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Prognose für den Unternehmensbereich Pharma 

Prognose für die Pharmabranche allgemein

Der weltweite Pharmamarkt soll laut dem Marktforschungsinstitut IMS Health im Jahr 2011 um 5 % bis 7 % auf 880 Mrd USD zulegen. Die USA bleibt der weltgrößte Markt und soll gemäß IMS Health im Jahr 2011 um 3 % bis 5 % wachsen. Der japanische Markt, die Nr. 2 der Welt, wird 2011 nicht von den obligatorischen, staatlich verordneten Preiskürzungen betroffen sein, die alle zwei Jahre stattfinden. Daher kann dort von einem Wachstum von 5 % bis 7 % ausgegangen werden. China, nun der weltweit drittgrößte Pharmamarkt, wird nach IMS Health zwischen 25 % und 27 % wachsen und ein Volumen von rund 50 Mrd USD erreichen. Die fünf großen EU-Märkte (Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Großbritannien) sollen zwischen 1 % und 3 % wachsen. Länder mit aufstrebenden Pharmamärkten, d.h. solchen, in denen die Regierungen die Gesundheitsausgaben intensivieren und in denen der Bedarf steigt, werden voraussichtlich ein Wachstum zwischen 15 % und 17 % auf 170 bis 180 Mrd USD erreichen. Zu diesen insgesamt 17 Ländern zählt IMS Health u. a. die BRIC-Staaten Brasilien, Russland, Indien und China.

IMS rechnet damit, dass bis zum Jahr 2014 der Weltpharmamarkt durchschnittlich pro Jahr um 5 % bis 8 % wachsen wird – und zwar auf ein Volumen von 1.130 Mrd USD bis 1.160 Mrd USD. Die fünf größten EU-Märkte sollen bis zum Jahr 2014 um 1 % bis 4 % (auf 170 Mrd USD bis 200 Mrd USD) zulegen, Japan zwischen 2 % und 5 % (auf 100 Mrd USD bis 130 Mrd USD) und die USA zwischen 3 % und 6 % (auf 360 Mrd USD bis 390 Mrd USD). Für die aufstrebenden 17 Pharmamärkte wird ein Wachstum ihrer Gesundheitsmärkte zwischen 14 % und 17 % (auf 260 Mrd USD bis 290 Mrd USD) prognostiziert.

Nach Therapiegebieten betrachtet, sieht IMS Health bis 2014 ein Wachstum von über 10 % unter anderem für Produkte zur Bekämpfung von Krebserkrankungen, gegen Multiple Sklerose sowie zur Behandlung von HIV sowie gegen Diabetes, da in diesen Gebieten viele neue Produkte auf dem Markt erwartet werden. Alleine für 2011 rechnen die Marktforscher mit der Markteinführung von fünf neuen Produkten mit Blockbuster-Potenzial (Produkte mit einem Umsatz von über einer Milliarde USD).

Prognose für die Sparte Merck Serono

Für die Sparte Merck Serono rechnet die Geschäftsleitung 2011 mit einem Anstieg der Gesamterlöse – ausgehend von 5.754 Mio EUR im Jahr 2010 – in einem Korridor von 5 % bis 10 % und 2012 mit einem weiteren Wachstum. Beim Operativen Ergebnis wollen wir, ausgehend von 565 Mio EUR im Jahr 2010, ein deutliches Wachstum für 2011 und eine weitere Steigerung für 2012 erreichen. Der stärkere Anstieg im Vergleich zu den Gesamterlösen ist auf eine nur moderate Kostensteigerung, vor allem im Bereich Marketing und Vertrieb, zurückzuführen. Außerdem hatten 2010 hohe Wertberichtigungen das Operative Ergebnis belastet.

Als regelmäßig wiederkehrenden Aufwand enthält das Ergebnis die Abschreibungen auf die beigelegten Zeitwerte der immateriellen Vermögensgegenstände, welche durch die Serono-Akquisition angesetzt wurden. Die planmäßigen Abschreibungen werden für die Jahre 2011 und 2012 voraussichtlich jeweils rund 600 Mio EUR betragen.

In den folgenden Jahren werden die Kosten für Forschung und Entwicklung unverändert wieder bei der Zielmarke von 20 % der Gesamterlöse der Sparte Merck Serono liegen.

Für Merck sind die Märkte Krebstherapeutika und Multiple Sklerose sehr wichtig, da wir dort Patienten Behandlungsoptionen anbieten. Medikamente zur Behandlung von Krebserkrankungen bleiben nach Kalkulationen des Pharmadienstleistungsunternehmens Evaluate Pharma nach wie vor das Gebiet mit den höchsten Umsatzzahlen. Der Anteil von Krebsmedikamenten am gesamten Pharmamarkt lag im Jahr 2009 bei 7,9 % und soll bis zum Jahr 2016 auf 8,8 % zunehmen; bei Umsätzen von dann deutlich über 70 Mrd USD. Medikamente zur Behandlung von Multipler Sklerose brachten es 2009 mit einem Volumen von 10 Mrd USD auf Rang 14. Hier sagt Evaluate Pharma einen jährlichen durchschnittlichen Anstieg bis 2016 um 3 % auf 12 Mrd USD vorher.

Der Anteil an Biotech-Produkten unter den 100 meistverkauften Pharmazeutika lag 2009 bei 31 %. Er soll bis 2016 auf 48 % ansteigen. Diese Zahl ist für Merck interessant, da bei uns schon jetzt über 50 % unseres Pharma-Umsatzes von Biotech-Produkten stammen.

Wichtige Chancen und Risiken für die Sparte Merck Serono sehen wir eng mit der erfolgreichen Einführung neuer Produkte verbunden:

Der Fokus für Merck Serono wird daher insbesondere auf den Markteinführungen der Cladribin-Tabletten liegen. Cladribin wurde in 2010 bereits in Russland und Australien zugelassen.

Für Europa hat das Committee for Medicinal Products for Human Use (CHMP) der European Medicines Agency (EMA) im September 2010 eine negative Stellungnahme zur Markteinführung abgegeben. Wir hatten bei der EMA Einspruch gegen die Entscheidung eingelegt, um eine erneute Prüfung des Antrags zu erreichen. Im Januar 2011 wurde die bisherige Einschätzung der EMA bestätigt und der Antrag auf Marktzulassung für Cladribin-Tabletten endgültig negativ beschieden. Dies wurde in unserer Prognose berücksichtigt. Nach der erneuten Einreichung unseres Antrags auf Zulassung für Cladribin-Tabletten bei der US-amerikanischen Zulassungsbehörde FDA (Food and Drug Administration) im Juni 2010 hat die FDA eine beschleunigte Prüfung des Antrags zugesagt. Im November 2010 hat die FDA den Prüfungszeitraum des Antrags um 3 Monate verlängert, so dass mit einer Entscheidung Ende Februar 2011 zu rechnen ist. Wir werden auch weiterhin darauf hinarbeiten, ein orales, krankheitsmodifizierendes Medikament für die Behandlung der schubförmigen Multiplen Sklerose bereitzustellen.

Daneben bietet auch das bestehende Geschäft Wachstumschancen. Diese liegen insbesondere in Märkten wie Asien, hier speziell China, aber auch Russland oder Lateinamerika sowie in einer Weiterentwicklung bestehender Produkte (Life-Cycle-Management), beispielsweise mit neuen Darreichungsformen.

Weitere Risiken in dieser Sparte bestehen auf Grund der hohen Staatsverschuldung in einigen Ländern und der damit einhergehenden beabsichtigten Senkung von Ausgaben im Gesundheitswesen, die zu Umsatzeinbußen führen können.

Prognose für die Sparte Consumer Health Care

Für die Sparte Consumer Health Care geht die Geschäftsleitung davon aus, dass die Gesamterlöse, basierend auf den Zahlen des Jahres 2010 in Höhe von 472 Mio EUR, 2011 zwischen 7 % und 12 % steigen werden und 2012 ebenfalls weiter wachsen können. Auf Basis des Operativen Ergebnisses von 2010 in Höhe von 14 Mio EUR wird ein deutliches Wachstum in 2011 angestrebt. In 2012 gehen wir ebenfalls von einer weiteren Steigerung aus. Die Verbesserung des Betriebsergebnisses ist auf eine erhöhte Marge und moderate Kostensteigerungen zurückzuführen. Aufgrund der schwierigen Geschäftsentwicklung in China und Mexiko lag die Sparte in 2010 mit dem Umsatz unter den Erwartungen. Neben diesen beiden Effekten beeinflussten weiterhin ein Lagerbrand in Großbritannien sowie außerplanmäßige Abschreibungen das Operative Ergebnis.

Die Marktforscher von Nicholas Hall rechnen für das Jahr 2011 mit einem weltweiten Wachstum der Schlüsselmärkte für rezeptfreie Medikamente von 4,8 %. Begründet wird dieses Wachstum mit einer weiteren Erholung der Märkte von dem Abwärtstrend, der auf die Wirtschaftskrise folgte. Die Experten schlüsseln diese Vorhersage in folgende Einzelmärkte auf: Das stärkste Wachstum sehen sie in Lateinamerika (8,8 %), gefolgt vom asiatisch-pazifischen Markt (7,9 %). Für Europa rechnen sie mit einem Zuwachs von 3,5 %, für Japan von lediglich 0,5 %.

Chancen sehen wir in einem sich verstärkenden Wachstumstrend, basierend auf der Fokussierung des Produktportfolios in den strategischen Marken. Diese sind im Premiumpreissegment angesiedelt und entwickeln sich gegenüber dem globalen OTC-Markt überdurchschnittlich. Unser regionaler Schwerpunkt liegt neben den überproportional wachsenden lateinamerikanischen Märkten nach wie vor in Europa. Risiken für das Geschäft bestehen in sich ändernden gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen, welche sich negativ auf das Geschäft auswirken können.

© Merck KGaA, Darmstadt, Germany, Last Update 23.02.2010