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Prognose für die Merck-Gruppe 

Unsere Prognosen für Merck berücksichtigen die Risiko- und Chancenabwägungen des Unternehmens nach Maßgabe unserer operativen Planung und mittelfristigen Annahmen. Mögliche Akquisitionen, Verkäufe und Sondermaßnahmen dagegen sind nicht enthalten. Die Prognosen gehen von einer moderaten Energie- und Rohstoffpreisentwicklung sowie von steigenden Personalkosten aus. Da wir Spezialchemikalien herstellen, sind wir von der Entwicklung des Ölpreises weitgehend unabhängig. Insgesamt erwarten wir für unsere Geschäfte stabile Preise oder marktorientierte Preiserhöhungen und sehen uns in der Sparte Performance Materials einem signifikanten Preisdruck ausgesetzt. Auch im Pharmabereich sehen wir einen kontinuierlichen Preisdruck, insbesondere auf Grund der strukturellen Probleme der Gesundheitssysteme.

Die prognostizierte Entwicklung der Gesamterlöse für die gesamte Merck-Gruppe mit ihren Sparten ist in der folgenden Tabelle dargestellt:

Gesamtübersicht 2010 - 2011

XLS

 

 

 

 

Gesamterlöse

*

Chemiesparten vergleichbar dargestellt.

in Mio EUR

angepasste
Ist-Werte
2010*

Prognose
2011

Merck Serono

5.754

5 % – 10 %

Consumer Health Care

472

7 % – 12 %

Merck Millipore*

1.613

51 % – 56 %

Performance Materials*

1.452

2 % – 7 %

Merck-Gruppe

9.291

13 % – 18 %

Ab dem Jahr 2011 wird das Geschäftsfeld Cosmetics Actives in der Sparte Performance Materials geführt. Im berichteten Vorjahr hingegen war dieses Geschäftsfeld noch Teil der Sparte Merck Millipore. Die für diese Sparten prognostizierten Wachstumsraten in diesem Bericht basieren daher auf angepassten Ist-Werten für das Jahr 2010.

Vor dem Hintergrund der zu erwartenden gesamtwirtschaftlichen Entwicklung rechnet die Geschäftsleitung – ausgehend von den Gesamterlösen in Höhe von 9.291 Mio EUR im Jahr 2010 – mit einem Anstieg der Gesamterlöse für das Jahr 2011 in einer Spanne zwischen 13 % und 18 % und für das Jahr 2012 mit einem weiteren Wachstum. Die Geschäftsleitung geht weiter davon aus, dass das Operative Ergebnis der Gruppe von 1.113 Mio EUR im Jahr 2010 zwischen 35 % und 45 % in 2011 und in 2012 ebenfalls steigen wird. Auch das Ergebnis nach Steuern, ohne Berücksichtigung eventueller Sondermaßnahmen, wird sich in diesem Zeitraum verbessern.

Durch die Millipore-Akquisition hat sich unsere Verschuldung erhöht. Merck hatte 2010 eine Eigenkapitalquote von 46,3 % sowie Nettofinanzschulden in Höhe von 4.484 Mio EUR. Bei der Eigenkapitalquote erwarten wir einen leichten Anstieg auf hohem Niveau. Wir planen, in den nächsten Jahren die Verschuldung um rund 2 Mrd EUR zurückzuführen. Ausgehend von dem sehr hohen Basis Free Cash Flow in Höhe von 1.670 Mio EUR in 2010 gehen wir auch für die beiden folgenden Jahre von einem weiterhin hohen Basis Free Cash Flow aus. Falls es zu Zahlungen für Rechtsstreitigkeiten kommen sollte, würde der Basis Free Cash Flow negativ beeinflusst werden. Die Investitionen in Sachanlagen werden in den nächsten Jahren unterhalb des Niveaus von 2010 liegen. Ausgehend von einem Aufwand für Forschung und Entwicklung in Höhe von 1.397 Mio EUR im Jahr 2010, wird Merck auch in den Jahren 2011 und 2012 eine Forschungsquote von rund 14 % bis 15 % erreichen.

Merck verfügt über ein umfangreiches Risiko- und Chancenmanagement, das im Risikobericht beschrieben ist. Bezogen auf den im Prognosebericht unterstellten Prognosezeitraum von zwei Jahren sehen wir im Wesentlichen geschäftsbezogene Chancen und Risiken. Durch die Diversifizierung und das breit angelegte Produktportfolio von Merck ergeben sich je Sparte sehr unterschiedliche Spektren wichtiger Chancen und Risiken. Erläuterungen hierzu finden sich bei den jeweiligen Sparten.


Prognose für das Segment Konzernkosten und Sonstiges

Das Segment Konzernkosten und Sonstiges enthält die Kosten der Konzernfunktionen. Dies sind unter anderen Kosten der internen Revision, der Rechts- und Steuerabteilung, Kosten für die Hauptversammlung etc. Steuern für die Merck-Gruppe werden hier ebenso ausgewiesen wie das Finanzergebnis. Das Operative Ergebnis wird, ausgehend von –90 Mio EUR im Jahr 2011, unverändert bleiben. Für das Jahr 2012 rechnen wir mit einem Kostenanstieg.

Dividendenentwicklung

Für das Jahr 2010 schlagen wir der Hauptversammlung eine Dividende von 1,25 Euro je Aktie vor. Aufgrund unserer Ergebniserwartung stellt Merck seinen Eigentümern – der Merck-Familie und den Aktionären – eine weiterhin ertragsorientierte Ausschüttung in Aussicht.

Zusammenfassung

Die Geschäftsleitung geht für die Merck-Gruppe in beiden Jahren von einem Wachstum bei Gesamterlösen und Operativem Ergebnis aus. Die höheren Finanzschulden der Merck-Gruppe, welche durch die Millipore-Akquisition entstanden sind, werden in den nächsten Jahren, auch auf Grund unseres hohen Free Cash Flows, stetig zurückgeführt. Dies wird auch weiterhin zu soliden Bilanzrelationen führen.

Die tatsächlichen Ergebnisse der Merck-Gruppe und ihrer Sparten können wesentlich von den Erwartungen über die voraussichtliche Entwicklung abweichen, wenn eine der hier genannten oder andere Unsicherheiten eintreten oder sich die den Aussagen zu Grund liegenden Planungsannahmen als unzutreffend erweisen.

© Merck KGaA, Darmstadt, Germany, Last Update 23.02.2010