Als produzierendes Wissenschafts- und Technologieunternehmen haben wir Auswirkungen auf die Umwelt. Beispielsweise erzeugen wir durch unsere Geschäftstätigkeit Luftemissionen, Abwässer und Abfälle. Zudem verwenden wir Materialien, die die Umwelt negativ beeinflussen können, wenn sie nicht fachgerecht gehandhabt werden. Daher erfüllen wir an allen Produktionsstandorten strenge Schutzvorgaben. Intelligent umgesetzter Umweltschutz schont die Umwelt und spart Kosten. Die kontinuierliche Anpassung an neue regulatorische Anforderungen ist dabei von großer Bedeutung.

Unser Ansatz zum betrieblichen Umweltschutz

Um negative Umweltauswirkungen zu minimieren und um die Umwelt zu schützen, ist ein ganzheitlicher Ansatz nötig. Unser Ziel ist es, bei unserer Geschäftstätigkeit schädliche Emissionen in die Luft, ins Wasser und ins Erdreich strengstens zu überwachen und weitestmöglich zu vermeiden.

Wie wir unseren betrieblichen Umweltschutz organisieren

Die oberste Verantwortung für den betrieblichen Umweltschutz trägt Walter Galinat, Mitglied der Geschäftsleitung. In diesen Verantwortungsbereich fallen auch die Themen Klimaschutz, Wassermanagement, Abfall und Recycling sowie Prozess- und Anlagensicherheit. Für die weltweite Steuerung aller Maßnahmen zu diesen Themen ist die Konzernfunktion „Environment, Health, Safety, , Quality“ (EQ) zuständig. Vor Ort sind die jeweiligen Standortleiter für den operativen Umweltschutz und die Arbeitssicherheit verantwortlich. Sie werden durch -Manager (Environment, Health, and Safety Manager) – an kleinen Standorten von EHS-Koordinatoren – in ihrer täglichen Arbeit unterstützt und beraten. Diese lokalen EHS-Organisationen berichten an die Konzernfunktion EQ und arbeiten eng mit dieser zusammen.

Im Jahr 2017 umfasste unsere EHS-Organisation mehr als 200 EHS-Manager sowie weiteres Personal im EHS-Bereich. Vor Ort werden diese Mitarbeiter jeweils durch weitere Funktionen unterstützt. Die Konzernfunktion EQ führt jährlich Schulungen zu dem jeweiligen EHS-Aufgabenbereich an den verschiedenen Standorten durch.

2017 entfielen auf die Maßnahmen für den betrieblichen Umweltschutz circa 26 % unserer EHS-Kosten. Die Kosten setzten sich sowohl aus laufenden Ausgaben als auch aus Investitionskosten zusammen; sie beinhalten beispielsweise Maßnahmen zur Luftreinhaltung oder zur Lärmreduzierung sowie zur Beseitigung von Altlasten.

Die Leitung der Konzernfunktion EQ informiert Walter Galinat regelmäßig, zumeist monatlich, über den betrieblichen Umweltschutz. Halbjährlich erstellt EQ einen Bericht zu Umwelt-, Gesundheits- und Sicherheitsthemen für die Geschäftsleitung. Dieser behandelt auch den Klimaschutz, das Wassermanagement, Abfall und Recycling sowie Prozess- und Anlagensicherheit. Der Fokus des Berichts liegt auf aktuellen Fortschritten. Er dokumentiert und bewertet die Arbeit der EHS-Funktion; die Geschäftsleitung nutzt ihn als Informationsquelle sowie als Nachweis für die Zertifizierung nach und BS 18001.

Zudem ist die Geschäftsleitung verantwortlich für die Freigabe von internen Richtlinien, wie beispielsweise unsere EHS-Policy (Environmental, Health and Safety Policy). Interne Standards werden vom Leiter der Konzernfunktion EQ freigegeben. Standards sind Rahmenvorgaben, Richtlinien hingegen eine übergeordnete Darstellung unserer Unternehmensposition zu einem Thema.

Unsere Konzernfunktion EQ („Environment, Health, Safety, Security, Quality“)

Festgelegte Meldeprozesse bei Vorfällen

Um potenzielle Vorfälle schnellstmöglich zu bearbeiten und Folgemaßnahmen einzuleiten, sind bei Merck verschiedene Meldeprozesse etabliert. Durch Einführung der Leistungsindikatoren EHS Incident Rate (EHS IR) und EHS Leading Indicator Rate (EHS LR) haben wir einen Meldeprozess geschaffen, der den jeweiligen Umweltvorfall, seine Schwere und alle Aktivitäten zur Risikominderung erfasst. Die Vorfälle werden konzernweit erfasst und halbjährlich an die Geschäftsleitung berichtet.

Bei schwerwiegenden Vorfällen ermöglicht unser „Rapid Incident Report System“ (RIRS) deren schnelle Meldung an die Geschäftsleitung, die Konzernfunktion EHS sowie an die Funktion „Group Communications“ (CM). Das können beispielsweise Todesfälle, Unfälle mit mehreren Verletzten oder Schäden über die Werksgrenzen hinaus sein, aber auch Umweltkatastrophen wie Erdbeben oder Überschwemmungen. Durch das RIRS können wir in solchen Fällen die Reaktionen aller Beteiligten schnell koordinieren und andere möglicherweise betroffene Standorte umgehend informieren.

Wozu wir uns verpflichten: Standards und Handlungsanweisungen

Die Grundlage für unser betriebliches Umweltmanagement bildet die konzernweite EHS-Policy (Corporate Environment, Health and Safety Policy). Sie wurde von Stefan Oschmann, dem Vorsitzenden der Geschäftsleitung, unterschrieben. Die Richtlinie orientiert sich an den Anorderungen der „Responsible Care® Global Charter“ der chemischen Industrie sowie an der Umweltmanagement-Norm ISO 14001. Sie betont die Verantwortung unserer Führungskräfte für die Handlungsfelder Umweltschutz, Gesundheit und Sicherheit. Darüber hinaus wendet sie sich an unsere Lieferanten und ermutigt diese, bezüglich Umweltschutz und Sicherheit ebenfalls verbesserte Standards einzuführen. Sie ergänzt damit die „Responsible Sourcing Principles“ unseres Einkaufs.

Interne Richtlinien, Standards und Handlungsanweisungen konkretisieren, wie wir die Grundsätze unserer EHS-Policy in die Praxis umsetzen. Das Handbuch „Merck Group EHS, Security and Quality Manual“ beispielsweise beschreibt, wie wir Umweltschutz und Arbeitssicherheit konzernweit organisieren. Das Handbuch wurde 2017 an die geänderten ISO-Normen 9001:2015 und 14001:2015 angepasst. Unser Managementsystem zum Umweltschutz wurde 2017 entsprechend der Vorgaben von ISO 14001:2015 aktualisiert.

Um mögliche EHS-Risiken bei Akquisitionen, Verkäufen oder Standortschließungen einschätzen zu können, werden sie im Rahmen einer „“ bewertet. Der Prozess wird durch unseren „EHS Due Diligence and Post Merger Transaction Standard“ vorgegeben. Neue Standorte haben bei Audits eine hohe Priorität.

Unsere internen Richtlinien, Standards und Handlungsanweisungen überprüfen wir regelmäßig. 2017 haben wir mehrere Standards und Prozesse aktualisiert oder neu eingeführt. Beispielsweise passten wir Standards zum sicheren Umgang mit Chemikalien im Betrieb an neueste Erkenntnisse und moderne Schutzkonzepte an. Zudem aktualisierten wir unseren Standard zu Anforderungen an externe Läger gemäß den Standards „Transportsicherheit“ und „Lagersicherheit“.

Wesentliche Aufwände für Umweltschutzmaßnahmen und -investitionen

Die Verhinderung und Überwachung von Emissionen in Luft, Wasser und Erdreich ist für unser Unternehmen mit erheblichen Ausgaben verbunden. Auch die ordnungsgemäße Abfallentsorgung verursacht hohe Kosten. Zudem haben wir für die Sanierung von Altlasten am Standort Gernsheim Rückstellungen gebildet. Ergänzend stellen wir über ein jährliches Budget für Grundwasser- und Bodensanierungen sicher, dass wir alle im Jahresverlauf anfallenden Maßnahmen durchführen können.

Die Aufwendungen für Umweltschutz, Gesundheit und Sicherheit beliefen sich im Jahr 2017 auf insgesamt 200 Mio. €. Darin enthalten sind auch im Berichtsjahr getätigte Investitionen. Im gleichen Zeitraum lagen unsere Rückstellungen für Umweltschutzmaßnahmen insgesamt bei 137 Mio. €. Davon entfielen 94 % auf die Merck KGaA.

Parkplatzsanierung fortgeführt

Auch im Jahr 2017 führten wir die Parkplatzsanierung am Standort Gernsheim fort. Der Umfang der Altlasten-Sanierung stellt sich dabei als deutlich größer heraus, als zunächst angenommen. Im Rahmen der Sanierung entsorgen wir seit 2008 Hexachlorcyclohexan (HCH)-Rückstände, die sich im Erdreich unter dem Parkplatz befanden. Sie werden ordnungsgemäß in externen Verbrennungsanlagen beseitigt. Die dafür vorgesehenen Rückstellungen passten wir im Laufe der Sanierungsarbeiten über zehn Jahre von 27 Mio. € auf etwa 50 Mio. € an.

Bewertung von Umweltaspekten und Meldung von Verstößen

Grundsätzlich führen wir alle drei Jahre risikobasierte Bewertungen sowie interne und externe Audits an all unseren Produktionsstandorten durch. Unser Ziel ist es, zum einen unsere Auswirkungen auf die Umwelt zu analysieren und zu verringern sowie zum anderen sicherzustellen, dass unsere Vorgaben eingehalten werden. Die Durchführung verantwortet die Konzernfunktion EQ. Bei Bedarf leiten wir aus der Bewertung anschließend geeignete Maßnahmen ab. Zudem etablierten wir Meldemechanismen, um mögliche Verstöße gegen Vorgaben aufzudecken. Im Rahmen unserer „Corporate EHS-Audits“ konnten im Jahr 2017 über 86 % der auditierten 43 Standorte mit „gut“ oder „befriedigend“ bewertet werden. Die Bewertung erfolgt auf einer fünfstufigen Skala: „ausgezeichnet“, „gut“, „befriedigend“, „schlecht“ und „kritisch“. Je nach Bewertung passen wir die Häufigkeit der Audits an. Bei guten Audit-Ergebnissen wird der Standort seltener auditiert, bei signifikanten Verstößen kann die Audit-Frist auch verkürzt werden.

Zudem können Mitarbeiter eventuelle Verstöße gegen unsere Vorgaben der -Abteilung melden. Jeder dieser Verstöße wird an die Geschäftsleitung gemeldet. Im Berichtszeitraum 2017 wurden weltweit keine signifikanten Verstöße gegen Umweltgesetze und -vorschriften registriert.

Gruppenzertifikat nach ISO 14001

Wir haben unsere Managementsysteme an die Anforderungen der revidierten Norm :2015 angepasst. 2017 wurde unser Umweltmanagementsystem erfolgreich nach der neuen ISO-Norm 14001:2015 zertifiziert.

Seit 2009 hält unser Unternehmen für die Norm ISO 14001 ein Gruppenzertifikat. Dies bedeutet, dass alle Produktionsstandorte mit mehr als 50 Mitarbeitern das Zertifikat einführen müssen. Anderen Standorten steht die Zertifizierung frei. Neue Standorte müssen schrittweise ein entsprechendes Umweltmanagementsystem mit festen Messgrößen, beispielsweise zu emissionen und zum Wasserverbrauch, aufbauen und sich nach ISO 14001 zertifizieren lassen.

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Standorte weltweit umfasst das ISO 14001-Zertifikat derzeit.

Darüber hinaus wird der betriebliche Umweltschutz auch in verschiedenen weiteren internen Standards geregelt, zum Beispiel im „Air Emissions Standard“, im Waste Management Standard oder im Energy Management Standard.

Jedes Jahr lassen wir unsere Zertifizierung extern überprüfen. 2017 haben wir 13 Audits nach ISO 14001 bestanden. Dies beinhaltet auch Standorte, die neu in das Gruppenzertifikat aufgenommen worden sind. Somit sind alle für das Gruppenzertifikat relevanten Standorte in die neue Version ISO 14001:2015 überführt. Darüber hinaus stellen wir in internen Audits sicher, dass unsere Vorgaben eingehalten werden.

Stakeholder-Dialog

In Verbänden tauschen wir uns zu übergeordneten Umweltthemen aus. 2017 beteiligten wir uns beispielsweise an Diskussionen zur Abschaffung des Heizwertkriteriums zwischen dem Verband der Chemischen Industrie e. V. (VCI) und dem deutschen Gesetzgeber. Der Leiter unserer Konzernfunktion EQ leitet den Fachausschuss Anlagensicherheit des VCI. Zudem bringen wir uns als Mitglied des „European Process Safety Center“ und der Kommission für Anlagensicherheit des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit zu Themen wie Prozess- und Anlagensicherheit ein.

Themen mit lokaler Relevanz besprechen wir auch in Bürgerdialogen vor Ort.

Security
Security (deutsch: Sicherheit) umfasst alle notwendigen Maßnahmen sowie Leitungs- und Kontrollaktivitäten zur Aufdeckung, Auswertung, Behandlung und Abwehr von Sicherheitsbedrohungen und kriminellen Machenschaften gegenüber Unternehmen. Sie dienen dem Schutz der Mitarbeiter sowie unserer materiellen und immateriellen Vermögenswerte.
EHS
Environment, Health and Safety: Mit der Abkürzung werden Umweltmanagement, Gesundheitsschutz und Arbeitssicherheit in Betrieben beschrieben.
ISO 14001
Diese internationale Norm legt weltweit anerkannte Anforderungen an ein Umweltmanagementsystem fest.
OHSAS
Occupational Health and Safety Assessment Series (OHSAS) ist ein internationales Arbeitsschutzmanagementsystem.
Due Diligence
Als Due Diligence wird eine mit „gebotener Sorgfalt“ vorgenommene Risikoprüfung bezeichnet.
Compliance
Unter dem Begriff Compliance wird die Einhaltung von Gesetzen und Regelwerken sowie unternehmensinternen freiwilligen Kodizes zusammengefasst. Compliance ist Bestandteil der ordnungsgemäßen Unternehmensführung.
ISO 14001
Diese internationale Norm legt weltweit anerkannte Anforderungen an ein Umweltmanagementsystem fest.
Treibhausgase
Treibhausgase sind Gase in der Atmosphäre, die zur globalen Erwärmung beitragen. Man unterscheidet zwischen natürlich vorkommenden Treibhausgasen und Treibhausgasen, die durch Menschen verursacht werden (zum Beispiel CO2-Emissionen durch die Verbrennung fossiler Energieträger).

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