Viele unserer Chemikalien sind Substanzen oder Gemische, die als gefährlich eingestuft sind. Von ihnen darf aber kein Risiko für Mensch oder Umwelt ausgehen. Zahlreiche nationale und internationale Vorschriften stellen dies sicher. Für unsere Geschäfte ist es entscheidend, diese Gesetze und Richtlinien einzuhalten. Außerdem gilt es, die Erwartungen unserer , etwa von Kunden und Mitarbeitern, an ein ausreichendes Gefahrenmanagement zu erfüllen.

Unser Ansatz für sichere chemische Produkte

Produktsicherheit hat für uns höchste Priorität. Schon bei der Entwicklung chemischer Substanzen untersuchen wir mögliche negative Auswirkungen. Entlang der Wertschöpfungskette unserer chemischen Produkte – bei Import, Herstellung, Vermarktung, Handhabung, Recycling und Entsorgung – erfüllen wir die gesetzlichen Anforderungen und gehen teilweise auch darüber hinaus. Nicht nur unseren Kunden, sondern auch der Öffentlichkeit stellen wir im Internet umfangreiches Informationsmaterial zur Verfügung, damit sie unsere Produkte verstehen und sicher mit ihnen umgehen können.

Wie wir die Sicherheit chemischer Produkte gewährleisten

Für unsere Unternehmensbereiche Life Science und Performance Materials gelten jeweils eigene organisatorische Strukturen für Produktsicherheit. In enger Zusammenarbeit setzen die dortigen Verantwortlichen alle Aktivitäten um, die die Sicherheit von Produkten betreffen: Dazu zählen die Registrierung von chemischen Produkten, die Gefahrstoffeinstufung sowie die Gefahrenkommunikation in Form von Sicherheitsdatenblättern und Etiketten. Darüber hinaus übernehmen sie auch entsprechende Pflichten für den Unternehmensbereich Healthcare.

Unser konzernweites „Group Product Safety Committee“ (GPSC) beobachtet weltweit, ob sich relevante regulatorische Anforderungen ändern. Um veränderte Anforderungen in unsere Prozesse zu überführen, stößt es entsprechende Maßnahmen an und überprüft deren Umsetzung.

Die unternehmensweite Governance-Funktion „Regulatory Affairs“ (EQ-R) stellt sicher, dass Maßnahmen ergriffen werden, sofern es Lücken bei der Einhaltung von Rechtsverpflichtungen gibt. EQ-R ist gegenüber den Unternehmensbereichen unabhängig, da sie direkt an den Leiter der Konzernfunktion „Corporate Environment, Health, Safety, , Quality“ berichtet und keine operativen Verpflichtungen hat. Falls Maßnahmen zur Korrektur und Prävention nötig sind, werden diese von den operativen Einheiten innerhalb der Unternehmensbereiche durchgeführt. EQ-R unterstützt die Einheiten außerdem dabei, effiziente Prozesse einzuführen und zu harmonisieren.

Wozu wir uns verpflichten: gesetzliche Vorschriften und konzernweite Richtlinien

Mit konzernweiten Richtlinien gewährleisten wir, dass nationale und internationale Vorschriften stets eingehalten werden. Darüber hinaus haben wir allgemeine Selbstverpflichtungen der Branche unterzeichnet, etwa die „Responsible Care® Global Charter“.

Um die für unser Unternehmen relevanten Produktsicherheitsvorschriften zu erfüllen, führten wir 2017 eine einheitliche Richtlinie ein, die „Regulatory Affairs Group Policy“. Sie regelt unsere konzernweiten Prozesse, mit denen wir Produktsicherheit umsetzen und steuern, und legt die entsprechenden Managementstrukturen fest. Zu den gesetzlichen Vorschriften, denen wir unterliegen, zählen beispielsweise das globale Einstufungssystem für Chemikalien () und seine Umsetzung in regionale und nationale Gesetzgebungen (beispielsweise die -Verordnung in der Europäischen Union oder in den USA), die EU-Chemikalienverordnung REACH, die novellierte US-amerikanische Chemikaliengesetzgebung TSCA (Toxic Substances Control Act) sowie die bundesdeutsche novellierte Chemikalien-Verbotsverordnung (ChemVerbotsV). Außerdem umfasst unsere konzernweite Richtlinie auch Rechtsnormen, die sich auf den Transport von gefährlichen Gütern, Bioziden, Kosmetika und Produkten für Lebens- und Futtermittel beziehen.

REACH-Registrierung im Zeitplan

Wir arbeiten daran, alle unsere chemischen Stoffe unter zu registrieren. Die ersten beiden Registrierphasen haben wir in den Jahren 2010 beziehungsweise 2013 erfolgreich abgeschlossen. Nun müssen wir im nächsten Schritt, der dritten Phase, bis Juni 2018 alle Stoffe bewerten und registrieren, die eine jährliche Produktions- oder Importmenge von einer bis 100 Tonnen aufweisen. Dieser Prozess umfasst auch die Stoffe, die durch die Akquisition von Sigma-Aldrich in unser Portfolio kamen. Die Umsetzung befindet sich im Zeitplan.

Im Einklang mit der globalen Rahmenvereinbarung „Strategic Approach to International Chemicals Management“ (SAICM) gelten zunehmend auch in weiteren Ländern Anforderungen zur Registrierung oder Lizensierung von Chemikalien. Aufgrund unserer Fachkenntnis bei der Umsetzung von REACH sind wir gut darauf vorbereitet und haben den Registrierprozess ausgewählter Stoffe bereits begonnen.

Über das Gesetz hinaus

Über die gesetzlichen Anforderungen hinaus unterstützen wir die Ziele der „“, einer internationalen Initiative der Chemiebranche. In diesem Zusammenhang stellen wir auf den Internetseiten des International Council of Chemical Associations (ICCA) „“ für alle von uns unter REACH registrierten sogenannten Lead-Stoffe zur Verfügung.

Sicherheitsanalysen in der Produktentwicklung

Wir sorgen bereits im Entwicklungsprozess dafür, dass unsere chemischen Produkte später sicher angewendet werden können. Dafür nutzen wir beispielsweise Gefahren-, und Risikobeurteilungen. Wir unterziehen sämtliche Produktinnovationen einer -Analyse (Environment-Health-and-Safety-Analyse). Sie umfasst unter anderem Untersuchungen dazu, wie sich die Produkte auf die menschliche Gesundheit oder die Umwelt auswirken. Bevor wir ein Produkt einführen, bewerten wir alle relevanten Gefahrstoffdaten und stufen es entsprechend ein. Bei diesen Sicherheitsbeurteilungen werden unsere Mitarbeiter in den Unternehmensbereichen Life Science und Performance Materials von den Regulatory-Affairs-Einheiten beraten.

Sichere Nanotechnologie

Nanotechnologie ist ein hoch innovatives Entwicklungsfeld, in dem Strukturen erforscht und genutzt werden, die 50.000-mal dünner sind als ein menschliches Haar. Diese Technologie ermöglicht es, Materialien mit völlig neuen Eigenschaften und Funktionen für vielfältige Anwendungsbereiche herzustellen.

Die Nanotechnologie bietet viele Chancen für unseren Konzern: In den Unternehmensbereichen Life Science und Performance Materials können wir dank des Einsatzes von Nanomaterialien Produkte mit neuen Funktionen und Eigenschaften entwickeln. Sie helfen beispielsweise, Energie und Ressourcen effizienter zu nutzen. Im Unternehmensbereich Healthcare erforschen wir gemeinsam mit Forschungsinstituten und anderen europäischen Unternehmen, wie wir durch den Einsatz von Nanomaterialien Therapien verbessern können. Außerdem untersuchen wir im Rahmen von europäischen Forschungsgemeinschaften, ob sich Nanopartikel dafür eignen, Arzneimittelwirkstoffe im Körper an ihren Wirkungsort zu bringen.

Die besondere Struktur von Nanomaterialien birgt möglicherweise jedoch auch Risiken. Diese bewerten wir beispielsweise im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben wie REACH. Darüber hinaus setzen wir die neue Technologie nur mit besonderer Vorsicht ein: Wir verfolgen das Prinzip der Vorsorge und nehmen Fragen zur Sicherheit beim Einsatz von Nanomaterialien sehr ernst. Dabei berücksichtigen wir konzernweite Vorgaben zur Sicherheit, zu Gesundheits- und Umweltschutz und nutzen die vorhandenen Prozesse und Systeme für die Produktsicherheit. Unsere konzernweit gültige „Policy for Use and Handling of Nanomaterials regelt den Umgang mit Nanomaterialien – ganz gleich, ob im Pharma- und Chemielabor, in der Produktion, in der Abfüllung oder im Warenlager.

Bei der Herstellung und Verarbeitung unserer Produkte halten wir uns über die gesetzlichen Bestimmungen hinaus an Standards – wie die Leitfäden der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) oder des Verbands der Chemischen Industrie (VCI). Auch unsere Kunden informieren wir mithilfe von Sicherheitsdatenblättern über den richtigen Umgang mit Nanomaterialien, unter anderem bei Transport, Weiterverarbeitung, Lagerung und Entsorgung.

Wissen über Nanotechnologie erfassen

Zusätzlich zu unseren internen Maßnahmen tauschen wir uns zu den Chancen und Risiken der Nanotechnologie kontinuierlich mit anderen Unternehmen, Verbänden und Behörden aus; wir beraten uns in Gremien und Arbeitsgruppen. Beispiele hierfür sind der Koordinierungskreis Nano, der dem VCI-Ausschuss „Technik und Umwelt“ zugeordnet ist, und der technische Arbeitskreis „Responsible Production and Use of Nanomaterials“ der DECHEMA (Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie) und des VCI. Wir beteiligen uns im VCI außerdem daran, aktuelle wissenschaftliche Literatur zu sichten und darin enthaltene neue Erkenntnisse zur Nanotechnologie einzuordnen.

Einheitliche Informationen zur Produktsicherheit

Im Zuge unserer Gefahrenkommunikation stellen wir unseren Kunden für alle chemischen Produkte umfangreiches Informationsmaterial zur Verfügung. Darin weisen wir sie darauf hin, wie die Produkte gehandhabt werden müssen, damit von ihnen keine Gefahr für Mensch und Umwelt ausgeht. Unser Ziel ist es, unseren Kunden weltweit einheitliche Informationen zur Produktsicherheit an die Hand zu geben.

Unter anderem liefern wir alle als gefährlich eingestuften Chemikalien zusammen mit Sicherheitsdatenblättern aus, die gemäß der UN-Richtlinien einem weltweit einheitlichen Format folgen. Sie enthalten Informationen zu physikalisch-chemischen, toxikologischen und ökotoxikologischen Eigenschaften der Stoffe. Unsere Sicherheitsdatenblätter entsprechen den jeweils aktuellen regulatorischen Anforderungen der Länder, in denen sie veröffentlicht werden. Dafür erstellen wir länderspezifische Sicherheitsdatenblätter in 41 Landessprachen (Performance Materials) beziehungsweise 37 Landessprachen (Life Science). Obwohl dies nicht gesetzlich vorgeschrieben ist, stellen wir auch Sicherheitsdatenblätter für Nicht-Gefahrstoffe und Fertigarzneimittel von Healthcare bereit. All diese Dokumente müssen wir auf einem einheitlichen und aktuellen Stand halten. Deshalb haben wir im Berichtszeitraum unsere konzernweiten Prozesse für die Gefahrenkommunikation weitestgehend automatisiert. Nun gilt es, die Erstellung von Sicherheitsdatenblättern in unseren Unternehmensbereichen zu zentralisieren: Im Unternehmensbereich Performance Materials erstellen wir bereits seit 2017 alle Sicherheitsdatenblätter weltweit aus einem System.

~23

Mio. Sicherheitsdatenblätter stellen wir unseren Kunden insgesamt zur Verfügung.

Kunden informieren und sensibilisieren

Alle Informationen zur sicheren Verwendung unserer Produkte sind auch auf unseren Internetseiten abrufbar. Dort stellen wir zudem das Programm ScIDeEx® bereit. Damit können unsere Kunden überprüfen, ob sie eine Chemikalie unter ihren eigenen Anwendungsbedingungen gemäß REACH-Verordnung in der Europäischen Union sicher verwenden können.

Wir wollen das Bewusstsein für den Umgang mit Gefahrstoffen stärken und über den sicheren Umgang mit chemischen Produkten informieren. Weltweit führen wir dazu regelmäßig Seminare und Informationsveranstaltungen durch. Dabei vermitteln wir grundlegende Sicherheitsregeln für Labore, beispielsweise zum Umgang mit entzündlichen Lösungsmitteln und zur Lagerung von gefährlichen Chemikalien in Sicherheitsschränken oder im Warenlager.

Stakeholder
Als Stakeholder bezeichnet man Personen oder Organisationen, die ein Interesse und/oder einen berechtigten Anspruch an einem Unternehmen haben. Zu den Stakeholdern gehören beispielsweise Mitarbeiter, Geschäftspartner, Nachbarn von Standorten oder Aktionäre.
Security
Security (deutsch: Sicherheit) umfasst alle notwendigen Maßnahmen sowie Leitungs- und Kontrollaktivitäten zur Aufdeckung, Auswertung, Behandlung und Abwehr von Sicherheitsbedrohungen und kriminellen Machenschaften gegenüber Unternehmen. Sie dienen dem Schutz der Mitarbeiter sowie unserer materiellen und immateriellen Vermögenswerte.
GHS
GHS steht für „Globally Harmonized System of Classification and Labelling of Chemicals”. Es handelt sich um ein weltweit einheitliches System für die Einstufung von Chemikalien und ihre Kennzeichnung auf Verpackungen und in Sicherheitsdatenblättern.
CLP
Die europäische CLP-Verordnung (Regulation on Classification, Labelling and Packaging of Substances and Mixtures) stützt sich auf das Global Harmonisierte System (GHS) für die einheitliche Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien.
HazCom 2012
Als HazCom 2012 wird ein US OSHA (Occupational Safety and Health Administration) Standard bezeichnet, der die Sicherheit im Umgang mit Chemikalien am Arbeitsplatz betrifft. Im Fokus stehen dabei Arbeits- und Umweltschutz. Zu den Aufgaben des Inverkehrbringers gehört es, Informationen über die von einem Produkt ausgehenden Gefahren und über Risikominimierungsmaßnahmen bereitzustellen.
REACH
Die REACH-Verordnung (Verordnung (EG) Nr. 1907/2006) ist eine EU-Chemikalienverordnung, die am 1. Juni 2007 in Kraft getreten ist. REACH steht für die Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung von Chemikalien (Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals).
Global Product Strategy
Die Global Product Strategy ist eine Initiative des Weltchemieverbands ICCA (International Council of Chemical Associations), mit der sich die Unternehmen der chemischen Industrie zu umfassender Produktverantwortung verpflichten.
Product Safety Summaries
Die Product Safety Summaries informieren über Verwendung und Eigenschaften einer chemischen Substanz. Sie sind kein Ersatz für die Sicherheitsdatenblätter.
Expositionsbeurteilung
Laut dem Umweltbundesamt wird in einer Expositionsbeurteilung untersucht, auf welchem Weg und in welchem Ausmaß Menschen und Umwelt mit einem Stoff in Berührung kommen. Die Expositionsbeurteilung ist Teil der Stoffsicherheitsbeurteilung.
EHS
Environment, Health and Safety: Mit der Abkürzung werden Umweltmanagement, Gesundheitsschutz und Arbeitssicherheit in Betrieben beschrieben.

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