Merck setzt Derivate ausschließlich zur Sicherung bilanzierter und geplanter zukünftiger Transaktionen ein. Für einen Teil dieser Sicherungsgeschäfte wird „Hedge-Accounting“ nach den IFRS-Vorschriften angewendet. Hierbei ist zwischen Fair Value Hedge Accounting und Cash Flow Hedge Accounting zu unterscheiden. Zur Designation einer Sicherungsbeziehung ist ein gesichertes Grundgeschäft und ein diesem zugeordnetes Sicherungsinstrument erforderlich. Bei Merck bezieht sich jede Absicherung auf bestehende oder hochwahrscheinlich erwartete Grundgeschäfte. Als Sicherungsinstrumente kommen bei Merck nur Derivate zum Einsatz.
Die Sicherungsbeziehung muss jederzeit effektiv sein, das heißt, die Wertentwicklung des Sicherungsinstruments kompensiert die Wertentwicklung des Grundgeschäftes nahezu vollständig. Der nicht effektive Teil einer Sicherungsbeziehung ist sowohl beim Cash Flow Hedge als auch beim Fair Value Hedge Accounting unmittelbar in der Gewinn- und Verlustrechnung zu erfassen. Zur Messung der Effektivität wendet Merck die Dollar-Offset-Methode an. Es bestehen hohe Anforderungen an die Dokumentation zur Bilanzierung von Sicherungsgeschäften. Derivate, die Dokumentations- oder Effektivitätserfordernisse für das Hedge Accounting nicht oder nicht mehr erfüllen oder deren Grundgeschäft nicht mehr besteht, werden in der Kategorie „Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten“ ausgewiesen. Eine Veränderung des beizulegenden Zeitwerts wird dann unmittelbar in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.
Ein Fair Value Hedge zielt in der Regel darauf ab, Marktwertveränderungen bilanzierter gesicherter Grundgeschäfte (finanzielle Vermögenswerte oder finanzielle Verbindlichkeiten) durch gegenläufige Marktwertveränderungen eines Sicherungsinstruments auszugleichen. Aus den Marktwertveränderungen resultierende gegenläufige Gewinne und Verluste des Sicherungsinstruments sind, unter Berücksichtigung latenter Steuern, unmittelbar in der Gewinn- und Verlustrechnung zu erfassen. Gegenläufige Gewinne und Verluste aus dem gesicherten Grundgeschäft im Bezug auf das gesicherte Risiko sind ebenfalls in der Gewinn- und Verlustrechnung zu erfassen, unabhängig von der Einstufung in eine Bewertungskategorie.
Ein Cash Flow Hedge regelt die Absicherung von Zahlungsstromänderungen, die sich bei Merck üblicherweise aus mit hoher Wahrscheinlichkeit eintretenden geplanten Transaktionen in fremder Währung ergeben. Der effektive Teil der Gewinne und Verluste aus dem Sicherungsinstrument ist beim Cash Flow Hedge Accounting unter Berücksichtigung latenter Steuern so lange erfolgsneutral im Eigenkapital zu erfassen bis das gesicherte Grundgeschäft eingetreten ist. Dies gilt auch, wenn das Sicherungsinstrument zwischenzeitlich ausläuft, verkauft oder beendet wird. Der ineffektive Teil eines Cash Flow Hedge wird immer unmittelbar in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.
