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Steuerungskennzahlen der Merck-Gruppe Geprüft

Das EBITDA vor Sondereinflüssen ist die wichtigste interne und externe Ergebniskennzahl in Hinblick auf die laufende operative Tätigkeit. Bei der Ermittlung werden vom operativen Ergebnis Wertminderungen, Abschreibungen sowie die Sondereinflüsse, die überwiegend im Zusammenhang mit Restrukturierungsmaßnahmen stehen, abgezogen, was eine Bewertung der zugrunde liegenden operativen Tätigkeit der Merck-Gruppe und ihrer vier Sparten erlaubt.

Merck-Gruppe | EBITDA vor Sondereinflüssen und Wachstum auf Quartalsebene1

EBITDA vor Sondereinflüssen und Wachstum auf Quartalsebene (Balkendiagramm)

Neben dem EBITDA vor Sondereinflüssen wurde 2012 der Business Free Cash Flow als Kennzahl eingeführt. Er wird zur Vereinbarung von internen Zielvorgaben und zur Bemessung der individuellen Boni eingesetzt. Untergliedert nach den verschiedenen Sparten aggregiert er das EBITDA vor Sondereinflüssen und die wesentlichen zahlungswirksamen Posten, beispielsweise Investitionsausgaben in Sachanlagen und Software sowie Änderungen an Vorräten und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die allesamt vollumfänglich von den einzelnen Geschäftsbereichen kontrolliert werden. Folglich wirkt sich ein Anstieg bei Vorräten und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen negativ auf individuelle Boni aus, während Rückgänge sich positiv auswirken. Die Einführung dieser Kennzahl hat zu einem beträchtlich höheren Kostenbewusstsein und zu reduziertem erforderlichem Nettoumlaufvermögen geführt.

Im Februar 2012 kündigte Merck ein globales Effizienzsteigerungsprogramm an, das sich auf alle Regionen und Geschäftsbereiche erstreckt. Im Verlauf des Jahres wurden über 100 Einzelinitiativen in Ländern wie der Schweiz, Spanien, Italien und Großbritannien auf den Weg gebracht. In Deutschland, wo Merck über ein Viertel seiner Mitarbeiter beschäftigt, wurde im September 2012 mit den Arbeitnehmervertretern eine Vereinbarung mit dem Ziel unterzeichnet, bis 2015 rund 1.100 der 10.900 dort angesiedelten Stellen zu streichen. Der Stellenabbau soll auf sozialverträgliche Weise vor allem über freiwillige Abfindungsregelungen und Altersteilzeitregelungen in sämtlichen Sparten und Funktionen erfolgen. Bis Ende 2017 wird Merck, abgesehen von möglichen Standortstilllegungen und Transfers, die momentan noch überprüft werden, von betriebsbedingten Kündigungen absehen. Weitere Kosteneinsparungen werden über reduzierte Personalkosten infolge der Restrukturierung des Vergütungssystems erzielt werden. Merck beabsichtigt, in den nächsten zwei Jahren insgesamt mindestens 250 Mio € in den Standort Darmstadt und andere Standorte in Deutschland zu investieren.