Ihre Suche: Sparten

Risiken und Chancen der Informationstechnologie Geprüft

Die Globalisierung von Merck erfordert eine optimale Ausrichtung und angemessene Unterstützung durch die Nutzung einer Vielzahl von IT-Systemen und -Prozessen. Trends in der Informationstechnologie liefern dabei vielfältige Möglichkeiten für Merck.

Chancen aus dem Einsatz mobiler Plattformen und Lösungen

Mobilität bietet einzigartige Möglichkeiten, Mitarbeiter, Partner und Kunden zu erreichen, zu vernetzen und Synergien zwischen der Wertschöpfung für das Unternehmen sowie individuellen Interessen zu stiften. Dabei steht Mobilität nicht nur für die mobile Nutzung von Online-Dienstleistungen. Vielmehr verändert Mobilität die Perspektive auf digitale Dienstleistungen und bringt die Geschäftstätigkeit näher zu Mitarbeitern, Kunden und Partnern, ohne sie dabei einzuschränken. Der Trend zur Mobilität legt nahe, dass mobile Plattformen und Lösungen sich zu wichtigen Wegen hinsichtlich der digitalen Vernetzung entwickeln werden.

Chancen aus vernetzter Zusammenarbeit und digitalen Medien

Neue Entwicklungen im Bereich vernetzter Zusammenarbeit und digitale Medien eröffnen herausragende Möglichkeiten, in Kontakt mit Mitarbeitern, Partnern und Kunden zu kommen und neue Wege der Zusammenarbeit, Interaktion und Kommunikation zu etablieren. In der Forschung und Entwicklung von Merck begünstigen diese Entwicklungen auf besondere Art und Weise die Zusammenarbeit innerhalb des Unternehmens sowie mit externen Partnern. Zusätzlich kann sozialgetriebene Informationstechnologie auch im Bereich Life-Science das Zusammenwirken und damit auch die Innovationsfähigkeit fördern. Merck hat ein konzernweites Programm mit dem Namen „Connect 15“ auf den Weg gebracht. Es verfolgt das Ziel, entsprechende IT-Systeme zu harmonisieren, die Kommunikation weltweit zu vereinfachen und die Zusammenarbeit zwischen Mitarbeitern, externen Partnern und Kunden zu vereinfachen. Das Programm bietet langfristig die Chance, Betriebskosten zu reduzieren und die Produktivität in der Organisation zu erhöhen.

Chancen aufgrund weiterer Harmonisierung von IT-Systemen

Harmonisierte IT-Systeme, in denen standardisierte Geschäftsprozesse abgebildet werden, erlauben dem Management, das Geschäft auf konsistente Art und Weise global zu steuern. Dies ermöglicht effizientes Arbeiten, eine schnelle, reibungslose Integration neuer Geschäftseinheiten sowie mühelosere Realisierung von Synergieeffekten. Zusätzlich wird dieser Trend durch die Verbreitung von Cloud-Lösungen unterstützt, die den Einsatz konfigurierbarer Standardlösungen begünstigen. Der Effekt dieser Harmonisierung wird zum einen in der Reduktion von Betriebskosten gesehen, zum anderen bietet die gestiegene Transparenz die Chance, Entscheidungen schneller und mit größerem Nutzeneffekt zu treffen.

Dem Mehrwert durch die Informationstechnologie im täglichen Arbeiten stehen mögliche Risiken gegenüber, welche sich direkt aus den Vorteilen der globalen Verfügbarkeit einer elektronischen Datenhaltung ergeben.

Risiko E-Crime und Cyberattacken

Das Internet als Tatmittel und der Missbrauch digitaler Technologien als Begehungsform neuer Arten der Kriminalität, das heißt insgesamt die Computerkriminalität (E-Crime), entwickelt sich mit großer Geschwindigkeit und stellt eine Herausforderung dar. Daraus ergeben sich für Merck Bedrohungen wie der Ausfall zentraler IT-Systeme, die Preisgabe von vertraulichen Daten aus Forschung und Geschäftstätigkeit, die Manipulation von IT-Systemen in der chemischen Prozess-Steuerung oder eine erhöhte Belastung oder Beeinträchtigung von IT-Systemen durch Virusattacken. Dies Szenario beinhaltet auch die vorübergehende Übernahme von exponierten Systemen durch Hacker sowie daraus folgend den möglichen Widerruf von Medikamentenzulassungen aufgrund mangelbehafteter Validierung relevanter IT-Systeme.

Für die gesamte Merck-Gruppe existieren weltweit gültige Sicherheitsrichtlinien und ein Informationsschutz-Management für den Bereich IT und „non-IT“ mit jeweils organisatorischen und technischen Standards für Zugriffs- und Zutrittsrechte, Informations- und Datenschutz. Im Bereich der IT liegt das Augenmerk auf der Härtung entsprechender Systeme sowie beispielsweise der Identifikation von Cyberangriffen. Die Konzernsicherheit von Merck ist Mitglied in der Allianz für Cyber-Sicherheit des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik. Zum Schutz sensibler Geschäftsinformationen wird derzeit in einem Pilotprojekt „Data Leakage Prevention“ bei Merck eingeführt. Die Wirksamkeit interner (IT-)Schutzmaßnahmen wird kontinuierlich überwacht und durch die Konzernsicherheit, die Konzernrevision und externe Auditoren überprüft.

Die durch E-Crime resultierenden möglichen Schäden können, nicht zuletzt wegen der Vielzahl der unterschiedlichen Begehungsformen, nicht pauschal kategorisiert werden; der Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wäre abhängig vom Einzelfall. Trotz der bei Merck derzeit wirkungsvoll getroffenen Schutzmaßnahmen ist das Eintreten des Risikos „E-Crime“ als möglich bei geschätzter erheblicher Auswirkung eingestuft und damit ein mittleres Risiko.

Risiken durch Ausfall geschäftskritischer IT-Anwendungen beziehungsweise durch Ausfall von Rechenzentrumskapazitäten

Weltweit genutzte IT-Anwendungen in der Prozess-Steuerung bilden die Basis für die vertragsgerechte Lieferung der Produkte und Lösungen an die weltweiten Kunden der Merck-Gruppe. Schwankungen in der Qualität der internen IT-Services können zum Ausfall geschäftskritischer IT-Anwendungen führen, welche einen direkten Einfluss auf die Lieferfähigkeit von Merck hätten. Ebenso kann der Ausfall eines Rechenzentrums die Servicequalität beeinträchtigen beziehungsweise den gänzlichen Ausfall kritischer Applikationen begründen.

Oberstes Ziel der Information Services der Merck-Gruppe ist die Aufrechterhaltung der Servicequalität unter Beachtung des mit den Gruppenfunktionen und Sparten vereinbarten Serviceniveaus. Zur Erreichung dieses Ziels nutzt Merck ein nach ISO 20000:2005 zertifiziertes Qualitätsmanagement-System, welches Steuerungsmaßnahmen zur Aufrechterhaltung eines gleichbleibenden Qualitätsstandards umfasst. Neben den täglichen Betriebsprozessen regelt dieses auch das Verhalten in einer Krisensituation durch einen regelmäßig getesteten Krisenmanagementplan. Merck betreibt im Rahmen dieses Krisenmanagements mehrfach redundant ausgelegte Rechenzentren, sodass die Servicequalität auch bei Ausfall eines Rechenzentrums aufrechterhalten wird.

Die Auswirkungen eines Ausfalls geschäftskritischer IT-Anwendungen aufgrund von Schwankungen der Qualität der internen IT-Services und deren Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage werden trotz getroffener mitigierender Maßnahmen, einer funktionsfähigen Kontinuitätsplanung und unwahrscheinlichen Eintretens als mittleres Risiko eingeschätzt.