiple Sklerose (MS). Häufig arbeiten wir dabei mit Patientenorganisationen zusammen. Auch 2017 haben wir zahlreiche Kampagnen selbst durchgeführt oder uns an Kampagnen beteiligt. Damit erreichten wir Millionen Menschen.

Aufklärung und Wissenstransfer zu Schilddrüsenerkrankungen

Über das gesamte Jahr 2017 hinweg klärten wir zu Schilddrüsenerkrankungen auf. Wir aktualisierten unsere Thyroid-Aware-Webseite, die sich an Menschen auf der ganzen Welt richtet. Außerdem wirkten wir bei Kampagnen zum Internationalen Frauentag (IWD) und zur Internationalen Woche der Schilddrüsengesundheit (ITAW) mit. In dieser Kampagne vernetzten wir uns mit mehr als 5.000 medizinischen Fachkräften. An unseren eigenen ITAW-Veranstaltungen, von denen sich mehr als die Hälfte an medizinische Fachkreise richtete, nahmen rund 2.500 Menschen teil. Darüber hinaus verfolgten während der ITAW über 158.000 Menschen in 16 Ländern unsere Social-Media-Aktivitäten.

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Millionen Menschen erreichten wir während der ITAW über die Medien, in sozialen Netzwerken und auf Veranstaltungen. Die ITAW unterstützten wir bereits zum neunten Mal.

Auf lokaler Ebene erreichten wir mit unserem „Nationalen Kongress für Endokrinologie“ in Südafrika mehr als 2.000 Menschen, davon 300 medizinische Fachkräfte. Zu den weiteren regionalen Aktivitäten während der ITAW 2017 zählte ein öffentliches Seminar, das wir in Indonesien zusammen mit dem Gesundheitsministerium ausrichteten. Dabei kamen 100 medizinische Fachkräfte und 250 Vertreter von lokalen Gemeinden und Nichtregierungsorganisationen zusammen. In Jordanien schickten wir einen Bus auf Tour, um über Schilddrüsenerkrankungen bei Frauen aufzuklären und um Tests durchzuführen. Der Bus wurde von etwa 1.100 Frauen besucht. In Saudi-Arabien haben wir uns für das langfristig ausgelegte Aufklärungsprogramm „Fly like a butterfly“ mit dem Gesundheitsministerium zusammengeschlossen und eine Absichtserklärung unterzeichnet: So wollen wir das Bewusstsein für Schilddrüsenerkrankungen schärfen. In Russland tauschten sich unsere Mitarbeiter mit Endokrinologen zu Schilddrüsenerkrankungen und Behandlungsmöglichkeiten aus.

Auf den Philippinen führten wir zum dritten Mal gemeinsam mit der Philippine Thyroid Association (PTA) und dem Gesundheitsministerium die Kampagne „Unmasking Your Thyroid“ durch. Die Kampagne nutzt diverse Informationskanäle zur Aufklärung über Schilddrüsenerkrankungen. Zudem werden Trainings für Gesundheitspersonal in Dorfgemeinschaften angeboten. 2017 nahmen etwa 250 Personen an diesen Trainings teil. Ein weiterer Schwerpunkt der Kampagne waren Workshops für Hausärzte, mit denen wir seit 2016 schon 380 Ärzte zur Diagnose und Behandlung von Schilddrüsenerkrankungen fortgebildet haben. Gemeinsam mit der PTA und dem privaten Gesundheitsanbieter Healthway bieten wir außerdem seit März 2017 Weiterbildungen zur Diagnose von Schilddrüsenerkrankungen an.

Aufklärungskampagnen für Krebserkrankungen

Im September 2017 unterstützten wir die fünfte jährliche Aktionswoche zu Krebserkrankungen der Kopf- und Halsregion, eine Initiative der „Make Sense Campaign“. Das Motto war „Supporting Survivorship“. Teams unseres Konzerns überall auf der Welt taten sich zusammen: Aus fast 30 Ländern posteten sie 670 Nachrichten und Bilder von sich, auf denen sie Botschaften zur Unterstützung von Überlebenden von Kopf-Hals-Krebserkrankungen hochhielten. Alle Bilder und Videos wurden auf unserer #SpeakUp-Microsite und unseren Social-Media-Kanälen geteilt. Diese Beiträge wurden in den sozialen Netzwerken mehr als 31.000 Mal aufgerufen.

Am 4. Februar beteiligten wir uns am Weltkrebstag (WCD). Diese Initiative der „Internationalen Union zur Krebsbekämpfung“ (UICC) hat zum Ziel, den Zusammenhalt zwischen Betroffenen zu fördern. Aus dem Titel der dreijährigen UICC-Kampagne „We can. I can.“ und dem Motto des WCD 2017 „Support Through Sport“ entwickelten wir unsere eigene Aktion: „We can. I can. Jump in!“. Alle Teilnehmer waren aufgerufen, als Zeichen ihrer Unterstützung im Kampf gegen Krebs Fotos einzuschicken, auf denen sie springen. Unsere Kollegen nahmen weltweit mit mehr als 500 Bildern aus 37 Ländern teil. Die Kampagne richtete sich auch an externe Zielgruppen und erhielt über 3.000 Likes in sozialen Medien.

Im März 2017 nahmen wir am „CRC Awareness Month“ teil, einem jährlichen Aktionsmonat, der über Darmkrebs, seine Symptome und die Bedeutung der Früherkennung aufklären möchte. Wir entwickelten eine Kampagnenplattform sowie eine Webseite mit einer interaktiven Unterstützerkarte, einem Darmkrebs-Quiz und Infomaterial. Auf diese Weise sammelten wir Unterstützer aus über 60 Ländern und von sechs Kontinenten.

Aktivitäten zum Internationalen Multiple-Sklerose-Tag

Im Mai 2017 begingen wir weltweit den Internationalen Multiple-Sklerose-Tag (MS-Tag), eine jährliche Initiative der MS International Federation (MSIF). Unter dem Motto „Life with MS“ regte die Kampagne dazu an, den Blick stärker auf die Bedürfnisse der betreuenden und pflegenden Partner von MS-Betroffenen zu richten. In diesem Sinne riefen wir die weltweite Kampagne „MS2020“ ins Leben:

Im Rahmen dieser Kampagne gaben wir eine Zusammenarbeit mit der International Alliance of Carer Organizations (IACO) bekannt. Gemeinsam führten wir eine Umfrage durch, um unser Verständnis für die unerfüllten Bedürfnisse von betreuenden Partnern von MS-Patienten zu vertiefen. Eine vorläufige Analyse ergab: 41 % der betreuenden Partner leiden unter Angst, 38 % unter Depression und 34 % unter Schlaflosigkeit. Weitere Daten zeigen, dass viele betreuende Partner unter chronischen Schmerzen leiden und sich um Finanzen, Intimität, Scheidung und Elternschaft sorgen.

Ebenfalls am Welt-MS-Tag riefen wir zu einem sogenannten Tweetathon auf. Unsere Mitarbeiter aus 19 Ländern nahmen teil und berichteten unter den Hashtags #MS2020 und #LifeWithMS über lokale Aktionen zur Aufklärung und Bewusstseinsschärfung – von einem gesponserten Lauf in den Niederlanden bis hin zu einer Outdoor-Fotoausstellung in Norwegen. Die Inhalte wurden über 70.000 Mal aufgerufen. An den lokalen Veranstaltungen unserer Unternehmensteams beteiligten sich mehr als 1.500 externe Teilnehmer.

Initiativen und Programme in der Merck Foundation

Die 2017 gegründete Merck Foundation ist für wichtige Elemente unseres Engagements für unterversorgte Gruppen der Gesellschaft verantwortlich – von der Förderung der medizinischen Ausbildung bis hin zur Stärkung des Gesundheitsbewusstseins. Die Foundation führt auch viele unserer bereits existierenden Initiativen und Programme fort.

Kulturwandel herbeiführen

Im Rahmen unserer Initiative „More than a Mother“ wollen wir ungewollt kinderlose Frauen unterstützen und stärken. Dazu bieten wir Informationen, Ausbildung und Gesundheitsversorgung und fördern einen Perspektivwechsel: Die Maßnahmen der Initiative sollen das Stigma durchbrechen, das Unfruchtbarkeit und ungewollt kinderlosen Frauen anhaftet. Die Kampagne wurde 2015 in Kenia gestartet und bis heute in vielen Ländern Afrikas und Asiens durchgeführt. Die Merck Foundation sucht dazu kontinuierlich den Austausch mit offiziellen Stellen und nahm 2017 beispielsweise an der 19. Generalversammlung der Afrikanischen Union teil. Ebenso einigten wir uns mit verschiedenen Regierungen – beispielsweise von Uganda und Tansania – darauf, künftig noch stärker in der Gesundheitsbildung zusammenzuarbeiten.

Unser „Empowering Berna Project“ ist Teil der Initiative und hilft ungewollt kinderlosen Frauen, ein eigenes Geschäft aufzubauen und so finanzielle Unabhängigkeit zu erlangen. Das Projekt wurde 2016 in sechs afrikanischen Ländern gestartet und 2017 auf drei weitere Länder ausgeweitet. Bisher nahmen mehr als 1.000 Frauen teil – von der Elfenbeinküste sowie aus Äthiopien, Ghana, Kenia, Liberia, Nigeria, Sierra Leone, Uganda und aus der Zentralafrikanischen Republik.

Ebenfalls Teil der More-than-a-Mother-Initiative: unser „Merck Embryology Training Program“, einem dreimonatigen Praxisseminar zu Kinderwunschbehandlungen. Daran nahmen bis Ende 2017 insgesamt 23 Embryologen und teil.

Medizinische Ausbildung verbessern

Bereits 2012 starteten wir unser „Merck Capacity Advancement Program“: Im Rahmen dieser Initiative kooperieren wir mit akademischen Einrichtungen in verschiedenen Ländern Afrikas, Asiens, Lateinamerikas und des Mittleren Ostens. Unser Ziel ist es, medizinisches Fachpersonal zu schulen. So tragen wir einerseits zum Aufbau medizinischer Kompetenzen bei; andererseits stärken wir das öffentliche Bewusstsein für Krankheiten wie Diabetes, Bluthochdruck und Krebs oder Unfruchtbarkeit.

Bis Ende 2017 erreichten wir mit dem Programm mehr als 25.000 Studierende von Universitäten in Angola, Äthiopien, Ghana, Indien, Indonesien, Kenia, Mosambik, Namibia, Uganda, Tansania und den Vereinigten Arabischen Emiraten: Sie profitierten von einer klinischen Ausbildung im Diabetes- und Bluthochdruck-Management, um ihre Kompetenzen in der Behandlung und Prävention auszubauen. Unser Ziel ist es, bis Ende 2018 mehr als 30.000 Studierende in dieses Programm einzubinden.

Auch 2017 verliehen wir wieder die „Merck Diabetes and Hypertension Awards“; dieses Jahr an 37 Studierende der Medizin von über 30 Universitäten in Afrika und Asien. Mit diesen Auszeichnungen bauen wir seit 2015 eine Plattform für Diabetes- und Hypertonie-Experten auf der ganzen Welt auf und verschaffen diesen Krankheiten mehr Aufmerksamkeit.

Um die medizinische und wissenschaftliche Ausbildung zu fördern, richteten wir im Oktober 2017 den vierten „Merck Africa Asia Luminary Congress“ in Kairo aus. Diesen besuchten mehr als 450 afrikanische Ärzte, politische Entscheidungsträger und Wissenschaftler. Der Kongress befasste sich mit Fragen der sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung in Entwicklungsländern. Die Beiträge stammten von führenden internationalen Experten auf den Gebieten Diabetes, Fertilität, Onkologie, Kardiologie, Familienmedizin, Frauengesundheit und Forschung.

Bewusstsein vor Ort erhöhen

Unser „Merck Community Awareness Program“ bietet niedrigschwellige Informationen und Bildungsmaterial für Bedürfnisse in den Gemeinden an. Wir verbreiten die Informationen auch über breit angelegte Social-Media-Kampagnen und erhöhen mit Videos und Postern ihre Reichweite. In Zusammenarbeit mit Gesundheitswesen, Politik, Institutionen, Regierungen, Gesundheitsministerien und interdisziplinären Expertengremien starteten wir erfolgreich eine breite Palette zielgerichteter Initiativen.

Naturwissenschaftliche Schulbildung fördern

Mit dem „Merck Program“ wollen wir die wissenschaftliche Ausbildung junger Menschen in den -Fächern stärken. Ein Schwerpunkt liegt darauf, mehr Frauen für diese Fächer zu begeistern. Mit dem dritten „UNESCO Merck Africa Research Summit“ auf Mauritius boten wir im November 2017 erneut eine wichtige Plattform für junge afrikanische Wissenschaftler. Die Themen der Veranstaltung waren die neuesten Entwicklungen zu Krebserkrankungen und Impfstoffen. Bei der jährlichen Konferenz verleihen wir den „Best African Woman Researcher Award“ und „Best Young African Researcher Award“. Die Gewinner der Awards werden in ihren Ländern zu Botschaftern des Merck-STEM-Programms.

Krebs und seine Folgen bekämpfen

Das „Merck Cancer Access Program“ gründeten wir 2015: Es widmet sich dem Bewusstsein für Krebserkrankungen und -behandlungen. Mit unserer Initiative „Merck More than a Patient“ richten wir uns an afrikanische Frauen, die eine Krebserkrankung überstanden haben: Durch Schulungen und vielfältige Unterstützung befähigen wir sie, ihr eigenes kleines Unternehmen in der Landwirtschaft oder einen Laden aufzubauen, um ein unabhängiges Leben zu führen. Dabei arbeiten wir eng mit Patientenorganisationen und weiteren Institutionen in Afrika zusammen.

Das „Merck Oncology Fellowship Program“ möchte die Anzahl der Onkologen in afrikanischen Staaten und anderen Entwicklungsländern erhöhen. Dazu bieten wir gemeinsam mit Universitäten in Kenia, Ägypten und Indien seit 2016 verschiedene Stipendienprogramme an. Bis Ende 2017 haben 20 Stipendiaten teilgenommen.

Su-Swastha in Indien: Gesundheitsversorgung auf dem Land

Etwa 700 Millionen Inder leben in ländlichen Gebieten und haben dort keinen Zugang zu wirksamer und bezahlbarer Gesundheitsversorgung. Denn diese konzentriert sich auf die indischen Megastädte: Dort arbeiten 80 % der Ärzte und Pflegefachkräfte; hier stehen 70 % der Krankenhausbetten. Mit unserem Projekt Su-Swastha wollen wir die Gesundheitsversorgung im ländlichen Indien verbessern: Wir stellen dort unter anderem kostengünstige Arzneimittel zur Verfügung. Gleichzeitig klären wir Bevölkerung und medizinische Fachkreise vor Ort über alltägliche Gesundheitsprobleme und deren Behandlung auf. Bei wöchentlichen Gemeindetreffen informieren Fachleute beispielsweise über Husten, Kinderkrankheiten oder Präventionsmaßnahmen. Darüber hinaus gibt es kostenlose Gesundheitschecks für die Bevölkerung sowie Weiterbildungen für die Ärzteschaft. 2017 erreichten wir bei insgesamt 482 Gemeindetreffen 11.250 Menschen. Jährlich nehmen etwa 70 Mitarbeiter aus dem Gesundheitswesen an unseren Weiterbildungen teil. Seit 2012 bildeten wir 346 Mitarbeiter aus. Aufgrund seines Finanzierungsmodells trägt sich das Projekt inzwischen selbst. Es wurde im „Access to Medicines Index 2016“ als Best Practice anerkannt.

Initiative „Healthy Women, Healthy Economies“

Wir wollen Frauen darin unterstützen, ihr Potenzial im Wirtschaftsleben zu erschließen und dadurch einen Beitrag zum weltweiten wirtschaftlichen Wachstum zu leisten. Fast ein Viertel aller Frauen weltweit ist durch vermeidbare Ursachen – wie zum Beispiel verschiedene übertragbare und nicht-übertragbare Krankheiten – darin eingeschränkt, dieses Potenzial voll auszuschöpfen. Die (Public Private Partnership, PPP) „Healthy Women, Healthy Economies“ (HWHE) stellt sich dieser Herausforderung. Zusammen mit Regierungsvertretern der USA und weiterer Länder haben wir die HWHE im Jahr 2014 unter der Schirmherrschaft der Asia-Pacific Economic Cooperation (APEC) ins Leben gerufen. Diese Initiative, in der Wirtschaft, Staat und Gesellschaft vertreten sind, entwickelte ein Instrumentarium mit Empfehlungen, um die Gesundheit von Frauen zu verbessern.

Im Rahmen der Initiative schulten wir gemeinsam mit der philippinischen Regierung und der Philippines Thyroid Association (PTA) mehr als 2.000 Mitarbeiter im Gesundheitswesen zum Thema Schilddrüsenerkrankungen. Dies ist ein Krankheitsbild, von dem Frauen überproportional häufig betroffen sind. Bis Ende 2017 erreichten wir mit dieser Kampagne fast acht Millionen Menschen auf den Philippinen. In Jordanien schulten wir gemeinsam mit der Nichtregierungsorganisation Royal Health Awareness Society ebenfalls Mitarbeiter im Gesundheitswesen zum Thema Schilddrüsenerkrankungen bei Frauen. Außerdem starteten wir 2017 eine Partnerschaft mit dem amerikanischen Forschungszentrum Wilson Center: Gemeinsam sammeln wir Daten und klären auf, welche Bedeutung Frauengesundheit für die wirtschaftliche Teilhabe von Frauen hat. Darüber hinaus arbeiten wir politische Empfehlungen aus, die darauf abzielen, dass Frauen sowohl in bezahlter als auch in unbezahlter Arbeit ihr Berufs- und Privatleben besser vereinbaren können und dass ihre allgemeine Gesundheit und ihr Wohlbefinden gesteigert werden. Eine weitere Kooperation mit dem „Department of Public Health Sciences“ der University of Miami, USA, befasst sich derzeit mit unbezahlter Arbeit von Frauen in China, Kanada, Chile, Mexiko und Peru.

Reproduktionsgesundheit
Der Begriff Reproduktionsgesundheit beinhaltet verschiedene Themen wie Schwangerschaft, Geschlechtskrankheiten, Verhütung oder Unfruchtbarkeit.
STEM
Englische Abkürzung für Science, technology, engineering, mathematics. Im Deutschen äquivalent als MINT abgekürzt (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik).
MINT
MINT steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik.
öffentlich-private Partnerschaft
Als öffentlich-private Partnerschaft (Public-Private Partnership, PPP) wird die Zusammenarbeit von öffentlichen Körperschaften, Privatunternehmen und/oder Not-for-Profit-Organisationen bezeichnet.

Sustainable Development Goals

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