Mercks Ziel ist, ein erfolgreicher Marktteilnehmer in den Branchen Pharmazie, Life-Science-Tools und Spezialchemie mit führenden Positionen in attraktiven Segmenten dieser Märkte zu sein. Aufbauend auf seinen führenden Markenprodukten in allen vier Sparten will Merck Erträge erzielen, die nach unserem gegenwärtigen Verständnis weitgehend unabhängig vom jeweiligen Konjunkturzyklus sind. Darüber hinaus verfügt Merck über eine gute Marktposition in den Emerging Markets, die mittlerweile mehr als ein Drittel zu den Umsatzerlösen beitragen. Derzeitige und zukünftige Investitionen haben zum Ziel, vom künftigen Volumenwachstum in den Emerging Markets zu profitieren.
Merck befindet sich im Wandel. Den Anfang bildete ein gründlicher Umbau der Organisationsstrukturen des Konzerns. Das darauffolgende erste konzernweite Effizienzsteigerungsprogramm wird in den kommenden Jahren den Fokus auf das Wachstum erhöhen. Die organisatorischen Veränderungen sind mittlerweile in Kraft, das Effizienzprogramm, mit dem eine wettbewerbsfähige Kostenstruktur sichergestellt werden soll, wird gerade implementiert. Die Geschäftsleitung geht von einer Steigerung der Betriebs- und Nettomargen bis 2014 aus, wozu Merck Serono den Hauptbeitrag leisten wird. Das weiterreichende Ziel von „Fit für 2018“ ist jedoch eine neue, leistungsorientierte Unternehmenskultur, zu deren Elementen ergebnisorientiertes Handeln, Effizienz, eine globale Präsenz, Innovation, Qualität und Kundenorientierung zählen.
Bei Merck Serono gilt das Hauptaugenmerk strafferen F&E-Funktionen. Um die historisch über dem Branchendurchschnitt liegenden Betriebskosten (als prozentualer Anteil an den Umsatzerlösen) zu senken, wird unter anderem der ehemalige Hauptsitz von Merck Serono in Genf (Schweiz) geschlossen. Ebenfalls geplant sind eine Reduzierung der Fixkosten in F&E, zielgerichtetere Ausgaben in Marketing und Vertrieb und das Zusammenlegen verschiedener Abteilungen und Funktionen innerhalb der Sparte.
Die Sparte Consumer Health wird ihre operative Profitabilität, die derzeit unter dem Industriedurchschnitt liegt, fundamental steigern. Erreicht werden soll dies, indem die Vermarktung und der Vertrieb rationalisiert und somit die Ausgaben gesenkt werden. Ferner werden die F&E-Aufwendungen gestrafft werden.
Im Gegensatz zum Pharmageschäft gelten die Sparten Performance Materials und Merck Millipore nicht als wesentliche Restrukturierungskandidaten. Im Rahmen des konzernweiten Programms werden jedoch weitere Initiativen angestoßen, um Ineffizienzen zu beseitigen, zum Beispiel im Bereich Pigments & Cosmetics.
Ferner sind für die Konzernfunktionen (Abteilungen, die keiner einzelnen Sparte zuzurechnen sind und unter Konzernkosten und Sonstiges geführt werden) diverse Effizienzsteigerungsmaßnahmen geplant.
Merck geht davon aus, ab 2014 sichtbare Margensteigerungen und weiterhin organische Umsatzzuwächse zu erzielen. Nettoeinsparungen in Höhe von 365 Mio € sollen ab 2017 jährlich erzielt werden, die sich bereits über die Jahre 2012 bis 2016 schrittweise aufbauen werden. Diese Einsparungen sollten die Profitabilität der Gruppe strukturell verbessern.
Für Merck Serono strebt das Unternehmen ab 2014 jährliche Nettoeinsparungen von 300 Mio € an. Davon sollen 40 % über niedrigere, aber effektivere Ausgaben für die F&E-Funktionen der Sparte erzielt werden. Commercial Operations (mit Auswirkungen auf die Vermarktungs-, Vertriebs- und Verwaltungskosten) wird rund 60 % der Einsparungen liefern. Erreicht werden soll dies in erster Linie über eine schlankere und zentralisiertere Organisation. Das Ziel für Consumer Health sind Nettoeinsparungen von jährlich 25 Mio € ab 2014, die über niedrigere Ausgaben für die Vermarktung, den Vertrieb, die Verwaltung, F&E sowie über eine Logistikoptimierung erzielt werden sollen. Performance Materials bleibt mit mittelfristig stabilen Umsatzzahlen und vergleichsweise hohen Margen ein attraktives Geschäft und ein wesentlicher Bestandteil von Merck. Für Merck Millipore wurden längerfristige Einsparungsziele kommuniziert. Eine effizientere Produktion und ein geringerer Logistikaufwand dürften hier ab 2017 jährliche Nettoeinsparungen von rund 40 Mio € ermöglichen.
Merck verfügt über eine sehr hohe freie Cash-Flow-Rendite und verbessert den Einsatz des vorhandenen Kapitals. Im Rahmen des ersten konzernweiten Effizienzsteigerungsprogramms werden liquide Mittel mit hoher Priorität für Restrukturierungsmaßnahmen in sämtlichen Sparten und Regionen vorgehalten. Für 2012 – 2015 sind rund 800 Mio € an Einmalaufwendungen in Zusammenhang mit Restrukturierungen vorgesehen.
Ein weiteres Ziel von Merck ist die Beibehaltung einer gesunden Bilanzstruktur. Die Kredite, die zur Millipore-Finanzierung 2010 aufgenommen wurden, werden bei Erreichen der Fälligkeit der einzelnen Tranchen zurückgezahlt. Für 2012 wurden 1 Mrd € für die Rückzahlung ausstehender Anleihen verwendet. Darüber hinaus werden liquide Mittel für selektive Akquisitionen insbesondere im Bereich Life Science (Merck Millipore) und für Produkteinlizenzierungen (Merck Serono) eingesetzt, um künftiges Wachstum sicherzustellen. Solange der überwiegende Teil der Restrukturierungsmaßnahmen nicht umgesetzt ist, plant Merck keine Akquisitionen transformatorischen Ausmaßes.
Schließlich setzt Merck seine liquiden Mittel für Dividendenzahlungen an die Aktionäre ein. Für die nächsten Jahre – basierend auf den getroffenen Annahmen zur Gesamtwirtschaft und dem künftigen Geschäftsverlauf sowie vorbehaltlich der Zustimmung durch die Hauptversammlung – strebt Merck eine Dividende an, die in absoluten Zahlen im Vergleich zu 2011 mindestens stabil ist.
Dividende pro Aktie

