Merck Serono, die Sparte für innovative verschreibungspflichtige Medikamente, steuerte als größte Sparte der Merck-Gruppe 57 % der Gesamterlöse des Unternehmens und 92 % der Gesamterlöse des Unternehmensbereichs Pharma bei.
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Merck Serono | Kennzahlen |
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XLS |
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in Mio EUR |
3. Quartal |
3. Quartal |
Jan.–Sept. |
Jan.–Sept. |
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Gesamterlöse |
1.393,5 |
1.318,6 |
4.250,7 |
3.952,3 |
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Bruttoergebnis |
1.199,8 |
1.099,4 |
3.605,1 |
3.327,0 |
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Forschung & Entwicklung |
–279,6 |
–293,2 |
–880,2 |
–867,4 |
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Operatives Ergebnis |
209,5 |
123,4 |
551,1 |
423,8 |
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Sondermaßnahmen |
– |
– |
– |
–70,0 |
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Free Cash Flow |
410,4 |
313,2 |
859,3 |
681,0 |
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Basis Free Cash Flow |
410,4 |
313,2 |
859,3 |
681,0 |
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ROS in % |
15,0 |
9,4 |
13,0 |
10,7 |
Geschäftsentwicklung
Die Sparte Merck Serono steigerte im Berichtsquartal ihre Gesamterlöse um 5,7 % von 1.319 Mio EUR im Vorjahresquartal auf 1.393 Mio EUR. Getragen wurde das Wachstum von den zwei umsatzstärksten Produkten der Sparte, den Biopharmazeutika Rebif® und Erbitux®, sowie positiven Währungseffekten in Höhe von 4,1 %. Nach Regionen betrachtet stiegen die Umsatzerlöse am deutlichsten in Japan, Lateinamerika und Nordamerika. In Deutschland hat die Bundesregierung im August ein Gesetz zur Kostensenkung bei den Arzneimittelausgaben in Kraft gesetzt. Dies bekam auch der inländische Markt in Form von Umsatzrückgängen zu spüren. In China fielen die Umsätze im 3. Quartal minimal aus, da Merck aufgrund der Gründung einer eigenen Handelsgesellschaft in China und einer daraus folgenden Änderung der Vorratsstrategie den Verkauf an lokale Zwischenhändler aussetzte. Im 4. Quartal 2010 sollten die Umsatzerlöse wieder auf Normalniveau zurückkehren.
Die Lizenz- und Provisionserlöse fielen im 3. Quartal mit 88 Mio EUR um 5,8 % höher aus.
Merck Serono | Umsatzerlöse nach Regionen – Q3

Das Bruttoergebnis der Sparte stieg im 3. Quartal angesichts sinkender Produktionskosten um 9,1 % auf 1.200 Mio EUR. Die Marketing- und Vertriebskosten erhöhten sich im Berichtsquartal um 9,7 %. Die Lizenz- und Provisionsaufwendungen fielen im 3. Quartal 2010 um 8,0 % höher aus. Dies lag an gestiegenen Erbitux®-Umsätzen von Drittparteien, vor allem in Japan, und höheren Lizenzerträgen, die höhere Lizenzzahlungen nach sich ziehen.
Aus Venezuela erhielt die Sparte Zahlungen für das Geschäftsjahr 2009 zu der niedrigen offiziellen Währungskurs-Rate. Diese wurden als sonstige betriebliche Aufwendungen und Erträge gebucht. Da nicht klar war, ob jemals Zahlungen erfolgen würden, hatte die Sparte im 3. Quartal 2009 eine Rückstellung gebildet.
Die Belastungen der Sparte für die Amortisierung immaterieller Vermögenswerte in Zusammenhang mit der Akquisition von Serono im Jahr 2007 lagen im 3. Quartal 2010 mit 148 Mio EUR auf ähnlichem Niveau wie in den letzten Quartalen.
Das verbesserte Bruttoergebnis und die niedrigeren Aufwendungen für Forschung und Entwicklung führten zu einer erheblichen Steigerung des Operativen Ergebnisses im 3. Quartal 2010 um 70 % auf 210 Mio EUR. Das Vergleichsergebnis des Vorjahres von 123 Mio EUR war von einer Rückstellung in Höhe von –45 Mio EUR für mögliche Währungskursverluste aus Geschäften in Venezuela beeinträchtigt. Das bereinigte Operative Ergebnis, das Serono-bezogene Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte ausschließt, verbesserte sich von 269 Mio EUR im Vorjahresquartal auf 358 Mio EUR im Berichtsquartal.
Die Umsatzrendite (ROS) von Merck Serono betrug im 3. Quartal 2010 15,0 % gegenüber 9,4 % im Vorjahresquartal. Die bereinigte Umsatzrendite (Core ROS) ohne Serono-bezogene Abschreibungen immaterieller Vermögenswerte erhöhte sich von 20,5 % im Vorjahresquartal auf 25,7 % im 3. Quartal 2010. Der Free Cash Flow lag im Berichtsquartal bei 410 Mio EUR gegenüber 313 Mio EUR im Vorjahresquartal.
Therapiegebiete
Die weltweiten Umsatzerlöse von Rebif® zur Behandlung von schubförmiger Multipler Sklerose (MS) wuchsen im 3. Quartal um 6,8 % auf 407 Mio EUR.
Die Umsatzerlöse des zielgerichteten Krebstherapeutikums Erbitux® setzten ihren Aufwärtstrend fort und erreichten im 3. Quartal eine Summe von 207 Mio EUR, was einem Plus von 17 % entspricht.
Gonal-f®, ein rekombinantes Hormon zur Therapie von Unfruchtbarkeit, erzielte im 3. Quartal ein Umsatzwachstum von 3,9 % auf 115 Mio EUR, wobei sich die ausbleibenden Umsätze in China, einem Schlüsselmarkt für dieses Präparat, beeinträchtigend auswirkten.
Die Umsatzerlöse des rekombinanten Wachstumshormons Saizen® gegen Wachstumshormon-Mangel stiegen im 3. Quartal um 17 % auf 56 Mio EUR. Die Umsatzerlöse von Serostim®, einem weiteren umsatzstarken Wachstumshormon von Merck, erhöhten sich im Berichtsquartal um 6,5 %.
Die Arzneimittel der Sparte Merck Serono für die Allgemeinmedizin trugen weiterhin erheblich zu den Umsatzerlösen der Sparte bei. Die Umsatzerlöse des Betablockers Bisoprolol, darunter die Originalpräparate der Concor®-Produktfamilie wie z. B. Lodoz® und Concor®COR, gingen im 3. Quartal um 19 % auf 84 Mio EUR zurück. Mit Umsatzerlösen in Höhe von 79 Mio EUR erzielte die Glucophage®-Produktfamilie der oralen Antidiabetika (Wirkstoff Metformin) im 3. Quartal ein Plus von 3,3 %. Bei den Schilddrüsenpräparaten wie Euthyrox® bewegten sich die Umsätze im 3. Quartal mit 41 Mio EUR in etwa auf Vorjahresniveau.
Forschung & Entwicklung
Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung von Merck Serono sanken im Berichtsquartal verglichen zum Vorjahr (293 Mio EUR) um 4,6 % auf 280 Mio EUR. Damit bewegen sich die F&E-Aufwendungen der Sparte weiterhin bei etwa 20 % ihrer Gesamterlöse, was in der hohen Anzahl von kostenintensiven Studien der letzten Phase der klinischen Prüfung begründet liegt.
Im Juli 2010 hat das russische Gesundheitsministerium die Marktzulassung für Cladribin-Tabletten zur Behandlung der schubförmig-remittierenden Multiplen Sklerose (MS) erteilt. Im September folgte die Zulassung durch die zuständige Behörde in Australien.
Im Juli hat die US-amerikanische Zulassungsbehörde FDA den Zulassungsantrag von Merck (NDA – New Drug Application) für Cladribin-Tabletten im Rahmen eines beschleunigten Zulassungsverfahrens angenommen. Das Committee for Medicinal Products for Human Use (CHMP) der europäischen Arzneimittelbehörde EMA (European Medicines Agency) hat im September dagegen eine nachteilige Stellungnahme zum Antrag auf Marktzulassung für Cladribin-Tabletten abgegeben, da es das Nutzen-Risiko-Verhältnis als negativ erachtete. Merck hat bereits bekannt gegeben, Einspruch gegen diese Entscheidung einlegen zu wollen.
