Menschenrechte

Um Menschenrechte zu schützen, stehen zunächst alle Staaten in der Pflicht, einen Ordnungsrahmen vorzugeben. Besonders für international tätige Unternehmen ist es wichtig, dass dieser Rahmen auch in allen Ländern durchgesetzt wird, um Wettbewerbsbedingungen anzugleichen. Als Konzern stehen wir unsererseits in der Pflicht, Menschenrechte zu achten und dafür Sorge zu tragen, dass unsere Geschäftstätigkeit keine Menschenrechte verletzt. Wir arbeiten fortlaufend daran, menschenrechtliche Sorgfaltspflichten in unsere Prozesse einzubinden, um das Risiko einer Menschenrechtsverletzung zu minimieren und den Schutz der Menschenrechte in unserem Einflussbereich zu fördern.

Unser Ansatz, um menschenrechtliche Sorgfalt walten zu lassen

Wir bekennen uns zu unserer Verantwortung, Menschenrechte zu achten und zu schützen. Dazu möchten wir besser verstehen, welche Auswirkungen unsere Geschäftstätigkeit und unsere Geschäftsbeziehungen auf Menschenrechte haben können und welche Maßnahmen menschenrechtlicher Sorgfalt an unseren Standorten bereits greifen. Dieses Wissen hilft uns, unsere konzernweite Arbeit hinsichtlich unserer menschenrechtlichen Sorgfalt noch besser an die verschiedenen Bedürfnisse vor Ort und die jeweiligen Risikoprofile anzupassen; so können wir Unterstützungsangebote für besondere Herausforderungen entwickeln. Gleichzeitig wollen wir positive Auswirkungen unserer Tätigkeiten als Chancen identifizieren.

Im Rahmen des Deutschen Global Compact Netzwerks (DGCN) sind wir Mitglied der „Business & Human Rights Peer Learning Group“. In diesem Arbeitskreis tauschen wir uns mit anderen Unternehmen über Erfahrungen und erfolgreiche Ansätze bei der Ausübung menschenrechtlicher Sorgfalt aus.

Wie wir die Achtung der Menschenrechte verankern

Die übergeordnete Verantwortung für die Einhaltung der Menschenrechte liegt bei unserer Geschäftsleitung. Die konzernweite Koordination von Aktivitäten und Prozessen menschenrechtlicher Sorgfalt wird von der Konzernfunktion „Corporate Affairs“ übernommen. Fortschritte und Maßnahmen werden regelmäßig in den CR-Komitee-Sitzungen besprochen. Für die Umsetzung von Maßnahmen sind die jeweiligen Themenverantwortlichen in den Zentralfunktionen, Geschäftsbereichen und lokalen Einheiten zuständig.

Wozu wir uns verpflichten: Leitprinzipien, Charta und Gesetze

Die Merck-Menschenrechtscharta unterstreicht unser Bekenntnis zur Achtung der Menschenrechte und definiert die Anforderungen unseres Unternehmens. Sie verknüpft und ergänzt unsere Vorschriften und Richtlinien, die einen Bezug zu Menschenrechten haben. Dazu gehören beispielsweise unser Verhaltenskodex, die EHS-Policy („Corporate Environment, Health and Safety Policy“), die „Merck Responsible Sourcing Principles“ und die „Charta on Access to Health in Developing Countries“. Bei der Erstellung der Merck-Menschenrechtscharta banden wir Experten für Menschenrechte aus unterschiedlichen Ländern ein, beispielsweise von Gewerkschaften und Verbänden.

Die deutsche Bundesregierung verabschiedete Ende 2016 den Nationalen Aktionsplan zur Umsetzung der UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte (NAP). Wir begrüßen diese Prinzipien. Sie schreiben einerseits die staatliche Schutzpflicht fest und betonen andererseits die unternehmerische Verantwortung, Menschenrechte zu achten. Sie zeigen auch auf, wie Staaten und Unternehmen hierbei konkret vorgehen können. Mit unseren bisherigen Aktivitäten sind wir auf einem guten Weg, die im Nationalen Aktionsplan verankerten Anforderungen zu erfüllen.

In Großbritannien sind wir nach dem UK Modern Slavery Act verpflichtet, über Maßnahmen gegen Zwangsarbeit und Menschenhandel zu berichten. 2017 haben wir erstmals ein „UK Modern Slavery Statement“ verfasst. Die Erklärung wurde von unserer Geschäftsleitung verabschiedet und findet sich auf unserer Webseite.

Kontinuierliche Verbesserung unseres Risikomanagements

Auf Basis der Erfahrungen aus unserer unternehmensweiten Risikobewertung im Jahr 2012 und unserem „Pilot Human Rights Impact Assessment“ 2014 in Indien haben all unsere Länderverantwortlichen Ende 2016 eine Selbsteinschätzung zu Menschenrechten („Human Rights Self Assessment“) vorgenommen. Sie beantworteten einen von uns entwickelten Online-Fragebogen und stellten detaillierte Informationen zu den in der Menschenrechtscharta genannten wesentlichen Themenfeldern zur Verfügung. Anhand dieser Befragung wollen wir besser verstehen, wie unsere Landesgesellschaften menschenrechtliche Risiken einschätzen und mit ihnen vor Ort umgehen. Gleichzeitig wollen wir das lokale Bewusstsein für Menschenrechte stärken und eine Grundlage für gezielte Unterstützungsangebote schaffen.

2017 haben wir die Ergebnisse ausgewertet und Gespräche mit den Themenverantwortlichen in Konzernfunktionen wie Einkauf, Personalwesen und geführt. Dabei stellte sich heraus, dass in unseren Landesgesellschaften ein gutes Bewusstsein für Risiken, Richtlinien und Prozesse bezüglich menschenrechtsrelevanter Themen besteht. Hierzu gehören die Arbeitsbedingungen der eigenen Mitarbeiter, mögliche Produktauswirkungen, Datenschutz und Schutz der Privatsphäre sowie der Zugang zu Gesundheitsleistungen. In mehreren Landesgesellschaften sahen wir fundiertes Wissen und großes Interesse an Menschenrechten. Gleichzeitig identifizierten wir Bereiche in denen wir uns noch verbessern können: Das Risikobewusstsein kann zu einigen Themen noch geschärft werden. Außerdem kann unsere Sorgfaltspflicht noch stärker operativ integriert und umgesetzt werden. Diese Ergebnisse wollen wir nutzen, um unseren unternehmensweiten Risikomanagementansatz noch effektiver zu machen. Wir werden im Zuge dessen risikobasierte Maßnahmen durchführen, um das Bewusstsein für moderne Sklaverei, wie Zwangsarbeit und Menschenhandel, in unserem Konzern zu schärfen. Weiterhin werden wir unsere Mitigationsmaßnahmen in Bezug auf externe Arbeitskräfte, die Beschaffung von Produkten und Dienstleistungen sowie die Zusammenarbeit mit Vertragspartnern vor Ort prüfen und kontinuierlich verbessern.

Als eine der ersten Folgemaßnahmen aus der Selbsteinschätzung zu Menschenrechten haben wir im September 2017 einen Online-Bestätigungskurs zur Merck-Menschenrechtscharta begonnen. Konzernweit ist dieser für alle Standortleiter sowie die Führungsebene direkt unterhalb der Geschäftsleitung verbindlich. Darüber hinaus ist aus dem Bereich Einkauf die zweite und dritte Führungsebene unterhalb der Geschäftsleitung verpflichtet, am Kurs teilzunehmen. Dieser weist auch auf das Thema moderne Sklaverei und die steigenden regulatorischen Anforderungen an Unternehmen hin, beispielsweise durch den Nationalen Aktionsplan und den UK Modern Slavery Act. Mit dem Kurs bestätigen die Teilnehmer, dass sie die Merck-Menschenrechtscharta gelesen und verstanden haben und sie in ihrem Verantwortlichkeitsbereich umsetzen.

Anfang Dezember 2017 haben wir alle Teilnehmer dieser Selbsteinschätzung über die aggregierten Ergebnisse informiert. Wir forderten sie auf, in ihrem Verantwortungsbereich Schritte einzuleiten, um die identifizierten Verbesserungsmöglichkeiten umzusetzen. Außerdem haben wir daraus zahlreiche Maßnahmen abgeleitet, mit denen wir die Einbindung menschenrechtlicher Sorgfalt in unser Unternehmen fortlaufend stärken wollen. Zum Beispiel haben wir uns für 2018 vorgenommen, die bei Merck existierenden Beschwerdemechanismen zu untersuchen. Gegenstand der Untersuchung wird die Reichweite sowie die Effektivität sein.

Menschenrechte bei Investitionsentscheidungen berücksichtigen

Bei Projekten, die eine bestimmte Investitionshöhe überschreiten, entscheidet das Investment-Komitee über die Freigabe der Investition. In die Entscheidung des Komitees fließt unter anderem eine Bewertung der Umwelt-, Gesundheits- und Sicherheitsaspekte des Projekts mit ein. Der Merck-Verhaltenskodex ist für uns auch bei Investitionsprojekten verpflichtend. Dieser Kodex beinhaltet unter anderem die Einhaltung der Prinzipien des Global Compacts der Vereinten Nationen und damit auch der Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) – beispielsweise das Verbot von Kinder- und Zwangsarbeit.

Mitarbeiter informieren

Wir stellen unseren Mitarbeitern auf verschiedenen weiteren Kanälen Informationen rund um das Thema Menschenrechte zur Verfügung. Dazu gehören Themenseiten im Intranet sowie Videos und andere Beiträge, in denen Mitarbeiter erklären, wie ihre Arbeit Menschenrechte berührt.

Compliance
Unter dem Begriff Compliance wird die Einhaltung von Gesetzen und Regelwerken sowie unternehmensinternen freiwilligen Kodizes zusammengefasst. Compliance ist Bestandteil der ordnungsgemäßen Unternehmensführung.

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