
Unsere Geschäftstätigkeit berührt die Interessen vieler Menschen. Daher ist für uns der Dialog mit relevanten Anspruchsgruppen, unseren Stakeholdern, elementar wichtig. Zu den Anspruchsgruppen zählen wir zum Beispiel unsere Mitarbeiter, unsere Geschäftspartner, die Familie Merck, Investoren, Behörden, Verbände, Nachbarn unserer Standorte und Nichtregierungsorganisationen (NGOs). Im kontinuierlichen Austausch zeigen wir auf, wie wir unsere Unternehmenswerte leben und welche CR-Strategie wir verfolgen. Auch soll der Dialog unsere Wertschätzung gegenüber unseren Stakeholdern zum Ausdruck bringen. Wir wollen Vertrauen erhalten beziehungsweise aufbauen und – wo möglich – auch unterschiedliche Interessen in Einklang bringen. Übergeordnetes Ziel ist die Akzeptanz von Merck in der Gesellschaft.
Merck Stakeholder

Fachspezifische Dialoge
Durch unsere tägliche Arbeit haben wir mit vielen gesellschaftlichen Gruppen Kontakt. Die Dialoge werden zumeist direkt aus den Fachabteilungen bei Merck heraus organisiert und geführt. Merck engagiert sich außerdem durch die Mitarbeit in branchenspezifischen Netzwerken und durch die Teilnahme an relevanten Fachkongressen.
Im Berichtszeitraum fanden insbesondere Dialoge zu den Themen „Zugang zu Gesundheit in Entwicklungsländern“ („Access to Health“) und „Bioethik“ statt, zum letzteren Thema vor allem über das 2011 neu gegründete Merck Bioethics Advisory Panel (MBAP). Darüber hinaus initiieren wir auch selbst den Austausch mit relevanten Akteuren des öffentlichen und privaten Sektors. 2011 und 2012 lud Merck z. B. international renommierte Experten aus Wissenschaft und Nichtregierungsorganisationen zu Debatten über die weltweiten Herausforderungen im Bereich „Access to Health“ ein. Im Fokus standen Initiativen der Merck-Landesgesellschaften, die den Zugang zu Arzneimitteln in Entwicklungs- und Schwellenländern verbessern sollen, ebenso wie die Rolle der Preise für den Zugang zu Arzneimitteln in Entwicklungs- und Schwellenländern, die steigenden Anforderungen von Politik und Gesellschaft an Pharmaunternehmen oder mögliche Allianzen und Partnerschaften.
Gesprächs- und Informationsforen
An großen Standorten haben wir Gesprächs- und Informationsforen für Anwohner eingerichtet. Beispielsweise wollen wir mit dem bereits seit 1994 jährlich abgehaltenen Rahmenplanungstreffen an unserem Unternehmenssitz in Darmstadt über unsere Entwicklung am Standort informieren und diskutieren. 2011 und 2012 haben wir über unser Energiemanagement und das Effizienzprogramm „Fit für 2018“ gesprochen. Außerdem wurden auch der Rückbau, der Neubau und die Sanierung von Gebäuden sowie die Beteiligung an einem Stadtjubiläum, das Sponsoring in der Nachbarschaft und die Berufsausbildung bei Merck diskutiert.
Im schweizerischen Corsier-sur-Vevey begannen im Rahmen des Ausbaus unserer dortigen biotechnologischen Produktion Gespräche mit NGOs und den lokalen Behörden, um größtmögliche Transparenz während der gesamten Planungs-, Bau- und Fertigstellungsphase sicherzustellen. Für den Bau hatte Merck sich zur Umsetzung hoher, über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehender Umwelt- und Sicherheitsstandards verpflichtet. Auch nach Fertigstellung der Baumaßnahme wurde dieses jährliche Treffen fortgesetzt; es dient der regelmäßigen Diskussion und Überprüfung der Umsetzung der vereinbarten Maßnahmen und ist auch für 2013 wieder geplant. Da Merck die Planungen transparent darlegt und vereinbarte Maßnahmen fristgerecht umsetzt, konnte Vertrauen geschaffen werden, sodass die Gespräche entsprechend positiv verliefen. Im Jahr 2012 haben wir die vereinbarte Landschaftsgestaltung abgeschlossen, die durch einen unabhängigen Experten positiv bewertet wurde.
Stakeholder-Befragungen
Unsere Mitarbeiter, Kunden und andere relevante Stakeholder-Gruppen befragen wir regelmäßig dazu, wie sie die Leistung von Merck in Hinsicht auf unternehmerische Verantwortung bewerten und welche Erwartungen sie an einen systematischen Dialog zu den im Fokus stehenden CR-Themen haben. Im Sommer 2012 haben insgesamt 85 Stakeholder an unserer Online-Umfrage teilgenommen. 14 ausgewählte Experten wurden zusätzlich telefonisch befragt. Neben der CR-Leistung von Merck wurden die derzeitige Relevanz von CR-Themen sowie unser letzter CR-Bericht bewertet. Die Resonanz war durchweg positiv. Die Teilnehmer der Befragung bescheinigten Merck eine gute oder sehr gute CR-Leistung im Handlungsfeld Produktverantwortung. Aus den Ergebnissen der Befragung wurden auch die thematischen Schwerpunkte für den vorliegenden CR-Bericht abgeleitet.
Bei Merck Millipore werden Fragen der strategischen Ausrichtung der Sparte auf Nachhaltigkeit außerdem mit Kunden sowie Vertretern von NGOs und aus der Wissenschaft in der „Sustainability Stakeholder Advisory Group (SSAG)“ diskutiert.
Lobby- und Verbandsarbeit
Teil unseres Stakeholder-Dialogs ist auch die aktive Teilnahme am politischen Prozess, in den wir uns einbringen und in dem wir unsere Positionen und Sichtweisen darlegen – entweder im direkten Dialog mit Politikern oder über unsere Verbandsarbeit. Wichtige nationale und internationale Branchenverbände, in denen wir Mitglied sind und auch Funktionen übernehmen, sind beispielsweise
- der deutsche Verband der Chemischen Industrie (VCI)
- der Verband der Europäischen Chemischen Industrie (Conseil Européen des Fédérations de l’Industrie Chimique, CEFIC)
- der deutsche Pharmaverband VFA (Verband Forschender Arzneimittelhersteller)
- die European Federation of Pharmaceutical Industries and Associations (EFPIA) und
- die global agierende International Federation of Pharmaceutical Manufacturers & Associations (IFPMA).
Beispiele für von Mitgliedern unserer Geschäftsleitung übernommene Funktionen:
- Im Oktober 2012 wurde Karl-Ludwig Kley, Vorsitzender der Geschäftsleitung, zum Präsident des VCI gewählt. Er ist außerdem Vizepräsident im Bundesverband der Deutschen Industrie e.V. (BDI).
- Stefan Oschmann, Mitglied der Geschäftsleitung und verantwortlich für die Sparten Merck Serono und Consumer Health, ist Vizepräsident der IFPMA und Vorstandsmitglied des VFA.
- Bernd Reckmann, Mitglied der Geschäftsleitung und verantwortlich für die Sparten Performance Materials und Merck Millipore, ist Vorstandsvorsitzender des VCI-Landesverbands Hessen.
Darüber hinaus ist Merck in zahlreichen gemeinnützigen Organisationen tätig, so etwa im Goethe-Institut, in der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ oder im World Environment Center (WEC). Außerdem beteiligen wir uns an Initiativen und Projekten, in denen unsere Normen unternehmerischen Verhaltens geteilt werden. So unterstützen wir die Initiative „Leitbild für verantwortliches Handeln in der Wirtschaft“. Zu den im Berichtszeitraum im Rahmen der Verbandsarbeit intensiv diskutierten Themen gehörten insbesondere die Initiative Responsible Care®, die neue Chemikaliengesetzgebung REACH und Arzneimittelfälschungen.
