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Bilharziose mit Praziquantel bekämpfen 

Bilharziose mit Praziquantel bekämpfen. (Foto)

Über 200 Millionen Menschen leiden in Afrika an der weit verbreiteten tropischen Wurmerkrankung Bilharziose. Schätzungsweise mehr als 200.000 der Betroffenen sterben jedes Jahr an den Folgen. Damit ist die chronische und parasitäre Bilharziose die häufigste Tropenkrankheit in Afrika nach Malaria. Sie ist vor allem in den tropischen und subtropischen Gebieten südlich der Sahara weit verbreitet. In diesen Regionen hat ein Großteil der Bevölkerung keinen Zugang zu sauberem Wasser und angemessenen sanitären Anlagen.

Die Krankheit wird von Saugwürmern verursacht und verbreitet sich in stehenden Gewässern: Menschen infizieren sich beispielsweise beim Baden, Fischen, Spielen, Wäschewaschen oder beim Bearbeiten von landwirtschaftlichen Flächen mit den Wurmlarven. Diese Larven bohren sich in die menschliche Haut und dringen in die Blutgefäße ein. Dort entwickeln sie sich zu erwachsenen Würmern. Die Eier der Weibchen befallen innere Organe wie Darm, Blase, Milz oder Leber und rufen dort oft schwere Entzündungen hervor. Zu den Symptomen zählen starke Bauchschmerzen, Durchfall und Blut in Urin oder Stuhl. Bei Kindern ist die Infektionsrate besonders hoch und die chronischen Folgen sind besonders schwerwiegend: Bilharziose mindert das Wachstum, schränkt die Lernfähigkeit ein und führt zu Blutarmut.

28 Millionen

Kinder konnten bisher im Rahmen des Merck-Praziquantel-Spendenprogramms gegen Bilharziose behandelt werden.

Seit 2007 unterstützen wir die Weltgesundheitsorganisation WHO dabei, Bilharziose in Afrika zu bekämpfen. Dieses Engagement steht im Einklang mit den Millenniums-Entwicklungszielen der Vereinten Nationen. Es ist zudem Teil der Anfang 2012 von der Bill & Melinda Gates Foundation ins Leben gerufenen Initiative zur Bekämpfung von vernachlässigten Tropenkrankheiten. Merck spendet der WHO Tabletten mit dem Wirkstoff Praziquantel. Die WHO verteilt sie vor allem an afrikanische Schulkinder. Seit dem Start des Merck-Praziquantel-Spendenprogramms wurden bisher insgesamt mehr als 100 Millionen Tabletten gespendet. Insgesamt wurden über 28 Millionen Kinder behandelt. Allein im Jahr 2012 hat Merck der WHO mehr als 27 Millionen Praziquantel-Tabletten zur Verfügung gestellt. Schätzungsweise konnten 2012 über sieben Millionen Kinder gegen Bilharziose behandelt werden (endgültige Zahlen liegen Mitte 2013 vor).

Praziquantel ist der einzige Wirkstoff, mit dem alle Formen der Bilharziose behandelt werden können. Zudem ist Praziquantel gut verträglich. Darum hat die WHO den Wirkstoff auf die Liste unentbehrlicher Arzneimittel gesetzt. Merck hat Praziquantel in den 1970er Jahren im Rahmen einer Forschungskooperation entwickelt. Die Tabletten produziert unser Werk in Mexiko unter dem Markennamen Cesol 600®, wir organisieren und finanzieren außerdem den Transport nach Afrika, die WHO koordiniert die Verteilung vor Ort.

Ausweitung des Programms

Ursprünglich war unser Programm bis zum Jahr 2017 begrenzt. Ende 2011 hat Merck jedoch beschlossen, sein Engagement unbefristet fortzusetzen. Das gemeinsam mit der WHO formulierte Ziel ist es, die Wurmkrankheit in Afrika auszurotten. Dazu wird Merck die Anzahl der jährlich gespendeten Tabletten mittelfristig auf bis zu 250 Millionen erhöhen. Mit ihnen können jährlich rund 100 Millionen Kinder behandelt werden.

Der Wert dieser Spendenzusage beläuft sich auf rund 23 Mio US$ im Jahr; 2012 investierte Merck 2,85 Mio US$ (2011: 2,3 Mio US$) in das Spendenprogramm. Diese Zahlen beinhalten die Kosten für die Logistik vom Produktionsort Mexiko nach Afrika. Die Kosten für das Bildungsprogramm und die Forschung für eine pädiatrische Formulierung sind in diesen Zahlen nicht enthalten.

Bildung

Begleitend zu den Tablettenspenden unterstützt Merck ein Bildungsprogramm an afrikanischen Schulen, um Kinder mithilfe eines Comic-Booklets und eines dazugehörigen Posters über die Ursachen von Bilharziose und mögliche Präventionsmaßnahmen aufzuklären. 2011 wurden im Rahmen eines Pilotprojekts an Schulen im Senegal und in Malawi rund 1.100 Schüler mit 1.100 Broschüren und 130 Postern erreicht. Auf Basis der Erkenntnisse aus den Pilotregionen werden die Materialien derzeit von der WHO angepasst. 2013 startet das Programm mit 750.000 Broschüren im Senegal und mit 250.000 Broschüren in Malawi.

Optimierung der bisherigen Formulierung

Im Rahmen der Erweiterung des Spendenprogramms arbeitet Merck auch an der Verbesserung der bisherigen Formulierung: Arzneimittelexperten entwickeln derzeit beispielsweise eine fruchtig schmeckende Beschichtung, die Kindern die Einnahme der Tabletten erleichtern soll.

Forschung

Im Rahmen einer öffentlich-privaten Partnerschaft (Public-Private Partnership – PPP) forscht Merck an einer Formulierung von Praziquantel für Kleinkinder. Bisher sind Praziquantel-Tabletten nur für Erwachsene und Kinder über sechs Jahre geeignet; bei jüngeren Kindern kann die Krankheit derzeit nicht adäquat behandelt werden. Wir sind davon überzeugt, dass eine pädiatrische Formulierung von Praziquantel einen bedeutenden Beitrag dazu leisten wird, Bilharziose in Afrika auszurotten. Die Partner in diesem im Juli 2012 gegründeten internationalem PPP sind, neben Merck, TI Pharma, Astellas Pharma Inc. und das Schweizerische Tropen- und Public Health-Institut in Basel (Swiss TPH).

Lenkung und Überwachung

Das Merck-Praziquantel-Spendenprogramm (MPDP) wird in Kooperation mit der WHO durchgeführt, wobei jeder Partner seine speziellen Fachkenntnisse einbringt. Merck produziert die Tabletten und übernimmt die Kosten für den Transport der Tabletten nach Afrika. Die WHO steuert, überwacht und erfasst die Verteilung der Praziquantel-Tabletten vor Ort. Kooperationspartner der WHO bei der Behandlung an Schulen sind lokale Behörden. Die WHO liefert länderspezifische Daten zur Häufigkeit der Krankheit und Behandlungsdichte in den Ländern, in denen das Praziquantel-Spendenprogramm von Merck eingeführt wurde. Die jeweiligen landesspezifischen Daten können der WHO-PCT-Datenbank entnommen werden. Ein Lenkungsausschuss aus Vertretern der WHO und von Merck trifft sich mehrmals im Jahr, um den Fortschritt zu überprüfen und über die weitere Entwicklung des Merck-Praziquantel-Spendenprogramms zu entscheiden. Das letzte Treffen fand im November 2012 in Kenia statt.

Evaluation

Im Rahmen eines Projekts der Bertelsmann-Stiftung zum gesellschaftlichen Engagement von Unternehmen haben wir an der Entwicklung der „IOOI-Methode“ (Input, Output, Outcome, Impact) mitgearbeitet; sie dient der Messung und Bewertung gesellschaftlichen Engagements. Diese Methode haben wir auf unser Spendenprogramm zur Bekämpfung der Bilharziose angewendet; so können wir den Fortschritt des Projekts bewerten.

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Praziquantel: Evaluation

 

 

 

 

 

 

 

Indikatoren

Messinstrumente

Impact

Durchseuchungsrate < 1 % = Bilharziose ist als öffentliches Gesundheitsproblem ausgerottet

Wissenschaftliche Studien der WHO

Outcome

Durchseuchungsrate

WHO führt 2013 in ausgewählten Ländern wissenschaftliche Studien durch, Reichweite der Behandlung in der WHO-PCT-Datenbank im Internet einzusehen

Output

Anzahl Schulkinder, die in einem Jahr Praziquantel erhalten haben

Medizinische Fachkräfte und Lehrer dokumentieren die Behandlung von Schulkindern. Die WHO bündelt diese Daten zu Berichten über die Verteilung der Tabletten in den einzelnen Ländern

Input

Anzahl Tabletten, die von Merck in die einzelnen Länder geliefert werden.

Ein Logistikpartner liefert die Tabletten nach Afrika und berichtet über die Auslieferung

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Ziele: Praziquantel

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Strategisches Ziel

Maßnahmen

Bis?

Fortschritt 2011 und 2012

Status

Ausrottung der Wurmkrankheit Bilharziose in Afrika

Kostenlose Bereitstellung von Tabletten mit dem Wirkstoff Praziquantel zur Behandlung von afrikanischen Schulkindern

Fortlaufend

Von Projektbeginn bis Ende 2012 wurden mehr als 100 Millionen Tabletten gespendet. Insgesamt wurden über 28 Millionen Kinder behandelt (Zahl noch nicht endgültig; Zahl für 2012 steht erst im Juli 2013 fest). 2011 und 2012 wurden jeweils über 7 Millionen Kinder behandelt.

2011: Bereitstellung von 25 Millionen Tabletten in neun afrikanischen Ländern

2012: Bereitstellung von mehr als 27 Millionen Tabletten in acht afrikanischen Ländern

 

Bildungsprogramm zur Aufklärung über die Ursachen von Bilharziose und mögliche Präventionsmaßnahmen

Ende 2013

Bis Mitte 2012 wurden die Unterrichtsmaterialien in Pilotprojekten im Senegal und Malawi getestet. 2013 wird das Bildungsprogramm unter Berücksichtigung der Erfahrungen aus den Pilotprojekten in beiden Ländern umgesetzt.

 

Schrittweise Verzehnfachung der Anzahl der jährlich gespendeten Tabletten auf 250 Millionen Tabletten

Ende 2016

Derzeit werden zusätzliche Wirkstofflieferanten gesucht.

 

Forschung an einer neuen Praziquantel-Formulierung für Kinder unter sechs Jahren

 

Juli 2012 Gründung eines Public Private Partnerships (PPP)
Meilenstein: Die präklinische Entwicklung soll 2014 abgeschlossen sein; die klinische Entwicklung soll im Jahr 2014 beginnen.

 

Verbesserung der bisherigen Praziquantel-Formulierung

Ende 2014

Entwicklung eines Filmüberzugs, der dazu beiträgt, dass die Tabletten vom Patienten leichter zu schlucken sind und der sie noch unempfindlicher gegenüber langen Transportzeiten macht.

Legende: erreicht in Umsetzung nicht erreicht neues Ziel

© Merck KGaA, Darmstadt, Germany, Last Update 26.04.2013