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Chancen in Forschung & Entwicklung 

Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung lagen mit 1.225 Mio € um 5,0 % über Vorjahresniveau. Ein Grund war die weiterhin hohe Anzahl kostenintensiver Studien der letzten Phase der klinischen Prüfung. Wir betreiben Forschungszentren in Europa, den USA und Asien. Das ermöglicht es uns, starke lokale Netzwerke optimal zu nutzen, und sichert Vielfalt. Die Pipeline umfasst elf Programme mit klinischen Studien der Phase I, sieben der Phase II und fünf der Phase III.

Schwerpunkte sind die Onkologie, Multiple Sklerose und Immunerkrankungen. Produktentwicklung betreiben wir zusätzlich weiterhin auf dem Gebiet der Fruchtbarkeit und der Endokrinologie. Wir beabsichtigen, unsere Stärke im Bereich der Biotechnologie in Zukunft vermehrt auf dem Feld der Autoimmunerkrankungen einzubringen und neue Indikationen in diesem Bereich zu prüfen.

Mit dem Ziel, unsere Präsenz entsprechend der globalen Märkte zu gewichten, bauen wir unsere Aktivitäten in den USA und China aus. Wir haben unser Engagement im Raum Peking durch eine strategische Kooperation mit dem Unternehmen Pharmaron erweitert und im August 2011 auf dem Pharmaron-Gelände ein Forschungs- und Entwicklungslabor eröffnet. Insgesamt arbeiteten am 31. Dezember 2011 rund 2.850 Mitarbeiter für die Sparte Merck Serono im Bereich F & E.

Um den wachsenden Herausforderungen für Pharmaunternehmen gerecht zu werden, stellen wir unsere F & E organisatorisch neu auf. Dabei wurden Forschung und frühe klinische Entwicklung von der späten klinischen Entwicklung mit dem medizinischen Bereich getrennt. Der Übergang zwischen den Bereichen findet am „Proof of Confidence“ statt, wenn die Datenlage ausreichend ist, um größere Investitionen in die weitere klinische Entwicklung zu rechtfertigen. Unser Ziel ist, eine agile, flexible und innovative Organisation für Forschung und frühe Entwicklung zu schaffen, stark unterstützt von wissenschaftlichen Netzwerken und fokussiert auf translationale Wissenschaft und Medizin. In der späten klinischen Entwicklung wollen wir den Ablauf standardisierter Prozesse zuverlässig, effektiv und unter Einhaltung höchster Qualitätsstandards garantieren. So wollen wir unsere Chancen verbessern, den Anforderungen der Arzneimittelbehörden bei der Zulassung gerecht zu werden.

Im Jahr 2011 haben wir weiter daran gearbeitet, ein konsequent auf Zusammenarbeit ausgerichtetes, wissenschaftliches Unternehmen zu formen, und deshalb zielgerichtet in die Kooperation mit Pharmaunternehmen, kleineren Biotech-Firmen sowie dem akademischen Sektor investiert. Wir engagieren uns im Bereich neuer Technologien, da wir überzeugt sind, dass die richtigen Werkzeuge einer der Schlüssel bei der Erforschung neuer Medikamente sind.

Wir haben die Zusammenarbeit mit Ablynx erweitert. Die dritte, 2011 geschlossene Vereinbarung bezieht sich auf die gemeinsame Erforschung und Entwicklung von Nanobodies® gegen zwei Targets in der Gelenkentzündung. Nanobodies® sind von Antikörpern abgeleitete therapeutische Proteine, die die Vorteile von Antikörpern und niedermolekularen Medikamenten verbinden. Ein weiteres Beispiel für unser Engagement bei neuen Technologien ist die Vereinbarung mit F-Star. Hier ist es unsere Absicht, neue, von Antikörpern abgeleitete Therapeutika zu erforschen, die an Targets bei entzündlichen Erkrankungen ansetzen und auf der modularen Antikörper-Technologie von F-Star basieren. Unsere Beziehung mit F-Star wurde im Jahr 2010 durch „Merck Serono Ventures“, unseren unternehmenseigenen Risikokapital-Fonds, begründet.

Im Jahr 2011 haben wir den „Israel Bioincubator Fund“ zur erfolgreichen Entwicklung unternehmerischer Initiativen gegründet. Der Fonds wird sowohl Anschubfinanzierungen anbieten als auch die Möglichkeit, Merck-Serono-Labors zu nutzen. Wir werden dafür über einen Zeitraum von sieben Jahren 10 Mio € bereitstellen.

© Merck KGaA, Darmstadt, Germany, Last Update 06.03.2012