Der Prozess der Forschung und Entwicklung neuer Produkte und Lösungen ist nicht immer exakt planbar. Dennoch ist es das Ziel des Unternehmens, seine Aktivitäten in diesem Bereich noch effizienter zu gestalten. Die Merck-Gruppe entwickelt deshalb ihre Organisation permanent weiter und greift dabei auch auf neue Formen der Zusammenarbeit mit Partnern zurück.
Über Kooperationen hält das Unternehmen beständigen Kontakt zu führenden Wissenschaftlern an Universitäten und Instituten weltweit. So ist Merck zum Beispiel Partner im „Industrial Liaison Program“ des Massachusetts Institute of Technology (MIT) in den USA oder arbeitet mit der Universität Heidelberg zusammen. Außerdem gibt es Kooperationen im Rahmen von Initiativen und Verbundprojekten, gefördert beispielsweise von der EU oder Bundesministerien.
Weitere Kooperationen im Geschäftsjahr 2013:
- Im April 2013 wurde das „New Business R&D and Application Lab“ in Taiwan eröffnet. Ziel des Labors ist es, gemeinsam mit Kunden vor Ort Schlüsselmaterialien zum Bau von OLED-Bildschirmen, LED-Beleuchtung, 3D-Technologie und flexiblen Displays zu entwickeln. Damit soll ein erheblicher Zeitgewinn bei der Entwicklung neuer Produkte und Anwendungen bis hin zur Marktreife einhergehen.
- Im Mai 2013 hat Merck eine Kooperation mit dem deutschen Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) bekannt gegeben. Hierbei wird die Produktentwicklung von hocheffizienten, Kobaltbasierten Farbstoffsolarzellen forciert. Neben Merck als Konsortialführer sind 3GSolar aus Jerusalem, Israel, und Colour Synthesis Solutions Ltd. (CSS) aus Manchester, Großbritannien, an dem Forschungsvorhaben beteiligt. Die Projektteilnehmer verfolgen das Ziel, den Wirkungsgrad und die Stabilität von Farbstoffsolarzellen deutlich zu verbessern.
- Im Juli 2013 vereinbarte Merck die Zusammenarbeit mit dem US-amerikanischen Unternehmen Kymeta Corporation. Kymeta arbeitet an flüssigkristallbasierten flachen Antennen zur Satellitenkommunikation. Durch die Flüssigkristalle können diese Antennen so hergestellt werden, dass sie auch für den Einsatz von Satellitenkommunikation in bewegten Objekten wie beispielsweise Automobil, Flugzeug und Bahn zukünftig genutzt werden können.
- Im November 2013 gab Merck den Start des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Forschungsprojekts POPUP bekannt, das der Organischen Photovoltaik (OPV) zum Durchbruch verhelfen soll. Das von Merck koordinierte Konsortium besteht aus insgesamt zehn Technologieführern aus verschiedenen Bereichen der OPV. Ziele von POPUP sind die Entwicklung deutlich effizienterer und stabilerer OPV-Materialien für kostengünstige industriell anwendbare Druck- und Beschichtungsverfahren.
- Im Dezember 2013 vereinbarte Merck mit marktführenden Partnern der Automobilindustrie den Start eines durch das Bundesministerium für Forschung und Entwicklung (BMBF) geförderten Projekts zur Entwicklung von flüssigkristallbasierten Scheinwerfersystemen, mit denen zum Beispiel komplexe Straßenverkehrssituationen durch selektives Ein- und Ausblenden individuell beleuchtet werden können.
MS Ventures ist ein strategischer Corporate-Venture-Capital-Fonds, der in der Frühphase in aufstrebende Biotechnologie-Unternehmen investiert. Die Investments konzentrieren sich dabei auf das Forschungs- und Therapiefeld von Merck Serono. Der Fonds wurde im Jahr 2009 aufgelegt. Um Merck die Möglichkeit zu geben, in Zukunft mehr Geld in junge, innovative Technologien investieren zu können, hat das Unternehmen im Jahr 2013 den Venture-Capital-Fonds MS Ventures auf 100 Mio € erhöht. MS Ventures verwaltet zudem den 10 Mio € starken MS Israel Bioincubator-Fond sowie den Investmentrahmen für Portfoliounternehmen, die durch das 30 Mio € starke Entrepreneur Partnership Program (EPP) unterstützt werden.
Open Innovation: Im Jahr 2013 nahmen zum dritten Mal 30 Studierende aus der ganzen Welt am einwöchigen Merck Serono Innovation Cup teil. Das Siegerteam erarbeitete einen überzeugenden Business-Plan für einen neuen Ansatz, um die Wirksamkeit von Impfstoffen gegen Krebs zu erhöhen. Interne F&E-Experten prüfen derzeit die Möglichkeiten, die Idee voranzubringen. Aber auch außerhalb von Wettbewerben bietet Merck attraktive Open-Innovation-Angebote für Nachwuchswissenschaftler, etwa über die Uni Heidelberg oder das MIT in den USA.
