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Erläuterungen zum Konzernzwischenabschluss der Merck-Gruppe zum 31.März 2010 

Der vorliegende Konzernabschluss ist auf die das operative Geschäft der Merck-Gruppe führende Merck KGaA, Darmstadt, als Obergesellschaft aufgestellt.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Der ungeprüfte Zwischenabschluss der Merck-Gruppe zum 31. März 2010 entspricht den Vorschriften des IAS 34. Er wurde gemäß den Vorschriften der am Abschlussstichtag gültigen und von der Europäischen Union anerkannten International Financial Reporting Standards (IFRS) erstellt. In Übereinstimmung mit den Vorschriften des IAS 34 wurde ein verkürzter Berichtsumfang gegenüber dem Konzernabschluss zum 31. Dezember 2009 gewählt. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden – mit Ausnahme der im Folgenden beschriebenen Ausweisänderungen- gegenüber dem Vorjahr beibehalten. Im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2009 ist Merck dazu übergegangen, Provisionserlöse als Teil der Gesamterlöse auszuweisen. Des Weiteren wurde erstmals im 1. Quartal 2010 in der Gewinn- und Verlustrechnung eine separate Position „Lizenz- und Provisionsaufwendungen“ eingeführt. In der Quartalsberichterstattung des Vorjahres waren die Lizenz- und und Provisionsaufwendungen sowie die Provisionserlöse in den Marketing- und Vertriebskosten ausgewiesen. Die Vorjahresdarstellung und die Kennzahlen wurden entsprechend angepasst. Die Erläuterungen im Anhang zum Konzernabschluss 2009 der Merck-Gruppe, insbesondere im Hinblick auf die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, gelten entsprechend.

Als Ertragsteuern werden die in den einzelnen Ländern erhobenen Steuern auf den steuerpflichtigen Gewinn sowie die Veränderung der latenten Steuerpositionen ausgewiesen. Die Ertragsteuern im Zwischenabschluss werden auf Basis der Ergebnisse der einbezogenen Gesellschaften und des jeweils gültigen Steuersatzes als bestmögliche Schätzung ermittelt.

Die Aufstellung des Zwischenabschlusses erfordert es, dass in einem bestimmten Umfang Annahmen getroffen und Schätzungen vorgenommen werden müssen. Die Annahmen und Schätzungen basieren auf dem aktuellen Kenntnisstand und den aktuell verfügbaren Daten.

Folgende Änderungen von Standards und folgende Interpretationen gelten ab dem Geschäftsjahr 2010 verbindlich:

  • Änderung des IAS 27 „Konzern- und separate Einzelabschlüsse“
  • Änderung des IAS 39 „Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung: Geeignete Grundgeschäfte“
  • Überarbeitete Fassung von IFRS 1 „Erstmalige Anwendung der International Financial Reporting Standards“
  • Änderung des IFRS 2 „Anteilsbasierte Vergütung“
  • Überarbeitete Fassung des IFRS 3 „Unternehmenszusammenschlüsse“
  • „Verbesserungen an den International Financial Reporting Standards“
  • IFRIC 12 „Dienstleistungskonzessionsvereinbarungen“
  • IFRIC 15 „Verträge über die Errichtung von Immobilien”
  • IFRIC 16 „Absicherung einer Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb”
  • IFRIC 17 „Sachdividenden an Eigentümer“
  • IFRIC 18 „Übertragung von Vermögenswerten durch einen Kunden”

Die neuen Regelungen haben keine wesentlichen Auswirkungen auf den Zwischenabschluss.

Konsolidierungskreis

Zum 31. März 2010 sind 178 (31. Dezember 2009: 176) Gesellschaften voll konsolidiert. Anteilig werden derzeit keine Unternehmen einbezogen. Ein assoziiertes Unternehmen wird nach der Equity-Methode bewertet. Seit Jahresbeginn 2010 ergaben sich folgende Änderungen: Neu in den Konsolidierungskreis aufgenommen wurden fünf neu gegründete Gesellschaften. Drei Gesellschaften wurden liquidiert und sind aus dem Konsolidierungskreis ausgeschieden.

Geplante Akquisition von Millipore

Die Merck KGaA und Millipore Corporation, ein führendes Life-Science-Unternehmen mit Sitz in Billerica, Massachusetts, USA, haben am 28. Februar 2010 die Unterzeichnung eines Vertrags zur Übernahme aller ausstehenden Aktien von Millipore für 107 USD pro Aktie in bar durch Merck bekannt gegeben. Dies entspricht einem Transaktionsvolumen inklusive Nettoverschuldung von rund 5,3 Mrd EUR (7,2 Mrd USD). Der Verwaltungsrat (Board of Directors) von Millipore und die erforderlichen Gremien von Merck haben der Transaktion zugestimmt. Die Finanzierung der Transaktion wird durch vorhandene Barbestände sowie Fremdmittel sichergestellt. Neben Mitteln aus der Begebung von Anleihen im Nominalvolumen von 3,2 Mrd EUR steht ein Darlehen in Höhe von 1,0 Mrd EUR zur Verfügung, das die Bank of America, Merrill Lynch, die BNP Paribas und die Commerzbank Aktiengesellschaft zur Verfügung stellen. Der erfolgreiche Abschluss der Transaktion steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Millipore-Aktionäre. Hierzu plant Millipore eine außerordentliche Hauptversammlung am 3. Juni einzuberufen. Im Anschluss an die Zustimmung der Millipore-Aktionäre und sobald alle weiteren Bedingungen zum Abschluss der Transaktion – wie etwa die Genehmigung durch die Kartellbehörden – erfüllt sind, werden alle ausstehenden Aktien in Rechte umgewandelt, die vereinbarte Barzahlung zu erhalten. Merck und Millipore erwarten den Abschluss der Transaktion im zweiten Halbjahr 2010.

Segmentbericht

Vermögens- und Ertragszahlen sowie weitere Kenngrößen sind nach Tätigkeitsgebieten im Segmentbericht aufgegliedert. Die Segmentierung erfolgt in Übereinstimmung mit der internen Berichterstattung für die Merck-Gruppe. Die Tätigkeitsfelder beschreiben wir im Einzelnen im Zwischenlagebericht in den Kapiteln zu den Sparten. Aufwendungen und Erträge sowie Vermögen und Cash Flows werden vollständig den berichteten Sparten zugeordnet – soweit es Konzernfunktionen anbelangt dem Segment Konzernkosten und Sonstiges. Das Finanzergebnis und die Ertragsteuern sowie daraus resultierende Cash Flows werden ausschließlich dem Segment Konzernkosten und Sonstiges zugewiesen. Die Verrechnungspreise für konzerninterne Umsätze legen wir marktorientiert fest. Zwischen den Segmenten bestanden keine wesentlichen Innenbeziehungen. Für das Betriebsvermögen im Segmentbericht galt folgende Überleitung:

XLS

in Mio EUR 

31. März
2010

31. Dezember
2009

Vermögenswerte

20.583,7

16.712,6

Monetäre Aktiva (Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Ausleihungen, Wertpapiere)

–5.483,3

–2.119,7

Finanzanlagen zur Unterlegung von Pensionsverpflichtungen

–212,7

–209,6

Nicht operative Forderungen, Steuererstattungsansprüche, latente Steuern und latente Pensionsverpflichtungen

–645,2

–635,6

Betriebsvermögen (brutto)

14.242,5

13.747,7

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

–927,7

–935,7

Sonstige operative Verbindlichkeiten

–574,7

–465,3

Betriebsvermögen (netto)

12.740,1

12.346,7

Ergebnis je Aktie

Das unverwässerte Ergebnis je Aktie ergibt sich aus dem Ergebnis nach nicht beherrschenden Anteilen dividiert durch die gewichtete durchschnittliche Anzahl der theoretisch ausstehenden Aktien. Die theoretische Aktienzahl berücksichtigt, dass das Komplementärkapital nicht in Aktien verbrieft ist. Entsprechend der Unterteilung des Grundkapitals in Höhe von 168,0 Mio EUR in 64.621.126 Aktien ergibt sich eine theoretische Aktienzahl von 152.767.813 Stück für das Komplementärkapital in Höhe von 397,2 Mio EUR. Insgesamt resultieren somit 565,2 Mio EUR beziehungsweise 217.388.939 Stück theoretisch ausstehender Aktien.

XLS

 

1. Quartal
2010

1. Quartal
2009

Ergebnis nach nicht beherrschenden Anteilen (Mio EUR)

191,4

56,7

gewichtete durchschnittliche Anzahl theoretisch ausstehender Aktien (Mio Stück)

217,4

217,4

unverwässertes Ergebnis je Aktie (EUR)

0,88

0,26

Zum Stichtag 31. März 2010 existieren keine potenziell verwässernd wirkenden Aktien. Das verwässerte Ergebnis je Aktie entspricht dem unverwässerten Ergebnis je Aktie.

Finanzierung

Die Merck Financial Services GmbH hat im März 2010 Euro-Anleihen in drei Tranchen begeben, die eine zweijährige Emission mit einem Volumen in Höhe von 0,5 Mrd EUR, eine fünfjährige Emission mit einem Volumen in Höhe von 1,35 Mrd EUR sowie eine zehnjährige Emission mit einem Volumen in Höhe von 1,35 Mrd EUR beinhalten. Die zweijährige Tranche, die zu einem Ausgabekurs von 99,775 % emittiert wurde, weist einen Kupon von 2,125 % auf. Die fünfjährige Tranche, die zu einem Ausgabekurs von 99,769 % begeben wurde, weist einen Kupon von 3,375 % aus. Die zehnjährige Tranche, die zu einem Ausgabekurs von 99,582 % emittiert wurde, weist einen Kupon in Höhe von 4,500 % auf. Die Anleihen werden an der Luxemburger Wertpapierbörse im regulierten Markt zugelassen und werden unter dem so genannten EMTN Emissionsprogramm (Euro Medium Term Note) begeben. Der Emissionserlös dient der Finanzierung der angekündigten Akquisition des amerikanischen Unternehmens Millipore Corporation.

Darüber hinaus hat die Merck Financial Services GmbH im Zusammenhang mit der Finanzierung der geplanten Übernahme von Millipore eine Kreditfazilität in Höhe von 1,0 Mrd. Euro vereinbart, mit einer Laufzeit von 3 Jahren zu variablen Zinssätzen, die von einem definierten Bankenkreis zur Verfügung gestellt wird.

Angaben zu nahe stehenden Unternehmen und Personen

Zum 31. März 2010 bestanden Verbindlichkeiten der Merck KGaA, der Merck Financial Services GmbH und der Merck & Cie, Altdorf, gegenüber der E. Merck KG in Höhe von 310 Mio EUR. Ferner bestanden zum 31. März 2010 Forderungen der Merck KGaA gegenüber der E. Merck KG in Höhe von 9,4 Mio EUR und gegenüber der E. Merck Beteiligungen KG in Höhe von 1,1 Mio EUR. Die Salden resultieren im Wesentlichen aus den Ergebnisabführungen der Merck & Cie an die E. Merck KG sowie den gegenseitigen Ergebnisabführungen zwischen Merck KGaA und E. Merck KG. Sie enthielten Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 109 Mio EUR, die zu marktüblichen Konditionen verzinst werden. Von Januar bis März 2010 erbrachte die Merck KGaA Dienstleistungen für die E. Merck KG im Wert von 0,3 Mio EUR. Gesellschaften der Merck-Gruppe lieferten von Januar bis März 2010 Waren im Wert von 0,1 Mio EUR an assoziierte Gesellschaften.

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Merck hatte keine wesentlichen Ereignisse nach dem Bilanzstichtag.

© Merck KGaA, Darmstadt, Germany, Last Update 23.02.2010