2012 war für die Sparte Performance Materials ein sehr erfolgreiches Jahr. Bei den Umsatzerlösen wurde mit einem außergewöhnlichen Anstieg um 14,3 % auf 1.674 Mio € (2011: 1.465 Mio €) ein Rekordniveau erreicht. Begünstigt wurde diese Entwicklung durch den starken US-Dollar, da ein wesentlicher Teil der Umsatzerlöse in dieser Währung erzielt wird. So trugen Veränderungen aus Wechselkursen 7,0 % und das organische Wachstum sogar 7,4 % zur Steigerung der Umsatzerlöse bei. Eine starke Nachfrage nach Flüssigkristall-Materialien, die mehr als 70 % der Umsatzerlöse der Sparte ausmachen, war hierbei getragen von anhaltenden Wachstumstrends in der Flachbildschirmindustrie. So führten steigende Verkaufszahlen sowie insbesondere zunehmende Bildschirmdiagonalen von Fernsehgeräten zu einer hohen Nachfrage nach Flüssigkristallen mit VA(Vertical-Alignment)-, PS-VA (Polymer-Stabilized Vertical Alignment)- und IPS (In-Plane Switching)-Technologie. Die Absatzmengen der IPS-Flüssigkristalle profitierten dabei zusätzlich von wachsenden Verkaufszahlen mobiler Geräte mit Touchscreen-Displays wie Tablet PCs und Smartphones. Darüber hinaus konnte die Sparte als Folge der fortlaufenden Weiterentwicklung der Eigenschaften des bestehenden Flüssigkristall-Produktportfolios den eigenen Marktanteil von im Vorjahr etwa 55 % auf über 60 % im Jahr 2012 ausbauen.
Auch die Geschäftseinheit Pigments & Cosmetics hat ihre Umsatzerlöse im Jahr 2012 gesteigert, wenn auch gegenüber einem moderaten Vorjahr. Neben signifikanten positiven Währungseffekten verzeichnete Pigments & Cosmetics auch ein organisches Wachstum der Umsatzerlöse mit funktionalen Materialien für Kunststoff- und Druckanwendungen sowie insbesondere bei dem Geschäft mit Effektpigmenten der Xirallic®-Produktfamilie, die vornehmlich in Automobillacken zum Einsatz kommt. Im Vorjahr waren die Absätze mit Xirallic®-Pigmenten aufgrund von Lieferengpässen erheblich zurückgegangen. Grund hierfür war der temporäre Ausfall von Teilen der Produktion am Standort der Geschäftseinheit in Onahama (Japan) als Folge eines der stärksten dort jemals verzeichneten Erdbeben. Zur Erhöhung der künftigen Liefersicherheit etablierte die Geschäftseinheit daraufhin einen zweiten, unabhängigen Produktionsstandort für Xirallic®-Pigmente in Deutschland, der 2012 die Produktion aufgenommen hat. Im Berichtszeitraum konnten die im Vorjahr eingebüßten Umsatzerlöse in diesem Segment wieder zurückgewonnen werden. Demgegenüber war die Entwicklung in der Automobilindustrie vor allem ab der zweiten Jahreshälfte 2012 geprägt von zunehmend verhalteneren Aussagen zur kurzfristigen Absatzprognose.
Anlagenabgänge wirkten sich im Jahr 2012 nur unwesentlich auf die Entwicklung der Sparte aus. So verringerte der im Februar 2012 kommunizierte Verkauf des Geschäfts mit Elektrolyten für Hochleistungsbatterien an BASF die Umsatzerlöse um lediglich 0,1 %.
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Performance Materials | Kennzahlen |
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in Mio € |
2012 |
2011 |
Veränderung |
1.675,6 |
1.467,4 |
14,2 |
|
Umsatzerlöse |
1.674,2 |
1.464,7 |
14,3 |
Operatives Ergebnis (EBIT) |
598,5 |
691,0 |
–13,4 |
Marge (in % vom Umsatz) |
35,7 |
47,2 |
– |
723,4 |
801,1 |
–9,7 |
|
Marge (in % vom Umsatz) |
43,2 |
54,7 |
– |
EBITDA vor Sondereinflüssen |
730,7 |
682,7 |
7,0 |
Marge (in % vom Umsatz) |
43,6 |
46,6 |
– |
Das Bruttoergebnis von Performance Materials verbesserte sich im Jahr 2012 um 9,6 % auf 959 Mio € (2011: 875 Mio €) und blieb damit hinter dem Anstieg der Umsatzerlöse zurück. Entsprechend verringerte sich die Bruttomarge auf 57,3 % (2011: 59,8 %). Hierfür waren mehrere Effekte verantwortlich: Zum einen führten höhere Absatzmengen sowie Unterauslastungen in der Produktion als Folge des Abbaus von Lagerbeständen zu einem Anstieg der Produktionskosten um 21,0 % auf 716 Mio € (2011: 592 Mio €). Darüber hinaus wirkten sich Preiskonzessionen als Folge der höheren Absatzmengen nachteilig auf die Bruttomarge aus.
Die Marketing-, Vertriebs- und Verwaltungskosten (einschließlich Lizenz- und Provisionsaufwendungen sowie sonstiger betrieblicher Aufwendungen/Erträge) erhöhten sich im Berichtszeitraum um 179 Mio € auf 219 Mio € (2011: 40 Mio €), ein Anstieg um mehr als das Vierfache. Diese Entwicklung ist auf das sehr geringe Vergleichsniveau des Vorjahres zurückzuführen, das einen sonstigen betrieblichen Ertrag in Höhe von 157 Mio € aus dem Verkauf des CropBioscience-Geschäfts an Novozymes enthält. Ferner wurde im Jahr 2012 erstmals ein sonstiger betrieblicher Aufwand in Höhe von 26 Mio € im Zusammenhang mit dem Effizienzsteigerungsprogramm ausgewiesen. Neben der Verschlankung der Organisationsstruktur hat sich die Sparte hier zum Ziel gesetzt, den bestehenden Produktionsverbund zu optimieren. In Summe stand im Jahr 2012 ein sonstiger betrieblicher Aufwand in Höhe von 39 Mio € einem sonstigen betrieblichen Ertrag im Vorjahr in Höhe von 127 Mio € gegenüber. Der Anstieg der Marketing- und Vertriebskosten sowie der Verwaltungskosten blieb hingegen mit 7,9 % bzw. 6,4 % deutlich unter dem Wachstum der Umsatzerlöse.
Gleiches gilt auch für die Kosten für F&E, die einen Zuwachs um 3,5 % auf 137 Mio € verzeichneten (2011: 133 Mio €). Dieses anhaltend hohe Niveau von 8,2 % der Umsatzerlöse (2011: 9,1 %) ist Ausdruck der nachhaltigen Innovationsstrategie der Sparte vor allem in der Geschäftseinheit Liquid Crystals. Auch künftig will Merck seine führende Marktposition bei Flüssigkristall-Materialien durch fortlaufende Verbesserungen bestehender sowie der Entwicklung neuer Produkte behaupten.
Die zuvor beschriebenen Sondereinflüsse wirkten sich ebenfalls signifikant auf das operative Ergebnis von Performance Materials aus. So ging das EBIT um 13,4 % auf 599 Mio € (2011: 691 Mio €) und das EBITDA um 9,7 % auf 723 Mio € (2011: 801 Mio €) zurück. Bereinigt um die Sondereinflüsse erhöhte sich hingegen das EBITDA vor Sondereinflüssen um 7,0 % auf 731 Mio € (2011: 683 Mio €), was einem Anteil von 43,6 % an den Umsatzerlösen entspricht (2011: 46,6 %).

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