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Geschäftsbezogene Risiken 

Merck integriert sein Risikomanagement in die Prozesse der kontinuierlichen Geschäftsplanung. Mögliche negative Entwicklungen, beispielsweise Änderungen der Kundennachfrage oder geänderte politische Rahmenbedingungen, werden im Rahmen des internen Risikomanagementprozesses identifiziert, beschrieben und bewertet. Somit können wir bei von der Planung abweichenden Ereignissen frühzeitig Gegenmaßnahmen ergreifen. Risiken bei Investitionsvorhaben werden durch die Anwendung detaillierter Richtlinien gemindert.

Gesamterlöse und wirtschaftlicher Erfolg der Merck-Gruppe stützen sich auf eine Vielzahl pharmazeutischer und chemischer Produkte für verschiedene Branchen. Diese Diversifikation trägt zu einer Risikominderung bei, da sich die Märkte in ihrer Struktur und ihren Konjunkturzyklen unterscheiden. Sie ist auch Ausdruck der Merck-Strategie, ein integriertes Pharma-, Chemie- und Life-Science-Unternehmen bleiben zu wollen.

Politische und regulatorische Risiken

Als global operierendes Unternehmen sieht sich Merck politischen und regulatorischen Veränderungen in vielen Ländern und Märkten ausgesetzt. 2012 setzte sich im Arzneimittelumfeld der in vielen Ländern zu beobachtende Trend zu zunehmend restriktiven Vorgaben betreffend Preisbildung, Kostenerstattung und Zulassung für Arzneimittel fort. Diese Vorgaben können die Rentabilität unserer Produkte negativ beeinflussen sowie den Erfolg von Markteinführungen und Neuzulassungen gefährden. Eine enge Kommunikation mit Gesundheits- und Zulassungsbehörden dient als Maßnahme zur präventiven Risikoabwehr. Die Destabilisierung politischer Systeme und die mögliche Errichtung von Handelsschranken können ebenso wie währungspolitische Veränderungen zu Absatzrückgang in bestimmten Ländern und Regionen führen. Durch Diversifikation hinsichtlich Produkten, Branchen und Regionen ist eine Abschwächung potenzieller negativer Auswirkungen möglich.

Risiken der Forschung und Entwicklung

Innovation ist für Merck wesentlicher Bestandteil der Konzernstrategie. Forschungs- und Entwicklungsprojekte können sich verzögern, erwartete Budgets überschreiten oder anvisierte Ziele nicht erreichen. Für das Pharmageschäft sind Forschung und Entwicklung von besonderer Bedeutung. Die Forschungs- und Entwicklungsprojekte werden daher durch Portfoliomanagement permanent überwacht. Im Zuge des Portfoliomanagements bewerten wir die Forschungsgebiete und alle Projekte in der Entwicklungs-Pipeline regelmäßig und richten sie gegebenenfalls neu aus. Mitunter werden Entwicklungsprojekte erst nach hohen Investitionen in einer späten klinischen Phase abgebrochen. Entscheidungen – etwa beim Übergang in die nächste Phase der klinischen Entwicklung – werden so getroffen, dass Risiken so gering wie möglich gehalten werden. Es besteht auch das Risiko, dass Zulassungsbehörden eine Zulassung nicht oder nur verzögert erteilen, was Auswirkungen auf die Ertragslage haben kann. Zudem besteht die Gefahr, dass unerwünschte Nebenwirkungen unserer pharmazeutischen Produkte erst nach der Zulassung beziehungsweise Registrierung entdeckt werden und eine Einschränkung der Zulassung oder Rücknahme vom Markt zur Folge haben.

Risiken der Qualität und Verfügbarkeit von Produkten

Merck ist Produkthaftungsrisiken ausgesetzt. Darunter fällt auch die Einhaltung von höchsten Qualitätsstandards in der Produktion von pharmazeutischen Präparaten („Good Manufacturing Practices“). Diese unterliegt der Überwachung durch die Zulassungsbehörden. Qualitätskontrollen entlang der gesamten Wertschöpfungskette minimieren diese Risiken. Dies beginnt bei der Qualifikation unserer Lieferanten und setzt sich fort mit umfassenden Qualitätsanforderungen für Rohstoffe, fremdbezogene Halbfertigprodukte und Anlagen sowie mit langfristigen strategischen Kooperationen bei versorgungs- oder preiskritischen Vorprodukten.

© Merck KGaA, Darmstadt, Germany, Last Update 07.03.2013