Es liegt im Kern unserer unternehmerischen Verantwortung, dass unsere Produkte sicher sind – und zwar sowohl für die Nutzer und Patienten als auch für die Umwelt. Unsere Richtlinien zur Produktsicherheit orientieren sich an weltweit geltenden Gesetzen. Mit Selbstverpflichtungen, die von den nationalen und internationalen Fachverbänden der pharmazeutischen und der chemischen Industrie festgelegt werden, gehen wir über diese Anforderungen hinaus. Beispiele sind die globale Responsible-Care-Charta in der chemischen Industrie oder die Branchenregeln der Pharmaverbände zur Vermarktung von Arzneimitteln. Unser Ziel ist es, Kunden und Patienten qualitativ hochwertige Originalprodukte verfügbar zu machen.
Bereits bei der Entwicklung von neuen Produkten legen wir Wert auf Nachhaltigkeitsaspekte für ihren gesamten Lebenszyklus. Die umfangreiche Dokumentation der Produkteigenschaften und die Erfüllung aller rechtlichen Vorgaben nimmt für uns einen hohen Stellenwert ein.
Wir unterstützen unsere Kunden aktiv, zum Beispiel indem wir ihnen umfassende Informationsmaterialien zur Verfügung stellen oder sie in konkreten, anwendungsbezogenen Weiterbildungen schulen. Dabei kommt uns zugute, dass wir durch unsere breite Aufstellung und unser außergewöhnlich großes Produktsortiment auch über eine entsprechend hohe Expertise verfügen.
In die gleiche Richtung zielt auch unsere Qualitätsvision – „Qualität ist in allem, was wir tun!“ Diese Vision spricht jeden Mitarbeiter in seiner Verantwortung an, und zwar in allen Sparten, allen Konzernfunktionen und auf allen Hierarchie-Ebenen. Qualität hat aus unserer Sicht sehr viel mit dem Vertrauen zu tun, das unsere Kunden seit Jahrhunderten in uns setzen.
REACH: Phase 2 liegt im Zeitplan
Die Umsetzung der EU-Verordnung REACH (Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals) ist zurzeit in der zweiten Phase. Sie betrifft alle Stoffe, von denen wir im Jahr zwischen 100 und 1.000 Tonnen produzieren oder importieren – insgesamt etwa 75 verschiedene Stoffe. Diese müssen bis zum 1. Juni 2013 vollständig bei der EU-Behörde ECHA registriert werden. Wir haben alle dafür nötigen Prozesse gestartet und liegen mit unseren Aktivitäten vollständig im Zeitplan. Parallel dazu haben wir bereits angefangen, die ersten Stoffe für Phase 3 zu registrieren, die von 2013 bis 2018 laufen wird und alle Stoffe mit Produktions- oder Importmengen von über einer Tonne jährlich umfasst.
„Merck Bioethics Advisory Panel“ berät das Unternehmen
Unser mit renommierten, unabhängigen Wissenschaftlern und Bioethikern aus verschiedenen Ländern besetztes „Merck Bioethics Advisory Panel“ trat auch 2012 wieder zusammen. Das Gremium nimmt gezielt zu bioethischen Fragen Stellung, die im Unternehmen aufkommen, zum Beispiel in Zusammenhang mit biotechnologisch hergestellten Medikamenten oder Stammzellen. Im Rahmen ausführlicher Diskussionen und Arbeitskreise befassten sich die Experten diesmal schwerpunktmäßig mit Aspekten wie dem Design klinischer Studien in Entwicklungsländern.
„Access to Medicine“-Index: Aufstieg im Ranking
Merck rangiert auf Platz 8 im aktuellen, im November 2012 von der „Access to Medicine Foundation“ veröffentlichten „Access to Medicine“-Index. Im Vergleich zur Platzierung von 2010 hat sich Merck damit um neun Plätze verbessert. Der Index vergleicht alle zwei Jahre 20 Pharmaunternehmen in Form einer Rangliste bezüglich verschiedener Aktivitäten, die den Zugang zu Arzneimitteln in Ländern mit schwachen bis mittleren Einkommen verbessern.
Wir wollen in Entwicklungsländern einen nachhaltigen Zugang zu hochqualitativen, sicheren Medikamenten und Gesundheitslösungen schaffen. Um das Ziel, unsere Gesundheitslösungen für Patienten in Entwicklungsländern zugänglich und bezahlbar zu machen, voranzutreiben, hat Merck die Initiative „Access to Health“ weiter ausgebaut. Sie bildet einen Rahmen über Sparten und Funktionen des Unternehmens hinweg und hilft uns dabei, Fragen im Zusammenhang mit dem Zugang zu Arzneimitteln in den Entwicklungsländern wirkungsvoller anzugehen.
Kampf gegen Produktfälschungen: MACON-Netzwerk
Merck geht entschieden gegen Produktfälschungen vor. Fälschungen von Arzneimitteln gefährden Leben und Gesundheit der Patienten. Darüber hinaus beschädigen Fälschungen, die illegal unter dem Namen Merck auf den Markt gebracht werden, auch den guten Ruf der Merck-Produkte. Um dieser besonders perfiden Form der organisierten Kriminalität zu begegnen, arbeiten verschiedene Abteilungen innerhalb von Merck und alle Ländergesellschaften im MACON-Netzwerk (Merck Anti-Counterfeiting Operational Network) zusammen. Dabei werden in verschiedenen Betätigungsfeldern aktiv Kontakte zu lokalen, regionalen und internationalen Behörden gepflegt, Schulungen für Mitarbeiter und Behördenvertreter durchgeführt und Ressourcen für forensische Produktanalysen verfügbar gemacht. Merck engagiert sich zudem aktiv bei Fragen der Fälschungssicherheit seiner Verpackungen und bietet hier marktgerechte, innovative Lösungen an.
Ausgaben für Umweltschutz
Die Aufwendungen für Umweltschutz, Gesundheit und Sicherheit beliefen sich im Jahr 2012 auf insgesamt 146 Mio €. Darin enthalten sind auch im Berichtsjahr getätigte Investitionen.
EHS-Managementsystem und ISO-Gruppenzertifikat
In der konzernweit gültigen „Corporate EHS Policy“ sind unsere Grundsätze und Strategien für Umweltschutz (Environment), Gesundheit (Health) und Sicherheit (Safety) festgelegt. Die EHS-Policy wird konkretisiert durch interne Richtlinien und Handlungsanweisungen wie das „Merck Group EHS Security and Quality Manual“.
Da sich unser Geschäft kontinuierlich verändert, muss auch unser Umweltmanagement ein lebendiges System bleiben. Deshalb wird durch regelmäßige externe wie interne Audits bestätigt, dass es den Ansprüchen der ISO-Norm 14001 weiterhin gerecht wird. Das Gruppenzertifikat für unser Umweltmanagementsystem nach dem internationalen Standard ISO 14001 wurde im Rahmen der jährlichen Begutachtung auch für 2012 bestätigt.
| XLS |
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Energie |
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2008 |
2009 |
2010 |
2011 |
2012 | ||
| |||||||
|
Energieverbrauch (in GWh) |
1.435,0 |
1.322,1 |
1.454,7 |
1.445,6 |
1.437,8 | ||
|
Eingekaufte Energie |
|
|
|
|
| ||
|
Gas (in Mio m3) |
77,8 |
71,9 |
77,3 |
76,2 |
78,2 | ||
|
Flüssige fossile Brennstoffe (in kt) |
7,8 |
5,6 |
7,9 |
7,9 |
7,4 | ||
|
Elektrizität (in GWh) |
504,2 |
468,0 |
508,8 |
507,0 |
487,6 | ||
| XLS |
|
CO2eq-Emissionen (eq=Äquivalente) |
| ||||||
|
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|
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| ||
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|
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|
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|
Emissionen in kt |
2008 |
2009 |
2010 |
2011 |
2012 | ||
| |||||||
|
Direkte CO2eq-Emissionen |
303 |
302 |
352 |
318 |
319 | ||
|
Indirekte CO2eq-Emissionen |
210 |
187 |
204 |
203 |
197 | ||
|
Gesamte CO2eq-Emissionen |
513 |
489 |
556 |
521 |
516 | ||
| XLS |
|
Luftemissionen |
| ||||||||
|
|
|
|
|
|
| ||||
|
|
|
|
|
|
| ||||
|
Emissionen in kt |
2008 |
2009 |
2010 |
2011 |
2012 | ||||
| |||||||||
|
Stickoxide |
0,2 |
0,1 |
0,2 |
0,1 |
0,2 | ||||
|
Schwefeldioxid |
0,05 |
0,03 |
0,03 |
0,02 |
0,02 | ||||
|
Staub |
0,02 |
0,02 |
0,02 |
0,03 |
0,03 | ||||
|
VOC (Volatile Organic Compounds)1 |
1,9 |
0,2 |
0,2 |
0,2 |
0,2 | ||||
„EDISON“: 200 Projekte zum Klimaschutz
Wir wollen kontinuierlich besser werden und Energie, Wasser sowie Materialien sparsam und effizient einsetzen. Dies tun wir einerseits, um Auswirkungen auf die Umwelt zu verringern, andererseits, um Kosten zu sparen. Unser Fokus liegt derzeit auf dem Klimaschutz: Unser Ziel bleibt es, die gesamten direkten und indirekten Treibhausgas-Emissionen bis 2020 um 20 % zu senken – gemessen am Stand von 2006.
Um diese Klimaziele zu erreichen, hat Merck unter dem Namen EDISON ein Klimaschutzprogramm gestartet. Es bündelt alle Aktivitäten der Merck-Gruppe in Richtung Klimaschutz und Energieeffizienz. Die Geschäftsleitung wird 2013 wie auch im Jahr zuvor wieder zusätzlich 10 Mio Euro speziell für Maßnahmen zur Energieeinsparung und Treibhausgas-Reduktion zur Verfügung stellen. Mit diesen EDISON-Maßnahmen, die rund 200 Einzelprojekte umfassen, will Merck mittelfristig rund 64 Kilotonnen CO2-Äquivalente jährlich einsparen. Rund ein Drittel dieser weltweit geplanten Projekte ist bereits umgesetzt oder in Arbeit, darunter auch größere Projekte zur Energieerzeugung oder zur Wärmerückgewinnung.
Neue Kraftwerke im Bau
So wird zum Beispiel in Goa in Indien ein Kraftwerk gebaut, das klimaneutrale Biomasse als Brennstoff nutzen und damit den Standort mit Strom und Dampf versorgen wird. Das Blockheizkraftwerk mit Kraft-Wärme-Kopplung am Standort Gernsheim in Deutschland, das derzeit errichtet wird, ist ein weiteres EDISON-Projekt: Dank der hocheffizienten, gasbetriebenen Kraft-Wärme-Kopplung wird Strom gewonnen und der Verlust von ungenutzter Wärmeenergie fast vollkommen vermieden.
Energiemanagement ist ein Baustein zu nachhaltiger Energieeffizienz und Klimaschutz. 2012 wurden die beiden Merck-Produktionsstandorte Darmstadt und Gernsheim, die für rund 40 % des weltweiten Energieverbrauchs bei Merck verantwortlich sind, nach der ISO-50001-Norm „Energiemanagementsysteme“ zertifiziert.
„Carbon Performance Leadership“-Index: Rating verbessert
Das Carbon Disclosure Project ist eine unabhängige Non-Profit-Organisation mit dem Ziel, mehr Transparenz hinsichtlich der klimaschädlichen Treibhausgasemissionen zu schaffen. Im damit verbundenen „Carbon Performance Leadership“-Index, der die unternehmerische Leistung bei der Reduktion der Emissionen misst, haben wir unser Rating von C auf B verbessert und liegen damit deutlich im oberen Bereich aller teilnehmenden Unternehmen in der Kategorie für Deutschland, Österreich und die Schweiz. Bewertet wurden rund 350 Unternehmen in ihren Leistungen zur Emissionsreduzierung. Nur neun davon erhielten die Bewertung A beziehungsweise A-, 29 die Bewertung B.
„Green³“-Konzept
Mit ihrem „Green³“-Konzept leistet die Geschäftseinheit Liquid Crystals einen wichtigen Beitrag zur Verbreitung umweltschonender, sparsamer und sicherer Technologien. Wir entwickeln innovative, umweltfreundliche Materialien für energieeffiziente LC- und OLED-Bildschirme und helfen unseren Kunden, ihre Produktionsabläufe umweltfreundlich zu gestalten. Das Green³-Konzept wurde auch auf Kosmetikprodukte unserer Sparte Performance Materials ausgeweitet. Es evaluiert alle Möglichkeiten für nachhaltige Gewinnung und Herstellung von kosmetischen Inhaltsstoffen, Optimierung der damit verbundenen Produktionsvorgänge sowie – im Dialog mit unseren Kunden aus der Kosmetikindustrie – Vorschläge für kosmetische Formulierungen, die strenge Nachhaltigkeitsaspekte erfüllen und mit dem aktuellen Trend zu mehr Natürlichkeit in der Kosmetik einhergehen.
Lebenszyklus-Analysen für ausgewählte Produkte
Produktlebenszyklusanalysen (auch Ökobilanzen oder „Life-Cycle-Assessments“ genannt) werden genutzt, um die Umweltauswirkungen von Produkten zu ermitteln. So beziffert zum Beispiel ein „Product Carbon Footprint“ die Summe von Treibhausgasemissionen, die ein Produkt über seinen gesamten Lebenszyklus verursacht. Ein „Product Water Footprint“ ist ein Indikator für die gesamte Wassernutzung in einem Produktlebenszyklus.
Aufgrund der wachsenden Bedeutung dieses Themas hat unsere Sparte Performance Materials für Flüssigkristallmischungen und Perlglanz-Pigmente den Product Carbon Footprint und für Flüssigkristallmischungen den Product Water Footprint ermittelt. Dabei verfolgen wir den „Cradle to gate“-Ansatz, das heißt von der Rohstoffgewinnung über die Produktion bis zur Auslieferung an die Kunden. Daneben arbeitet auch die Sparte Merck Millipore intensiv an diesem Thema und hat mehrere Lebenszyklusanalysen sowie vergleichende Produktstudien erstellt. Diese Untersuchungen werden von Merck Millipore auch dazu genutzt, um im Rahmen ihres „Design for Sustainability“-Programms die Umweltauswirkungen von Produkten weiter zu reduzieren.

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