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[42] Management von Finanzrisiken 

Preisschwankungen von Währungen und Zinsen können signifikante Gewinn- und Cash Flow-Risiken für Merck zur Folge haben. Merck zentralisiert daher diese Risiken soweit wie möglich und steuert diese dann vorausschauend, auch unter Nutzung von derivativen Finanzinstrumenten. Zur Auswertung von bestehenden Risiken und möglichen Auswirkungen aus Fremdwährungspositionen, Zinsen und Kreditausfällen verwendet Merck Szenarioanalysen. Merck ist keinen wesentlichen Risikokonzentrationen aus Finanztransaktionen ausgesetzt. Weitere Informationen zum Risikomanagement von Finanzrisiken enthält der Risikobericht im Lagebericht.

Fremdwährungsrisiken

Transaktionsrisiken: Aufgrund seiner internationalen Geschäftsausrichtung ist Merck sowohl im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit als auch im Rahmen von Finanzierungstätigkeiten Währungsrisiken ausgesetzt. Um diese Risiken zu begrenzen oder auszuschalten, werden unterschiedliche Strategien angewendet.

Währungsrisiken aus Finanzierungstätigkeit werden grundsätzlich so weit wie möglich durch den Einsatz von Devisentermingeschäften eliminiert. Währungsrisiken aus operativer Tätigkeit werden regelmäßig analysiert und gegebenenfalls durch Devisentermingeschäfte oder Devisenoptionen unter Anwendung des Hedge-Accountings reduziert.

In der folgenden Tabelle ist das Nettofremdwährungsrisiko aus erwarteten und gebuchten Transaktionen im Jahr 2012 in den wichtigsten Währungen dargestellt:

XLS

 

 

 

 

 

 

in Mio € Stand 31.12.2011

CHF

GBP**

JPY

TWD

USD

*

Eine 10 %ige Abwertung des Euro hätte einen gegenläufigen Effekt in gleicher Höhe zur Folge.

**

Das Nettofremdwährungsrisiko aus GBP wird seit 2011 nicht mehr als wesentlicher Risikofaktor für Merck betrachtet und daher nicht mehr dargestellt.

Fremdwährungsrisiko aus Bilanzpositionen

–119,0

191,0

62,4

2.462,3

Fremdwährungsrisiko aus schwebenden Geschäften und antizipierten Transaktionen in 2012

–471,7

322,0

459,0

843,5

Transaktionsbezogene Fremdwährungsposition

–590,7

513,0

521,4

3.305,8

Wirtschaftlich durch Derivate abgesicherte Position

201,4

–437,4

–203,9

–2.991,0

Offene Fremdwährungsrisikoposition

–389,3

75,6

317,5

314,7

Veränderung der Fremdwährungsposition durch eine 10 %ige Aufwertung des Euro*

38,9

–7,6

–31,7

–31,5

davon im Ergebnis

–4,7

2,3

0,1

1,8

davon im Eigenkapital

–3,5

22,3

14,0

51,1

Des Weiteren bestehen Derivate zur Sicherung antizipierter Zahlungsströme über das Jahr 2012 hinaus. Diese würden bei einer 10 %igen Aufwertung des Euro zu einer Erhöhung des Eigenkapitals in Höhe von 21,5 Mio € im Japanischen Yen und 60,4 Mio € im US-Dollar führen. Im Vorjahr hätte dies aufgrund der Sicherung antizipierter Zahlungsströme über das Jahr 2011 hinaus zu einer Erhöhung im Eigenkapital in Höhe von 20,0 Mio € im Japanischen Yen geführt.

Die entsprechenden Vorjahreswerte für das Nettofremdwährungsrisiko aus erwarteten und gebuchten Transaktionen stellten sich wie folgt dar:

XLS

 

 

 

 

 

 

in Mio € Stand 31.12.2010

CHF

GBP

JPY

TWD

USD

Fremdwährungsrisiko aus Bilanzpositionen

–80,9

74,9

206,6

70,4

2.804,9

Fremdwährungsrisiko aus schwebenden Geschäften und antizipierten Transaktionen in 2011

–467,9

114,2

291,3

421,5

1.147,1

Transaktionsbezogene Fremdwährungsposition

–548,8

189,1

497,9

491,9

3.952,0

Wirtschaftlich durch Derivate abgesicherte Position

130,0

–75,0

–386,5

–346,6

–3.294,2

Offene Fremdwährungsrisikoposition

–418,8

114,1

111,4

145,3

657,8

Veränderung der Fremdwährungsposition durch eine 10 %ige Aufwertung des Euro

41,9

–11,4

–11,1

–14,5

–65,8

davon im Ergebnis

–4,9

3,5

4,5

8,4

davon im Eigenkapital

14,5

23,1

40,5

Translationsrisiken: Viele Merck-Gesellschaften sind außerhalb des Euro-Währungsraums. Die Abschlüsse dieser Gesellschaften werden in Euro überführt. Durch Währungsschwankungen verursachte Veränderungen aus der Translation der Vermögenswerte dieser Gesellschaften werden im Eigenkapital abgebildet.

Zinsrisiken

Zinsrisiken stehen im Wesentlichen im Zusammenhang mit Finanzschulden in Höhe von 5.539,3 Mio € (Vorjahr: 5.483,5 Mio €) und Geldanlagen in Höhe von 2.115,2 Mio € (Vorjahr: 1.346,5 Mio €). Gegebenenfalls werden durch Einsatz derivativer Instrumente Festzinszahlungen in variable Zinszahlungen gedreht. Ziel ist, das Zinsergebnis zu optimieren und die Zinsrisiken zu minimieren. Eine parallele Verschiebung der Zinskurve um +100 Basispunkte hätte bezogen auf die Nettozinsschulden zum Stichtag einen Ertrag von 10,3 Mio € (Vorjahr: 6,3 Mio €) zur Folge, eine entsprechende parallele Bewegung der Zinskurve um –100 Basispunkte würde zu einem Aufwand von –9,7 Mio € (Vorjahr: 5,6 Mio €) führen. Dies entspricht einer Veränderung des Zinsertrags von 15,7 Mio € (Vorjahr: 9,1 Mio €) bzw. –14,8 Mio € (Vorjahr: –8,4 Mio €) auf finanzielle Vermögenswerte und einem zusätzlichen Zinsaufwand von 5,4 Mio € (Vorjahr: 2,8 Mio €) bzw. verringerten Zinsaufwand von 5,1 Mio € (Vorjahr: 2,8 Mio €) auf Finanzschulden. Die resultierende Marktwertveränderung von zum Fair Value bilanzierten Vermögenswerten und derivativen Finanzinstrumenten würde im Eigenkapital zu einem Ertrag von 11,1 Mio € (Vorjahr: Aufwand von 6,8 Mio €) bzw. zu einem Aufwand von 11,8 Mio € (Vorjahr: Ertrag von 6,8 Mio €) führen.

Aktienkursrisiken

Das Aktienportfolio börsennotierter Unternehmen in Höhe von 8,7 Mio € unterliegt grundsätzlich einem Marktwertrisiko. Eine Veränderung des allgemeinen Aktienmarktniveaus um 10 % hätte damit eine Auswirkung von 0,9 Mio € im Eigenkapital zur Folge. Diese Wertveränderungen werden zum Zeitpunkt der Veräußerung ergebniswirksam.

Liquiditätsrisiken

Das Liquiditätsrisiko, das heißt das Risiko, dass Merck seinen finanziellen Verpflichtungen nicht nachkommen kann, wird sowohl durch Schaffung der notwendigen finanziellen Flexibilität als auch durch ein effektives Cash-Management begrenzt. So steht Merck neben liquiden Mitteln in Höhe von 2.054,9 Mio € (Vorjahr: 999,3 Mio €) eine Multi-Währungs-Betriebsmittelkreditlinie über 2 Mrd € mit einer verbleibenden Laufzeit von drei Jahren zur Verfügung sowie bilaterale Kreditzusagen in Höhe von 389,8 Mio € (Vorjahr: 324,8 Mio €). Es liegen keine Anzeichen vor, dass eingeräumte Kreditrahmen in ihrer Verfügbarkeit eingeschränkt sind.

Des Weiteren bestehen ein Commercial Paper Programm über 2 Mrd € und ein 2009 aufgelegtes Debt Issuance Program über 10 Mrd €. Liquiditätsrisiken werden regelmäßig überwacht und an das Management berichtet. Wir haben in unseren Kreditverträgen keine Financial Covenants vereinbart.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 1.100,8 Mio € (Vorjahr: 1.200,1 Mio €) haben eine Laufzeit kleiner einem Jahr. Bei den operativen Verbindlichkeiten aus Derivaten in Höhe von 101,1 Mio € (Vorjahr: 37,9 Mio €) sind 64,5 Mio € (Vorjahr: 26,8 Mio €) kurzfristig. Von den übrigen finanziellen Verbindlichkeiten in Höhe von 532,9 Mio € (Vorjahr: 486,3 Mio €) sind 529,1 Mio € (Vorjahr: 481,7 Mio €) innerhalb eines Jahres fällig.

In den nachfolgenden Tabellen sind die vertraglich fixierten Zahlungen wie Tilgungen und Zinsen aus Finanzschulden und derivative Instrumente mit negativem Marktwert dargestellt:

XLS

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Cash Flows
2012

Cash Flows
2013–2017

Cash Flows
2018–2023

in Mio € Stand 31.12.2011

Buchwert

Zins

Tilgung

Zins

Tilgung

Zins

Tilgung

Anleihen und Commercial Paper

4.898,4

179,1

1.000,0

518,2

2.490,5

141,3

1.420,0

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

127,2

1,4

110,0

2,0

16,4

1,0

Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen

199,2

0,2

199,2

Darlehen von Dritten und sonstige Finanzschulden

83,2

4,9

15,3

8,0

63,0

4,4

Verbindlichkeiten aus Derivaten (Finanztransaktionen)

219,5

63,9

155,6

Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing

11,8

0,4

2,5

0,8

7,6

1,7

 

5.539,3

186,0

1.390,9

529,0

2.733,1

141,3

1.427,1

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Cash Flows
2011

Cash Flows
2012–2016

Cash Flows
2017–2023

in Mio € Stand 31.12.2010

Buchwert

Zins

Tilgung

Zins

Tilgung

Zins

Tilgung

Anleihen und Commercial Paper

4.983,6

190,4

35,3

643,3

3.509,5

213,8

1.419,3

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

115,7

1,7

81,2

3,1

29,9

0,1

4,6

Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen

190,3

190,3

Darlehen von Dritten und sonstige Finanzschulden

78,1

4,5

11,0

8,0

58,7

8,5

Verbindlichkeiten aus Derivaten (Finanztransaktionen)

108,7

28,7

80,0

Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing

7,1

0,1

0,7

0,2

4,1

2,3

 

5.483,5

196,7

347,2

654,6

3.682,2

213,9

1.434,7

Kreditrisiken

Merck ist nur einem relativ geringen Kreditrisiko, das heißt dem unerwarteten Verlust von Zahlungsmitteln oder Erträgen ausgesetzt. Zum einen werden Finanzkontrakte nur mit Banken guter Bonität abgeschlossen, zum anderen bestehen für die Merck-Gruppe aufgrund der breit angelegten Geschäftsstruktur weder hinsichtlich der Kunden noch für einzelne Länder besonders hohe Konzentrationen von Kreditrisiken. Das Kreditrisiko gegenüber Kunden wird durch Analysen der Altersstruktur der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen kontinuierlich betrachtet. Die Finanzkrise führt zu einem erhöhten Ausfallrisiko einzelner Länder im Euro-Raum. Merck überprüft und überwacht kontinuierlich die offenen Positionen gegenüber allen Handelspartnern in den betroffenen Ländern und führt, sofern erforderlich, Anpassungen an der Vorsorge für Kreditausfälle durch. Das theoretisch maximale Ausfallrisiko entspricht den Buchwerten.

© Merck KGaA, Darmstadt, Germany, Last Update 06.03.2012