Auch wenn die Wirtschaft in Deutschland noch einmal um drei Prozent gewachsen ist, ließen insbesondere in Europa die Wachstumsimpulse in Folge der Staatsschulden- und Eurokrise nach, weil staatliche Stimuli für die Wirtschaft zurückgefahren wurden. Die private Nachfrage konnte dies nicht kompensieren, auch weil sich Verbraucher angesichts der Schuldenmisere, des Erdbebens im März in Japan sowie des „Arabischen Frühlings im Nahen Osten und nördlichen Afrika auf Risiken und Turbulenzen einstellten.
Nach Angaben des Internationalen Währungsfonds (IWF) stieg 2011 das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Industrieländer um 1,6 % – nach 3,2 % im Vorjahr. Das weltweite BIP stieg laut IWF im Jahr 2011 um 3,8 % an. Auch die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) erwartet für ihre 34 Mitgliedsländer einen BIP-Anstieg im Jahr 2011 um 1,9 %. Beide Institutionen gehen somit davon aus, dass nicht die Industrieländer, sondern die Schwellen- und Entwicklungsländer das Wachstum der Weltwirtschaft getrieben haben.
Merck führt die Geschäfte seiner vier Sparten in zwei Unternehmensbereichen, Pharma und Chemie.
Pharma-Markt
IMS Health, ein Lieferant von Marktdaten für die Pharma-Industrie, prognostiziert die weltweiten Pharma-Umsätze 2011 auf rund 880 Mrd US$ (ca. +6 %). Die umsatzstärksten Therapiegebiete sind IMS Health zufolge Krebserkrankungen, die Regulierung von Blutfettwerten, Atemwegserkrankungen sowie Diabetes. In geografischer Hinsicht lautet die Reihenfolge der größten Märkte: USA vor Japan, China und Deutschland.
Für rezeptfreie Medikamente wuchs der Weltmarkt nach Daten der Marktforscher von Nicholas Hall im Jahr 2011 um 4,5 % auf 81 Mrd € an. Hier ist Europa der bedeutendste Markt, gefolgt von Nordamerika, Asien (ohne Japan), Japan und Lateinamerika.
Chemie-Markt
Die chemische Industrie entwickelte sich 2011 dynamisch und wird nach Einschätzung von ICIS, einem Marktforschungsinstitut für den Chemie-Markt, in den folgenden Jahren stärker wachsen als das weltweite Bruttoinlandsprodukt.
Für Spezialchemikalien, ein Feld, in dem Merck aktiv ist, errechnet ICIS einen globalen Produktionsanstieg im Jahr 2011 um 3,5 %. Der europäische Chemieverband CEFIC reduzierte im Laufe des Jahres 2011 seine ursprüngliche Jahresprognose von 4,5 % für die Produktionszunahme seiner Mitgliedsunternehmen auf 2,5 %.
Der deutsche Chemieverband VCI berichtet für das Jahr 2011 von einem Anstieg der Chemie-Produktion um 4 % gegenüber dem Vorjahr. Der Gesamtumsatz der deutschen chemischen Industrie ist 2011 um 9 % auf insgesamt 186,5 Mrd € gestiegen. Damit liegt Deutschland hinter den USA, China und Japan weltweit auf Platz vier.
