Vor allem die stark fallenden Preise für TV-Geräte belasteten 2011 die Bilanzen der Flachbildschirm-Hersteller. Obwohl unsere Kunden auf die schwächere Wirtschaftslage mit Vorratsabbau reagierten, stiegen die Gesamterlöse der Geschäftseinheit Liquid Crystals um 8,0 % von 1.013 Mio € im Vorjahr auf 1.094 Mio €. Die Auswirkungen nachgebender Preise und negativer Wechselkurseffekte konnten durch hohe Absatzmengen kompensiert werden. Dies lag an der anhaltend starken Nachfrage nach innovativen Flüssigkristallmischungen von Merck, die bei TV-Flachbildschirmen, Computermonitoren sowie Smartphone-Touchscreens und Tablet-PCs eingesetzt werden. Damit zeigte die Geschäftseinheit Liquid Crystals, die den größten Anteil der Gesamterlöse der Sparte erwirtschaftet, auch 2011 ein solides Wachstum. Basis dafür ist die dauerhafte Nachfrage insbesondere nach IPS-Technologien (In-Plane-Switching) für Smartphone-Displays mit Touchscreen und PS-VA (Polymer Stabilized Vertical Alignment) sowie VA-Technologien (Vertical Alignment) für TV-Displays.
Zudem entwickelt sich das Geschäft mit reaktiven Mesogenen sehr erfreulich. Hier konnten wir unsere Umsätze von 4 Mio € im Vorjahr auf 19 Mio € vervielfachen. Reaktive Mesogene sind polymerisierbare Flüssigkristalle, die als Material für optische Filme, unter anderen in sogenannten Film-Patterned-Retarder-(FPR)-Produkten für 3D-Bildschirme eingesetzt werden können.
Mit der Einweihung eines Applikationslabors für Flüssigkristalle in Schanghai haben wir den Grundstein für eine noch engere Zusammenarbeit mit unseren Kunden gelegt. Rund 1 Mio € haben wir in dieses Applikationszentrum investiert.
OLED-Technologie schreitet zügig voran
Auch außerhalb der Flüssigkristalltechnologie beschäftigen sich unsere Forscher mit Materialien für innovative Displays. Hier stehen besonders die OLED-Materialien im Fokus der Entwicklung. Sie kommen bereits in Mobiltelefonen oder MP3-Geräten zur Anwendung. Im koreanischen Markt baut Merck seine Position in Sachen OLED weiter aus und hat im Oktober in Poseung das „OLED Application Development Laboratory“ (ADL) in Betrieb genommen. Neben der Anwendung im Displaysektor können OLED-Materialien auch für Beleuchtung eingesetzt werden. Mit ihnen lassen sich neuartige Leuchtmittel herstellen, die sich durch ihr flächiges, blendfreies Licht auszeichnen und äußerst energieeffizient sind. Nicht nur dem Wohnraum geben sie ein besonderes Ambiente, sondern jedem Ereignis, das mit Licht untermalt werden soll.
Breites Spektrum innovativer LED-Leuchstoffe und Hightech-Materialien für die Photovoltaik
Unsere Forscher arbeiten zudem an innovativen LED-Leuchtstoff-Materialien, die eine Alternative zu Glühbirnen und Energiesparlampen darstellen. Diese lichtemittierenden Dioden erhöhen die Farbintensität von Licht und Bildschirm, verbrauchen weniger Energie und helfen, CO2-Emissionen zu verringern.
Im Bereich der Photovoltaik entwickeln wir Materialien und Drucktechnologien für die Herstellung von Solarzellen. In der isishape®-Reihe bieten wir Herstellern schon heute druckbare Strukturierungsmaterialien an, die die Leistung der Zellen verbessern und umweltfreundliche Produktionsprozesse ermöglichen. Parallel arbeiten wir in Zusammenarbeit mit führenden Partnern weltweit an neuen Technologien, beispielsweise an farbstoffsensibilisierten Solarzellen, die den Prozess der Photosynthese in der Natur nachahmen.
