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Pharma | Merck Serono 

Merck Serono, die Sparte für innovative verschreibungspflichtige Medikamente, steuerte als größte Sparte der Merck-Gruppe 66% der Gesamterlöse des Unternehmens und 93% der Gesamterlöse des Unternehmensbereichs Pharma bei.

Merck Serono | Kennzahlen

 

 

 

XLS

 

 

 

 

 

in Mio EUR

2. Quartal
2010

Verände-
rung in %

Jan.–Juni
2010

Verände-
rung in %

Gesamterlöse

1.450,5

10,0

2.857,3

8,5

Bruttoergebnis

1.218,8

10,7

2.405,3

8,0

Forschung & Entwicklung

–296,1

–2,0

–600,6

4,6

Operatives Ergebnis

163,6

31,2

341,6

13,7

Sondermaßnahmen

Free Cash Flow

257,5

83,4

448,9

22,1

Basis Free Cash Flow

257,5

83,4

448,9

22,1

ROS in %

11,3

 

12,0

 

Geschäftsentwicklung

Die Sparte Merck Serono steigerte im Berichtsquartal ihre Gesamterlöse um 10% von 1.319 Mio EUR im Vorjahresquartal auf 1.451 Mio EUR. Getragen wurde das starke Wachstum von den zwei umsatzstärksten Produkten der Sparte, den Biopharmazeutika Rebif® und Erbitux®. Nach Regionen betrachtet stiegen die Umsatzerlöse am deutlichsten in China, Japan und Lateinamerika. Positive Währungseffekte in Höhe von 3,6% trugen ebenfalls zum Zuwachs bei. Im Halbjahr stiegen die Gesamterlöse der Sparte Merck Serono um 8,5% gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 2.857 Mio EUR.

Die Lizenz- und Provisionserlöse stiegen im 2. Quartal 2010 um 30% auf 101 Mio EUR. Dies ist auf Wertberichtigungen für das 1. Quartal, positive Währungseffekte sowie Meilensteinzahlungen zurückzuführen

Merck Serono | Umsatzerlöse nach Regionen – Q2

Merck Serono | Umsatzerlöse nach Regionen – Q2 (Tortendiagramm)

Das Bruttoergebnis der Sparte stieg im 2. Quartal um 11% auf 1.219 Mio EUR. Die Marketing- und Vertriebskosten erhöhten sich im Berichtsquartal um 12% angesichts der Kosten für die Vorbereitung der Markteinführung von Cladrinbine-Tabletten für die Behandlung von Multipler Sklerose. Die Lizenz- und Provisionsaufwendungen stiegen aufgrund höherer Erbitux®-Umsätze, vor allem in Japan, sowie höherer Lizenzerträge um 14%.

Die quartalsmäßig gebuchten Belastungen für Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte in Zusammenhang mit der Kaufpreisallokation für Serono im Jahr 2007 lagen im 2. Quartal 2010 gleichbleibend zum Vorjahresquartal bei 143 Mio EUR.

Trotz höherer Marketing- und Vertriebskosten führte das verbesserte Bruttoergebnis der Sparte zu einer Steigerung des Operativen Ergebnisses im Berichtsquartal um 31% auf 164 Mio EUR. Im 1. Halbjahr 2010 erhöhte sich das Operative Ergebnis um 14% auf 342 Mio EUR.

Die Umsatzrendite (ROS) von Merck Serono betrug im 2. Quartal 11,3% gegenüber 9,5% im Vorjahresquartal. Die bereinigte Umsatzrendite (Core ROS), die gemäß Definition von Merck Abschreibungen immaterieller Vermögenswerte in Zusammenhang mit Serono ausschließt, erhöhte sich von 20,6% im Vorjahresquartal auf 21,1% im 2. Quartal 2010. Der Free Cash Flow lag im 2. Quartal 2010 bei 258 Mio EUR gegenüber 140 Mio EUR im Vorjahresquartal.

Therapiegebiete

Die Lizenz- und Provisionserlöse stiegen im 2. Quartal 2010 um 30% auf 101 Mio EUR. Dies list auf Wertberichtigungen für das 1. Quartal, positiven Währungseffekten sowie Meilensteinzahlungen zurückzuführen.

Die weltweiten Umsatzerlöse von Rebif® zur Behandlung von schubförmiger Multipler Sklerose (MS) wuchsen im 2. Quartal um 4,0% gegenüber dem Vorjahresquartal auf 402 Mio EUR. Im 1. Quartal 2010 waren leicht höhere Erlöse von 429 Mio EUR gebucht worden. Dies war darauf zurückzuführen, dass Großhändler in den USA im März zu ihrem Quartalsbedarf einen Extravorrat an Rebif® und anderen Produkten für weitere 20 Tage erhalten hatten. Hintergrund war eine Softwareumstellung bei EMD Serono, der US-Tochter von Merck, im April verbunden mit ausbleibenden Lieferungen während dieser Zeit.

Die Umsatzerlöse des zielgerichteten Krebstherapeutikums Erbitux® setzten ihren Aufwärtstrend fort und erreichten im 2. Quartal 2010 mit einem Plus von 23% die Rekordsumme von 210 Mio EUR. Im 1. Quartal 2010 war bereits ein Umsatzzuwachs von 19% auf 192 Mio EUR erzielt worden. Seit zwei Jahren ist bekannt, dass etwa zwei Drittel der Patienten mit Kolorektalkarzinom (Darmkrebs) Träger des KRAS-Wildtyp-Gens sind und damit von der Behandlung mit Erbitux® profitieren können. Aktuelle Ergebnisse einer weltweiten Studie zeigen, dass bereits 66% der Patienten mit Kolorektalkarzinom auf KRAS getestet werden. Dies ist ein Indiz dafür, dass Ärzte maßgeschneiderte Therapien wie Erbitux® einsetzen wollen.

Gonal-f®, ein rekombinantes Hormon zur Therapie von Unfruchtbarkeit, erzielte im 2. Quartal ein Umsatzwachstum von 6,9% auf 122 Mio EUR.

Die Umsatzerlöse des rekombinanten Wachstumshormons Saizen® stiegen im 2. Quartal um 21% auf 58 Mio EUR. Die Umsatzerlöse von Serostim®, einem weiteren Wachstumshormon von Merck, erhöhten sich im Berichtsquartal um 4,2%.

Die Arzneimittel der Sparte Merck Serono für die Allgemeinmedizin trugen weiterhin erheblich zu den Umsatzerlösen der Sparte bei.

Die Umsatzerlöse von Bisoprolol, darunter die Originalpräparate der Concor®-Produktfamilie wie z.B. Lodoz® und Concor®COR, gingen im 2. Quartal um 3,2% auf 108 Mio EUR zurück. Mit Umsatzerlösen in Höhe von 81 Mio EUR erzielte die Glucophage®-Produktfamilie der oralen Antidiabetika (Wirkstoff Metformin) im 2. Quartal ein Plus von 3,9%.

Mit den Schilddrüsenpräparaten wie beispielsweise Euthyrox® wurde im 2. Quartal 2010 ein deutliches Plus von 21% auf 47 Mio EUR erwirtschaftet. Hintergrund ist das wachsende Bewusstsein für die Bedeutung einer adäquat funktionierenden Schilddrüse.

Forschung und Entwicklung

Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung von Merck Serono sanken im Berichtsquartal verglichen mit etwas höheren Ausgaben im Vorjahresquartal (302 Mio EUR) um 2,0% auf 296 Mio EUR. Im 1. Halbjahr 2010 buchte Merck um 4,6% höhere F&E-Aufwendungen von 601 Mio EUR. Damit bewegen sich die F&E-Aufwendungen der Sparte weiterhin knapp oberhalb von 20% ihrer Gesamterlöse, was in der hohen Anzahl von kostenintensiven Studien der letzten Phase der klinischen Prüfung begründet liegt.

Im Juli 2010 hat das russische Gesundheitsministerium die Marktzulassung für Cladribin-Tabletten zur Behandlung der schubförmigen Multiplen Sklerose (MS) erteilt. Dies ist weltweit die erste Zulassung für eine orale Therapie von Multipler Sklerose. Der von Merck eingereichte Antrag auf Marktzulassung von Cladibrin-Tabletten wird gegenwärtig von der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) geprüft. Merck rechnet weiterhin für September mit einer diesbezüglichen Stellungnahme des Committee for Medicinal Products for Human Use (CHMP), dem wissenschaftlichen Komitee der EMA. Im 2. Quartal hat Merck erneut einen Zulassungsantrag (NDA – New Drug Application) für Cladibrin-Tabletten bei der US-amerikanischen Zulassungsbehörde FDA eingereicht, nachdem das Unternehmen im November einen Bescheid erhalten hatte, mit dem der erste Zulassungsantrag nicht angenommen worden war.
Im Juli hat die FDA den Antrag im Rahmen eines beschleunigten Zulassungsverfahrens angenommen. Eine Entscheidung der FDA wird im 4. Quartal 2010 erwartet.

Merck hat sein klinisches Studienprogramm mit dem therapeutischen Krebsimpfstoff Stimuvax® (liposomales Vakzin BLP25) bei Patienten mit nicht-kleinzelligem Bronchialkarzinom im Juni fortgesetzt. Das Programm war im März weltweit unterbrochen worden. Die Entscheidung des Unternehmens stand in Einklang mit der Aussetzung der Durchführung klinischer Studien für die Forschungssubstanz Stimuvax® seitens der FDA. Grund dafür war ein vermuteter, unerwarteter, schwerer Nebenwirkungsfall. Im Juli entschied Merck, die Brustkrebsstudie STRIDE (Phase III) mit Stimuvax® zu schließen.

© Merck KGaA, Darmstadt, Germany, Last Update 29.07.2010