Seite drucken

Ergebnisse – Q2 

Das Bruttoergebnis stieg um 13,9% auf 2.044 Mio. € (Q2 2011: 1.796 Mio. €) bzw. 74,5% der Umsatzerlöse (Q2 2011: 72,7%) aufgrund höherer Umsatzerlöse und verhältnismäßig niedrigerer Herstellungskosten sowie guter Kapazitätsauslastungen. Die dadurch bedingten Kostenvorteile konnten die erhöhten Anlaufkosten der Produktionsanlage von Merck Serono zur Herstellung von Biopharmazeutika in Vevey (Schweiz) mehr als kompensieren. Da sich darüber hinaus die Fertigungsstandorte von Merck überwiegend in Europa befinden, die Umsätze jedoch nahezu zu zwei Dritteln außerhalb Europas generiert werden, führten Wechselkursveränderungen – vor allem die stärkere Entwicklung des US-Dollars – zu einem höheren Anstieg der Umsatzerlöse als der Herstellungskosten. Dieser Währungseffekt wirkte sich ebenfalls positiv auf die Bruttomarge aus.

Für die Marketing- und Vertriebskosten ergab sich im 2. Quartal 2012 im Gegenzug zwar ein negativer Währungseffekt, doch wurde dieser zum Teil durch stringente Kostenkontrolle und niedrigere Ausgaben kompensiert. So stiegen die Marketing- und Vertriebskosten um 2,2% auf 617 Mio. € (Q2 2011: 604 Mio. €) und damit deutlich geringer als der Umsatz. Die Lizenz- und Provisionsaufwendungen verzeichneten einen Anstieg um 28,0% auf 152 Mio. € (Q2 2011: 118 Mio. €) als Folge höherer Umsatzerlöse mit Rebif® und Erbitux® sowie auch aufgrund von Währungseffekten, da sich sämtliche Provisionen für Rebif® auf Umsätze in US-Dollar beziehen.

Am 15. Mai 2012 gab Merck bekannt, dass das Unternehmen für den Zeitraum von 2012 bis 2014 im Zusammenhang mit seinem Effizienzsteigerungsprogramm „Fit für 2018“ von einmaligen Restrukturierungskosten in Höhe von 600 Mio. € ausgeht, von denen im Jahr 2012 voraussichtlich ca. 400 Mio. € anfallen werden. Für das 2. Quartal 2012 wurden Einmalaufwendungen in Höhe von insgesamt 394 Mio. € verbucht, davon Restrukturierungsaufwendungen (Wertminderungen und Restrukturierungskosten) in Höhe von 376 Mio. € für das genannte Effizienzsteigerungsprogramm, die vorwiegend im Zusammenhang mit der Sparte Merck Serono und der geplanten Schließung der Spartenzentrale in Genf (Schweiz) stehen. Als Folge dieser Einmalaufwendungen stiegen die sonstigen betrieblichen Aufwendungen gegenüber dem Vorjahr um 75,7% auf insgesamt 489 Mio. € an (Q2 2011: 278 Mio. €).

Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung (F&E) erhöhten sich im 2. Quartal um 9,7% auf 404 Mio. € (Q2 2011: 368 Mio. €) und beliefen sich damit auf 14,7% der Umsatzerlöse (Q2 2011: 14,9%). Zu dieser Steigerung kam es vor allem aufgrund von Kosten im Zusammenhang mit der Einstellung von zwei Projekten aus der Pipeline von Merck Serono, zusätzlichen Investitionen in die Entwicklung kürzlich einlizenzierter Wirkstoffe sowie wegen deutlich erhöhter F&E-Aufwendungen der Sparte Merck Millipore, insbesondere ihrer Geschäftseinheit Process Solutions.

Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte haben sich im 2. Quartal 2012 um 31,9% auf 217 Mio. € verringert (Q2 2011: 319 Mio. €). Wertminderungen in Höhe von 107 Mio. € hatten das 2. Quartal des Vorjahres belastet.

Das Operative Ergebnis (EBIT) der Gruppe belief sich im 2. Quartal 2012 auf 23 Mio. € (Q2 2011: –24 Mio. €), während das Operative Ergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) um 33,4% auf 375 Mio. € sank (Q2 2011: 563 Mio. €). Nach Bereinigung um einmalige Kosten von insgesamt 372 Mio. € (Q2 2011: 92 Mio. €) stieg das EBITDA vor Sondereinflüssen jedoch um 13,9% auf 747 Mio. € (Q2 2011: 655 Mio. €).

Im 2. Quartal 2012 verbesserte sich das Finanzergebnis der Gruppe um 8,9% auf –70 Mio. €< (Q2 2011: –76 Mio. €). Zu dieser Verbesserung kam es aufgrund einer geringeren Zinslast als Folge einer niedrigeren Verschuldung sowie gesunkener Zinskosten für Pensionsrückstellungen wegen der Einbringung von Planvermögen in ein Contractual Trust Arrangement (CTA) im 4. Quartal 2011, das einen Teil der Pensionsverpflichtungen von Merck abdeckt.

Die Ertragsteuern beliefen sich im Berichtsquartal auf –14 Mio. € (Q2 2011: 13 Mio. €). Die daraus resultierende Steuerquote unterliegt aufgrund der vorgenannten einmaligen Belastungen allerdings einer erheblichen Verzerrung. Dessen ungeachtet beträgt die bereinigte Ertragsteuerquote jedoch weiterhin 25,5% und liegt damit in der Mitte der Spanne von 25% bis 26% des Basissteuersatzes der Merck-Gruppe. Das den Anteilseignern der Merck KGaA zustehende Ergebnis nach Steuern lag im 2. Quartal 2012 bei –63 Mio. € (Q2 2011: –89 Mio. €), das Ergebnis je Aktie bei –0,29 € (Q2 2011: –0,41 €). Bereinigt um einmalige Kosten erhöhte sich der Ergebnis je Aktie vor Sondereinflüssen um 20,0% auf 1,92 € (Q2 2011: 1,60 €).

Die starke operative Entwicklung von Merck im 2. Quartal 2012 führte in Verbindung mit einer verbesserten Steuerung des Nettoumlaufvermögens zu einer substanziellen Erhöhung des Free Cash Flow (Mittelfluss aus betrieblicher Tätigkeit abzüglich Akquisitionen/Veräußerungen, Kauf/Verkauf von immateriellen Vermögenswerten, Sachanlagen, langfristigen Finanzanlagen und Wertpapieren). Der Free Cash Flow lag im 2. Quartal 2012 bei 626 Mio. € (Q2 2011: 253 Mio. €), ein Plus von 147,1%. Ausgedrückt in Prozent vom Umsatz der letzten zwölf Monate ging das Nettoumlaufvermögen auf 26,7% zum Stichtag 30. Juni 2012 zurück (29,5% zum Stichtag 31. Dezember 2011).

© Merck KGaA, Darmstadt, Germany, Last Update 14.08.2012