Merck Serono erforscht, entwickelt, produziert und vermarktet verschreibungspflichtige Arzneimittel sowohl chemischen als auch biotechnologischen Ursprungs. Als größte Sparte steuerte sie im 3. Quartal 2011 58 % der Gesamterlöse der Merck-Gruppe bei.
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Merck Serono | Kennzahlen |
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XLS | |
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in Mio € |
Q3 – 2011 |
Q3 – 2010 |
Jan.–Sept. |
Jan.–Sept. |
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Gesamterlöse |
1.468,8 |
1.393,5 |
4.375,9 |
4.250,7 |
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Bruttoergebnis |
1.225,1 |
1.199,8 |
3.633,7 |
3.605,1 |
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F&E-Kosten |
–297,1 |
–279,6 |
–904,0 |
–880,2 |
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Operatives Ergebnis |
174,3 |
209,5 |
176,1 |
551,1 |
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Sondermaßnahmen |
– |
– |
6,8 |
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Free Cash Flow |
381,7 |
410,4 |
1.075,0 |
859,3 |
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Basis Free Cash Flow |
381,8 |
410,4 |
804,7 |
859,3 |
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ROS in % |
11,9 |
15,0 |
4,0 |
13,0 |
Geschäftsentwicklung
Im Berichtsquartal steigerte die Sparte ihre Gesamterlöse von 1.393 Mio € im Vorjahresquartal um 5,4 % auf 1.469 Mio €, was in einem schwierigen Umfeld angesichts staatlicher und anderer Kürzungen im Gesundheitssystem einer soliden Entwicklung entspricht.
Das Wachstum der Gesamterlöse wurde durch Wechselkursänderungen um 1,9 % reduziert und durch die letztjährige Veräußerung des Théramex-Geschäfts mit Produkten im Bereich Frauengesundheit um weitere 1,5 %. Bereinigt um diese Effekte wuchsen die Gesamterlöse von Merck Serono im Berichtszeitraum organisch um 8,9 %.
Im 3. Quartal 2010 änderte die Sparte ihre Distributionsstrategie für den chinesischen Markt. Dadurch fielen die Umsätze im Vorjahresquartal im Zuge der Implementierung niedriger aus. Zusätzlich bereinigt um diesen Effekt erzielte Merck Serono im 3. Quartal 2011 einen organischen Zuwachs der Gesamterlöse von rund 6 %.
Aus geografischer Sicht entfiel das organische Umsatzwachstum der Sparte hauptsächlich auf Asien und die aufstrebenden Märkte. In Nordamerika trugen die soliden Umsatzerlöse von Rebif® zu der starken Entwicklung bei.
Die Lizenz- und Provisionserlöse stiegen im Berichtsquartal um 7,2 % auf 94 Mio €, was vor allem auf eine angepasste Periodenabgrenzung zurückzuführen ist.
Merck Serono | Umsatzerlöse nach Regionen – Q3

Die Herstellungskosten der Sparte erhöhten sich im 3. Quartal 2011 um 26 %. Verantwortlich hierfür waren Währungseffekte, vor allem durch den starken Schweizer Franken, sowie ein negativer Produktmix und Kosten für die anlaufende Produktion in der neuen Biotech-Produktionsanlage in der Schweiz.
Das Bruttoergebnis verbesserte sich um 2,1 % auf 1.225 Mio €. Die Marketing- und Vertriebskosten beliefen sich nahezu unverändert auf 344 Mio €. Die Lizenz- und Provisionsaufwendungen stiegen aufgrund der höheren Drittumsätze von Rebif® und Erbitux® um 16 % auf 128 Mio €.
Wie bereits im Zwischenabschluss zum 2. Quartal berichtet, wird die Abschreibungsdauer von Rebif® in Hinblick auf den zunehmenden Markteinfluss von oralen Behandlungsformen für Multiple Sklerose um zwei Jahre verkürzt. Im Zuge dieser Entscheidung erhöhen sich die Abschreibungen in jedem Quartal bis einschließlich 2019 um jeweils 17 Mio €. Infolgedessen stiegen die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte von 148 Mio € im Vorjahresquartal um 11 % auf 164 Mio € im Berichtsquartal.
Das Operative Ergebnis der Sparte fiel im 3. Quartal von 210 Mio € im Vorjahreszeitraum um 17 % auf 174 Mio €. Das bereinigte Operative Ergebnis vor Einmaleffekten belief sich im Berichtsquartal auf 338 Mio € bzw. 23,0 % der Gesamterlöse gegenüber 358 Mio € bzw. 25,7 % der Gesamterlöse im Vorjahresquartal.
Im September hat die Sparte Merck Serono ihr Management-Team wie folgt verstärkt: Dr. Belén Garijo als Chief Operating Officer, Dr. Annalisa Jenkins als weltweite Leiterin von Drug Development & Medical und James Stewart als Leiter des Strategy Realization Office.
Therapiegebiete
Die weltweiten Umsatzerlöse von Rebif® zur Behandlung von schubförmiger Multipler Sklerose (MS) wuchsen im 3. Quartal 2011 um 4,7 % auf 426 Mio €. Die organische Wachstumsrate betrug 8,4 %. Diese Steigerung basierte maßgeblich auf dem organischen Zuwachs um 20 % in den USA, vor allem wegen Preiserhöhungen im Januar und im Juni.
Dank der Zuwächse in den aufstrebenden Märkten legten die Umsatzerlöse des zielgerichteten Krebstherapeutikums Erbitux® im Berichtszeitraum organisch um 4,7 % auf 218 Mio € zu. In Japan, wo die Umsetzung der Zulassungserweiterung von Dritt- zu Erstlinienbehandlung bei metastasiertem Kolorektalkarzinom, welche einen KRAS-Biomarker-Test erfordert, in vollem Gange ist, zogen die Umsätze von Erbitux® wieder an. Organisch sank der Umsatz von Erbitux® in Japan im 3. Quartal zwar um 23 %. Im 2. Quartal 2011 belief sich der organische Umsatzrückgang jedoch auf 36 %.
Gonal-f®, ein rekombinantes Hormon zur Therapie von Unfruchtbarkeit, erzielte im 3. Quartal 2011 Umsatzerlöse in Höhe von 123 Mio € und damit ein organisches Umsatzplus von 9,3 %. Die gute Entwicklung von Gonal-f® beruht auf der Stärke der Marke, ihrer Bekanntheit in den aufstrebenden Märkten und dem guten Lifecycle-Management.
Auch die Produkte des Therapiegebietes Endokrinologie von Merck Serono trugen mit Umsatzerlösen von 90 Mio € bzw. einem organischen Umsatzwachstum von 17 % zum guten Erfolg im Berichtsquartal bei. Dieses Therapiegebiet umfasst sechs Marken, von denen zwei erst in den vergangenen zwei Jahren eingeführt wurden. Die Umsatzerlöse des rekombinanten Wachstumshormons Saizen® gegen Wachstumshormonmangel beliefen sich im 3. Quartal 2011 auf 59 Mio €, was organisch einem Plus von 9,6 % entsprach. Ein weiterer Wachstumstreiber dieses Therapiegebietes ist Kuvan®, das im September 2009 auf den Markt kam und heute bereits in 35 Ländern erhältlich ist. Es ist das erste und einzige verfügbare, verschreibungspflichtige Medikament zur Behandlung der seltenen Stoffwechselerkrankungen Hyperphenylalaninämie (HPA) bei Erwachsenen und Phenylketonurie (PKU) bei Kindern.
Die Arzneimittel der Sparte Merck Serono für die Allgemeinmedizin trugen weiterhin erheblich zu den Umsatzerlösen der Sparte bei. Die Umsatzerlöse der Betablocker der Marke Concor® (Wirkstoff Bisoprolol) wie Lodoz® und Concor®COR wuchsen im 3. Quartal 2011 aufgrund der Entwicklung in den aufstrebenden Märkten organisch um 15 % auf 93 Mio €. Bei den Schilddrüsenpräparaten wie Euthyrox® stiegen die Umsatzerlöse im Berichtsquartal organisch um 21 % auf 48 Mio €. Die Hälfte dieses Zuwachses entfiel auf China.
Mit Umsatzerlösen in Höhe von 83 Mio € erzielte die Glucophage®-Produktfamilie der oralen Antidiabetika (Wirkstoff Metformin) im 3. Quartal 2011 dank der starken Nachfrage in Lateinamerika und Japan organisch ein Plus von 11 %. Mögliche Kapazitätsschwierigkeiten könnten zu einem kurzfristigen Lieferengpass bei dieser Produktfamilie führen und damit das solide Wachstum in zukünftigen Quartalen beeinträchtigen.
Forschung & Entwicklung
Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung von Merck Serono erhöhten sich im Berichtsquartal um 6,3 % auf 297 Mio €. Dieser Anstieg ist auf kostenintensive Studien der letzten Phase der klinischen Prüfung und Währungseffekte durch den Schweizer Franken zurückzuführen. Merck Serono unterhält ein großes Forschungszentrum in Genf.
Im September erwarb Merck die weltweiten Exklusivrechte an PI-2301, einer Forschungssubstanz für Multiple Sklerose, die bislang von Peptimmune Inc. entwickelt wurde. PI-2301 hat die Phase 1b erfolgreich abgeschlossen. Der Kaufpreis betrug 1,2 Mio €.
Am 3. Oktober erwarb Merck die Rechte für die Entwicklung und Vermarktung von ONO 4641 außerhalb von Japan, Südkorea und Taiwan. Hierbei handelt es sich um einen derzeit in Phase II befindlichen Arzneimittelkandidaten für Multiple Sklerose von Ono Pharmaceutical Co. in Japan. Für die Rechte erhält Ono eine Vorauszahlung von rund 14 Mio € sowie mögliche weitere Zahlungen. Gleichzeitig erhielt Ono von Merck eine Lizenz für die gemeinsame Entwicklung und Vermarktung von Stimuvax in Japan. Hierfür erhielt Merck eine Vorauszahlung in Höhe von 5 Mio €. Stimuvax ist ein therapeutischer Forschungsimpfstoff für die Krebs-Immuntherapie.
Merck hat sich entschieden, die Zulassung der serumfreien Formulierung von Rebif in den USA nicht weiter zu verfolgen. Stellungnahmen sowohl der US-amerikanischen Zulassungsbehörde (FDA) als auch seitens externer Gutachter machten dem Unternehmen die Notwendigkeit zusätzlicher klinischer Studien zur Unterstützung des Zulassungsantrages in den USA deutlich. Merck wird sich deshalb auf die weitere Einführung von besseren Applikationshilfen für den US-Markt fokussieren sowie weiterhin in laufende Programme und Dienstleistungen für Menschen, die in den USA mit MS leben, investieren. Diese Entscheidung hat keinen Effekt auf die Verfügbarkeit von serumfreiem Rebif in anderen Märkten außerhalb der USA.
