Während des Jahres lag der Haupttätigkeitsschwerpunkt auf der Implementierung der neuen Organisationsstruktur der Forschungs- und Entwicklungsabteilung von Merck Serono, die nunmehr in zwei Hauptfunktionen untergliedert ist. Die Funktion Global Research and Early Development ist für Projekte im Bereich Forschung, im präklinischen Stadium bis hin zum „Proof of Confidence“ zuständig, also bis zu jenem Punkt, an dem die Datenlage als ausreichend erachtet wird, um substanzielle Investitionen in eine umfassendere klinische Entwicklung zu rechtfertigen. Innerhalb dieser Funktion arbeiten Gruppen auf bestimmten Therapiegebieten und Plattformtechnologien zusammen. Die zweite Funktion, Global Development and Medical, ist für die spätere klinische Produktentwicklung zuständig; dies betrifft die Einreichung bei den Arzneimittelbehörden und das Life-Cycle-Management nach der Zulassung. Dieser Bereich umfasst unter anderem die Abteilungen Klinische Entwicklung, Zulassung, Arzneimittelsicherheit sowie Medical and Scientific Affairs. Außerdem ist hier die Qualitätssicherung angesiedelt, die die Einhaltung der geltenden Good Practices (gute Laborpraxis, gute klinische Praxis und gute Herstellungsverfahren) sicherstellt.
In der Vergangenheit lagen bei Merck Serono sowohl die Länge als auch die Kosten aller Stadien der klinischen Entwicklung über dem Branchendurchschnitt. Merck Serono hat es sich nun zum Ziel gesetzt, seine Arzneimittelentwicklung zu beschleunigen und kosteneffizienter zu gestalten. In diesem Sinne werden die Organisationsstrukturen vereinfacht, die Zahl der Entscheidungsinstanzen reduziert und gewisse Funktionen und Aufgaben ausgelagert. Bis 2014 wird eine Nettoeinsparung der F&E-Kosten um 120 Mio € angestrebt. Derzeit ist eine Verlagerung der relativen Ausgaben weg von Fixkosten hin zu projektbezogenen Aufwendungen in Gange, um den Wert und die Erfolgsquote der Entwicklungspipeline zu steigern.
Um die Schnittstelle mit Wissenschaftlern, Klinikern und Zulassungsbehörden weltweit zu verbessern, forciert die Sparte den Nordamerika- und Asienschwerpunkt durch den Ausbau der Forschungs- und Entwicklungszentren in Boston (USA), Peking (China) und Tokio (Japan). Die F&E-Zentrale in Darmstadt wird sich weiterhin auf bewährte Bereiche konzentrieren, in denen Merck Serono eine starke Position aufgebaut hat, so etwa Onkologie und Immunologie. In Nordamerika wird die Präsenz in Boston durch die Niederlassung von EMD Serono in Rockland gestärkt und ein neues, hochmodernes Forschungszentrum in Billerica aufgebaut. Die drei gobalen F&E-Zentren von Merck Serono werden die Sparte befähigen, weltweit Innovationen in Wissenschaft und Medizin hervorzubringen und talentierte Fachkräfte aus dem Biopharmabereich ins Unternehmen zu holen und zu fördern.
Die Forschungsaktivitäten von Merck Serono sind weiterhin vom unbedingten Streben nach Innovation geprägt. Die Erneuerung der Strukturen gibt den Teams mehr Freiheit und Handlungsspielraum. Um mehr Ressourcen für Projekte bereitzustellen, wurden die Kostenstrukturen angepasst. Außerdem wurde ein „Scientific Peer Review“ ins Leben gerufen: In Zusammenarbeit mit externen Beratergremien werden Forschungsprojekte und -vorhaben erörtert, hinterfragt und somit verbessert. Um die Kompetenzen von Merck Serono zu vergrößern, erweitert die Sparte das externe Netzwerk über die bestehenden Kooperationen hinaus.

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