Arzneimittel­lieferkette

In vielen Regionen der Welt sind Arzneimittel nicht immer dort verfügbar, wo sie dringend benötigt werden. Wir möchten, dass Patienten in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen schnell, sicher und kostengünstig Zugang zu Arzneimitteln erhalten. Der Schlüssel dazu ist ein effizientes Lieferkettenmanagement sowie die Förderung der lokalen Produktion nach unseren hohen Standards.

Unser Ansatz für ein effizientes Lieferkettenmanagement

Die effiziente Organisation unser Lieferketten für Arzneimittel sorgt dafür, dass unsere Produkte in einem ordnungsgemäßen Zustand, in der richtigen Menge, rechtzeitig, kostengünstig und am richtigen Ort ausgeliefert werden. Moderne Lieferkettenlösungen erlauben es uns, unseren Bestand, aktuelle Lieferungen sowie den voraussichtlichen Medikamentenbedarf teilweise in Echtzeit zu kontrollieren.

Gemeinsam mit unseren Partnern wollen wir die Lieferketten auch in Entwicklungsländern verbessern und eine zielgerichtete Versorgung mit Medikamenten gewährleisten. Hierzu gehen wir Kooperationen mit Pharmaunternehmen und weiteren in der Lieferkette ein. Zum Teil verlagern wir unsere Produktion direkt in die Regionen und verkürzen so die Wege zum Verbraucher. Darüber hinaus können wir dank unserer Produktion vor Ort die Medikamente in diesen Ländern teilweise zu Preisen anbieten, die weit unter dem europäischen Niveau liegen.

Wie wir unsere Lieferketten effizient gestalten

Verantwortlich für die Effizienz unserer Arzneimittellieferketten ist die Einheit „Global Planning“. Sie ist Teil unserer „Biopharma Supply Network Operations“ des Unternehmensbereiches Healthcare. Diese Einheit arbeitet eng mit der Access-to-Health-Einheit zusammen und bezieht bei Bedarf Experten anderer Unternehmensbereiche ein.

Wozu wir uns verpflichten: hoher Qualitätsstandard für Pharmaproduktion

Alle unsere Arzneimittelproduktionen weltweit arbeiten nach demselben hohen Qualitätsstandard. Damit halten wir die international harmonisierten Leitlinien der „“ (Good Manufacturing Practice, GMP) und der „“ (Good Distribution Practice, GDP) uneingeschränkt ein. Dies gilt auch für beauftragte Hersteller.

Unser einheitliches Qualitätssicherungssystem gewährleistet, dass unser Qualitätsstandard überall garantiert werden kann. Es umfasst Schulungen, Qualitätskontrollen sowie Technologien, die auf jeden Standort zugeschnitten sind. Die Ergebnisse aller Audits von Gesundheitsbehörden sind konzernweit abrufbar. So sollen die verschiedenen Einheiten von den Erfahrungen und Verbesserungsmaßnahmen anderer profitieren.

Beauftragte Hersteller unterstützen wir dabei, unsere Qualitätsstandards uneingeschränkt einzuhalten. Dazu berät je ein Experte unserer „Virtual Plant Teams“ in Afrika, Asien und Lateinamerika als virtueller Standortleiter einen externen Partner. Unsere „Virtual Plant Teams“ würdigte der „Access to Medicine Index 2016“ als Best-Practice-Beispiel.

Organisatorische und technische Möglichkeiten ausnutzen

Möglichst genaue Geschäftsprognosen sind die Grundlage für ein effizientes Lieferkettenmanagement. 2017 haben wir unsere Geschäftsplanungsprozesse im Biopharma-Geschäft konzernweit harmonisiert und miteinander verbunden. Darüber hinaus führten wir eine zentrale Plattform ein, über die wir den spezifischen Bedarf von Arzneimitteln planen. Diese Daten nutzen wir, um Arzneimittel je nach Bedarf zu produzieren und zu liefern. So verhindern wir, dass Bestände vor Ort ausgehen oder veralten. Unsere Aktivitäten beginnen mit Bedarfsprognosen, die von der lokalen über die regionale zur globalen Ebene aggregiert werden. Alle beteiligten Bereiche stimmen sich mindestens monatlich dazu ab.

Bereits 2015 haben wir eine softwarebasierte Lösung für Kunden in Nordwestafrika eingeführt. Sie können dort Arzneimittel, die vom zuständigen Ministerium für Gesundheit zugelassen sind, jederzeit einfach und schnell in einem elektronischen Shop bestellen. Das System macht den lokalen Bedarf für uns transparenter; Fehlkommunikation sowie Vorlaufzeiten werden verringert.

Gemeinsam mit Partnern mehr erreichen

Unsere Kooperationen und Partnerschaften basieren auf dem unternehmensübergreifenden Austausch zentral gespeicherter Informationen, um gemeinsame Lieferketten noch effizienter zu gestalten.

Gemeinsame Datenplattform für Arzneimittelspenden

2016 führten wir „NTDeliver“ ein, ein digitales Informationstool zur Unterstützung transparenter Lieferketten von Arzneimittelspenden. Es wurde im Zuge einer vom Lieferkettenforum für (Neglected Tropical Diseases Supply Chain Forum) entwickelt. Mitglieder dieses Forums sind unter anderem die Weltgesundheitsorganisation WHO, die Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung, der Logistikdienstleister DHL sowie sechs Pharmaunternehmen, die Spendenprogramme betreiben: Merck, MSD Sharp & Dohme, GlaxoSmithKline, Pfizer, Johnson & Johnson sowie Eisai. Das neue Tool „NTDeliver“ zeigt die Lieferungen der Spenderunternehmen transparent auf – von der Bestellung durch die Weltgesundheitsorganisation WHO bis hin zur Belieferung des ersten Lagerhauses im Zielland. In einem Pilotprogramm konnten wir Lieferungen auch bis zum Behandlungsort innerhalb des Ziellands weiterverfolgen und so für durchgängige Transparenz sorgen. Dies verbessert die Koordination unserer Maßnahmen – zum Beispiel den Transport der Medikamente auf den letzten Kilometern und vermittelt sowohl uns als auch den Experten vor Ort und der WHO einen genauen Überblick über unseren länderspezifischen Lagerbestand.

Weitere Partnerschaften

Wir sind zudem Gründungsmitglied der „Accessibility Platform“, die sich 2017 im Rahmen unserer Veranstaltungsreihe Access Dialogue zum Thema „Lokale Lieferketten“ traf. Diese informelle privatwirtschaftliche Initiative will Aufmerksamkeit dafür schaffen, welche Bedeutung die Lieferkette für den Zugang zu Gesundheit hat. Durch einen offenen Multi-Stakeholder-Dialog soll die Plattform außerdem den Austausch von Wissen und Informationen fördern sowie Möglichkeiten für gemeinsames Handeln ermitteln. Auch tauschen wir Best Practice mit anderen Unternehmen und Partnern zu effizienten, lückenlosen und sicheren Lieferketten aus.

Lokale Produktion fördern

Ende 2017 eröffneten wir eine neue Produktionsstätte in Nantong, China. So können wir künftig unsere pharmazeutischen Produkte in China direkt liefern. Auch in Indien und Indonesien stellen wir Arzneimittel gegen Diabetes, Herzleiden und Erkrankungen der unteren Atemwege her. So können wir die lokalen Märkte, aber beispielsweise auch Nachbarländer wie Sri Lanka und Myanmar, schneller und günstiger mit Medikamenten beliefern.

Regionale Hersteller von Impfstoffen unterstützen

Gemeinsam mit dem „Developing Countries Vaccine Manufacturers Network“ (DCVMN) fördern wir Bildungsprogramme für Hersteller von Impfstoffen in Entwicklungs- und Schwellenländern. So geben wir unser Wissen weiter. Ziel ist es, eine sichere und qualitativ hochwertige Produktion von Impfstoffen zu gewährleisten. Seit 2014 haben wir mehr als zwölf Schulungseinheiten durchgeführt und eine Vielzahl technischer Workshops in der Region Asien-Pazifik und in Lateinamerika ausgerichtet. 2017 fanden insgesamt drei Seminare in Vietnam, Indien und China statt.

Stakeholder
Als Stakeholder bezeichnet man Personen oder Organisationen, die ein Interesse und/oder einen berechtigten Anspruch an einem Unternehmen haben. Zu den Stakeholdern gehören beispielsweise Mitarbeiter, Geschäftspartner, Nachbarn von Standorten oder Aktionäre.
Gute Herstellpraxis (GMP)
Als Gute Herstellpraxis (Good Manufacturing Practice, GMP) werden Richtlinien zur Qualitätssicherung der Produktionsabläufe und -umgebung in der Herstellung von Arzneimitteln und Wirkstoffen, aber auch bei Kosmetika, Lebens- und Futtermitteln bezeichnet.
Gute Vertriebspraxis (GDP)
Die Gute Vertriebspraxis ist die deutsche Übersetzung des EU GDP (Good Distribution Practice) Guides. Die Leitlinie definiert die Regeln einer guten Distributionspraxis für den Großhandelsvertrieb von Arzneimitteln.
öffentlich-private Partnerschaft
Als öffentlich-private Partnerschaft (Public-Private Partnership, PPP) wird die Zusammenarbeit von öffentlichen Körperschaften, Privatunternehmen und/oder Not-for-Profit-Organisationen bezeichnet.
Vernachlässigte Tropenkrankheiten
Vernachlässigte Tropenkrankheiten (Neglected Tropcial Diseases (NTD)) treten vornehmlich in Entwicklungsländern auf. Zu ihnen zählen Bilharziose (Schistosomiasis), Eingeweidewürmer, Trachom, lymphatische Filariose und Onchozerkose. Diese Gruppe von Krankheiten wird als „vernachlässigt“ bezeichnet, da sie – trotz einer erheblichen Zahl von Betroffenen – in der Vergangenheit im Vergleich zu anderen Krankheiten weniger Aufmerksamkeit und Forschungsmittel erhielten.

Sustainable Development Goals

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