Prozess- und Anlagensicherheit

Teil des nichtfinanziellen Berichts

Die Sicherheit unserer Anlagen und Prozesse ist ein zentrales Element unseres Umweltschutzes. Dadurch gewährleisten wir auch die Sicherheit unserer Belegschaft und der Menschen in unserer Nachbarschaft. Funktionierende Sicherheitssysteme tragen außerdem dazu bei, Fehler in der Produktion zu minimieren. Damit senken wir auch das Risiko für wirtschaftlichen Schaden.

Unser Ansatz für Prozess- und Anlagensicherheit

Wir wollen Gefahren im Produktionsablauf möglichst ausschließen. Nur so können wir Arbeitsunfälle, Produktionsausfälle oder die Freisetzung von Chemikalien vermeiden. Technische Fehler versuchen wir zu erkennen, bevor sie einen Schaden verursachen können. Durch Mitarbeiterschulungen beugen wir menschlichen Fehlern weitestmöglich vor.

Wie wir unsere Prozess- und Anlagensicherheit organisieren

Die Konzernfunktion „Environment, Health, Safety, , Quality“ (EQ) organisiert die Anlagen- und Prozesssicherheit in unserem Unternehmen. Die operative Verantwortung für Anlagen- und Prozesssicherheit liegt bei unseren Standorten und deren -Managern. Wichtig für die Sicherheit unserer Anlagen und Prozesse ist insbesondere der Brandschutz. Hierfür wenden wir circa 22 % unserer EHS-Kosten auf. Darunter fallen hauptsächlich die Kosten für die Feuerwehren an unseren Standorten.

Wir überprüfen unsere Prozess- und Anlagensicherheit im Rahmen interner EHS-Audits. Dabei auditieren wir auch relevante Lieferanten. Die Lieferantenrelevanz bewerten wir anhand von Kriterien wie Einkaufsvolumen, Kritikalität der gelieferten Rohstoffe und geografischer Lage. Stellen wir Mängel fest, müssen unsere Lieferanten diese beheben. Der Auditor überwacht ob die definierten Folgemaßnahmen durchgeführt werden.

Wozu wir uns verpflichten: Standards und Gesetze

An allen Standorten gelten die gleichen Maßstäbe für Anlagen- und Prozesssicherheit: Unser konzernweit gültiger EHS-Standard „Plant and Process Safety“ schreibt sicherheitsrelevante Regeln für alle Produktionsanlagen und Läger vor. Diese Vorgaben erstrecken sich über den gesamten Lebenszyklus einer Anlage – von Planung und Bau über Betrieb, Änderungen, Wartung und Instandhaltung bis hin zur Stilllegung. Bevor wir eine Anlage in Betrieb nehmen, erarbeiten wir ein Sicherheitskonzept, das wir bis zur Stilllegung regelmäßig überprüfen und gegebenenfalls anpassen. Es enthält eine Übersicht über potenzielle Risiken und entsprechende Schutzmaßnahmen.

Der konzernweit gültige -Standard „Spillage Control“ regelt unseren Umgang mit Gefahrstoffen. Er gibt organisatorische Maßnahmen vor, mit denen eine Freisetzung von giftigen Stoffen bei Lagerung und Transport verhindert werden soll. Darüber hinaus legt der sogenannte „Risk Management Process“ für all unsere Standorte fest, wie wir Risiken erkennen und bewerten. Bei Bedarf werden mithilfe dieses Prozesses Maßnahmen erarbeitet und umgesetzt, um diese Risiken zu minimieren. Seit 2016 ist mit der „Group Procedure Hazard and Operability Study“ klar definiert, wer im Rahmen eines Projekts für die Identifizierung potenzieller Gefahren zuständig ist und wie diese Gefahrenermittlung durchgeführt und dokumentiert wird.

Die 2012 erlassene EU-Richtlinie zur „Beherrschung der Gefahren schwerer Unfälle mit gefährlichen Stoffen“ (kurz: Seveso III) wurde Ende 2016 in deutsches Recht umgesetzt und ist am 14. Januar 2017 in Kraft getreten. Zahlreiche Neuerungen betreffen beispielsweise die „Störfallverordnung zur Verhinderung von Störfällen und Begrenzung von Störfallauswirkungen“ (kurz: 12. BImSchV). 2017 ergänzten wir die bereits vorhandenen Prozesse und Dokumente zur Ermittlung und Kommunikation potenzieller Gefahren in unseren Produktionsanlagen und Lägern.

Wir haben 2017 die notwendige Anpassung aller Sicherheitsberichte gemäß der neuen Störfallverordnung vorgenommen. Die Einsicht in die Sicherheitsberichte ist für die Öffentlichkeit jederzeit auf Anfrage möglich. Zudem erfüllen wir unsere Informationspflicht gegenüber der Öffentlichkeit. Hierzu gehören beispielsweise allgemeine Informationen über die Gefahren, die von einem Störfall ausgehen können, sowie die Darstellung wesentlicher Störfallszenarien inklusive der Maßnahmen zur Verhinderung oder auch zur Begrenzung der Folgen. Unsere Störfallbroschüre, die die Gefahren darstellt, aktualisieren wir laufend. Für den Standort Darmstadt verschicken wir die Publikation beispielsweise an circa 17.000 Haushalte im weiteren Standortumfeld. Die Broschüre ist zudem auf unserer Webseite abrufbar.

Sicherheit messbar machen

Mit unseren EHS-Leistungsindikatoren machen wir Sicherheit messbar und identifizieren Verbesserungspotenzial. Die EHS-Leistungsindikatoren verfolgen wir an allen Produktions- und Lagerstandorten sowie an großen Forschungsstandorten wie Billerica, USA, und Chilworth, Großbritannien. Dabei erfassen wir sowohl Unfälle als auch Beinaheunfälle. Wir untersuchen jedes einzelne Ereignis und ergreifen auf Basis der Auswertung Gegenmaßnahmen. So vermeiden wir, dass sich derartige Unfälle zukünftig wiederholen.

Besonders relevant ist in diesem Zusammenhang die „EHS Incident Rate“ (EHS IR) zur Erfassung und Bewertung aller kleinen und großen Ereignisse sowie der darin enthaltene Indikator „Loss of Primary Containment“ (LoPC, deutsch: Freisetzung chemischer Stoffe durch Versagen des Einschlusssystems). Ein weiterer wichtiger Indikator ist die „EHS Leading Rate“ (EHS LR) – diese beinhaltet die Anzahl und Analyse von Beinaheunfällen und kritischen Situationen.

Für die EHS-Leistungsindikatoren definierten wir konkrete Ziele. Diese legten wir mit den einzelnen Unternehmensbereichen fest. Über die EHS-Leistungsindikatoren wird die Geschäftsleitung im Rahmen von Halbjahresberichten informiert.

Die Unfall- und Ereignishäufigkeitsrate EHS IR

Wir erheben bereits seit 2013 die „EHS Incident Rate“ (EHS IR, Unfall- und Ereignishäufigkeitsrate). Sie setzt sich aus vier Arten von Vorfällen zusammen:

  • die Anzahl der Arbeitsunfälle unserer Mitarbeiter sowie der Mitarbeiter von Drittfirmen, die an unseren Standorten beschäftigt sind,
  • umweltrelevante Ereignisse nach der Definition vom europäischen „Chemical Industry Council“ (CEFIC) und dem Verband der Chemischen Industrie (VCI) – beispielsweise die Freisetzung von Substanzen,
  • das Auslösen betrieblicher Sicherheitsvorkehrungen ohne Auswirkungen für Mensch und Umwelt – beispielsweise das präventive Abschalten von Anlagen,
  • festgestellte Abweichungen im Rahmen von externen Überprüfungen und Audits.

In die Berechnung der EHS IR fließen die Anzahl der Vorfälle und die Schwere des Ereignisses im Verhältnis zu den geleisteten Arbeitsstunden ein. Je geringer die EHS IR, desto sicherer ist also ein Standort.

3,4

betrug unsere Kennzahl EHS IR im Jahr 2017. Damit liegt sie auf einem stabil guten Niveau wie 2016.

Im Jahr 2017 registrierten wir konzernweit an unseren Produktions-, Forschungs- und Lagerstandorten keine wesentlichen störungsbedingten Freisetzungen von Substanzen.

Maßnahmen nach dem „Risk Management Process“

Unser „Risk Management Process“ legt für all unsere Standorte fest, wie wir Risiken erkennen und bewerten. Im Rahmen des Prozesses wurden 2017 verschiedene Maßnahmen umgesetzt:

Den Performance Materials Standort Suzhou, China, unterzogen wir nach seiner Übernahme 2014 einem umfassenden Audit. Dabei haben wir Mängel erkannt und Maßnahmen eingeleitet, um sie zu beheben. In diesem Kontext haben wir im Jahr 2017 sowohl die Prozesse als auch die Anlagensicherheit der bestehenden Destillationsanlage verbessert.

Schulungen und Austausch

Die Sicherheit unserer Anlagen und Prozesse beruht auf einem guten Zusammenspiel von Mensch und Maschine. Aus diesem Grund legen wir sehr großen Wert darauf, unsere Mitarbeiter an den Standorten auszubilden und regelmäßig zu schulen. Die internen Fortbildungsmaßnahmen für Standort-, Produktions-, Technik- und EHS-Verantwortliche umfassen auch die Prozess- und Anlagensicherheit. Ebenso werden alle neu eingestellten EHS-Manager während des sogenannten Onboardings auch zur Prozess- und Anlagensicherheit geschult. 2017 nahmen 19 neue Mitarbeiter an solch einem Onboarding teil.

Ein kontinuierlicher Informations- und Erfahrungsaustausch ist zur Verbesserung der Sicherheit sehr wichtig. So können alle unsere Produktionsstandorte aus den Ereignissen an anderen Standorten lernen und vorbeugende Maßnahmen umsetzen. Standortleiter und EHS-Manager tauschen sich beispielsweise monatlich in den „Safety Leadership Calls“ über neue Erfahrungen aus. Ergänzend gibt es regelmäßige Gesprächsrunden der EHS-Manager der Standorte.

Security
Security (deutsch: Sicherheit) umfasst alle notwendigen Maßnahmen sowie Leitungs- und Kontrollaktivitäten zur Aufdeckung, Auswertung, Behandlung und Abwehr von Sicherheitsbedrohungen und kriminellen Machenschaften gegenüber Unternehmen. Sie dienen dem Schutz der Mitarbeiter sowie unserer materiellen und immateriellen Vermögenswerte.
EHS
Environment, Health and Safety: Mit der Abkürzung werden Umweltmanagement, Gesundheitsschutz und Arbeitssicherheit in Betrieben beschrieben.
EHS
Environment, Health and Safety: Mit der Abkürzung werden Umweltmanagement, Gesundheitsschutz und Arbeitssicherheit in Betrieben beschrieben.

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