Die Gesamterlöse von Merck Serono stiegen im 3.Quartal um 10,5% auf 1.623 Mio. € (Q3 2011: 1.469 Mio. €), einschließlich eines Umsatzwachstums von 9,9% auf 1.511 Mio. € (Q3 2011: 1.375 Mio. €). Hauptfaktoren für diese robuste Entwicklung waren ein organisches Umsatzwachstum von 5,3% und Veränderungen der Wechselkurse, die mit 4,6% zu dieser Steigerung beitrugen. Der günstige Währungseffekt ergab sich vor allem aus dem stärkeren US-Dollar im 3. Quartal 2012 im Vergleich zum 3. Quartal 2011. Das Umsatzwachstum auf Produktebene wurde einmal mehr von Rebif®, dem Medikament der Sparte zur Behandlung von Multipler Sklerose, angeführt, gefolgt von Merck Seronos führendem Fruchtbarkeitspräparat Gonal-f® und dem Diabetes-Produkt Glucophage®. Alle genannten Medikamente erreichten ein organisches Wachstum im zweistelligen Bereich und profitierten von höheren Absatzmengen, die beiden erstgenannten zusätzlich von Preissteigerungen. Die Lizenz- und Provisionserlöse legten 19,7% zu und beliefen sich auf 112 Mio. € (Q3 2011: 94 Mio. €), was sowohl auf Veränderungen der Wechselkurse als auch auf höhere Lizenzerlöse infolge des hohen Absatzes von Humira® zurückzuführen ist. Humira® wird von Mercks Lizenznehmer Abbott Laboratories vertrieben.
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Merck Serono | Kennzahlen | ||||||
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in Mio. € |
Q3 2012 |
Q3 2011 |
Veränderung |
Jan.–Sept. |
Jan.–Sept. |
Veränderung |
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Gesamterlöse |
1.623,0 |
1.468,8 |
10,5% |
4.767,0 |
4.375,9 |
8,9% |
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Umsatzerlöse |
1.510,6 |
1.374,9 |
9,9% |
4.474,3 |
4.115,3 |
8,7% |
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Operatives Ergebnis (EBIT) |
142,7 |
177,6 |
–19,6% |
298,4 |
192,3 |
55,2% |
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Marge (in % vom Umsatz) |
9,4% |
12,9% |
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6,7% |
4,7% |
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EBITDA |
373,1 |
392,8 |
–5,0% |
1.004,8 |
1.134,7 |
–11,5% |
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Marge (in % vom Umsatz) |
24,7% |
28,6% |
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22,5% |
27,6% |
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EBITDA vor Sondereinfl üssen |
456,1 |
392,8 |
16,1% |
1.289,1 |
1.160,7 |
11,1% |
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Marge (in % vom Umsatz) |
30,2% |
28,6% |
|
28,8% |
28,2% |
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Im 3. Quartal 2012 stiegen die Produktionskosten der Sparte um 18,6% auf 288 Mio. € (Q3 2011: 243 Mio. €), bedingt durch höhere Absatzmengen sowie höhere Anlaufkosten für den Biopharmazeutika-Produktionsstandort in Vevey, Schweiz. Das Bruttoergebnis erhöhte sich um 8,9% auf 1.335 Mio. € (Q3 2011: 1.226 Mio. €), was sich in einer Bruttomarge (Anteil am Umsatz) von 88,4% niederschlug (Q3 2011: 89,2%).
Die Marketing- und Vertriebskosten gingen um 1,2% zurück und beliefen sich auf 339 Mio. € (Q3 2011: 343 Mio. €). Dieser Rückgang wurde durch die gezieltere, effizientere Ressourcenallokation in Verbindung mit einer Reduktion der Ausgaben erreicht. Die Lizenz- und Provisionsaufwendungen stiegen hingegen um 22,2% und beliefen sich auf 157 Mio. € (Q3 2011: 128 Mio. €). Hauptsächlich ist dies auf die gute Umsatzentwicklung von Rebif® in den Vereinigten Staaten und die dadurch entstandenen höheren Provisionszahlungen an den Vertriebspartner der Sparte, Pfizer, zurückzuführen.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen haben sich mehr als verdreifacht und beliefen sich auf 178 Mio. € (Q3 2011: 52 Mio. €). Dieser Anstieg war vor allem getrieben von Sondereinflüssen, insbesondere Aufwendungen in Höhe von 82 Mio. € in Verbindung mit Restrukturierungsmaßnahmen im Rahmen des Effizienzsteigerungsprogramms der Unternehmensgruppe. Ferner wies die Sparte im 3. Quartal 2012 Kosten von 11 Mio. € für Wertminderungen von Software aus. Die Abschreibung von Forderungen infolge der Insolvenz der größten Versandapotheke Deutschlands trug schließlich einen weiteren Teil zur Erhöhung der sonstigen betrieblichen Aufwendungen bei.
Die Investitionen von Merck Serono in Forschung und Entwicklung gingen um 3,2% auf 287 Mio. € im Quartal zurück (Q3 2011: 297 Mio. €), was unter anderem mit der Beendigung von zwei Phase-III-Studien für Erbitux® im zweiten Quartal 2012 zusammenhängt, wodurch die Kosten für die klinische Entwicklung geringer ausfielen.
Die Abschreibungen immaterieller Vermögenswerte blieben mit 165 Mio. € auf dem für die Sparte üblichen Vorjahresquartalsniveau, sie erhöhten sich nur geringfügig um 0,5% (Q3 2011: 164 Mio. €).
Das EBIT der Sparte betrug 143 Mio. € (Q3 2011: 178 Mio. €), was einen Rückgang von 19,6% darstellt. Das EBIT wurde erheblich vom Anstieg der sonstigen betrieblichen Aufwendungen beeinträchtigt, während das EBITDA um 5,0% auf 373 Mio. € (Q3 2011: 393 Mio. €) zurückging. Unter Berücksichtigung der vorwiegend aufgrund der Restrukturierungsbemühungen der Sparte entstandenen Sondereinflüsse in Höhe von 83 Mio. € stieg das EBITDA vor Sondereinflüssen um 16,1% auf 456 Mio. €, d.h. 30,2% des Umsatzes (Q3 2011: 393 Mio. €, d.h. 28,6% des Umsatzes). Diese Verbesserung der Marge um 160 Basispunkte resultierte aus der starken operativen Tätigkeit sowie der Verringerung von Ausgaben.
Geografisch betrachtet erhöhte sich der außerhalb Europas erwirtschaftete Umsatz von Merck Serono im 3. Quartal 2012 auf 60% (Q3 2011: 56%). Maßgeblicher Faktor war die starke Entwicklung in der Region Nordamerika, in der ein organisches Umsatzwachstum von 18,3% auf 357 Mio. € (Q3 2011: 271 Mio. €) und damit auf 24% des gesamten Spartenumsatzes verzeichnet wurde (Q3 2011: 20%). Den größten Anteil am dortigen Umsatzwachstum hatte das Medikament Rebif®, das im Jahresvergleich sowohl von Preiserhöhungen als auch Absatzsteigerungen profitierte. Der Umsatz in der Region Übrige Welt wuchs organisch um 9,9% auf 108 Mio. € (Q3 2011: 92 Mio. €). Hier war Glucophage®, das Diabetes-Medikament der Sparte, dank anhaltend hoher Nachfrage in Japan der bedeutendste Wachstumstreiber. Das organische Wachstum in der Region Emerging Markets schwächte sich auf im 3. Quartal 2012 auf 4,4% ab, was sich in einem Gesamtumsatz der Sparte in Höhe von 439 Mio. € niederschlug (Q3 2011: 406 Mio. €). Verantwortlich hierfür war vorwiegend der Umsatzrückgang in China, durch den die gute Entwicklung in anderen Ländern, wie etwa Brasilien oder Vietnam, teilweise ausgeglichen wurde. Profitiert hat die Region Emerging Markets von der anhaltend guten Geschäftsentwicklung der Produkte des Therapiegebiets CardioMetabolic Care & Allgemeinmedizin, der Fruchtbarkeitsprodukte von Merck Serono sowie von Erbitux®. Unter schwierigen Geschäftsbedingungen, gekennzeichnet durch Preisrückgänge und Budgetkürzungen im Gesundheitssektor, wurde in Europa ein Umsatz von 606 Mio. € erwirtschaftet (Q3 2011: 605 Mio. €), was einen organischen Rückgang um 0,7% darstellt.
Merck Serono | Umsatzerlöse nach Regionen – Q3 2012

Auf Produktebene verzeichnete der weltweite Umsatz von Mercks wichtigstem Einzelprodukt Rebif®, das für die Behandlung rezidivierender Formen der Multiplen Sklerose eingesetzt wird, ein organisches Wachstum von 10,2% auf 499 Mio. € (Q3 2011: 426 Mio. €). Dieser Anstieg geht vor allem auf das organische Umsatzwachstum von 22,4% in den USA zurück, das aus Preis- und Mengenerhöhungen resultierte. In Europa belief sich das organische Umsatzwachstum auf 2,1%, wobei höhere Absatzmengen teilweise vom fortwährenden Preisdruck aufgewogen wurden. Die Region Emerging Markets verzeichnete gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahres einen Umsatzrückgang. Zusammengenommen trugen die Umsätze in den Regionen Emerging Markets und Übrige Welt allerdings weniger als 10% zum weltweiten Umsatz dieses Produkts bei.
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Merck Serono | Komponenten des Wachstums nach Regionen – Q3 2012 | |||||
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in Mio. € / Veränd. in % |
Umsatzerlöse |
Organisches Wachstum |
Währungs- |
Akquisitionen/ |
Umsatz- |
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Europa |
606,1 |
–0,7% |
0,8% |
– |
0,1% |
|
Nordamerika |
357,0 |
18,3% |
13,2% |
– |
31,6% |
|
Emerging Markets |
439,3 |
4,4% |
3,8% |
– |
8,2% |
|
Übrige Welt |
108,1 |
9,9% |
7,5% |
– |
17,4% |
Das organische Wachstum beim biopharmazeutischen Krebsmedikament Erbitux® stagnierte, der Umsatz belief sich auf 224 Mio. € (Q3 2011: 218 Mio. €). Dies ist weitgehend auf die schwächere Entwicklung in Europa zurückzuführen, wo wachsender Konkurrenzdruck im Bereich der Zweitlinientherapie von metastasierendem Darmkrebs sowie Budgetkürzungen im Gesundheitsbereich zu verzeichnen waren. Die höheren Umsätze in den Regionen Emerging Markets und Übrige Welt konnten die Umsatzeinbußen in Europa ausgleichen; die Region Übrige Welt profitierte dabei von der guten Geschäftentwicklung in Australien als Folge der breiteren Rückerstattung durch das dortige Gesundheitssystem. In Japan verringerte sich der Umsatz organisch zwar um 6,0%. Bezogen auf die zurückliegenden Quartale ergibt sich jedoch ein Anstieg zum zweiten Mal in Folge, auch wenn die Sparte nach wie vor mit starkem Konkurrenzdruck in der Region zu kämpfen hat.
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Merck Serono | Hauptprodukte nach Regionen, organische Wachstumsraten – Q3 2012 | |||||||
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Gesamt |
Europa |
Nordamerika |
Emerging Markets |
Übrige Welt |
Veränderung |
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Rebif® |
in Mio. € |
499,2 |
190,4 |
267,0 |
32,6 |
9,2 |
17,2% |
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Organ. Wachstum in % |
10,2% |
2,1% |
20,1% |
–6,1% |
19,3% |
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in % vom Umsatz |
100% |
38% |
53% |
7% |
2% |
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Erbitux® |
in Mio. € |
224,3 |
123,1 |
– |
60,7 |
40,5 |
3,0% |
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Organ. Wachstum in % |
– |
–2,5% |
– |
3,6% |
3,3% |
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in % vom Umsatz |
100% |
55% |
– |
27% |
18% |
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Merck Serono | Organisches Wachstum der Hauptprodukte – Q3 2012

Der Umsatz von Gonal-f®, einem rekombinanten Hormon zur Behandlung von Unfruchtbarkeit, entwickelte sich nach wie vor gut und wies im 3. Quartal 2012 ein organisches Wachstum von 10,8% auf 145 Mio. € auf (Q3 2011: 123 Mio. €), was sowohl Volumen- als auch Preissteigerungen zu verdanken war. Der Umsatz wies weiterhin in allen Regionen, mit Ausnahme der Region Übrige Welt, zweistellige Wachstumsraten auf, unterstützt durch die kontinuierliche Markteinführung einer Produktfamilie gebrauchsfertiger Injektionspens.
Die Geschäftseinheit Endokrinologie mit Schwerpunkt auf Produkten zur Behandlung von Wachstumsstörungen wies im 3. Quartal 2012 Umsatzerlöse von 102 Mio. € aus, was ein organisches Wachstum von 7,2% darstellt (Q3 2011: 90 Mio. €). Angeführt wird das organische Wachstum weiterhin von Kuvan®, einem Medikament zur Behandlung der Stoffwechselstörung Hyperphenylalaninämie. Kuvan® verzeichnet nach wie vor ein rasches Wachstum in Europa, während die Markteinführung in Asien und Lateinamerika noch läuft. Ferner verbuchte Egrifta® ein zweistelliges Umsatzwachstum: Dieses zur Reduktion überschüssigen Bauchfetts bei HIV-infizierten Patienten mit Lipodystrophie verwendete Produkt wird von Merck Serono ausschließlich in den USA vertrieben.
Der Umsatz der Produkte des Therapiegebiets CardioMetabolic Care & Allgemeinmedizin wuchs organisch um 0,8% auf 492 Mio. € (Q3 2011: 477 Mio. €). Das kräftige Umsatzwachstum von Glucophage® und der gesamten Palette an Schilddrüsenpräparaten zur Behandlung der Hypothyreose konnte dabei den Umsatzrückgang beim Betablocker Concor® ausgleichen, der unter den scharfen Preiszwängen in Europa und dem wachsenden Druck auf Ärzte, günstigere Arzneimittel zu verschreiben, litt. In der Region Emerging Markets verzeichnete Concor® hingegen weiterhin organisches Wachstum.
Entwicklung in den ersten neun Monaten des Jahres 2012
In den ersten neun Monaten des Jahres 2012 kletterten die Gesamterlöse der Sparte um 8,9% und erreichten 4.767 Mio. € (9M 2011: 4.376 Mio. €); der Umsatz stieg um 8,7% auf 4.474 Mio. € (9M 2011: 4.115 Mio. €). Der ausgewiesene Umsatz beruht auf einem organischen Wachstum von 5,4% und positiven Währungseffekten, die mit 3,4% zu Buche schlugen. Mit einem Plus von 7,6% und einem Umsatz von 1.421 Mio. € war Rebif® Haupttreiber des organischen Umsatzwachstums (9M 2011: 1.260 Mio. €), das hauptsächlich vom gestiegenen Preisniveau auf dem US-Markt getragen wurde. Erbitux®, das zweitgrößte Produkt der Sparte, wuchs organisch um 2,8% und erwirtschaftete einen Umsatz von 664 Mio. € (9M 2011: 630 Mio. €). Der schwächere Umsatz des Präparats in Europa und Japan wurde vom hohen einstelligen Wachstum in den Regionen Emerging Markets und Übrige Welt mehr als ausgeglichen. Diese beiden Regionen erbringen nunmehr 43% des Gesamtproduktumsatzes.
Das Portfolio der Fruchtbarkeitsprodukte mit dem umsatzstärksten Präparat Gonal-f® erwirtschaftete einen Umsatz von 608 Mio. € (9M 2011: 510 Mio. €), was ein organisches Umsatzwachstum von 14,8% darstellt. Gonal-f® profitierte in allen Regionen von hohen Absatzvolumen und in den USA zusätzlich von deutlichen Preissteigerungen. In dem Therapiegebiet Endokrinologie, in dem Arzneimittel zur Behandlung von Stoffwechsel- und Wachstumsstörungen vertreiben werden, wurden über die ersten neun Monate hinweg ein robustes organisches Wachstum von 12,2% und ein Gesamtumsatz von 298 Mio. € erzielt (9M 2011: 253 Mio. €). Alle Produkte des Therapiegebiets Endokrinologie wuchsen organisch, wobei Egrifta® und Kuvan® mittlere bis hohe zweistellige Wachstumsraten aufwiesen. Der Umsatz der Sparte mit Produkten des Therapiegebiets CardioMetabolic Care & Allgemeinmedizin stagnierte organisch bei 1.482 Mio. € in den ersten neun Monaten 2012 (9M 2011: 1.459 Mio. €). Das kräftige Volumenwachstum in der Region Emerging Markets glich sowohl den Preisdruck als auch die härtere Konkurrenz durch Generika in Europa aus.
Das EBITDA vor Sondereinflüssen der Sparte stieg in den ersten neun Monaten 2012 um 11,1% auf 1.289 Mio. € (9M 2011: 1.161 Mio. €), getragen von der starken Geschäftsentwicklung und der effizienteren Ressourcenallokation. In der Folge erreichte das EBITDA vor Sondereinflüssen einen Umsatzanteil von 28,8% (9M 2011: 28,2%).
Merck-Serono-Pipeline im 3. Quartal 2012
Am 18. September 2012 gab Merck bekannt, den Zulassungsantrag bei der Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) für die Erweiterung der Indikation von Erbitux® im Zusammenhang mit einer Standard-Erstlinienchemotherapie auf Platinbasis auf Patienten mit fortgeschrittenem oder metastasierendem nicht kleinzelligen Lungenkrebs (NSCLC) und überexprimiertem epidermalen Wachstumsfaktorrezeptor (EGFR) freiwillig zurückzuziehen. Diese Entscheidung beruhte auf der Aussage der EMA, dass weitere klinische Daten erforderlich wären. Merck beabsichtigt Erbitux® für die Indikation Lungenkrebs nicht weiter zu entwickeln. Diese Ergebnisse haben keinen Einfluss auf die derzeitige Nutzung von Erbitux® bei Patienten mit metastasierendem Darmkrebs (mCRC) mit KRAS-Wildtyp-Tumoren und bei Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder rezidiviertem bzw. metastasiertem Plattenepithelkarzinomen des Kopfes und Halses (SCCHN) in jenen Märkten, in denen Erbitux® derzeit für diese Indikationen zugelassen ist.
Die Sparte bemüht sich weiterhin mittels strategischer Transaktionen, ihre Pipeline im frühen und mittelfristigen Entwicklungsstadium auszubauen. Am 6. September 2012 gab Merck den Abschluss einer weltweiten Lizenzvereinbarung mit Symphogen A/S, Kopenhagen (Dänemark) bekannt. Die Exklusivlizenz bezieht sich auf die Substanz Sym004, die auf dem bestehenden Geschäft mit Erbitux® aufbauen und es ergänzen könnte. Sym004 ist ein aus zwei Antikörpern bestehendes Entwicklungsprodukt, das zum einen die Ligandenbindung, Rezeptoraktivierung und Signalübertragung blockieren soll. Zum anderen sollen sie ein Verschwinden der EGF-Rezeptoren von der Oberfläche von Krebszellen hervorrufen, indem sie Internalisierung und Abbau der Rezeptoren auslösen. Sym004 wird derzeit in einer Studie der Phase I/II in soliden Tumoren, kürzlich eingegrenzt auf Patienten mit mCRC vom KRAS-Wildtyp, bei denen die Erkrankung nach Standardchemotherapie und Behandlung mit einem anderen bereits zugelassenen monoklonalen Anti-EGFR-Antikörper fortgeschritten war, untersucht. Die Substanz wird außerdem in einer einarmigen, offenen Phase-II-Studie bei Patienten mit SCCHN nach Versagen einer vorausgegangenen Anti-EGFR-Therapie geprüft.
In Übereinkunft mit dem Partner Threshold Pharmaceuticals plant Merck, im Laufe der kommenden Monate eine randomisierte Phase-III-Studie des Hypoxie-aktivierten Prüfpräparats TH-302 bei Patienten mit fortgeschrittenem Pankreaskarzinom zu beginnen. Hintergrund dieser Entscheidung sind die Ergebnisse einer Phase-II-Studie in der gleichen Patientenpopulation, die eine statistisch signifikante Verbesserung des als primärer Endpunkt der Studie definierten progressionsfreien Überlebens (PFS) zeigte. TH-302 wurde in dieser Studie in Kombination mit Gemcitabin verabreicht. Am Kongress der European Society for Medical Oncology (ESMO), der im September in Wien stattfand, wurden neue Daten zum Gesamtüberleben (OS), dem sekundären Endpunkt der Studie, präsentiert. Die Analyse und Interpretation des OS-Punktes wurde erschwert, da dem Teil der Patienten, der zunächst nur mit Gemcitabin allein behandelt wurde, nach erstem Krankheitsfortschritt aufgrund ethischer Aspekte eine weitere Behandlung mit Gemcitabin unter zusätzlicher Gabe von TH-302 bis zum weiteren Krankheitsfortschritt ermöglicht wurde. Dessen ungeachtet zeigten die während der Erstlinienbehandlung mit TH-302 und Gemcitabin behandelten Patienten tendenziell höhere OS-Ergebnisse im Vergleich zu nur mit Gemcitabin behandelten, auch wenn der Unterschied nicht statistisch signifikant war. Aufgrund der Konsistenz der Trends der PFS- und OS-Daten kamen Merck und Threshold darin überein, dass ein Voranschreiten in eine Phase-III-Studie bei Bauchspeicheldrüsenkrebs gerechtfertigt ist. Mercks Tochtergesellschaft in den USA einigte sich mit der US-amerikanischen Zulassungsbehörde (FDA) für diese Studie auf ein Sonderprotokoll (Special Protocol Assessment, SPA). Dabei handelt es sich um eine schriftliche Vereinbarung mit FDA, in der diese bescheinigt, dass das Studiendesign und das Protokoll der Datenanalyse ihrer Meinung nach geeignet ist, die Vorgaben im Hinblick auf eine arzneirechtliche Zulassung zu erfüllen. Die Entscheidungen der FDA betreffend die Genehmigung eines Zulassungsantrags werden jedoch erst nach einer vollständigen Überprüfung des Zulassungsantrags getroffen und beruhen auf der Gesamtheit der im Zuge des Antrags vorgelegten Daten.
Hinsichtlich ONO-4641, dem Sphingosin-1-phosphat-Rezeptor-Modulator der Sparte, werden aufgrund der im April 2012 präsentierten positiven Ergebnisse der DreaMS-Studie in Patienten mit rezidivierender Multipler Sklerose gegenwärtig weitere nicht-klinische und klinische Studien durchgeführt. Die Auswertung der Daten dieser Studien wird weitere Informationen zur Wirksamkeit, Sicherheit und dem Differenzierungspotential dieser Verbindung liefern und Merck Serono eine solide Entscheidungsgrundlage bieten, dieses Projekt gegebenenfalls im Jahr 2013 im Rahmen der Phase III weiterzuentwickeln.
Bezüglich Stimuvax, der MUC1-Antigen-spezifischen Immuntherapie der Sparte, befindet sich der Ausgang der Phase-III-Studie (START) in mehr als 1.500 Patienten mit inoperablem NSCLC (lokal fortgeschrittenes Erkrankungsstadium III nach vorheriger Chemo-Radiotherapie) auf Kurs, um erste Daten, darunter die primäre OS-Analyse, im ersten Quartal 2013 liefern zu können.
Merck Serono erwartet weiterhin, dass das Ergebnis der CENTRIC-Studie zum primären Endpunkt OS in der ersten Hälfte des Jahres 2013 vorliegt. CENTRIC ist eine zulassungsrelevante Phase-III-Studie des Integrin-Hemmers Cilengitide in 545 Erstlinien-Patienten mit Glioblastom, deren MGMT-Promotor-Status methyliert ist.
Im Bereich Immunologie/Rheumatologie analysiert die Sparte derzeit die Daten aus der doppelt-verblindeten, placebokontrollierten Phase-II-Studie (April SLE) den therapeutischen Stellenwert von Atacicept bei systemischem Lupus erythematodes. Diese Studie untersuchte anfänglich zwei Dosierungen von Atacicept in Patienten mit einem stabilen Krankheitsverlauf nach Ausschleichen der Steroidgabe und erhob die Wirksamkeit des Medikaments bei neuen Krankheitsschüben. Die Studie schloss mehr als 450 Patienten ein. Ausführliche Studiendaten werden voraussichtlich auf einer wissenschaftlichen Konferenz im ersten Halbjahr 2013 präsentiert.
