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Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen 

Das Jahr 2013 war durch eine Verbesserung der wirtschaftlichen Situation in den Industrieländern und eine Verlangsamung des Wachstums in den Schwellenländern geprägt. Dennoch leisteten die Schwellenländer nach wie vor den größten Beitrag zum globalen Wachstum. Laut den Prognosen des Internationalen Währungsfonds (IWF) stieg das weltweite Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Jahr 2013 um 2,9 %. Während die Industrieländer lediglich einen Anstieg um 1,2 % erwirtschaften konnten, stieg das BIP in den Schwellen- und Entwicklungsländern um 4,5 %.

Das BIP der weltweit größten Volkswirtschaft, den USA, legte im Jahr 2013 um 1,6 % zu und damit weniger, als vor einem Jahr erwartet worden war. Das Wachstum in den USA wurde durch die Haushaltskonsolidierung und Auseinandersetzungen über die Anhebung der Schuldenobergrenze gebremst. Für die Eurozone notierte der IWF einen Rückgang des BIP um 0,4 %. Während die Länder im Süden Europas immer noch mit Schwierigkeiten zu kämpfen hatten, ließen die Kernländer Anzeichen einer Erholung erkennen. Auch in Japan gab es vor dem Hintergrund fiskalpolitischer Veränderungen Hinweise auf eine wirtschaftliche Erholung.

Die Entwicklung bei Merck wurde von den generellen weltweiten Trends sowie von der zunehmenden Bedeutung der Schwellenländer gefördert. So trugen die Schwellenländer im Jahr 2013 rund drei Viertel zum organischen Wachstum der Umsatzerlöse von Merck bei.

Pharmamarkt

Das auf den Gesundheitssektor spezialisierte Marktforschungsinstitut IMS Health berichtet von einem Umsatzplus auf dem Pharmamarkt im Jahr 2013 von 2,9 %. Dieser Zuwachs ist hauptsächlich den Schwellenländern zu verdanken. So verzeichnete etwa der Pharmamarkt in China einen Anstieg um 14,5 % und in Lateinamerika legte der Pharmamarkt um 10,8 % zu. Im Gegensatz hierzu waren die Märkte in den USA und der EU aufgrund anhaltender Kostendämpfungsmaßnahmen und des Ablaufs von Patenten leicht rückläufig. Bemerkenswert ist, dass der weltweite Markt für Multiple-Sklerose-Therapeutika, in dem sich Merck Seronos verkaufsstärkstes Produkt Rebif® befindet, laut dem Markforschungsinstitut Evaluate Pharma um 10 % zulegte, also deutlich über dem Marktdurchschnitt. Dies ist unter anderem auf die jüngsten Einführungen neuer Produkte für die Behandlung von Multipler Sklerose zurückzuführen.

Nicholas Hall, ein Marktforschungsunternehmen für die Pharmaindustrie, berichtet von einem Anstieg des weltweiten Markts für rezeptfreie Arzneimittel im Jahr 2013 um 4,7 %. Wachstumstreiber waren Lateinamerika sowie Asien, während Europa, wo die Sparte Consumer Health den größten Anteil ihrer Umsatzerlöse erzielt, im vergangenen Jahr einen Anstieg von 3,7 % verzeichnete.

Märkte für Hightech-Materialien

Mit seinem Flüssigkristallgeschäft ist Merck der führende Hersteller von Flüssigkristallmischungen für die Display-Industrie, für die nach mehreren Jahren mit beträchtlichem Wachstum das Jahr 2013 eher schleppend verlief. Die Marktforscher von Display Search ermittelten gemessen an der Fläche der ausgelieferten Flachbildschirme nur eine leichte Umsatzsteigerung von 1,4 % im Jahr 2013. Herauszuheben ist, dass Flüssigkristalle mit einem Anteil von mehr als 90 % nach wie vor die führende Bildschirmtechnologie darstellten, wobei das Wachstum hier vor allem von der zunehmenden Größe der Fernsehbildschirme getragen wurde.

Die Märkte für Kosmetika und Automobillacke sind von erheblicher Bedeutung für das Pigmentgeschäft von Merck. Wie der Verband der Deutschen Automobilindustrie (VDA) berichtet, entwickelte sich der weltweite Pkw-Absatz im vergangenen Jahr mit einem Anstieg um 5 % besser als erwartet. Ursächlich hierfür waren insbesondere die USA (+7 %) und China (+21 %), wobei sich China zum weltgrößten Pkw-Markt entwickelte, während die Märkte in Japan und Westeuropa leicht rückläufig waren.

Life-Science-Markt

Die Sparte Merck Millipore ist ein führender Zulieferer von Produkten und Dienstleistungen in dem Bereich allgemeiner Laboranwendungen sowie der Forschung, Entwicklung und Herstellung von Arzneimitteln chemischen und biotechnologischen Ursprungs.

Für den weltweiten Markt für Laborprodukte ermitteln die Marktforscher von Frost & Sullivan für das Jahr 2013 ein verhaltenes Wachstum von 1,2 %, was insgesamt unter den Erwartungen des vergangenen Jahres liegt. Es zeigten sich deutliche Wachstumsunterschiede in den einzelnen Regionen: Die Marktsituation in Europa (+0,1 %) und den USA (+0,3 %) bleibt schwierig aufgrund der unsicheren Wirtschaftslage und wegen der drastischen Sparmaßnahmen im akademischen Bereich und bei den Staatsausgaben in den Vereinigten Staaten. Die Schwellen- und Entwicklungsländer legten deutlich stärker zu, jedoch ist ihr Anteil am globalen Marktvolumen mit circa 11 % relativ gering.

Der Markt für Process Solutions ist insbesondere vom Umsatz und von den Aufwendungen von Pharmaunternehmen für Forschung und Entwicklung abhängig. Während der Anstieg der Arzneimittelumsätze um 2,9 % im Jahr 2013 eine positive Auswirkung auf den Markt für Process Solutions hatte, litt der Markt unter dem Rückgang der Aufwendungen für Forschung und Entwicklung um 1,5 % gegenüber dem Vorjahr gemäß dem Bericht des Marktforschungsinstituts Evaluate Pharma.

© Merck KGaA, Darmstadt, Germany, Last Update 06.03.2014