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Finanzrisiken und -chancen 

Merck ist als international tätiger Konzern und durch seine Präsenz am Kapitalmarkt verschiedenen finanziellen Risiken und Chancen ausgesetzt. Dies sind vor allem Liquiditäts- und Kontrahentenrisiken, Marktchancen und -risiken, Risiken aus Schwankungen von Marktwerten operativer materieller und immaterieller Vermögenswerte sowie Risiken und Chancen aus Pensionszusagen.

Risiko- und Chancenmanagement in Bezug auf die Verwendung von Finanzinstrumenten

Im Bereich der Finanzrisiken und -chancen verfolgt Merck eine aktive Steuerung, um Effekte aus Schwankungen der Wechselkurse und des Zinsniveaus zu reduzieren. Das Management von Finanzrisiken und -chancen insbesondere mittels Einsatz von Derivaten ist durch umfangreiche Richtlinien geregelt. Es gilt das Verbot der Spekulation. Die Abschlüsse derivativer Geschäfte unterliegen einer ständigen Risikokontrolle. Eine strikte Funktionstrennung von Handel, Abwicklung und Kontrolle ist sichergestellt.

Liquiditätsrisiken

Um den eigenen Fortbestand zu sichern, muss ein Unternehmen zu jedem Zeitpunkt seine fälligen Verpflichtungen aus operativer und finanzieller Tätigkeit erfüllen können. Zur Reduzierung potenzieller Liquiditätsrisiken verfügt Merck daher über eine zentrale Liquiditätssteuerung im gesamten Konzern. Darüber hinaus steht Merck eine Multi-Währungs-Betriebsmittelkreditlinie über 2 Mrd € mit einer Laufzeit von fünf Jahren und zwei Verlängerungsoptionen von jeweils einem Jahr zur Verfügung, die über den positiven operativen Cash Flow der Gruppe hinaus bei möglichen Liquiditätsengpässen die weitere Zahlungsfähigkeit sicherstellt. Da in unseren Kreditverträgen keine Financial Covenants vereinbart wurden, sind diese kontrahierten Kreditzusagen auch bei schlechterer Bonität von Merck abrufbar. Zusätzlich hat Merck im Geschäftsjahr 2009 ein Debt Issuance Program aufgesetzt, das den vertraglichen Rahmen für die Begebung von Anleihen darstellt. Im Jahr 2013 wurde das Volumen dieses Programms von bisher 10 Mrd € auf 15 Mrd € aufgestockt. Insgesamt ist das Liquiditätsrisiko unwahrscheinlich und als gering zu beurteilen.

Kontrahentenrisiken

Kontrahentenrisiken entstehen sowohl im Zusammenhang mit finanziellen Anlagen, Aufnahmen und Finanzierungszusagen als auch bei operativen Forderungen durch den potenziellen Zahlungsausfall eines Vertragspartners.

In Bezug auf Kontrahentenrisiken aus finanziellen Transaktionen überprüft Merck täglich alle Positionen gegenüber Handelspartnern sowie deren Bonität. Merck steuert finanzielle Ausfallrisiken durch die Streuung seiner Finanzpositionen und die damit verbundene aktive Steuerung seiner Handelspartner. Wesentliche Finanztransaktionen mit Kreditrisiko werden mit Banken und Industrieunternehmen guter Bonität abgeschlossen. Darüber hinaus reduziert der große Bankenkreis von Merck – die bestehende Multi-Währungs-Betriebsmittelkreditlinie über 2 Mrd € wurde mit 19 Banken syndiziert – mögliche Verluste bei einem Ausfall.

Zur Steuerung operativer Kontrahentenrisiken werden Handelspartner regelmäßig auf Zahlungsfähigkeit und operative Entwicklung überprüft. Hierbei werden auch Länderrisiken analysiert, insbesondere liegt hier der Fokus auf den Staaten Italien, Spanien, Griechenland und Portugal. Das Forderungsvolumen jedes Kunden ist unter Berücksichtigung der Bonität limitiert. Bei Bedarf werden risikoreduzierende Maßnahmen, wie der Abschluss von Kreditversicherungen, durchgeführt. Trotzdem kann dadurch der Ausfall einzelner Handelspartner, auch bei hervorragender Bonitätseinstufung, nicht grundsätzlich ausgeschlossen werden, auch wenn dies als unwahrscheinlich eingeschätzt wird (weitere Informationen finden sich im Abschnitt „Kreditrisiken“ in der Anmerkung „Management von Finanzrisiken“ im Konzernanhang). Insgesamt ist das Kontrahentenrisiko als mittel zu beurteilen.

Marktchancen und -risiken

Durch die internationale Geschäftstätigkeit und die globale Konzernstruktur ist Merck Risiken und Chancen aus Schwankungen von Währungskursen unterworfen. Diese resultieren aus Finanzgeschäften, operativen Forderungen und Verbindlichkeiten sowie erwarteten zukünftigen Zahlungsströmen aus Umsätzen und Kosten in Fremdwährung. Zu Steuerung und Reduzierung oben genannter Risiken und Chancen setzt Merck Derivate ein. Der Wechselkurs für bereits bilanzwirksame Transaktionen, wie operative Forderungen und Verbindlichkeiten in Fremdwährung, wird im Wesentlichen gesichert. Der Wechselkurs für erwartete Umsätze und künftige Kosten in Fremdwährung wird in bestimmten Fällen bis zu 36 Monate im Voraus abgesichert (weitere Informationen finden sich in Anmerkung „Derivative Finanzinstrumente“ im Konzernanhang).

Zukünftige Refinanzierungen und Geldanlagen unterliegen Risiken und Chancen aus Zinsschwankungen. Diese werden ebenfalls mittels Derivaten gesteuert und reduziert. Währungsrisiken werden als möglich eingeschätzt und stellen nach Hedging ein mittleres Risiko dar, Zinsrisiken werden als unwahrscheinlich betrachtet und stellen ein niedriges Risiko dar.

Risiken aus Wertminderungen von Bilanzposten

Die Wertansätze einzelner Bilanzposten sind der Veränderung von Markt- und Geschäftsverhältnissen und damit auch Änderungen der beizulegenden Zeitwerte ausgesetzt. Im Fall notwendiger Wertminderungen können sich signifikante nicht zahlungswirksame Ergebnisbelastungen und Auswirkungen auf die Bilanzrelationen ergeben. Dies gilt insbesondere für die hohen immateriellen Vermögenswerte einschließlich der Geschäfts- oder Firmenwerte, die durch die Akquisitionen von Serono SA im Jahr 2007 sowie der Millipore Corporation im Jahr 2010 und die damit verbundenen Kaufpreisallokationen deutlich an Bedeutung für den Konzernabschluss gewonnen haben (weitere Informationen finden sich in Anmerkung „Immaterielle Vermögenswerte“ im Konzernanhang). Alle relevanten Risiken wurden im Rahmen der Erstellung des Konzernabschlusses gewürdigt und entsprechend berücksichtigt. Darüber hinausgehende Risiken stuft Merck als gering ein.

Risiken und Chancen aus Pensionsverpflichtungen

Merck hat Verpflichtungen im Zusammenhang mit Pensionszusagen. Der Barwert der leistungsorientierten Versorgungsverpflichtungen kann sich durch Veränderungen relevanter Bewertungsparameter, zum Beispiel des Zinssatzes oder der zukünftigen Gehaltssteigerungen, wesentlich erhöhen oder verringern. Die Pensionsverpflichtungen werden im Rahmen von jährlichen versicherungsmathematischen Gutachten regelmäßig bewertet. Ein Teil der Verpflichtungen ist durch die in der Bilanz ausgewiesenen Pensionsrückstellungen abgedeckt, während weitere Verpflichtungen mit fondsfinanzierten Versorgungszusagen unterlegt sind (weitere Informationen finden sich in der Anmerkung „Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen“ im Konzernanhang). Soweit Altersversorgungszusagen durch Planvermögen gedeckt sind, welche aus verzinslichen Wertpapieren, Aktien, Immobilien und anderen Vermögensanlagen bestehen, können sich sinkende oder negative Renditen dieser Anlagen ungünstig auf den beizulegenden Zeitwert des Planvermögens auswirken und somit weitere Zuführungen bedingen. Steigende Renditen bewirken dagegen einen Wertzuwachs des Planvermögens und somit eine höhere Abdeckung der Planverbindlichkeiten. Merck erhöht einerseits die Chancen und reduziert andererseits die Risiken von Marktwertschwankungen des Planvermögens durch eine diversifizierte Anlagestrategie. Das Risiko aus Pensionsverbindlichkeiten ist möglich und als mittel einzustufen.

Einschätzung durch unabhängige Ratingagenturen

Der Kapitalmarkt nutzt Einschätzungen von Ratingagenturen, um Fremdkapitalgeber bei der Beurteilung der Risikosituation eines Finanzinstruments zu unterstützen. Derzeit wird Merck von Standard & Poor’s und Moody’s bewertet, deren Kreditratings sich im abgelaufenen Geschäftsjahr auf das bisher beste Niveau in der Geschichte der Merck-Gruppe entwickelt haben: Standard & Poor’s vergibt ein Langfrist-Kreditrating von A mit stabilem Ausblick, Moody’s eines von A3 mit stabilem Ausblick. Entsprechend den Marktmodalitäten sind die Finanzierungskonditionen von Merck eng an das Rating gekoppelt. Je besser ein Rating ist, desto günstiger kann sich Merck generell am Kapitalmarkt oder bei Banken finanzieren.

Übersicht der Ratingentwicklung:

Übersicht der Ratingentwicklung (Liniendiagramm)
© Merck KGaA, Darmstadt, Germany, Last Update 06.03.2014